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Tücken der Euro-Krise: Gefährliches Rennen um den ersten Platz

Überschüsse sind nicht immer gut, Defizite nicht immer schlecht: In der Euro-Zone muss man die Ungleichgewichte entweder politisch managen, oder man muss sich ausreichend gegen sie versichern, meint Wolfgang Münchau. Sonst kracht das ganze System zusammen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,816858,00.html
  1. #120

    LA VACHE quirit.

    Zitat von MRenron Beitrag anzeigen
    2 kleine Beispiele
    - Thyssen verkauf ein (super gutes) U-Boot an den griechischen Staat. Um das U-Boot zu bezahlen verschuldet sich der griechische Staat bei einer (ultra-effizienten) deutschen Bank und bezahlt Thyssen mit dem Geliehenen. Resultat: Thyssen bekommt die schönen Euroklunker und eine x-beliebige deutsche Bank bleibt auf den griechischen Staatsanleihen sitzen.
    - BMW verkauft seinen neuen 3er nach Spanien. Ein spanischer BMW-fan kauft sich das Auto und leiht sich dafür das Geld von einer spanischen Bank. Diese wiederum sammelt am Kapitalmarkt Geld ein (natürlich von Überschussbanken wie den deutschen) um sich zu finanzieren. Resultat: Spanischer BMW-fan in der Kreide bein einer spanischen Bank (bzw spanische Bank in der Kreide bein eienr deutschen Bank) und deutsche Bank mit einem Kreditguthaben gegenüber einer x-beliebigen spanischen Bank.

    Das 2te Beispiel überwiegt bei weitem, deshalb ist die Verschuldung des Privatsektors in Spanien oder Irland auch so exorbitant hoch ist.

    Die D-Mark hätte Deutschland auch nicht viel weiter gebracht, schließlich waren die deutschen Banken auch bei der amerikanischen Immobilienkrise an vorderster Front. Der deutsche Export in die USA wurde einfach mit Immobilien bezahlt die am Ende des Tages nichts wert waren.
    Ein erster Lösungsansatz für das Problem wäre wenn die Banken mal anfangen würden ihre Hausaufgaben zu machen und Risiken (in diesem Fall Leistungsbilanzdefizite oder -überschüsse) richtig einzuschätzen.

    In einem Punkt hat Münchgau recht. Zu hohe Leistungsbilanzüberschüsse sind auch schlecht wenn sie nicht anderweitig kompensiert werden, bzw wenn es keine Anzeichen dafür gibt dass Defizitländer wettbewerbsfähiger werden (können). Und Banken müssen auch weider gerettet werden, man will ja nicht die deuschen Spareinlagen gefährden....
    Eine Kaeserei ist Suedostfrankreich, Besancon?
    Heute habe ich eine Schachtel Streichkaese in LIPA im Supermarkt gekauft. Made in Marokko! Vor einiger Zeit dieselbe Marke im selben SM. Made in Polland! Davor ja, und das Beste war Made in Germany.
    Ach so, FETA (griechisch) Made in Denmark.

    Bitte geben Sie mir Auskunft, was das mit Leistungsbilanzueberschuessen zu tun hat.

    BMW Werbung!! Man sollte wieder die FSK einfuehren, damit diese irre Werbung aufhoert. BH auf der Kuehlerhaube, zwei akademische Brueder, einem dem die Augen ueberquellen. Das ist in meinen Augen Volksverdummung. Ach so: Fahr ich einen BMW, fliegen mir die BH nur so um die Ohren!
    Die gesamte Volkswirtschaft sitzt in der Falle.
    Verliert der Export, geht die Produktion rueckwaerts, geht diese gehen 1000de Arbeitsplaetze verloren, der BIP faellt ins Bodenlose.

    Hoffentlich haelt das noch ein paar Jahre, sonst ist meine Rente auch am Ente.

    salamat po!

    PS. Kuerzlich stand ein Audi im SM, Drei Tage spaeter war er weg!
    Kuerzlich stand ein BMW im SM usw.
    Nur die alten Daimler Kombi, die fahren noch als Leichenwagen!
  2. #121

    Sie haben den Beitrag nicht ganz verstanden...

