Trotz Haftbefehl: Steuerfahnder verhandelt über neue Datenpakete aus der Schweiz

DPASchweizer Behörden werfen ihm Wirtschaftsspionage vor, doch der Wuppertaler Steuerfahnder Peter B. gibt sich unbeeindruckt. Nach SPIEGEL-Informationen will er zwei weitere Datenpakete aus der Schweiz kaufen. An den Kosten will sich das Finanzministerium zur Hälfte beteiligen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...826074,00.html
  1. #550

    Zitat von sonogo Beitrag anzeigen
    Meine Antwot: Nein!
    Darum leistet die Schweiz volle Rechts- und Amtshilfe bei allen Steuerdelikten - vom Steuerbetrug bis zur Steuerhinterziehung.
    Darum hat die Schweiz die OECD-Standart vollständig übernommen.
    Darum ist die Schweiz das OECD-Musterland bei der Geldwäschereibekämpfung.
    Darum besteuert die Schweiz für das Ausland Zinserträge in der Schweiz zum Steuersatz des Auslandes.
    Darum besteuert die Schweiz ausl. Schwarzgeld im Falle Deutschlands mit 21-41%.
    Tun Sie doch nicht so, als ob die Schweiz all dies aus freien Stücken tun würde, teilweise ist dies was Sie hier behaupten ja zudem auch noch nicht geltenden Gesetz. Tatsächlich ist es so, daß die Schweiz diese Maßnahmen NUR auf teilweise massiven Druck aus dem Ausland eingeführt hat.

    Zitat von sonogo Beitrag anzeigen
    Und jetzt die Gretchenfrage an Sie:
    Was macht Deutschland z.B. gegen Schwarzgeld von Schweizern auf dt. Banken? Im Grenznahen Raum sind rund ein drittel der Kunden Schweizer. Ich gebe ihnen die Antwort: NICHTS. Deutschland bekämpft die Geldwäscherei so gut wie nicht (vgl. OECD-Bericht). Deutschland besteuert Schweizer Erträge auf Deutschen Konten nicht. Deutschland erhebt keine Steuer auf CH-Schwarzgeldvermögen auf D. konten

    OECD-Bericht zur Geldwäsche: Miese Noten für Deutschland - Politik | STERN.DE

    Sendung vom 11.03.2008 - Kassensturz - SF1
    Ich habe den EIndruck, ich kann so oft wie ich will diese Behauptung widerlegen, irgend einer kommt dann doch wieder mit dieser nicht mehr aktuellen ollen Kamelle. Deutschland hat auf diese von Ihnen genannte Kritik reagiert und das als Gesetz zur Optimierung der Geldwäscheprävention nicht nur auf den Weg gebracht sondern zwischenzeitlich auch in Kraft gesetzt.
    GWPräOptG Gesetz zur Optimierung der Geldwäscheprävention
    Die im OECD-Bericht genannten Lücken sind geschlossen worden und zwar mit einer Geschwindigkeit, die man sich von der Schweiz bei der Unterstützung bei der Bekämpfung von ausländischen Steuersündern nur wünschen kann. Ihre Frage, was Deutschland gegen Schweizer Steuersünder unternimmt ist doch schon tausendmal beantwortet worden. Deutschland bietet sein langem den Informationsaustausch an, der das Übel auf beiden Seiten zumindest insoweit beenden würde, wie die jeweiligen Steuersünder ihr Geld versuchen im jeweiligen Nachbarland zu verstecken. Leider will die Schweiz das bis heute nicht, also soll man sich auch nicht beklagen.
  2. #551

