UBS-Banker Kweku Adoboli: Der nette Milliarden-Vernichter von nebenan

Gut gekleidet, höflich und eloquent - zumindest äußerlich war Kweku Adoboli ein Vorzeige-Banker. Nur mit Geld konnte er nicht so gut umgehen, seinem Arbeitgeber UBS bescherte er einen Verlust von zwei Milliarden Dollar und hat damit einen Platz in der Galerie der übelsten Finanzzocker sicher.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...786546,00.html
  1. #60

    Ausgleich

    Die UBS kann doch ganz einfach die 2 Mia zum Ausgleich von den ghan. Schwarzkonten bei der UBS umbuchen - wegen des schweizerischen Bankgeheimnisses wird das dann doch gar nicht bekannt.
  2. #61

    Stop-Loss ...

    Zitat von Mueller-Luedenscheid Beitrag anzeigen
    Jawohl König Midas, die Banken werden sich sicher um 'Spitzenkräfte' wie Sie bemühen. Also bitte, hübsch anstellen und nicht drängeln.
    Es gibt einige Möglichkeiten zur Verlustbegrenzung, z.B. werden bei mir alle Positionen geschlossen, wenn das verfügbare Guthaben unter 700 EUR fällt. Ich hatte nur 1000 EUR auf das Konto eingezahlt, und verwende max. Hebel 5. Ruinieren kann ich mich damit nicht.

    Offenbar haben die Banken ihre automatischen Handelsstrategien nicht mehr unter Kontrolle. Oder die Maschinen versuchen den Kurs in die eine oder andere Richtung zu manipulieren.
  3. #62

    Prop-Trading

    Zitat von c4451829@pjjkp.com Beitrag anzeigen
    ich muss hier mal ganz naiv nachfragen, weil es aus dem Artikel nicht hervorgeht : ein Börsenhändler oder ein sonstwie Agierender an den Finanzmärkten führt doch nur Aufträge seiner Kunden aus? (den Kunden seiner Bank, oder evtl. im Interesse seiner eigenen Bank). Wie kann er dadurch Mrd. vernichten?
    zu Punkt 1:
    Der entsprechende Händler war im Eigenhandel der Bank tätig. Dies sieht in der Praxis so aus, dass den Händlern, bzw. deren Einheiten ein entsprechendes Limit zur Verfügung gestellt wird (welches mit Eigenkapital unterlegt sein muss), auf das sie handeln können. Tendenziell ist das Delat-1 Geschäft mit wenig Risiken verbunden, da das Deivat die Bewegung des Underlyings fast zu 100% nachzeichnet, wie zb. bei einem ETF. Dennoch kamen Kerviel und Adoboli aus dem Delta-1 Geschäft.

    Weitere Erläuterung (stark vereinfacht):
    http://en.wikipedia.org/wiki/Delta_One


    Zitat von c4451829@pjjkp.com Beitrag anzeigen
    Und ich sehe es genauso wie jemand der hier geschrieben hat : das Geld ist nicht vernichtet, es gehört nur jemand anderem, d.h. ein echter Verlust an der Börse kommt nur dann zustande wenn man teuer kauft und billig verkauft.
    nein, das geld kann auch vernichtet sein, d.h. hat nicht den besitzer gewechselt.

    Beispiel: Sie kaufen eune Aktie zu 100. Der Kurs spiegelt ja nicht den realen Wert des Unternehmens wieder (Aktiva), sondern auch (und vor allem) die Zukunftserwartung. Wenn plötzlich rauskommt, dass z.B. die Bilanzen über Jahre systematisch gefälscht wurden und/oder die Zukunftserwartungen viel zu hoch waren (Enron, Flowtex), wird sich am Markt keiner mehr finden, der Ihnen die Aktie zu 100 abbkauft. Der Markt wird reguliert über Angebot und Nachfrage. Hier wird die Nachfrage nur noch zu einem Preis von weit unter 100 ausgeführt werden. Ergo, das Geld ist vernichtet und es hat nicht den Besitzer gewechselt.

