Müssen sich arrivierte Hauptstadtjournalisten mit neumodischem Zeug wie Twitter herumschlagen, um in Sachen Bundesregierung auf dem Laufenden zu bleiben? Ja, findet das Bundespresseamt. Manche Journalisten fühlen sich übergangen. Eine Posse über Herrschaftswissen in Zeiten des Netzes.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...753789,00.html
Stopp. Ganz sachte. Ich habe weder behauptet, dass ich die (technische) Funktion von Twitter nicht verstehe, noch dass ich nicht gelegentlich über einen dieser Menschen in den von mir ständig benutzten, oben erwähnten und in meiner digitalen Welt bestens vernetzten, web 2.0-Kanälen stolpere, der diese lustigen Textzeilen schreibt, wo er Wörter mit # kennzeichnet.
Ich bleibe dabei, es bietet keinen erkennbaren Mehrwert. (Ich followe ja auch hin und wieder dem ein oder andere Tweet; von daher weiß ich doch wovon ich spreche.)
Seien Sie mir nicht böse, aber es kann doch - wie von Ihnen beschrieben - kein Vorteil sein, sich die Rosinen aus einem selbst geschaffenen kommunikations-Chaos (=die angesprochene Vernetzung) picken zu müssen. Zumal man, als Twitter geboren wurde, doch bereits x dieser Netze anderweitig angelegt hatte. Selbst Facebook hat inzwischen bemerkt, dass zuviel Kommunikation ein Overflow ist und beschlossen, zu entscheiden, dass es nur noch die Meldungen von Personen, "mit denen man häufiger interagiert" standardmäßig anzeigt.
Twitter kann nix, was nicht andere web 2.0-Dienst längst vor Twitter konnten und nach wie vor gut bzw. besser können. Aber ich bleibe (gelegentlich dabei bei den Tweets dieser Welt) und lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Hm aber selbst der Carta Artikel verweist erstmal auf den (auch vom BildBlog verlinkten) "Ursprungsartikel" von Thomas Wiegold (http://wiegold.wordpress.com/2011/03...her-twittert/), ein Klick mehr war zu viel? Wobei zugegebermaßen beide Artikel wenig Mehrwert über das Protokoll hinaus bieten, aber warum dann die Kopie der Kopie als Quelle nennen? Dafür gibt es doch in Blogs die Gepflogenheit, immer Quellen zu nennen.
Und es hätte ja auch einen gewissen journalistischen Mehrwert geboten, wenn Sie einige der in dem Protokoll diskutierten Fragen aufgegriffen hätten, zum Beispiel die falsche Vorstellung, man bräuchte einen Twitter-Account oder niemand wäre über dieses Twitter-Konto informiert worden.
Vielleicht als Anregung für die Zukunft :). Ich bin ja schon froh, wenn diese anachronistische Diskussion überhaupt mal Eingang in die "Mainstream-Medien" findet.
Mal eine Frage (vielleicht ist hier ja ein aktiver Twitterer"):
Ist es nicht so, dass man einen Account benötigt um die Tweets in Echtzeit lesen zu können? Ich "folge" einigen Personen - allerdings ohne einen Twitter-Account zu haben, indem ich einfach Lesezeichen gesetzt habe. Und hier ist mir aufgefallen, dass sich die Tweets nur alle 24 Stunden aktualisieren.
Die haben echt Probleme, dabei ist twitter schon die Plattform für Anfänger (Noobs). Früher respektive gibts immer noch, war das der IRC bei dem sich Gleichgesinnte trafen. Ist halt bisle komplizierter aber durchaus leicht zu erlernen.
Was unsere Journalisten für ein Problem haben sich mit twitter zu arrangieren, kann ich nicht nachvollziehn. Ich nutze es zwar nicht, aber ich denke für die Medien von heute ist es unerlässlich.
Doch. Es kann etwas, das die anderen Dienste nicht können: Menschen vernetzen. Youtube ist auch sinnlos: Videos hochladen kann man auch ohne diese Plattform. Die schaut sich dann nur keiner an.
Genau das ist der Punkt: Nicht der technologische Ansatz ist relevant, sondern der soziale. Twitter vernetzt Menschen.
Und dass man sich Informationen aus Chaos zusammensuchen muss, ist die Krankheit des Internets. So ist es halt.
Herr Stöcker,
auch wenn es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, ist es dies leider bei SpOn und den meisten anderen Online-Ausgaben der Print-Medien noch nicht. Insoweit: meinen Respekt dafür, dass Sie die Kommentare auf einen Artikel von Ihnen auch verfolgen und beantworten.
Mit Letzterem haben Sie recht. Sie haben mich mit diesem Post in eine Richtung blicken lassen, dich ich so noch nicht gesehen habe. (Wie auch Herrn Stöckers Artikel über diese Geschichte überhaupt) Ich bin wie gesagt bisher ein echter Twitter-Gegner gewesen, aber ich werde mich vielleicht doch mal eingehender damit beschäftigen - Das Beispiel mit Youtube leuchtet ein. (Wobei die Schnelllebigkeit hier brutal zugeschlagen hat. Für Musikvideos, gleich welcher Art, ist das noch nicht mal mehr die Plattform der dritten Wahl)
Klar, das Medium mit der entsprechenden Anzahl an Konsumenten/Teilnehmern hat die Macht. Sei's der Spiegel, die ARD oder Youtube. Unter dem Aspekt richte ich mich vielleicht doch mal richtig häuslich "netzwerkmäßig" bei Twitter ein - Vielleicht werde ich's irgendwann sogar noch ganz verstehen. Danke für den Denkanstoß :)