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Turbo-Abi: Bayern versucht den Befreiungsschlag
DPABayern reformiert die gymnasiale Mittel- und Oberstufe: Mit einem freiwilligen Wiederholungsjahr will die Regierung das Turbo-Abitur entschleunigen. In elf Fächern, darunter Geschichte und Sprachen, soll Stoff gestrichen werden. Schlechte Schüler könnten an Wochenenden und in den Ferien nachlernen.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...847460,00.html
- #1 31.07.2012 17:55 von
schlechter deal
ach ja alle die Jahre haben das extra Jahr Zivi oder Wehrdienst keinem geschadet. Aber hauptsache das Studium fängt jetzt mit 17 an. Ob dann Wissen und Fremdsprachen auf der Strecke bleiben, is wurscht.
- #2 31.07.2012 18:03 von
Ohne wirkliche Auslese zum Gymnasium !
Was nützt es , wenn man eine große Anzahl Schüler zum Gynasium schickt, die dann unter Qualen und Nachhilfe so etwas wie ein bestandenes Abitur erreichen - aber nicht wirklich hochschulreif sind oder eigentlich das Abitur für Ihren Beruf nicht brauchen ? Es ist Verschwendung non Geld, Zeit, Lehrern und unnötige Quälerei für die Kinder. Ich selbst habe unter ausgewählten Schülern nach 12 Jahren Abitur gemacht, ein Universitätsstudium absolviert, promoviert und ein erfolgreiches Arbeitsleben hinter mich gebracht. Überfordert habe ich mich nie gefühlt ! Meiner Ansicht nach wird das Abitur als Krone der Allgemeinbildung immer weiter entwertet.
- #3 31.07.2012 18:22 von
Genial...
Als wäre der Schulstress nicht schon genug, jetzt kürzt man und verlangt von den Schülern, dass sie ihre Ferien und ihre Freizeit dafür opfern, noch mehr zu büffeln?
Ich will mal Politiker sehen, die in ihrer Freizeit UND im Urlaub arbeiten - erfolgreich und über Jahre hinweg. Die sind manchmal nicht einmal bei Lesungen da!
Das ist große Grüze! Ziel ist es dann noch schneller irgendwelche halbausgebildeten Menschen fertigzustellen, die dann weder für die Uni/Hochschule geeignet sind, noch sich in der Arbeitswelt durchschlagen können (denn in dieser bringt ein Gymnasium-Abschluss eh nichts, da man meist zu abgehoben lernt).
Dafür dann noch mehr an Stoff kürzen? Warum dann nicht nach einer Orientierungsstufe gleich auf die Uni? Ich meine .. ist ja nicht mehr weit.
Ich glaube die Leute haben keine Ahnung wovon sie faseln - das ärgert mich insofern, als dass ich finde, dass man bereits mit nem Gymnasium-Besuch mit 12 Klassen reichlich überfordert ist. Aber vor allem die Aussage, dass man ja dann in Ferien und Freizeit lernen könnte, finde ich absurd.. wer dauerhaft arbeitet, wird krank, noch bevor er richtig angefangen hat zu arbeiten. Wollen wir das alles wirklich? - #4 31.07.2012 19:53 von
Ich verstehe das Rumgeheule wegen G8 nicht. Sachsen und Thüringen haben nach der Wende das Abitur nach der 12. Klasse beibehalten und diese Länder sind neben Bayern auf Platz 2 und 3 der Pisa-Studie. Da sieht man doch mal das es geht. Und die Gymnasiasten hier sind nicht überfordert und haben ausreichend Freizeit. Sieht man doch das es geht.
- #5 31.07.2012 20:27 von
Sehr schlau
von den Herrn Seehofer und Spaenle: weg mit Geschichte, wahrscheinlich auch noch Sozialkunde, sonst kommen am Ende vielleicht gar selbständig, womöglich gar kritisch denkende Menschen heraus. Sprachen auch weg, dann kann sich der zukünftige Vorzeigebayer mangels Kommunikationsfähigkeit wieder vernünftig auf seine Arbeit konzentrieren und versucht nicht dauernd die gottgegebene Ordnung (wirtschaftliche Interessen über alles und die CSU bekommt mindestens 50% bei jeder Wahl) durch umstürzlerisches Chaotentum (Volksentscheide) umzukrempeln.
- #6 31.07.2012 21:38 von
Genauso sehe ich das auch.