    Ich finde es von Ihnen sehr gut, sich hier über Unklarheiten zu informieren und nicht in das verallgemeinert Banken-Bashing einzustimmen. Dies sollten viele andere Mitforisten auch machen.

    Es wird hier im Forum viel Stuss hinsichtlich des Wirtschaftssystem ("schließt alle Banken" -> Zurück zum Naturalientausch? Wie wollen diese Foristen dann Ihre Rechnungen bezahlen) oder der Bankenbetriebswirtschaft (z.B. schlich und ergreifend falsche Aussagen zu Bilanzierung, Mindestreservehaltung, Risikomanagement) geschrieben.
  4. #63

    Kein Geld vernichtet

    Zitat von Axel F. Beitrag anzeigen
    nein, das geld kann auch vernichtet sein, d.h. hat nicht den besitzer gewechselt.
    Beispiel: Sie kaufen eune Aktie zu 100. ... Der Kurs spiegelt Der Markt wird reguliert über Angebot und Nachfrage. Hier wird die Nachfrage nur noch zu einem Preis von weit unter 100 ausgeführt werden. Ergo, das Geld ist vernichtet und es hat nicht den Besitzer gewechselt.
    Nein, da wird kein Geld vernichtet. Die 100 Euro, für die Sie die Aktie gekauft haben sind weiterhin im Umlauf (es sei denn der Verkäufer von damals verbrennt die 100 Euro Wort-wörtlich). Dass ihr Anteil an dem Unternehmen jetzt weniger Wert ist, ist ein anderes Thema. Niemand zwingt Sie, Ihren Verlust zu realisieren. Selbst wenn Sie für weniger als 100 Euro verkaufen wird dadurch kein Geld vernichtet. Es wird bei dem Verkauf nur weniger Geld verschoben.

    Die Geldmenge wird auf diese Weise nicht verändert. Das können nur die Zentralbanken durch verschiedene Instrumente, in dem Sie z.B. die Geldreserven der Banken regulieren.
  5. #64

    Alles Chorknaben der Geldvernichtung....

    ... verglichen mit Merkel, Schäuble, Steinbrück etc.
  6. #65

    .

    Zitat von batemans-nightmare Beitrag anzeigen
    nur hat das Geld immer jemand anderes- es wird nicht vernichtet- wenn sie Aktie für 300 Euro kaufen und nach 6 monaten ist sie nur noch 5 Euro wert- dann haben Sie zwar 295 Euro Verlust gemacht- derjenige dem Sie die Aktie abgekauft haben hat seine (vormals Ihre)300 Euro immer noch...
    Nein. Bitte lesen Sie mein Post noch einmal. Der moderate Anleger hat nur 15€ bezahlt. Diese 15€ hat jetzt jemand anderes, ja.

    Wenn sein Depotwert aber jetzt durch Handlungen anderer auf 300€ steigt, dann "hat das Geld kein anderer". Er hat ja von niemandem zusätzliche 285€ bekommen. Und wenn der Kurs dann wieder auf 4€ fällt, hat ihm auch niemand 288€ weggenommen.

    Lediglich der Bilanzwert seines Depots hat sich geändert. Und der bleibt nur ein Buchwert in einem Bankencomputer, bis er die Aktien tatsächlich verkauft.

    Für einen Privatmann ist das eine schwarze Zahl auf einem Kontoauszug. Für eine Firma geht diese Zahl in die tatsächliche Bilanzbewertung des Unternehmens ein und hat damit sehr reale Konsequenzen.
  7. #66

    Tüften

    Zitat von Axel F. Beitrag anzeigen
    nein, das geld kann auch vernichtet sein, d.h. hat nicht den besitzer gewechselt.

