Wie findet man sich mit Ubuntu zurecht? Wir zeigen es Schritt für Schritt. Der Einstieg könnte leichter kaum sein: Auf der Programmebene unterscheidet sich die Bedienung kaum von Windows. Man muss nur wissen, was man wo findet.
http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...813839,00.html
Interessant, bleibt nur die Frage, woher sie ihre "Erkenntnisse" nehme. Aus der Glaskugel?
Ich arbeiten mit Windows (Workstion + Server), Linux, Solaris, BSD und einigen anderen OS. Und das nicht erst seit gestern. Und gerade weil ich das mache, würde ich dem Normaluser niemals ein Linux System - welches der ~3.000 Derivate auch immer - als System für den häuslichen PC empfehlen. Und das hat verschiedene Gründe, Hauptgrund ist und bleibt die fehlende Roadmap und die damit verbundene Unsicherheit, dass nach dem nächsten kleinen Update auch wirklich noch alles so funktioniert. Das gilt auch für Ubuntu - die einzige Variante, wo man sicher sein kann, dass es zumindest in der Basis erst einmal läuft, ist immer eine Neuinstallation (die Möglichkeit, ihre Einstellungen und Daten dabei auf das neue System durch eine OS-Funktion zu übertragen, haben sie allerdings nicht).
Ein PC ist ein Werkzeug und als solches zu betrachten. Wenn man es als Philosophie betrachtet und dazu noch ein OS (!!) und nicht die genutzten Anwendeungen zum Kern des Denkens macht, ist ihre Meinung aber durchaus nachvollziehbar. Nur hat das etwas von Sektierertum.
Man kann eben nicht sicher sein, dass es einen Treiber gibnt. Und man kann auch nicht sicher sein, dass ein Treiber die Möglichkeiten des Gerätes ausnutzen kann. Das geht bei Druckern los, wo mit Lösungen wie Cups zwar meist etwas herauskommt. Nur was nutzt es, wenn das ein generischer Treiber ist, der da werkelt und die speziellen Funktionen des Gerätes nicht unterstützt werden? Versuchen sie doch einmal eine saubere Wartung z.B. bei einem Canao Tintenstarldrucker. Argumente der Community dazu: das braucht man nicht. Oder man muiss eben seinen Drucker nach dem OS kaufen. Dümmer geht es nicht! Und wieviele Hersteller, die mal angefangen haben, Treiber zu schreiben, haben damit wieder aufgegeben? Das zählen Sie nicht an zwei Händen ab. Und die Gründe sind immer identisch: zum einen Bringt das nächste Kernelupdate mal schnell eine etwas geänderte API (womit eben der Treiber mal halt nicht mehr will), zum anderen verlangt zunehmend (GPL v3), dass der Hersteller alle Sourcen aufdecken muss, sonst wird der Teiber nicht zugelassen. Das ist aber für Unternehmen oft nicht annehmbar, weil damit Betriebsgeheimnisse für die Konkurrenz offengelegt werden müssen. Ergo - kein Support für die Plattform. Das ist die Realität und nicht diese kleinen Beispiele HP und Gericom.
JT
Simples Beispiel: Canon Drucker für die 64-bit Ubuntu Variante. Ein Laie wird viele der Drucker der PIXMA Serie wohl kaum zum laufen kriegen.
Man kann natürlich 10 Zeilen im Terminal eingeben und hoffen es klappt. Bei mir hat es das nicht und nü??? Hallo! Es ist das Jahr 2012 und nicht 1992.....
Was wollen Sie sagen, @sensei. ???
a) Ich denke, ein netbook ist nicht zum arbeiten im Sinne von: CPU und memory intensive Arbeiten erledigen wie Filme schneiden, videos rendern oder Musik produzieren, sondern für browsen und surfen, e-mails und e-books lesen, Filme anschauen und Musik hören.
Und ich hatte gesagt, dass Lubuntu für netbooks ideal ist.
b) wieso nur einen Hammer; wer ein Netbook hat, hat meistens auch einen stärkeren PC und ob der nun unter Windows oder Ubuntu oder Debian oder Fedora oder Apple OS läuft, ist Geschmacksache. Wobei ich Ihnen Recht gebe, das Angebot an arbeitsintensiven effizient laufenden Programmen ist unter Windows besser als in den Linux Varianten; ausser im Serverbereich.
