Forum: Blogs
Tücken der Euro-Krise: Gefährliches Rennen um den ersten Platz
Überschüsse sind nicht immer gut, Defizite nicht immer schlecht: In der Euro-Zone muss man die Ungleichgewichte entweder politisch managen, oder man muss sich ausreichend gegen sie versichern, meint Wolfgang Münchau. Sonst kracht das ganze System zusammen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,816858,00.html
- #1 22.02.2012 13:50 von
- #2 22.02.2012 13:55 von
Einfache Lösung
Mit dem Hebel Mindestlöhne die Lohnstückkosten so anpassen, dass die Leistungsbilanzen zum Ausgleich kommen. Das geht zwar nicht schnell, mehr brauchts darüber hinaus aber auch nicht.
- #3 22.02.2012 14:05 von
...
Hmm. Irgendwie denke ich, dass da etwas mit der Logik schief gelaufen ist. Einerseits:
Andererseits aber die Feststellung:
Ich nehme einfach einmal an, dass eine "politische Union" mehr enthalten würde, als eine europäisierte Arbeitslosenversicherung oder Wirtschaftspolitik. Wie soll man etwas mit einem Mittel retten, das politisch und gesellschaftlich kaum vermittelbar geschweige denn überhaupt durchzusetzen wäre?
Der Euro hat fertig, das ist die richtige Schlußfolgerung. Man kann sich - aus welchen Gründen auch immer - noch eine Weile an ihn klammern, das wird seine Explosion aber nur schlimmer machen, als sie sowieso schon wird. Das zeigen alleine schon die Zahlen aus dem Target2-System. Die 500 Milliarden von heute können wir sowieso abschreiben, wenn es in zwei Jahren 1000 Milliarden sind, müssen wir 1000 Milliarden abschreiben. Was sollte man also tun, wenn die nötigen Mittel, das System zu stabilisieren, "kaum realisierbar sein dürften"? - #4 22.02.2012 14:07 von
Lösungsansatz
1. Länder verschulden sich nicht unnötig, d.h. sie kaufen nur das,w as sie sich leisten können. => automatisch stellt sich ein Export-Import-Gleichgewicht ein (es kann nicht mehr exportiert als importiert werden).
2. Wenn Deutschland mehr leisten als exportieren kann, muss Deutschland mehr im Inland arbeiten, als z.B. Deutschland verbessern, z.B. mit Bunkerbau, Städtemodernisierung, Gründung und Pflege von Naturreservaten, BGE und geringbezählte Dienste für die Gemeinschaft (z.B. Patrouille gehen), EU-Großprojekte (z.B. Raumfahrt, KI, ...), IT-Projekte (z.B. eigenes supersicheres Betriebssystem), etc.
Das Problem ist der Konsumwahn - sparen und Nachhaltigkeit schaffen Ressourcen, die für die Verbesserung der Welt verwendet werden können. Zu viel Export ist verschenkte Arbeitskraft - man muss nur genug exportieren, um seine Importe bezahlen zu können.
Dank Automatisierung, Arbeitsteilung und vieler gebildeter Arbeitskräfte gibt es einen riesigen Produktivitätsübschuß (auch in Griechenland) und damit sollte man endlich mal was sinnvolles anfangen. Private Banken und Versicherungen sind schädlich (kosten Geld, binden Arbeitskräfte), besser ist eine Staatsbank und staatliche Universalversicherung, die keine Beiträge benötigt, sondern ggf. Kredite vergibt (steuerfinanzierte Teilkasko), siehe auch Schönes neues Deutschland. (alles imho) - #5 22.02.2012 14:09 von
Der Aufmacher ist schon arg konstruiert, denn ...
... ich verstehe unsere Wirtschaftspolitik nicht so, dass es Ziel ist, Export- oder Überschussweltmeister zu werden.
Wenn es gewisse Instrumente gibt, mit denen Exporte gefördert werden (z.B. Hermes-Bürgschaften), so dienen diese wohl dem ersten und Hauptzweck, Arbeitsplätze im Inland zu erhalten.