    Zitat von semaphil Beitrag anzeigen
    nach Herrn Münchaus Logik geht kein Weg an einer legitimierten Transferunion vorbei. Doch warum soll ich mit meinem Nachbarn eine WG gründen, nur weil ich gut mit ihm als Nachbar zurechtkomme?

    Da muß schon Einiges mehr sein. Bei der Wiedervereinigung lagen die Dinge sicher anders, denn BRD und DDR waren im Gedächtnis noch lebender Zeitgenossen ja mal ein Staat gewesen. Wenn man einrechnet, was uns die deutsche Einheit bisher gekostet hat, dann weiß man, was auf uns innerhalb einer Euro-WG zu kommt. Mit dem kleinen Unterschied, daß wir bezahlen, Andere bestimmen und DE innerhalb kürzester Zeit zum Armenhaus Europas verkommt.
    ...der Weg der an der Transferunion vorbeigeht, ist derjenige der Arbeit dahin bringt wo die Leute sitzen.

    Wenn alle Volkswirtschaften gleichmäßig gestäkt werden, wird dies für alle Beteiligten Vorteile bringen.

    Lediglich der engstirnige, egoistische Blick auf den eigenen persönlichen Geldbeutel verschiedener Wirtschaftsteilnehmer (Individuen und Firmen, nicht volkswirtschaften) blockiert das.
  3. #122

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    Zitat von didigermany Beitrag anzeigen
    Und der Bruchpilot ist der Herr Muenchau!
    Der Herr hat wohl eine besondere Freundschaft mit dem Herrn mit Sinn fuer viel Unsinn, genannt UNSINN.
    Sinn der letztes Jahr vernictend von Kollegen kritisiert wurde wegen seiner duemmlichen Einschaetzungen.
    Ich hatte zu dem Zeitpunkt immer den Eindruck, der Herr Sinn habe CDS gezeichnet und dadurch natuerlich eine gewisses Interesse am Verlauf der Dinge in seinem SINN.
    Spiegel-Leser wissen weniger! Es geht nicht um sinnsche Einschätzungen, es geht um die Erläuterung von Target2. Und die wurde durchaus, auch von Sinngegnern, positiv benotet. Und wenn man nicht ganz ungebildet ist kann man erkennen was sich da zusammenbraut! Aber ich habe Verständnis: Kopf in den Sand ist halt noch weit verbreitet! Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
  4. #123

    Eine Erkenntnis am Artikel finde ich sehr interessant, und ich möchte sie nochmal - mit etwas anderer Schlussfolgerung - hier auflisten. Es geht um die Überschüsse und Defizite.

    Obwohl es so elementar ist, wird es oft vergessen, und daher will ich es noch einmal wiederholen: Die Summe von Überschüssen und Defiziten ist Null. Immer. Es können nicht alle Überschüsse erwirtschaften, so wie nicht alle in der Bundesliga in der oberen Tabellenhälfte stehen können. Wenn wir fordern, dass alle Länder von ihren Defiziten runterkommen müssen, dann werden wir, wenn das klappt, zwangsläufig von unseren Überschüssen herunterkommen. Auf die eine oder andere Weise. Das muss sich zunächst jeder klarmachen. Es ist eine der wenigen Sachen, die wirklich elementar logisch und zweifelsfrei richtig sind. Wenn wir Überschüsse wollen, MÜSSEN andere Defizite haben.

    Was im Moment aber passiert, ist der Versuch, die Defizite zu deckeln, ohne die Produktion in den Ländern zu verbessern. Das geht nur über radikale Sparprogramme. Wie auch sonst? Wenn die Exporte kurzfristig nicht erhöht werden können, muss man eben die Importe verringern. Auch das ist elementar. Das bedeutet aber, dass unsere Überschüsse wiederum automatisch geringer werden, denn unsere Exporte sind irgendwo Importe. Das Problem an dieser Taktik: Wir pendeln uns alle auf niedrigerem Niveau ein. Wird weniger gekauft, schrumpft auch die Deutsche Wirtschaft. Das ist der Problempunkt, wenn man fordert, dass andere Länder nur sparen, aber möglichst nichts investiert wird.