Ich plädiere nur für den optimalen kleinen Hammer: netbook und Lubuntu
- Produktivitäts-Tools? Was verstehen Sie denn darunter? Das können ja doch nur irgendwelche speziellen Programme sein, die es ausschließlich für Windows gibt. Da ist es verständlich, dass jemand auf Windows angewiesen ist, wenn es die spezielle Software nicht für Linux gibt.
- VPN-Spezialnetzkarten? Was soll das denn sein? Ein VPN wird doch über eine Software aufgebaut, und nicht über eine spezielle Karte. Vor allem wenn jemand von unterwegs auf das Firmen-Netz zugreift, muss er ja sich ja so oder so über das Internet verbinden. Ergo baut er seine Verbindung über eine ganz gewöhnliche Netzwerkkarte oder mobile Verbindung auf, und sicher nicht über eine "Spezialnetzkarte". Es gibt zwar nicht für jede VPN-Lösung eine passene Software für Linux, aber die großen Hersteller wie z.B. Cisco unterstützen da auch Linux. Ich, als Software-Entwickler, muss mich z.B. auch öfters bei einem der größten Versicherungsunternehmen in Deutschland mit deren Netzwerk verbinden, um auf deren Versionierungssystem zugreifen zu können. Klappt unter Linux problemlos.
- verschlüsselte Drives : Ist unter Linux noch nie ein Problem gewesen. Ich verwende mein privates Notebook tagtäglich sowohl auf der Arbeit als auch zu Hause. Und das kann ich auch nur deswegen machen, weil ich die Daten (entwickelte Software, Dateien, etc...) von der Firma auf eine verschlüsselte Partition abgelegt habe.
- Office- und Businesstools : Da is ja damit ganz offensichtlich MS-Office meinen, so sollten Sie wissen, dass - gerade IBM - schon vor einigen Jahren Firmenweit auf deren eigenen OpenOffice-Ableger "Lotus Symphony" umgestellt hat.
- Zugriff auf Netzlaufwerke via komplexe LDAP-Regelwerke : Auch LDAP oder der Zugriff auf Netzlaufwerke ist unter Linux kein Problem.
- Cloud-Drucken : Gerade beim "Cloud-Drucken" ist es doch so, dass der Client nichts von dem verwendeten Drucker-Gerät zu wissen braucht (darum ja auch "Cloud"). Es wird also auch kein Treiber benötigt. Warum sollte dies unter einem anderen Betriebssystem also Probleme bereiten? Sofern man sich auf ein bestimmtes Protokoll geeinigt hat, dürfte es ein einfaches sein, einmal einen Druck-Client für jedes Betriebssytem zu entwickeln. Und da ist es ja dann egal, welcher Drucker hinter der Cloud steht.
Haben Sie den SPON-Artikel auch wirklich so empfunden, dass versucht wird, Ihnen Linux hier als "Hammer für alles" aufzudrücken? Ich stimme Ihnen zu, dass man immer das Werkzeug nehmen sollte, was am besten zu einem passt. Dafür sollte man sich aber auch von alten Voruteilen gegenüber fremden Systemen trennen, die man möglicherweise vor einigen Jahren mal aufgeschnappt hat. Dass viele Leute eher noch Windows bevorzugen, auch auf der Arbeit, liegt meiner Meinung nach eher daran, dass sie einfach keine Lust haben sich umzugewöhnen oder bei Problemfällen sich nicht trauen extra jemanden Fragen zu müssen. Darauf trifft man leider viel zu oft.
Das mit der Hardware-Unterstützung ist vermutlich das größte Mißverständnis beim Umstieg von Windows-Anwendern auf Linux.
Windows ist ein winziger duller Kern mit einer Schnittstelle, in die jeder vom Hersteller produzierte Treiber eingeschleift wird. Was der Treiber in welchem Umfang alles bereitstellt, bleibt für den Anwender komplett unsichtbar. Deshalb kann ein "Windows-Drucker" unter Windows auch funktionieren. Weil die für vermeintlich kleines Geld erstandene Hardware hinter den Kulissen klammheimlich als überteuerte Software daherkommt, die speziell für die beiliegenden dullen Drähte geschrieben wurde, um den Eindruck von Hardware zu erzeugen und über's Verbrauchsmaterial abzukassieren. Erst wenn man diesen vermeintlichen Drucker mal an "was Ehrliches" anschließt, kommt man dahinter, daß der Drucker nicht etwa auf dem Tisch steht, sondern als "Treiber-CD" in der Software-Schublade liegt. Fraudware eben.
