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Tscheljabinsk-Meteorit: Kleiner Durchschnittstyp, große Explosion

AFP/ Ural Federal University/ Alexander Khlopotov17 Meter groß, höchstens 10.000 Tonnen Masse - nach kosmischen Maßstäben war der Brocken, der über Tscheljabinsk explodierte, eher bescheiden. Und um einen Exoten handelte es sich laut russischen Forschern auch nicht. Trotzdem entfachte er eine Explosion mit der Sprengkraft Dutzender Atombomben.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...-a-884349.html
  1. #1

    unglaublich...

    ...welche Kräfte hier wirken, nur 17 Meter groß und dennoch eine solche Sprengkraft. Wie schutzlos und ausgeliefert die Erde doch erscheint, wenn man bedenkt was das für ein kosmischer Krümel war und welche um ein vielfaches größere Brocken durch das Universum rasen. Ich frage mich ob die heutige Technologie wirklich in der Lage wäre im Falle eines Falles die Erde vor einem Einschlag durch einen großen Brocken zu schützen.
  2. #2

    Also

    Zitat von dhbean Beitrag anzeigen
    ...welche Kräfte hier wirken, nur 17 Meter groß und dennoch eine solche Sprengkraft. Wie schutzlos und ausgeliefert die Erde doch erscheint, wenn man bedenkt was das für ein kosmischer Krümel war und welche um ein vielfaches größere Brocken durch das Universum rasen. Ich frage mich ob die heutige Technologie wirklich in der Lage wäre im Falle eines Falles die Erde vor einem Einschlag durch einen großen Brocken zu schützen.
    wenn ich mit meinen bescheidenen Rechenkünsten die Geschwindigkeit und die Masse berechne, komme ich auf eine Sprengkraft von etwa 0,01 KT.
    Ansonsten wäre die Stadt ja wohl dem Erdboden gleich gemacht worden.
    Seriöser Journalismus würde genaue Daten mitteilen, oder?
  3. #3

    ist das aber nur wenn man meinen muß weil es mit Physik zu hapern scheint. Die Energie eines solchen Brockens (bzw Bröckchens) ergibt sich nun mal aus der einfachen Berechnung E=0,5 x Masse x Geschwindigkeit_zum_Quadrat. Die Ablenkung ist auch kein Problem. Ein winziger Schubbs in weiter Entfernung genügt. Wie beim Luftgewehrschießen. Je weiter weg, desto heftiger wirken sich kleinste Wackler aus.
    PS: Was ist wirklich passiert? Fensterscheiben gingen durch den Überschallknall zu Bruch, eine schlechtgemauerte Wand fiel um und ein Dach wehte davon. Nicht gerade viel für die "Explosion einer 500 Kilotonnen (Atom)Bombe". Die löscht ja bekanntlich und lt Meinung auch das Leben im Umkreis von zig Kilometern aus. Sind die etwa gar nicht so stark wie immer behauptet?
  4. #4

    Die Erde ist weniger stark gefährdet...

    Zitat von dhbean Beitrag anzeigen
    Wie schutzlos und ausgeliefert die Erde doch erscheint, wenn man bedenkt was das für ein kosmischer Krümel war und welche um ein vielfaches größere Brocken durch das Universum rasen.
    ...., die Gefahr besteht für die Lebewesen, speziell für uns grössere, die an der Oberfläche leben. Allerdings muss man natürlich auch berücksichtigen, dass ein Meteorit dieser oder ähnlicher Grössenordnung zwar lokal schwerste Verwüstungen verursachen kann, aber eher nicht zum Aussterben der Menschheit führt. Das schaffen dann nur die grösseren...
    Zitat von dhbean Beitrag anzeigen
    Ich frage mich ob die heutige Technologie wirklich in der Lage wäre im Falle eines Falles die Erde vor einem Einschlag durch einen großen Brocken zu schützen.
    ..., die man ja schon seit Jahren sucht und manchmal sogar findet. Im Prinzip würden heutige Techniken wahrscheinlich zur Abwehr nützlich sein, sofern man das Objekt lange vorher findet und die Ablenkungstechniken rechtzeitig einsetzt.

