DPADirndl betonen weibliche Kurven, und Lederhosen machen ein perfektes Hinterteil: Tyler Brûlé begeistert sich anlässlich des Oktoberfests für die bayerische Tracht. Beim Anlegen von Zopfstrümpfen und Filzhut stößt der in London lebende Designer allerdings auf ungeahnte Probleme.
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...-a-861617.html
vergesst die lokalen trachten, kauft alle die miesbacher und macht sie endgültig zur einheitstracht.
Und das ist auch gut so.
Wäre doch schlimm, wenn wir uns dem gleichen Spottgelächter aussetzten, wie die lederbehosten Bürohanseln, die sich in München einmal im Jahr zum Affen machen, in dem sie sich in die Kleidung von Bauern aus längst vergangenen Zeiten hüllen.
Dort wo die Tracht noch echt ist und zum Leben dazu gehört, da passt sie hin, da findet man auch noch echte, und das gilt auch für Norddeutschland.
Aber in der Großstadt? Da ist sie doch nur Zubehör zum größten Besäufnis der Welt. Müssen wir nun wirklich nicht nachäffen.
Interessiert sich eigentlich ernsthaft irgendjemand für diese "Ich bin reich und fliege um die Welt und schreibe undifferenziert, wenn mich etwas nervt, aber egal, denn ich bin reich"-Kolumne ?
So ungeahnt sind die Probleme nicht, beschränkt sich die Kompetenz des schreibenden Herren doch auf das Plattsitzen seines Hinterteils auf Flugzeug- und Loungesesseln.
Wenn einer sich schon zu fein ist, einfach die zur Verfügung gestellte Kleidung zu nutzen und lieber einen Haufen Geld für eine einmal genutzte Garnitur ausgibt, sollte man eigentlich erwarten können, dass er sich vom sicherlich kompetenteren Verkaufspersonal eine passende Kombination zusammenstellen läßt als dann selber herumzubasteln.
Auf der Wiesn rechnet man damit aber in einer Münchner Wirtschaft zu sehen, wie sich zwei rechte Mannsbilder in perfekter Tracht auf Englisch unterhalten wirkt auf mich schon recht befremdlich.
Liegt wohl daran, dass ich selber keine Tracht mehr trage - auf dem Spielplatz kam man in Lederhose nie bis zum Ende der Rutsche sondern blieb immer mittendrauf haften. Da hatte ich genug!
Ich denke wir im Norden könnten uns an dem Selbstbewusstsein der Bayern eine Scheibe abschneiden.
Sie lassen sich weder ihre Kultur noch ihre Sprache von anderen schlecht machen, sondern stehen zu dem was sie sind.
Während hier im Norden die Meinung der anderen ja immer so wichtig ist. Das führt sogar soweit, dass die eigene Sprache, Plattdeutsch, aus Scham nicht an die jüngeren weiter gegeben wurde.
Das war ja eine Arbeiter- und Bauernsprache.