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TV-Doku "Wader Wecker Vater Land": Der eine einst auf Koks, der andere auf DKP

SWRAlte Schule, ganz lebendig: Die ARD-Doku "Wader Wecker Vater Land" zeigt die zwei großen Liedermachern Hannes Wader und Konstantin Wecker auf Tour. Bei allen Gegensätzen kommen sich die zwei näher - und geben Einblicke sowohl in ihr Privatleben als auch in die alte BRD.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,830245,00.html
  1. #10

    ... sind die beiden "alten Haudegen" der Liedermacherei.
    Und gerade ihre eigenen Lebens-Brüche und - Umwege machen sie aus meiner Sicht glaubwürdig.
    Einer meiner Vor-Kommentatoren schreibt, es sei nicht eingetroffen, was sie prophezeiten.
    Ist die Welt nicht gerade aktuell an dem Abgrund, vor dem beide immer gewarnt haben?
    Nur weil wir in Deutschland nicht so viel von der Krise mitbekommen, wie anderswo auf der Welt, ist sie doch da und hat schon viele Menschenleben gekostet.
    Und genau dies überzeugt auch die jungen Leute, die sich ein bisschen mehr mit der Welt befassen.
    Ich kenne zahlreiche Leute im Teen- und Twen-Alter, die die Texte von Wecker und Wader gierig in sich aufsaugen, weil sie die Wahrheit dahinter spüren und die Ehrlichkeit.
    Ja, und zum Liedermacher-(aus)-Sterben kann ich nur sagen: Wer daran glaubt, dass der gesellschaftskritische Barde eine aussterbende Spezies sei, ist gehörig auf dem Holzweg!
    Allein das Degenhardt-Tribute-Konzert am 19. Dezember im Berliner Ensemble sprach da einen ganz eigenen Sprache.
    Liedermacherfestivals sind bei vielen Leuten (wieder) angesagt und auf Poetry-Slams probieren sich viele Jugendliche auch selbst als Texter aus - wobei so manches Talent entdeckt wird.
    Ich werde jedenfalls auch in Zukunft viel Zeit auf Liedermacher-Events verbringen und freue mich auf viele gute neue und alte Lieder, ohne welche diese Welt um einiges ärmer und roher wäre.
  2. #11

    Du, der Konstantin hat halt irgendwie total n Stück weit Recht, du. Es macht mich halt irgendwie total wütend, mit welcher imperialistischen Rücksichtslosigkeit der Westen weltweit zu Felde zieht, du. Ich trink jetzt noch n Rotwein und ess aus Solidarität mit den Obdachlosen noch n paar Jakobsmuscheln, du!
  3. #12

    Was ist falsch, an den Texten? Sie sind aktueller als je zuvor. Die billige Polemik sieht man an dem immer widerkehrenden Beispiel an dem Porsche von Klaus Ernst ( gebraucht, 10000€) Wie billig.
  4. #13

    ...Herr alex-P tut ja grad so als hätte es Fukushima, Finanzmarktkrise und die NSU-Mordbande nicht gegeben. Ich frage mich also dann schon, wer nun weiser und reifer geworden ist. Gott sei Dank ist Konstantin von seiner Sucht wieder losgekommen, das haben ja viele (berühmtere) Künstler leider nicht geschafft, durften nicht alt werden und mit Ihrer Musik reifen.
  5. #14

    ...Herr alex-P tut ja grad so als hätte es Fukushima, Finanzmarktkrise und die NSU-Mordbande nicht gegeben. Ich frage mich also dann schon, wer nun weiser und reifer geworden ist. Gott sei Dank ist Konstantin von seiner Sucht wieder losgekommen, das haben ja viele (berühmtere) Künstler leider nicht geschafft, durften nicht alt werden und mit Ihrer Musik reifen.
  6. #15

    eben nicht

    Zitat von guddysmith Beitrag anzeigen
    Ist die Welt nicht gerade aktuell an dem Abgrund, vor dem beide immer gewarnt haben?
    Nein! Das will uns lediglich der Mainstream der Kulturpessimisten einbläuen. Das ist genau der Punkt, an ich meine Probleme mit Wecker-Wader und Kollegen habe. Wenn man sich die tatsächlichen Fakten ansieht, dann geht es (global gesehen) von Jahr zu Jahr einer immer größeren Menge an Menschen auf diesem Planeten immer besser. Sogar die Umwelt profitiert weltweit vom steigenden Lebensstandard (ich weiß, das darf man öffentlich in Deutschland nicht äußern und erwarte demütig die virtuelle Verurteilung). Heute leben wir leider in einer Zeit, in der nicht wie früher die Überbringer der "schlechten Nachrichten" geköpft werden ........ sondern in der diese vielmehr hofiert und geschätzt werden, während jeder, der Optimismus verbreitet niedergemacht oder zumindest totgeschwiegen wird.

