Türkischer Bau-Wahn: Wohnen im orientalischen Disneyland

Kristina KarasuÜberwachte Wohnanlagen am Rande der Stadt? Für viele Istanbuler ist das der Traum vom modernen Leben. Unsere Autorin hat sich hinter die Stacheldrahtzäune begeben - und entdeckte eine Art Disneyland mitten in der Türkei.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/woh...-a-853278.html
  1. #1

    Die privatisierte Dyspotie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Überwachte Wohnanlagen am Rande der Stadt? Für viele Istanbuler ist das der Traum vom modernen Leben. Unsere Autorin hat sich hinter die Stacheldrahtzäune begeben - und entdeckte eine Art Disneyland mitten in der Türkei.

    Wohnen in der Türkei: Immobilien für Reiche - SPIEGEL ONLINE
    Ich gönne allen Menschen zutiefst diese Wohsiedlungen, wer weiß, vielleicht besinnen sich die gebildeten, erfolgreichen und privilegierten Mittelklassetypen mit Aufstiegschance in ihren Privatzoos eines Bes
    seren, vielleicht kapieren sie, dass eine gespaltene Gesellschaft letztlich zum täglichen Horror mutiert - nicht nur für die Verlierer.

    Es könnte aber auch sein, dass sie eines Tages ihre Macht nutzen und den Unrat vor dem Zaun einfach beseitigen lassen.

    Maintenance-Roboter dürften in kürze schon mit die Planung socher Anlagen mitbestimmen - sozusagen schwellenfreies Design damit keine Diensthumanoiden mehr die Laune verderben.

    Wir können den Begriff Dyspotie hiermit als obsolet abtun, die Zukunft ist praktisch schon Vergangenheit!
  2. #2

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Überwachte Wohnanlagen am Rande der Stadt? Für viele Istanbuler ist das der Traum vom modernen Leben. Unsere Autorin hat sich hinter die Stacheldrahtzäune begeben - und entdeckte eine Art Disneyland mitten in der Türkei.

    Wohnen in der Türkei: Immobilien für Reiche - SPIEGEL ONLINE
    Und genau solche Anlagen sind es, die das Verständnis der reichen Leute für die Ärmeren immer weiter auseinander treibt. Denn wer in einer kompletten Scheinwelt lebt, bekommt von der Realität nichts mehr mit. Ich frage mich, wie lange das die Armen dieser Welt noch mit machen - selbe in Deutschland. Wer in einer Privatschule, einer Privathochschule und später in einem Unternehmen ist, wo man sich um Geld keine Sorgen machen muss, kann in meinen Augen kaum kritisch und moralisch denken. Er weiß einfach nicht, wie es ist mit jemanden befreundet zu sein, der ggf. vom Arbeitslosengeld lebt etc. - und da ist das Problem. Diese Leute, die in ihrer Scheinwelt leben, werden dann gerne mal Elite genannt...Seltene Ausnahmen gibt es sicherlich, aber wie gesagt - es sind eher Ausnahmen.
  3. #3

    Gated communities auch in Osteuropa auf dem Vormarsch

    Mir sind mehrere dieser Anlagen in Polen, Tscheichien und Ungarn bekannt.
  4. #4

    Wann entsteht die ..

    Palmeninsel im Marmarameer ?? Alles wiederholt sich. In den 70ern war so was in Deutschland auch begehrt.. Hochhaus mit Schwimmbad. Heute werden dei Wohnungen verschleudertund keiner kann die Nebenkosten mehr zahlen.
  5. #5

    Das ganze ist aus den unzähligen Beispielen (erst aus der Industriewelt, dann aus den Schwellenländer) schon längst bekannt. Die nächste Generation der gutsituierten wird den Drang verspühren, sich wider in der Innenstadt zu niederlassen und die gleichen Siedlungen sind dann verpönnt und verwahrlost. Die gleiche Autorin wird dann über die Gentrifizierung und über die Verdrängung der armen Einwohner (die angeblich dort generationenlang gelebt haben) berichten.
  6. #6

    Grün

    Alle so schön grün, wie heimelig.
  7. #7

    Schon lange

    Zitat von Manamiro Beitrag anzeigen
    Mir sind mehrere dieser Anlagen in Polen, Tscheichien und Ungarn bekannt.
    In USA, und Mexico gibt es das schon lange.
    Langweilig und traurig wie im Altersheim.
    Wann wird da die Inzucht ausbrechen?
    Wenn die. die draußen bleiben müssen und nix mehr konsumieren können außer Drogen, wird es auch drinnen eng.
    Schöne neue Welt.
  8. #8

    Neue Blase

    Der Imbissmann (türkischer Herkunft) meines Vertrauens hat mir bei einem unserer Gespräche ca. vor 1,5 Jahren erzählt, dass es einen unglaublichen Bauboom in Istanbul gibt.
    So gut wie jeder bekommt einen Kredit, um sich Eigentumswohnungen zu kaufen.

    Das hört sich für mich so ziemlich nach dem an, was in den USA und Spanien passiert ist. Aggressives Kapital, das ja von den Notenbanken in raumen Massen in den Markt gepumpt wird, ist auf der Suche nach Rendite und hat sich die Türkei als Ziel auserkoren.

    Wenn man da 1&1 zusammenzählt erscheint es mir, dass das neuerliche Wirtschaftswachstum der Türkei auf Pump basiert, der Immobilienmarkt durch maßlose Spekulkation überhitzt und es leider wie immer ist, wenn so was passiert: es wird kein gutes Ende nehmen wird.

    Ich hoffe, dass die Türken sich nicht blenden lassen und einiger Maßen glimpflich aus der Sache wieder rauskommen und es womöglich echtes Wirtschaftswaschtum ist was dort passiert, allein glauben kann ich es nicht.
  9. #9

    Von der Gefährdung durch

    Erdbeben kein Wort. Eine Millionen Leichensäcke wurden schon nach dem letzten schrecklichen Beben im August 1999 in der Stadt deponiert. Aber der Mensch vergißt schnell.