Und das ist nur eines von vielen Beispielen.
Der Linux-Kern ist über zuladbare Funktions-Module nahezu beliebig erweiterbar. Die Module sind Teil des Kernels. Ursprünglich war jede Funktionalität fest im Kernel verankert. Aber was für Sun oder HP mit ihrer eng begrenzten Hardware-Unterstützung aus eigener Herstellung noch durchsetzbar war, konnte man in der PC-Welt mit ihrem bunten Spektrum an PC-Komponenten und Peripheriegeräten so nicht gebrauchen. Deshalb wurden die Funktionen des Kernels schrittweise ausgelagert. Hat den Vorteil, daß der Kernel klein bleibt und nur diejenigen Funktionen nachlädt, die die vorgefundene Hardware tatsächlich auch braucht. Aber eben Funktionen, und nicht "von fremd" zusammengestoppelte Treiber, die nur ein einziges Gerät unterstützen. Selbst NVidia (closed source) liefert als "Treiber" ein fertiges Kernel-Modul für die gesamte Produktfamilie.
Ist also die Hardware "was Ehrliches", unterstützt international anerkannte Standards, wird sie in der Regel auch erkannt und eingebunden. So reicht auf Reisen ein einziger Boot-Datenträger für Notfälle, um im Katastrophenfall das ganze System wiederherzustellen. Die meterbreite Treiber-Schublade für den Windows-Netbook kann man also zu Hause lassen.
Das eigentliche Ärgernis ist IMHO nicht etwa die fehlende Hardware-Kompatibilität jeder dahergelaufenen Fraudware, sondern die aus gutem Grund unterlassene Kennzeichnung der Peripherie-Hersteller, was womit wirklich funkt. Denn kein Hinweis auf der Packung bedeutet noch lange nicht, daß Linux NICHT damit klarkommt. Deshalb überlegt man sich's als Linuxer dreimal, ob man sich den Ärger antut, wenn da wieder Fraudware in der bunten Schmuckverpackung lauert.
Nebenbei läuft hier übrigens die Re-Installation einer Zotac ZBox mit Ubuntu 11.04. Wurde zu Testzwecken mit Windows XP betankt. Ging aber jämmerlich schief. Weil die der ZBox beiliegende Treiber-CD keinen Netzkarten-Treiber für XP mehr enthält. Den bräuchte ich aber, um alternativ nach einem passenden Netzkarten-Treiber für XP im Internet zu suchen...
Ich arbeite in einem Unternehmen in der Unterhaltungsindustrie, daß vor Jahren nahezu komplett auf Linux umgestiegen ist, somit die Migration zu Linux schon lange hinter sich hat.
Als Distribution kommt nahezu überall Debian zum Einsatz (Stable aber sogar auch Testing). Die Erfahrungen sind durchweg überzeugend. Die Büro-Desktops laufen stabil "verstellen" sich nicht, durch herumspielende Mitarbeiter, die nur User-Rechte haben. Sicherheit 100%, selbst wenn es irgendwann einmal Linux-Viren geben sollte, infizieren sie Architekturbedingt nur den Benutzer, nicht das System.