Auch ist nicht zu erkennen, dass die Politik auf der Kostenseite (Löhne / Tarife) wesentlichen Einfluss nimmt, um hierüber die Außenhandelsbilanz zu beeinflussen.
Wenn dennoch Außenhandelsüberschüsse erzielt werden, so ist das eher ein Nebeneffekt der auf andere wirtschaftliche Ziele gerichteten Politik (Beschäftigung, Wachstum). Wenn sich hierzulande eine Regierung mit ihren Erfolgen in der Wirtschaftspoltik brüstet, dann geht es fast immer um Beschäftigtenzahlen, Arbeitslosenquoten und BIP-Wachstum.
Deshalb: Auch wenn ich vor vielen Jahren mal gelernt habe, dass es eigentlich keine "falschen Fragen" gibt, so muss ich deshalb der im Artikel aufgeworfenen ersten Frage "Ist es moralisch richtig, dass ein Land sich zum Ziel setzt, Überschüsse zu erwirtschaften?" genau diese Eigenschaft bescheinigen.
Ein (unser) Land setzt sich nicht zum Ziel, Überschüsse zu erwirtschaften. Deshalb geht hier auch die Frage nach der Moral an den falschen Adressaten. Doch der einzelne Unternehmer kann auch nicht gemeint sein, denn der muss nach allgemeinen ökonomischen Grundsätzen nun mal (auch) nach Gewinn streben - und sei es durch Exportgeschäfte ... - #6 22.02.2012 14:19 von
Das leuchtet mir nicht ein. Wir exportieren nicht so viel, weil es billig ist, sondern weil die Güter gut sind. Also ist diese Schlussfolgerung (Einbruch des Exports) falsch.
Das soll mir mal einer erklären! Ich halte die Ausssage für Schwachsinn.
Es wird doch nicht alles auf Pump gekauft, oder? Und wenn, dann wird die Kohle zurück gezahlt. Sonst bekommt man keine mehr.
So ein Blödsinn, grenzenlose Schulden im Privatsektor. Privatleute müssen die Schulden zurückzahlen. Das ist nicht wie mit Griechenland.
So werden also Eurobonds herbei geredet. Das kann ich nicht nachvollziehen. Eurobonds sind doch die Lizenz zum ungebremsten Schuldenmachen. Daraus ensteht irgendwann Inflation. Wer braucht das den? Na klar, die Überschuldeten. Und der Ehrliche ist mal wieder der Dumme. Tolle Vorstellung! - #7 22.02.2012 14:26 von
Wenn ich Herrn Münchau in seiner geforderten Konsequenz, also "eine politische Union mit Euro-Bonds" folge, bedeutet das doch im Endeffekt nichts anderes, als das wir auch noch unsere eigenen Exporte zum Großteil selbst bezahlen werden.
Ausgleich unserer Target2 Forderungen durch Eurobonds, an welchen wir wiederum den Hauptteil zu tragen hätten...? - #8 22.02.2012 14:26 von
...
Ich finde es immernoch lustig, wie die Ökonomen und wirklichen Experten, die diese Entwicklung vorausgesagt haben, als Euro-Skeptiker tituliert werden. Als wäre es auf der Seite der Warner eine "Ahnung", "Krankheit" oder sogar "Ideologie". Andersrum wird ein Schuh draus. Der Karren steckt wohl nachweißlich und unübersehbar im Dreck. Anstatt eine Lösung zu suchen diese unsägliche und unvernünftige Wähungsunion aufzulösen, wird immer weiter gemacht bis der Karren wirklich auseinanderfliegt. Aber anstatt die Fehlentwicklungen anzuerkennen und eine ruhige und geplante Rückabwicklung ins Auge zu fassen, soll nun das europaweit vollzogen werden, was bei der (vergleichbaren) Wiedervereinigung schon nicht geklappt hat.
Wenn jedes Land wieder seine eigene Währung hat, kommt jede Nation automatisch wieder auf den Lebensstandard, den sie sich selbst erarbeiten kann bzw. will. Das diese Gesetze wissentlich von den EU-Romantikern - trotz der aktuellen Lage - ausgeblendet werden ist für mich absolut unbegreiflich. - #9 22.02.2012 14:26 von
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

