Er ist der Lieblings-Punchingball der Mediennation: Es ist cool, auf Oliver Pocher einzudreschen - am Abend nun tritt er zum letzten Mal vor der Sommerpause an der Seite von Harald Schmidt auf. Höchste Zeit für eine Hymne auf einen unterschätzten TV-Titanen, findet Wolfgang Höbel.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...556296,00.html
Tja, alleine die Tatsache, dass im SPON Leute, die eher auf politisches Kabarett stehen als auf niveaulosen Klamauk nun als 'frisurproblembeladene Oberlehrer' sagt doch schon einiges über den Zustand der deutschen Medienlandschaft aus.
Davon mal abgesehen: Auch wenn ich Pocher nun wirklich nicht ab kann, er hat seine genialen Momente. Leider sind die aber doch ziemlich selten. Zumeist bestehen 90% seiner Gags aus niveaulosem und sinnlosen Fäkalhumor. Ich meine selbst Mario Barth hat im Vergleich zu Pocher meist noch mehr Stil.
Ach, diese Gesichtszüge und Stirnfalten tragenden Spießerfratzen der schwäbischen Arbeitsethik (vorzugsweise in ihrer verzerrten Variante!).
Im Verein mit problemfrisurbeladenen - entschuldigung - frisurproblembeladenen Oberlehrern haben sie nichts besseres zu tun, als gegen Olli P. zu geifern, ihn zu bashen, böse zu hassen, hämisch niederzumachen, ja, ihn gar entschlossen in den Verlierersumpf zu rammen.
Da ist es nur fair, dass Wolfgang Höbel auch mal Pochers tollste Scherze lobt - das mit dem Bier war doch zum Schreien komisch, oder?
Nun ja - zum Schreien schon, so wie die Qualität des Artikels - Leistungsverweigerung führt halt nicht zwangsläufig zu tollen Momenten: Weder bei Olli P. noch bei Wolfgang H.
Wie wäre es, Pocher durch Ollie Dietrich zu ersetzen? Der schein mir um einiges komischer zu sein!
Da war ich gerade mal begeistert, dass endlich mal einer pro Pocher schreibt und freue mich, dass einer der besten und witzigsten weil frechsten und mutigsten Typen im deutschen Fernsehen mal endlich gewürdigt anstatt - wie in letzter Zeit - nur allzuoft niedergemacht wird, und schon sammeln sich hier im Forum wieder nur Heile-Welt-Liebhaber, die sich schon wieder darüber aufregen, dass mal einer nicht lieb und nett ist. Also ich bin auf jeden Fall froh, dass einige Jahre nach Ende der legendären Harald-Schmidt-Show (unvergessliche Themenabende!) auf Sat1 mit "Schmidt & Pocher" endlich ein ähnliches kultverdächtiges TV-Format entstanden ist. Mein Gott, wer den Humor nicht verträgt oder als zu derbe empfindet, soll umschalten zu Kerner, wobei ich Kerner natürlich nicht schlecht machen möchte. Ist auch interessant. Aber Donnerstag ist halt inzwischen "Schmidt & Pocher"-Tag. Und bislang war es bei jeder Ausgabe so, dass ich jeden Donnerstag Abend der immer stärker werdenden Müdigkeit nur mit großer Mühe getrotzt und bis "Schmidt & Pocher" ausgeharrt habe, aber ich wußte halt immer, ich würde dafür belohnt werden: Es hat bislang noch nicht eine Ausgabe gegeben, wo ich nicht nur laut, sondern auch Tränen gelacht habe. Die Nachbarn haben sich in den ersten Wochen bestimmt darüber gewundert, aber inzwischen womöglich schon drauf eingestellt und rechnen wahrscheinlich gleich wieder damit. Pocher spiegelt mit seinem frechen, sarkastischen und forschem Humor unsere Gesellschaft mehr wieder, als dies all seine Kritiker der Feuilletons tun. (ich schaue jetzt nicht im Duden nach, ob ich diesen Begriff richtig geschrieben habe. Zur Not stehe ich jetzt halt als ungebildet und damit als passender Repräsentant der Pocher-Fan-Gemeinde da :-). Und ich mag es überhaupt nicht, wenn Leute immer meinen, moralisieren zu müssen.
Auf jeden Fall danke ich Oliver Pocher, dass er so ist wie er ist. Für mich ist er DER würdige Nachfolger von Harald Schmidt. Aber wahrscheinlich werde ich jetzt ausgerechnet wieder von den Harald-schmidt-Fans kritisiert, die die Sendung "schmidteinander" sowieso immer noch am besten finden und alles was danach von Schmidt gekommen ist, daran nicht ja eh heran kommt. Ja, ja, früher war ja alles besser.
Ich freu mich auf jeden Fall. Jetzt sind es nur noch gut 1 1/4 Stunden und dann gibt es wieder die Bayern-WG, Dr. Udo Brömme, Dr. Eckhardt von Hirschhausen, Sinnlose Überbrückungen ohne irgendwelchen Inhalt und vielleicht ja mal wieder ein Döschen mit irgendeiner besonderen Flüssigkeit. Das einzig Bedauerliche ist, dass es heute die letzte Show vor der Sommerpause ist. Und irgendwie beschleicht mich das Gefühl, als könnte es angesichts der - unnötig und künstlich hochgepushten - Kritik auch die letzte sein. Ich werde es genießen.
Das Problem ist wohl eher, dass Pochers "Themenbereich" relativ eng ist. In allem was mit Fernsehen, Sternen und Sternchen und Fernsehmachern zu tun hat, hat er etwas zu sagen.Das sieht man auch an seinem letzten "wirklich" guten Auftritt bei Verleihung des Deutschen Fernsehpreises. Dort hat er im Grunde genommen das ausgesprochen, was viele der Anwesenden gedacht haben.
Hier noch mal zur Erinnerung:
http://www.youtube.com/watch?v=VCYjp56hNU0
Ich finde nicht, dass auf Pocher eingeprügelt wird, weil es schick ist - sondern weil sein Witz (Witz?) abstoßend ist. Damit begibt sich auf ein Niveau, das teilweise unterhalb des der Privatsender ist.
GG