Die Integration der Hardware nahezu perfekt. HP Scanner, Netzwerkdrucker (allerdings der professionellen Varianten) zu den Geräten gibt es sogar Tools vom Hersteller für Linux (das i.Ü. auf dem Drucker selber auch läuft). Netzwerkfähigkeiten perfekt, das Unternehmen arbeitet mit internen Wikis, Groupware, auch Etherpads, Sip-Telefonie (Asterisk), eigene email Infrastruktur. Es gibt Präsentationsräume, die über Medienserver (wie Mediatomb) bespielt werden (Mediendaten) - in den Büros teilweise große Samsung LED TV (auf denen selber auch Linux läuft und die sich perfekt integrieren) - bis zum TomTom Navigationssystem für den Fuhrpark (selbst auf denen läuft Linux und die Integration funktioniert perfekt)
Wichtig ist insbesondere, daß man einheitliche Umgebungen hat - um auf ein anderes Betriebssystem umzusteigen, muß man eben auch den Schritt unternehmen und umsteigen! Es wäre der Firma nahezu unmöglich, von heute auf morgen z.B. auf Windows umzustellen, was nicht bedeutet, daß es für vereinzelte Aufgabenbereiche nicht auch Windows-Rechner gibt (z.B. Schneideräumen (videoschnitt))
Hinsichtlich der normalen Office-Anwendungen halte ich ein gut angepaßtes Unix-Intranet für weit überlegen. Gerade bei uns im Unternehmen schätzen wir ungemein die Flexibilität und Anpaßbarkeit auf die Bedürfnisse, wie es kaum ein anderes Betriebssystem bietet. Der Wartungsaufwand ist gering, weil Linux eben doch zuverlässiger ist und durch ein besseres Rechtemanagement weniger passiert.
Was über mangelnde Hardwareunterstützung geschrieben wurde stimmt schlichtweg nicht. Von 3D Unterstützung, selbst CUDA, Hardware aller möglichen hier im Einsatz befindlichen Laptops und Netbooks, Drucker, Scanner uvm. werden perfekt unterstüzt. Es wird allerdings auch nur angeschafft, was auf offenen Treibern beruht.
Aber das ist immer so. Irgendeine Apple-Hardware läßt sich auch nicht einfach an einen Windows PC anschließen...
Als Desktop kommt allerdings KDE zum Einsatz - das ist denke ich auch schade an dem Artikel, daß man diesen grausamen Unity Desktop vorschlägt. Gerade KDE ist der GUI von Windows meilenweit überlegen - mit dreidimensionalen Desktops, irrsten Effekten, so vielen Oberflächen wie man mag im Parallelbetrieb uvm..
Die Mitarbeiter kommen i.Ü. auch sehr gut zurecht, eine Sekretärin kann einfach auch Libre Office, und die Bedienung von KDE ist wie Windows...
Auch spezielle Buchhaltungsoftware / Produktionsplanungssysteme, die meine Abteilung verwendet funktioniert perfekt unter Linux (über wine)
Wie gesagt, es gibt nur ganz wenige Spezialanwendungen, wo hier noch Windows eingesetzt wird, ansonsten muß man sagen, ist Linux ein hervorragendes Betriebssystem gerade im Unternehmensumfeld.
Und Android läuft ja schon auf dem Desktop, dass wird also noch sehr interessant werden für die Suses, Ubuntus, Mints und sonstige Unix-Desktops. Touchbedienung, Gesten, extreme Usability mit Kipp- und Kamerasensoren - ohne Maus und vor allem ohne Keyboard macht es dem typischen Konsolenritter sehr schwer seine altbackene Ideologie weiter zu sprühen.
"Weggewischt" von der Geschichte. Welch' ein Ende :)
Ich glaube Sie wissen überhaupt nicht, wo Linux überhaupt heute überall drinnen steckt. Vom Navigationssystem bis zum Fernseher, vom Router bis zum Supercomputer - das Internet besteht großteils aus Unix/Linux Servern.
Ihr "Weggewischt" von der Geschichte als Gedankenmodell würde schlichtweg bedeuten, daß - würde es mit einem Schnips plötzlich kein Linux mehr auf der Welt geben - bei Ihnen ganz schnell das Licht ausgehen würde. Linux ist heute ein in hohem Maße zentraler Bestandteil unserer Infrastruktur.
Weil ich finde, dass gerade bei den von Ihnen genannten Anwendungsbeispielen Linux das deutlich stabilere und schnellere Betriebssystem ist. Natürlich nur meiner Meinung nach - wenn Ihnen Windows besser gefällt bleiben sie dabei - anschauen kann man sich die Alternativen ja aber mal - kostet ja in dem Falle nix und über die Live-Cd-Funktion ist das ja auch sehr leicht möglich. Wie gesagt meine Empfehlung genau dafür wäre die Zorin Distribution, kleine Vorschau vorab z.B. hier:
Zorin OS 5 Core - Windows Styled Linux Distro Review - YouTube
Würde mich wirklich interessieren, wie Ihnen das gefällt.