    Bevor man nun die Keule rausholt und mit der Frage "und was hätten Sie wohl getan?" kontert, bitte ich einfach darum, sich dieser Faktenlage bewusst zu werden. Erst wenn man sich dessen bewusst ist, kann man sinnvoll weiterdiskutieren. Solange das auf dem paradoxen Standpunkt "Wir müssen die Überschüsse ausbauen und die anderen die Defizite senken" aufbaut, werden da keine sinnvollen Ergebnisse herauskommen.
  5. #124

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Überschüsse sind nicht immer gut, Defizite nicht immer schlecht: In der Euro-Zone muss man die Ungleichgewichte entweder politisch managen, oder man muss sich ausreichend gegen sie versichern, meint Wolfgang Münchau. Sonst kracht das ganze System zusammen.

    S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Gefährliches Rennen um den ersten Platz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Wir sind LEIDER immer noch Exportweltmeister, weil die Regierung Schröder Deutschland im Zuge der Euro-Einführung zum Billiglohnland umgebaut hat. Exportweltmeister sein ist schon echt super: Wir exportieren reale Werte ins Ausland und erhalten als Gegenleistung ungedecktes Buchgeld. Davon landet der größte Teil noch bei Konzern-Aktionären (als Dividende) und Banken (als Darlehenszinsen). Was hat der deutsche Arbeiter oder Angestellte davon, der die Werte ursprünglich geschaffen hat? Er darf sich nach getaner Arbeit auf die Couch hauen und Dschungelcamp gucken. Herzlichen Glückwunsch!
  6. #125

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Überschüsse sind nicht immer gut, Defizite nicht immer schlecht: In der Euro-Zone muss man die Ungleichgewichte entweder politisch managen, oder man muss sich ausreichend gegen sie versichern, meint Wolfgang Münchau. Sonst kracht das ganze System zusammen.

    S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Gefährliches Rennen um den ersten Platz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    soviel schwachsinn und kot hier. was das "system" angeht, wer oder was ist das "system"? das "system der 300", der freimaurer, der illuminaten und sonstigen bescheiser, der zinsausquetscher? der unwissende herr münchau,soll sich erst mal schlau machen. BILDUNG TUT NOT, die einzige bildung die ich aus alle dem erkennen kann, ist SEINE EINBILDUNG, aber kein sachverstand.
    das "system" kann vollends zusammenbrechen, das ist dann die "befreiung"
  7. #126

    Herr Münchau...

    ...immerhin scheinen Sie mittlerweile verstanden zu haben, dass es sich bei der Eurokrise im Kern um eine Zahlungsbilanzkrise einiger europäischer Volkswirtschaften handelt, und dass diese Zahlungsbilanzkrise ihre Wurzel in den überbordenden Leistungsbilanzdefiziten der Krisenstaaten hat bzw. wie Sie sagen, in den überbordenden Leistnugsbilanzdifferenzen zwischen Kern- und Peripherieländern.

    Dann aber fordern Sie Eurobonds als ultimatives Heilmittel:
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ich wollte den Euro damals, will ihn heute noch und sehe eine ernste Bedrohung. Die Target-2-Überschüsse sind der Grund, warum wir eine politische Union mit Euro-Bonds brauchen.S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Gefährliches Rennen um den ersten Platz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Tatsache ist, dass Eurobonds überhaupt keine Besserung brächten, weil Sie nur wieder eine Zinskonvergenz in der Eurozone bewirken würde, also genau jenen Zustand herbeiführen würden, der für die Entstehung der Leistungsbilanzdefizite ab 1998 und damit für die Krise verantwortlich ist. Genau diese Zinskonvergenz war nämlich der Auslöser für den Kapitalzustrom in die Peripherieländern und die damit gespeisten Lohn und Preissteigerungen auf Pump .
    Als dann 2007 durch die Finanzkrise in den USA die Anleger aus dem Ausland plötzlich vorsichtiger wurden und genauer hinschauten was da mit dem Geld eigentlich in Griechenland, Spanien, Portugal und Irland passiert, versiegten diese Kapitalströme urplötzlich - und von da an bediente man sich dort des Target-2-Mechanismus um seine Leistungsbilanzdefizite, aber auch die Kapitalflucht zu finanzieren

    Das Hauptproblem bliebe somit auch bei Eurobonds bestehen: Die Eurozone ist kein idealer Währungsraum. Eine Gleichschaltung der unterschiedlichen Volkswirtschaften über einen einheitlichen Zins führt deshalb zu Verwerfungen.