    Gegen Kometen, die aus den äusseren Bereichen des Sonnensystems kommen, dürfte es allerdings problematisch werden, weil die gegebenenfalls zu spät entdeckt werden.
  5. #5

    Atombomben...

    ...explodieren normalerweise dicht über dem Boden. Der Meteor explodierte in etwa 30 km Höhe, also auch Abstand von Ortschaften auf dem Boden. Ausserdem ist da oben die Luft schon sehr dünn, so dass die Schockwelle auch nicht so stark ist. Und was die Energie angeht: Die kinetische Energie einer Masse von 10000t bei 20km/s sind rund 2 Petajoule, also 2*10^15 Joule. 1kg TNT hat ungefähr eine Energie von etwa 4 Megajoule (4*10^6 Joule) pro kg. Also entspricht die kinetische Energie des Meteors einer Menge von 500.000.000kg, also 500.000t also 500 Kilotonnen TNT.
    Würde mich mal interessieren, wie EL2666 gerechnet hat...
  6. #6

    Energie

    Was ihr da an Energie berechnet ist aber die KINETISCHE Energie, das heißt die Energie die ein Körper an Geschwindigkeit besitzt. Zudem gilt die genannte Formel leider nur bei einer Geschwindigkeit unter 7-10% der Lichtgeschwindigkeit, da sich ab da das Verhalten der Teilchen stark verändert. Was aber die Sprengkraft des Meteoriten angeht, muss man die Hitzewirkung und das Reißen und Ziehen der Hitzeunterschiede noch einberechnen, die am Ende zu einer Explosion führen (der Meteorit ist schließlich nicht aufgeknallt und hat seine kinetische Energie verloren). Also diese Formel zu benutzen ist leider etwas zu simpel :/
  7. #7

    Physik

    1/2 * 10.000.000 kg * (17.778 m/s)^2 = 1,58 * 10^15 J weiterhin 1kT = 4,184 * 10^12 J daraus folgt, dass die kinetische Energie rund 378kT entsprochen hat - nicht dabei ist die ganze Energie der begleitenden Oxidationsprozesse, ich hab gerade keine Lust die zu überschlagen. Auf jeden Fall scheint die Schätzung sinnvoll. Dass der Schaden nicht dem einer entsprechenden Atombombenexplosion entspricht, liegt daran, dass bei einer Atombombe die Energie im Bruchteil einer Sekunde frei wird und der Meteorit dafür deutlich länger braucht. Außerdem werden Atombomben in deutlich geringeren Höhen gezündet (500 m in Hiroshima statt 15-20 km hier). Hoffe das hilft den Zweiflern etwas weiter...
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    17 Meter groß, höchstens 10.000 Tonnen Masse - nach kosmischen Maßstäben war der Brocken, der über Tscheljabinsk explodierte, eher bescheiden. Und um einen Exoten handelte es sich laut russischen Forschern auch nicht. Trotzdem entfachte er eine Explosion mit der Sprengkraft Dutzender Atombomben.

    Tscheljabinsk-Meteorit: Maße des Himmelskörpers - SPIEGEL ONLINE
    Es war kein Meteorit in dem strickten Sinne. Es war eine kondensierte Wolke von Sonnenmaterie die von einer Protuberanz Richtung Erde geschleudert wurde.
    Es ist auch kein seltener Vorgang auf der Erde. bei jedem CMS das Richtung Erde gerichtet ist geht diese Gefahr dass die kleinere oder größere Brocken der Sonnenmaterie die Erde treffen. Z.B am 22.04.2012 wurde das gleiche in Nevada beobachtet.

    Sierra Nevada Meteor: Loud Explosion And Fireball Likely Caused By Meteor, Astronomers Say

    Damals hat ein Sonnenausbruch genau zu dem Zeitpunkt die Erde erreicht

    http://www.spaceweather.com/images20...671spch4mda4d7
  9. #9

    Physik

    @alshikan: Auch wenn der Meteorit nicht auf dem Boden ankommt (die Bruchstückchen drücken wir mal in den Skat) bedeutet das, dass die kinetische Energie irgendwo umgewandelt wurde -> letztendlich alles in Wärme und etwas Deformationsarbeit, welche die Druckwelle an diversen Fenstern, Bäumen und schlechten Mauern verrichtet...


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