Ist es nicht interessant, wie sehr wir auf auf die Darstellung von Gewalt und Grausamkeit abfahren?
ZDF/ Ola KjelbeSchönes krankes Skandinavien: Auf der Öresund-Brücke hat ein Psychopath den Oberkörper einer Politikerin und den Unterkörper einer Prostituierten ausgelegt - der Anfang des genialen ZDF-Krimis "Die Brücke", bei dem das Menschliche und Mörderische dicht zusammenliegen.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,820124,00.html
Ist es nicht interessant, wie sehr wir auf auf die Darstellung von Gewalt und Grausamkeit abfahren?
Schade, dass ich im Ausland lebe, so muss ich warten bis der Krimi auf DVD erscheint. Aber ich liebe mittlerweile diese skandinavischen zig-Stunden Krimis. Der daenische Film "Das Verbrechen" (wird auch in diesem Artikel erwaehnt) hat mich sehr begeistert. Das Verbrechen 2 ist auch zu empfehlen. Ich haette frueher nie gedacht, dass man einen Kriminalfall ueber 10 Stunden so fesselnd und spannend erzaehlen kann. Da werden so clever falsche Faehrten gelegt, irgendwie erscheint Jeder verdaechtig, Polizisten die auch mal den Falschen verdaechtigen und auf moegliche Einwaende der Kollegen nicht mehr achten, weil sich sich 100 %ig sicher glauben und hinterher ueber ihrer Fehlurteil schockiert sind.
Herrlich!
Kann mir mal jemand erklären, warum dieser ganze skandinavische Krimi-Schrott immer so düster, brutal und blutrünstig sein muss? Immerzu psychopathische Serienkiller und andere Irre, die ihre Opfer auf die abartigsten Weisen ins Jenseits befördern. Dazu meist psychisch labile Kommissare, die mit privaten Problemen kämpfen und immerzu dreinblicken, als würde die Welt gleich untergehen. Fertig ist der skandinavische Krimi-Cocktail. Diese Mixtur ist umso erstaunlicher, wenn man sich vor Augen führt, dass unsere nördlichen Nachrbarn eigentlich recht friedliche Zeitgenossen sind, bei denen sich die Verbrechensrate als durchaus moderat darstellt. So habe zumindest ich Skandinavien in meinen Urlauben kennen gelernt.
Mit Verlaub, aber Sie haben nicht verstanden, was einen guten Kriminalroman ausmacht. Da geht es weniger um das Verbrechen (von Gewalt ist da meißt wenig zu sehen), was meist als vordergründger Handlungsleitfaden dient, sondern um eine gesellschaftliche Exegese, um die Psyche einer Zeit. Die skandinavischen Kriminalromae stellen oft die Vollendung dessen dar. Im Mittelunkt steht immer der Mensch: Seine Psyche, seine Beziehungen und sein Versuch, sich mit dem Leben und der Umwelt zu arrangieren, ehrlich, unverblümt un ohne Pathos. Das ganze Gegenteil zu den gelackten, oberflächlichen Übermenschcharakteren der US-Krimis, die wirklich nichts zu sagen haben.
Wenn Sie auf Gewaltdarstellungen abfahren, müssen Sie sich mit anderen Gengres begnügen.
Das Leben ist keine Bibelgruppe.
Wenn der, der realistische Darstellung wünscht und damit die Wahrheit einfordert schon als pervers gilt, muss man sich fragen, in was für einer rosaroten Blase der Realitätsverweigerung viele hausen.
Das errinnert an Textzeilen aus einem Wizo-Klassiker:
Es wird die Scheinwelt zur Realität.
Wir verdrängen, was uns nicht gefällt.
Was nur ein paar Kilometer weit ist,
Wird zum anderen Ende der Welt.