    Beispiel: Sie kaufen eune Aktie zu 100. Der Kurs spiegelt ja nicht den realen Wert des Unternehmens wieder (Aktiva), sondern auch (und vor allem) die Zukunftserwartung. Wenn plötzlich rauskommt, dass z.B. die Bilanzen über Jahre systematisch gefälscht wurden und/oder die Zukunftserwartungen viel zu hoch waren (Enron, Flowtex), wird sich am Markt keiner mehr finden, der Ihnen die Aktie zu 100 abbkauft. Der Markt wird reguliert über Angebot und Nachfrage. Hier wird die Nachfrage nur noch zu einem Preis von weit unter 100 ausgeführt werden. Ergo, das Geld ist vernichtet und es hat nicht den Besitzer gewechselt.
    Doch hat es. Angenommen die Aktie ist eine Kartoffel. Sie kaufen diese eine Kartoffel von Person A. Jetzt hat Person A 100€ und sie haben eine Kartoffel. Jetzt hat Bauer B sein ganzes Feld abgeerntet und der Kartoffelpreis fällt wegen Überangebot auf 3€ pro Kartoffel. Jetzt können sie die Kartoffel nur noch für 3€ an Person C verkaufen.

    Natürlich haben sie jetzt 97€ Verlust gemacht, aber das Geld ist nicht vernichtet. Person A hat ihre 100€ ja immer noch und sie haben 3€ von Person C, der jetzt eine preisgünstige Kartoffel hat.


    Oder Person A wusste sogar, dass der Kartoffelpreis fallen würde und hat sich die eine Kartoffel von Bauer D nur für eine Gebühr 10€ geborgt. Dann hat er ihnen die Kartoffel für 100€ verkauft. Als der Preis bei 3€ angekommen war, hat er sich eine Kartoffel von Bauer B gekauft und sie an Bauer D zurückgegeben.

    Das nennt sich dann Leerverkauf. Person A hat ihnen eine Kartoffel verkauft, die ihm eigentlich nicht gehört hat.

    Sie haben 97€ Verlust gemacht, Bauer B 3€ Gewinn (die eine Kartoffel, die A gekauft hat), Bauer D 10€ Gewinn (Ausleihgebühr) und Person A 87€ Gewinn (100€-10€-3€) und Person C hat preisgünstig für 3€ eine Kartoffel bekommen.

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  8. #67

    Die dümmste Gesellschaft hat die größten Geldsäcke

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Sie haben 97€ Verlust gemacht, Bauer B 3€ Gewinn (die eine Kartoffel, die A gekauft hat), Bauer D 10€ Gewinn (Ausleihgebühr) und Person A 87€ Gewinn (100€-10€-3€) und Person C hat preisgünstig für 3€ eine Kartoffel bekommen.
    Ihrer Beschreibung nach liegt die Erkenntnis für den Einzelnen darin, zu verstehen, daß nur der Banker unter der Erde eine echte Produktivität aufweist. Lasst uns also dafür sorgen, daß das Bankengeschäft zu seinen Wurzeln findet. Dünger zu Dünger. Staub zu Staub.
  9. #68

    Wie unethisch! Verluste sind doch stets anderen in die Schuhe zu schieben!

    Wären die Verluste nicht auf jeden Fall irgendwo aufgetreten? Dumm gelaufen, wenn sie sich auf eine Bank und auf eine Person konzentrieren und so besonders sinnfällig werden. Von Banken und Bankprofis erwartet man, daß sie Verluste gefälligst anderen, möglichst vielen anderen, in die Schuhe schieben.

    Selbst Verlust zu machen ist unehrenhaft, unethisch, verwerflich. Also Einbuchten ist richtig.
  10. #69

    Die dümmste Gesellschaft hat die größten Geldsäcke

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Sie haben 97€ Verlust gemacht, Bauer B 3€ Gewinn (die eine Kartoffel, die A gekauft hat), Bauer D 10€ Gewinn (Ausleihgebühr) und Person A 87€ Gewinn (100€-10€-3€) und Person C hat preisgünstig für 3€ eine Kartoffel bekommen.
    Ihrer Beschreibung nach liegt die Erkenntnis für den Einzelnen darin, zu verstehen, daß nur der Banker unter der Erde eine echte Produktivität aufweist. Lasst uns also dafür sorgen, daß das Bankengeschäft zu seinen Wurzeln findet. Dünger zu Dünger. Staub zu Staub.