    Übrigens halte ich Konstantin Wecker wirklich für einen begnadeten Musiker, Komponisten und Autor. Das hat damit nichts zu tun.
  7. #16

    Na wartet!

    Zitat von earl grey Beitrag anzeigen
    Beide hatten ihre Zeit gehabt - und waren da gut. Nur die Zeit läuft weiter, nur sind die beiden nicht mitgelaufen...
    Erstens: Ihr werdet auch mal alt - das wünschen wir Alten Euch jedenfalls - gehässigerweise!

    Zweitens: Wir nehmen uns das Recht heraus, nicht mehr jeder Sau, die durchs Dorf getrieben wird, hinterherzurennen. So wohl auch Wader und Wecker.

    Vielleicht sind wir ja auch deswegen nicht mehr in der "werberelevanten Zielgruppe" - obwohl wir zahlenmäßig auf dem Weg zur Mehrheit sind und unser verfügbares Einkommen auch nicht zu verachten ist. Wir sind wohl zu werberesistent. Meine Eltern, die naturgemäß noch älter sind als ich, schauen sowieso kein Privatfernsehen mehr - zuviel Werbung. Und ich? Ich scheue zwar nicht vor der Werbung zurück, aber ich schalte auch schon weg - immer? Nein, aber immer öfter. Und das hat mit dem zu tun, was zwischen der Werbung läuft. Aber das ist ein anderes Thema ...
  8. #17

    Arroganz?

    Zitat von alex-P Beitrag anzeigen
    Was ich nahezu unerträglich empfinde ist die Tatsache, dass jemand selbst wunderbar davon leben kann der Gesellschaft andauernd wehklagend ihre Schlechtigkeit vorzuwerfen. Zumal die Tatsache alleine, dass derjenige sich dafür berufen fühlt, eigentlich eine unerträgliche Arroganz zeigt.
    Na gut, aber ist diese "Arroganz" nicht bei allen Protestbewegungen zu finden, egal, ob sie von Greisen oder von Schülern angeführt wird?

    Von Gorleben bis zum Stuttgarter Bahnhof kann man auch argumentieren, daß die Protestler "sich anmaßen, die Dinge richtiger zu sehen als die gewählten Vertreter des Volkes."

    So, das mußte so mal gesagt werden. Und danach können wir uns dann wieder darauf einigen, daß es in der Sache durchaus Gründe geben kann, verschiedener Meinung zu sein. Das allerdings kommt in den Auseinandersetzungen in dieser Neutralität selten zum Tragen.

    Also, wer ist jetzt nochmal arrogant?
  9. #18

    Über Weckers künstlerisches Werk muss man hier nicht viel schreiben. Hunderte von Kompositionen. Wer weiß schon, wie viele tolle Fimmusiker er geschrieben hat (Schtonk. Die weiße Rose usw.). Wäre er Franzose, würde er ganz sicher von seinen Landsleuten so sehr geliebt wie Gérard Depardieu. In Deutschland meint man immer, man müßte 17 Jahre alte Storys (Ja, die Verhaftung war 1995) hochkochen. Kein Privatsender kommt auf die Idee, ein Interview mit Konstantin Wecker mal mit einer anderen Frage zu eröffnen.
    Vielleicht sollten sich diejenigen, die das politische Leben von Wecker immer so sehr verteufeln mal Gedanken darüber machen, wieviel Mut es in diesem Land trotz aller Pluralität immer wieder erfordert, gegen die Ungerechtigkeiten aufzustehehn. Da hat Wecker niemals ein Blatt vor den Mund genommen, niemals einen Rückzieher gemacht. Es ist kein Zufall, dass bei Kanzlerempfängen eher Maffay und die Scorpions auftauchen. Es ist schön, dass die ARD den Wader Wecker Film gerade am 1. Mai zeigt. Leider etwas spät. Aber immerhin.








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