    Um das System in seiner jetzigen Form (also ohne Austritt der Peripherieländer aus dem Euro) zu stabilisieren gibt es nur einen - allerdings sehr unschönen -Ausweg: Nämlich Transfers in der Größenordnung von 120 Milliarden Euro jährlich.

    Die können in systematisch-geregelter, oder in chaotischer Form geleistet werden:
    Die systematisch-geregelte Form führt zum Modell Mezzogiorno:Transfers über Steuern in die Kernländer und staatliche Ausgabenprogramme im Süden (unvermeidbare Begleiterscheinung: Korruptionssümpfe, mafiöse Strukturen, Vegeudung vom Ressourcen im großen stil für unsinnige Projekte etc.)
    oder das Modell Chaos:
    ungeregelte Transfers durch periodische Abschreibung von Target-2-salden, Schuldenvergemeinschaftung (Kernländern werden immer weitere Lsten beim Schuldendienst etwa bei Eurobonds aufgehalst) und Inflation vor allem in den Kernländern.

    Ich tippe auf die variante Chaos, weil dort die Politiker ihre Verantwortung besser kaschoieren können. Die jüngste EZB-Maßnahmen deuten auch in diese Richtung

    Ach ja- und dann gibt es noch den Weg, den die Bundesregierung irgendwie so halb verfolgt: das Modell Brünning: Deflationierung durch Preis- und Lohnsenkung in den Peripherieländer- das funktioniert nicht weil es nur zum Bürgerkrieg führt

    Grüße
    Spatzimatzi
  8. #127

    Wozu gibt es eine Einteilung in die erste und zweite Liga???

    "Insofern ist auch die moralische Verachtung gegenüber "Defizitländern" völlig unangebracht. "

    Also wenn man es "sportlich" betrachtet, was der Autor ja so verurteilt, dann ist o.g. Aussage moralisch betrachtet vielleicht wirklich unangebracht: Ich ändere daher dahingehend meine Meinung, dass es seitens der Defizitländer gegenüber seinen Bürgern unmoralisch war / ist, nicht genug der Steuern in Bildung und Investitionen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit investiert zu haben. Unmoralisch den Bürgern gegenüber und als Folge unsolidarisch der Euro-Zone gegenüber.
    Bleiben wir also bei der sportlichen Betrachtungsweise: Wozu gibt es eine Einteilung in die erste und zweite Liga???
    Wäre es nicht schön, wenn wir uns alle in einer Liga wiederfänden...eine Liga wie eine Sandkiste auf dem Spielplatz, in welcher wir uns einfach alle lieb hätten?
    Genau...ist Blödsinn. Und daher freue ich mich auch immer wieder über die Aufsteiger aus der zweiten Liga, die es mit Fleiss und Leistung bzw. durch Überwindung ihres "Defizits" in die erste Liga geschafft haben. Solche "Clubs" mag ich....denn in der Welt hat jeder souveräne Mensch, jeder souveräne Club und auch jedes souveräne Land seinen Platz! ;-)
  9. #128

    Völlig falsch!

    Zitat von silverhair Beitrag anzeigen
    Giralgeld? Da ist keines ..

    Schauen sie doch mal auf den Stresstest?

    Wenn alle Forderungen und Verpflichtungen der banken gegengerechnet .......
    Selbstverständlich kann ich mit Giralgeld alles mögliche kaufen, Schulden tilgen, Steuern zahlen usw. usf., denn unser Wirtschaftssystem behandelt Giralgeld gleichwertig mit Bargeld, in vielen Fällen wird gar AUSSCHLIESSLICH Giralgeld als Zahlungsmittel akzeptiert, obwohl es noch nicht einmal offiziell gesetzliches Zahlungsmittel ist. Aber bis die Giralgeldblase platzt, also bis zum nächsten großen bank run, ist das Geld auf dem Konto noch genau das wert, was draufsteht, auch wenn es aufgrund seiner Entstehung ex nihilo nicht durch reale Werte gedeckt ist.
  10. #129

    Klug, wie immer

    Ich lese Wolfgang M seit Jahren und finde seine Analysen (fast) immer überzeugend. Er ist einer der wenigen Deutschen der sich in Sachen Wirtschaft klar, kurz, und markhaltig ausdrücken kann.








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