Zudem verstehe ich nicht, dass häufig kritisiert wird, Schüler müssten Freizeit aufbringen, um das Abitur zu schaffen. Das Abitur stellt die allgemeine Hochschulreife dar. Wer glaubt, ein Studium wäre anschließend mit dem reinen Besuch der Vorlesungen zu bewältigen ohne in der "Freizeit" lernen zu müssen, ist nicht unbedingt "hochschulreif".
Ich glaube, es gibt seit einigen Jahren eine ungerechtfertigte Abwertung des Realschulabschlusses. Scheinbar gilt der Glauben, dass es ohne Abitur keine Perspektive gäbe. Folge: Steigende Schülerzahlen an Gymnasien, mehr überforderte Schüler, größeres Gejammer über zu hohen Druck und Zeitaufwand. Darauf wird politisch mit einer allgemeinen Abwertung des Abiturs durch Streichungen im Lehrplan reagiert.
Letztendlich dient ein Abitur nur der Vorbereitung auf ein Studium inkl. der Bereitschaft, auch vollkommen unnützen Müll zu lernen und wiedergeben zu können.
Eine Lehrstelle mit entsprechend spezifischer Berufsschuldbildung auf Basis eines ordentlichen Realschulabschlusses sollte in der öffentlichen Wahrnehmung einen ebenso hohen Stellenwert genießen, wie ein Studium.
Stattdessen sollen am besten alle Abitur machen und ein Studium abschließen. Talente, Präferenzen, Begabungen sind dabei scheinbar vollkommen irrelevant.
Ein begabter Handwerker ist mit seiner Ausbildung sicherlich glücklicher, als ein überforderter Student, der letztendlich im Studium scheitert. - #7 31.07.2012 21:45 von
.
Ich habe neulich mit befreundeten Lehrern gesprochen, die meinten, alles außer Abitur zähle heutzutage für die Schüler bzw. Eltern nicht mehr, dafür sei das Abi aber nicht mehr soviel wert. Warum muss jeder mit aller Gewalt das Abi machen? Wenn jetzt auch noch "entschlackt" werden soll, ist es ja noch weniger wert als sowieso schon. Und dann wundert man sich, dass die Unis überfüllt sind. Aber die Lösung scheint zu sein, dass man einfach neue Fächer schafft, die mit Wissenschaft nichts mehr zu tun haben und die früher Ausbildungsberufe waren. In ein paar Jahren studiert man dann wahrscheinlich Kassenmanagement, um im Supermarkt zu arbeiten -nach mehreren Monaten unbezahltem Praktikum natürlich. Aber immerhin kann dann jeder von sich behaupten, studiert zu haben!
- #8 01.08.2012 02:23 von
optional
Naja die Pisa-Studie wird aber zu einem Zeitpunkt durchgeführt, wo G8 noch keine große Wirkung hat (Schüler müssen zwischen 15 und 16 Jahre sein, also 9. und 10. Klasse, was der Stand der Realschule entspricht). Außerdem wird diese nicht nur am Gymnasium, sondern an allen Schulen durchgeführt.
Dass dort Sachen und Thüringen besser abschneiden, würde ich eher den kleineren Klassenverbänden zuschreiben, als dem anderen Schulsystem. (Persönlich) habe ich das Gefühl, dass in diesen Bundesländer die Lehrer auch noch mit mehr Enthusiasmus an die Arbeit gehen, was sicherlich mehr hilft als jedes Schulsystem.
Auch ist z.B. China auf Platz 1 (Hong Kong auch sehr hoch und Taiwan auch auf den oberen Plätzen) der Pisa-Studie, ich kenne aber eine Menge Chinesen und kann sagen, dass da das Allgemeinwissen und selbstständiges Arbeiten stark hinterherhinkt.
Die Pisa-Studie sagt ehrlich gesagt über die Fähigkeiten der Schüler nicht wirklich viel aus. - #9 01.08.2012 05:33 von
Typisch
Ja, typisch Bayern (ich habe hier vor einigen Jahren Abitur gemacht): Man kürzt mal wieder die wichtigen Sachen, statt dass man etwas von dem Ballast, den man in den Naturwissenschaften mit sich rum schleppt, abwirft. Ich kann versichern, dass ich nichts von dem, was ich in Mathematik, Physik und Chemie nach der 9. Klasse gelernt habe, jemals wieder gebraucht habe, auch nicht während meines Hochschulstudiums.
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