Trotz Nato-Einsatz: Afghanistans Frauen leiden wie unter den Taliban

AFPSie werden geschlagen, eingekerkert, entrechtet: Die Lage von Frauen in Afghanistan ist dramatisch, warnt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Alarm. Es gibt kaum einen Unterschied zu der Zeit, als die Taliban herschten. Der Westen hat das Thema längst aufgegeben.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...824129,00.html
  1. #200

    Habe es nachgedacht, und...

    [QUOTE=Rosmarinus;9902250]
    Zitat von laufmichel Beitrag anzeigen
    Woher nehmen wir die Arrogranz, unsere westliche Werte, Demokratien, Menschenrechte, Kulturen, Lebensweisen und Religionen auf andere Völker und Länder zu übertragen?/QUOTE]

    Nehmen Sie mal an, die Menschenrechte, also das Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit, Bildung, Selbstbestimmung und last, not least, Gleichheit wären nicht universal.

    Wieso sollte sich überhaupt jemand dran halten? Mit dieser Haltung fallen Sie in Zeiten zurück, wo das Recht des Stärkeren galt und das der Priveligierten. Also die Zeiten von Sklavenhaltung, Leibeigenschaft, Bildung nur für die Herrschenden, Folter, Willkür. Das passiert heute teilweise immer noch? Stimmt. Aber auf welcher Basis sollte man das beklagen?
    ...es stimmt. Habe nicht bis zur Basis durchgedacht. Lasse mich belehren und... wieder was dazugelernt.
  2. #201

    Wahlrecht

    Zitat von caecilia_metella Beitrag anzeigen
    Immerhin haben afghanische Frauen derzeit ein Wahlrecht.
    Ja. Zwischen Prügel und Knast.
  3. #202

    Nicht ganz richtig, aber fast

    Zitat von jujo Beitrag anzeigen
    Zur Erinnerung!
    Der Westen, unter Führung der Bush Administration, ist nach Afghanistan gegangen um die Rachsucht der USA nach 9/11 zu befriedigen. Nicht um dort Schulen zu bauen und den Frauen zu helfen. diese Ziele waren nur Scheinargumente um die Europäer mit ins Boot zu nehmen, alles Placebo Argumente, Bush und Konsorten ging die dortige Zivilgesellschaft doch am A... vorbei!
    Das die Amerikaner keine humanitäre Hilfe leisten wollten stimmt schon. Aber scheinbar wollten die Amerikaner gar nicht Europäer in Boot holen:

    Vermerke aus dem Kanzleramt, Dutzende von Depeschen aus dem Auswärtigen Amt, Teile des Brief- und Telegrammverkehrs mit George W. Bush. Sie zeigen, wie wenig die Amerikaner an einer deutschen Unterstützung interessiert waren.

    Das belegt schon ein sogenannter Drahtbericht, den der deutsche EU-Botschafter nach einem Treffen der EU-Außenminister mit dem Außenbeauftragten Javier Solana aus Brüssel nach Berlin schickte, am Tag nach dem Anschlag: "Solana unterrichtete über ein Telefonat mit US AM Powell, in dem dieser der EU für Erklärungen und angebotene Hilfe gedankt habe; US benötigte keine konkrete Hilfe, wohl aber politische Solidarität." Das hatte der damalige Außenminister der USA, Colin Powell, offenkundig zu Solana gesagt.

    Die uneingeschränkte Solidarität war eine deutsche Erfindung. Andere waren vorsichtiger. Am 21. September wurde ein EU-Sondergipfel anberaumt, in dessen Abschlussdokument dann die deutsche "uneingeschränkte Solidarität" aufgenommen wurde. Gegenüber US-Botschafter Daniel Coats rühmte sich Schröder später, dass die Sondersitzung "wesentlich auf D-Initiative" zurückgehe, wie es auf dem Sprechzettel zum Gespräch vom 1. Oktober heißt.

    Es erweist sich abermals: In der Politik ist nichts unausweichlich. Die Deutschen sind nicht in einen Krieg hineingezogen worden, sie haben sich selbst hineinbegeben.

    Es gab Antreiber auf deutscher Seite, politische und militärische. Die USA wollten die Hintermänner der Attentäter fassen, sie wollten Vergeltung, vielleicht auch einen weltweiten Feldzug gegen den Terror. Was sie aber nicht unbedingt wollten: deutsche Soldaten für Spezialeinsätze und Afghanistan besetzen, um daraus ein besseres Land zu machen. Das wollten die Deutschen.
    Hier die Quelle DER SPIEGEL*36/2011 - Ein deutscher Krieg
  4. #203

    Ganz oder gar nicht.

    Zitat von BonChauvi Beitrag anzeigen
    Die von Ihnen erwähnten Menschenrechte sind westliche Werte. Der Glaube, diese Werte seien "universell" ist ein westlicher Glaube. Ob dieser Glaube arrogant ist oder nicht ist vollkommen unerheblich, Fakt ist, dass er von großen Teilen der Menschheit nicht geteilt wird.
    Was man vielleicht sagen kann, ist, dass die Herrschenden in weiten Teilen der Welt die Universaltät der Menschenrechte bestreiten.

    Für unser Handeln ist es aber ganz egal, ob jemand diese Basis teilt oder nicht. Im dem Moment, wo man akzeptiert, dass andere die Menschenrechte verletzen, die man für sich selbst in Anspruch nimmt, gelten sie für einen selbst auch nicht mehr.
  5. #204

    .

    Zitat von Rosmarinus Beitrag anzeigen
    Was man vielleicht sagen kann, ist, dass die Herrschenden in weiten Teilen der Welt die Universaltät der Menschenrechte bestreiten.
    Es gibt viele Menschen (nicht nur die Herrschenden) die das Recht auf Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Recht auf Selbstbestimmung und dergleichen mehr ablehnen oder eingeschränkt sehen möchten. Nicht umsonst gibt es z.B. die Kairoer Erklärung der Menschenrechte die von der der UN in signifikanter Weise abweicht.

    Zitat von Rosmarinus Beitrag anzeigen
    Für unser Handeln ist es aber ganz egal, ob jemand diese Basis teilt oder nicht.
    Nach dem Motto: Willst du mein Freund nicht sein, so schlage ich dir den Schädel ein?
    ;-)

    Zitat von Rosmarinus Beitrag anzeigen
    Im dem Moment, wo man akzeptiert, dass andere die Menschenrechte verletzen, die man für sich selbst in Anspruch nimmt, gelten sie für einen selbst auch nicht mehr.
    Unsinn, das ist keine Logik.
    Man kann die Menschenrechte nur im eigenen Wirkungsraum durchsetzen und auch das nur wenn diese vom Großteil der Bevölkerung geteilt werden, was bei uns in Deutschland glücklicherweise der Fall ist.
    Wenn andere Regionen/Länder/Kulturen diese Werte nicht teilen hat das keine Auswirkungen auf dessen Gültigkeit bei uns
  6. #205

    Zitat von franks meinung Beitrag anzeigen
    Taliban und Kriminelle sind eine enge Gemeinschaft eingegangen.
    Waren das evtl. nicht die Worte meines Beitrags ?
    Nur muss man anfügen das die Bezeichnung "Kriminelle" etwas gewagt ist.


    Zitat von franks meinung Beitrag anzeigen
    Taliban und Kriminelle sind in Afghanistan eine enge Gemeinschaft eingegangen. Warum die Afghanen friedliebende Pazifisten sein sollen, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber vielleicht können sie ja helfen.
    Da helfe ich Ihnen gern.
    Eine Nation, die in den letzten Jahrhunderten dem britischen Empire
    ( 3x bis 1920 ) und zuletzt russischen Invasionsarmeen ziemliche Niederlagen bescheert hat muss jetzt (angeblich ) von deutschen Feldjägern zum Thema Wehrkraft ausgebildet werden.

    Mal von den plötzlich verschwundenen, abertausenden bewaffeneter Soldateska der Warlords abgesehen....



    Wenn Sie's glauben, dann bitte sehr.


    Zitat von franks meinung Beitrag anzeigen
    Aber nun versuchen Sie mir mal ihr Posting zu erklären. Was wollen sie damit sagen?
    Wenn Sie den Kommentar lesen würden auf dem diese Replik sich bezieht könnten Sie evtl. Ihre Schlüsse daraus ziehen.

    Es gibt eben keine grosse Aufteilung in "Kriminelle", Aufständische und Taliban die hier so gern - um eben diesen Krieg zu rechtfertigen - in den Medien kolportiert wird.
    Die westlichen Truppen werden (wissentlich) am Nasenring durch die Manege geführt.

    Lesen sie sich ein, exakt so schilderten es die Briten schon vor 150 jahren...
    Geändert von ( um Uhr)
    Mit schönen Grüssen aus Hamburg/Barmbek
    falls diese Nachricht ins Forum gelangt
  7. #206

    Ausserdem...

    Zitat von Bundeskanzler20XX Beitrag anzeigen
    Das würde die Lage in Afghanistan dann spätestens nach 80 Jahren dramatisch verbessern, wenn auch der letzte Junge dann im Greisenalter ist.

    Mit so einer Aktion könnte man jedenfals Flagge zeigen und wirklich denen Helfen die Hilfe brauchen.
    wird nicht eine Patrone verschossen oder Blut vergossen.
  8. #207

    Zitat von Eliza Beitrag anzeigen
    Hierzulande. Und ich setze voraus, dass diese Häuser polizeilich und nötigenfalls sogar militärisch verteidigt werden müssen.

    Falls unser Bekenntnis zu den Menschenrechten überhaupt einen Pfifferling wert sein soll.

    WENN die uns sowieso als Besatzer euinschätzen, dann darf man ihnen an diesem Punkt von mir aus auch besatzerisch begegnen.

    Keine Toleranz mit so horrenden Unterdrückern!
    Frauenhäuser sind nur eine Zwischenlösung, die Frauen können ja nicht kaserniert werden.
  9. #208

    Einfach mal lesen

    Zitat von entspannt Beitrag anzeigen
    Unsinn, Unsinn, Unsinn!
    Unsinn 1: Der afghanistan Einsatz war keine humanitäre Intervention, sondern sollte der inneren Sicherheit der Allianz angehörigen Staaten dienen.

    Unsinn 2: Um an Ihre Steuergelder zu kommen musste überhaupt nichts unternehmen. Es gab ja schließlich keinen "Afghanistan"-Aufschlag. Warum es ein politisches Interesse sein soll, Geld zu "verpulvern" müssen Sie mal darlegen

    Unsinn 3: Was genau hat "Ehrensold" mit Diäten zu tun? Diäten von Berufspolitikern sind die Entsprechung des Arbeitnehmerlohns. Wäre interessiert, ob Ihr Einkommen auch zu 100% an vollständig unscharfe Zielvorgaben gekoppelt ist, wie sie es hier fordern.

    Beiträge wie Ihrer haben weder Gehalt noch Bezug zum Thema.
    Absolut lesenswert:
    DER SPIEGEL*36/2011 - Ein deutscher Krieg

    Hier ein Auszug:

    Im Kabinett wird schon über den nächsten Einsatz, Isaf, gesprochen, obwohl der erste, OEF, noch gar nicht vom Bundestag beschlossen ist. Schröder sagt zu Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Joschka Fischer, sie sollten vor der Presse klarmachen, wie es um die Lage der Menschen in Afghanistan stehe. Schily warnt: Man solle nicht so tun, als seien die bewaffneten Auseinandersetzungen schon vorbei.
    Jetzt mischt sich Sachpolitik mit Parteipolitik. Die Regierungsspitze registriert: Ein Überbau muss her, eine Erzählung. Sie handelt von einem geschundenen Land am Hindukusch, dem geholfen werden muss, einem Land, in dem Frauen unterdrückt werden und Demokratie nicht stattfindet. Es ist eine sehr deutsche Erzählung, aus der ein sehr deutsches Projekt wird. "Wir sind bereit, zum Wiederaufbau des Landes nach mehr als zwei Jahrzehnten Krieg und Zerstörung beizutragen, zu einem neuen Afghanistan", lautet Fischers Maxime.
    Was sich so gut und helfend anhört, ist die Selbstüberforderung. Zuerst redet die Regierung sich in einen Krieg hinein, dann beginnt sie, sich in eine unmögliche Mission von Wiederaufbau und Friedenssicherung hineinzureden.
    ………..
    Fischer eröffnet die Petersberg-Konferenz und sagt, die Uno habe Deutschland gebeten, Gastgeber zu sein. Ein Diplomat formuliert es anders: "Das war eine Fischer-Sache. Der wollte einen Überbau." Nach einem Fernschreiben der Botschaft Doha vom 19. November habe sich auch der Emir von Katar als "großzügiger Gastgeber" ins Spiel gebracht; die Uno dagegen habe "Wien oder Genf als Konferenzort" favorisiert. Fischer sagt, die Staatengemeinschaft habe "klare Erwartungen" an Afghanistan: "Dazu gehört an vorderster Stelle, den Frauen ihre Rechte und Würde zurückzugeben."
    ……

    Fischer stellt ihm die Diplomatin Ursula Müller als Spezialistin für Frauenfragen zur Seite. Die Zukunft der Frauen in Afghanistan sei für die deutsche Öffentlichkeit "ganz entscheidend".
  10. #209

    Zitat von skruffi Beitrag anzeigen
    AHDR hat festgestellt, dass Vergewaltigungen, Entführungen und
    Zwangsprostitution seit dem Sturz der Taliban dramatisch z u g e-
    n o m m e n haben.
    Ja, und zwar als Gegenreaktion auf das bißchen mehr Freiheit der Frauen.
    Zitat von skruffi Beitrag anzeigen
    Was die Frauenrechte angeht, hat sich gar nichts verändert. Die Müttersterblichkeit ist die höchste der Welt. Jedes fünfte Kind stirbt, bevor es fünf Jahre alt wird.
    Laut "medica mondiale" kleiden sich 10 Jahre nach dem Sturz der Talibanregierung zwei Drittel der Frauen mit der Burka!
    Nachdem die Taliban Frauen ohne Burka Säure geschüttet haben, ist das nicht unverständlich.
    Zitat von skruffi Beitrag anzeigen
    Diese Veränderungen können nur von innen kommen, so schlimm
    es für die Betroffenen auch ist.
    Prinzipiell haben Sie ja Recht, nur, was ist, wenn dieses Bemühen brutal niedergeschlagen wird. Denken Sie an die Revolution im Iran, und daran, was mit den Demonstranten geschehen ist.

    Um im Iran wird es noch deutlicher: Wenn ein deutsches Unternehmen eine Überwachungssoftwäre für Handys an die iranische Regierung verkauft, zementiert sie deren Machtinstrumente und die Unterdrückung der Bevölkerung.

    In Afghanistan haben die USA den Taliban zur Macht verholfen, mit katastrophalen Folgen, vor allem für die Frauen.

    Insofern kann man nicht in jedem Falle sagen, dass die Probleme allein hausgemacht sind. Und Mörderregimes nicht mehr zu unterstützen, um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, wäre der erste Schritt der Hilfe zur Selbsthilfe.