    xxx

    Zitat von -snowlife- Beitrag anzeigen
    sie können noch so viele beispiele bringen wie sie wollen.. habe nie abgestritten, dass aus meiner moralischen sicht alles sauber ist. aber wie überall braucht es die rechtlichen voraussetzungen. es gab wohl einen grund warum die gelder nicht zurückflossen.
    aber auch da gilt; bevor man die nachbarn an den pranger stellt, vor der eigenen türe wischen.
    und ja, ich sags wieder; das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. wo hat ihr beispiel was mit dem bankgeheimnis zu tun? und nur weil sie und scheinbar der grossteil der deutschen bevölkerung den totalen datenaustauscht wünscht, heisst das noch lange nicht, dass dies die schweizer bevölkerung will. sie dürfen aber gerne lobbyieren, bloss manchmal erreicht man mit zu viel drohungen nur das gegenteil.
    Das haben wir ja nun begriffen, dass die meisten schweizer Bürger Ihrer Meinung nach keinen freien Datenverkehr (in Steuersachen) wünschen. Ist ja komisch....
    Für schweizer Bürger ist mir das auch herzlich egal.
    Wenn es aber um kriminelle Steuerhinterzieher aus Deutschland geht bin ich - es wird Sie nicht wundern - anderer Meinung als Sie und Ihre Landsleute.

    Übrigens bin ich auch nicht begeistert, dass Schweizer mit einreisenden Millionären und Milliardären einen "individuellen" Steuersatz aushandeln. Egal wo der liegt, die Schweiz bekommt Geld ohne jegliche Leistung. Eine weitere Bereicherung auf Kosten der Nachbarn.
    Eigentlich ist eine Ministeuer für schweizer Millionäre die sich bei uns ansiedeln überfällig!
  3. #552

    Zitat von senufo Beitrag anzeigen
    die Artikel doch mal. Sie haben behauptet, die Schweiz würde selbst gestohlene CD's kaufen. Und ich habe Sie darauf hingewiesen, dass dies so nicht stimmt. Dass die Daten verwendet wurde, habe ich nie in Abrede gestellt.

    Ist das so kompliziert.
    Einen relevanten Unterschied im diskutierten Casus darin zu sehen, ob Daten Dritter auf einer (vermeintlich illegal) verkauften oder (vermeintlich illegal) geschenkten CD genutzt werden, ist doch aber reine Rhetorik und heuchlerisch.
  4. #553

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    Übrigens bin ich auch nicht begeistert, dass Schweizer mit einreisenden Millionären und Milliardären einen "individuellen" Steuersatz aushandeln. Egal wo der liegt, die Schweiz bekommt Geld ohne jegliche Leistung. Eine weitere Bereicherung auf Kosten der Nachbarn.
    Eigentlich ist eine Ministeuer für schweizer Millionäre die sich bei uns ansiedeln überfällig!
    schön, dass sie dies begriffen haben. ja ich habe auch begriffen, finde es auch gut so, dass deutschland ihre steuerhinterzieher zu erwischen versucht.
    auch bei der pauschalbesteuerung ist es unsere angelegenheit.
    die pauschalbesteuerung funkt. aber auch nur unter bestimmten bedingungne. die personen leben ja in der schweiz, somit beziehen sie auch leistung. übrigens giebt es kantone welche die pauschalbesteuerung abgeschaft haben. übrigens ohne grosse einbussen. ein teil der personen bezahlen sogar ordentlich besteuert weniger steuern als vorher. andere halt ein wenig mehr, finden es aber immer noch toller als in ihrem heimatstaat.
  5. #554

    Na, na...

    Zitat von Fischkopp-Cop Beitrag anzeigen
    Einen relevanten Unterschied im diskutierten Casus darin zu sehen, ob Daten Dritter auf einer (vermeintlich illegal) verkauften oder (vermeintlich illegal) geschenkten CD genutzt werden, ist doch aber reine Rhetorik und heuchlerisch.
    Ob ein Dieb bezahlt und gesteuert wird, oder "Diebesgut" zur Aufdeckung von Straftaten verwendet wird ist wohl nicht ganz das Gleiche. Zumindest für mich nicht und für die meisten meiner Landsleute. Dass Sie dabei nur an Retorik denken und den Unterschied nicht sehen wollen, ist bedauerlich.

    Im Sachzusammenhang gibt es sowieso nur darum eine falsche Widergabe zu korrigieren, da ja dargestellt wurde, die Schweiz hätte für jene CD bezahlt.
  6. #555

    Mal eine andere Sicht auf die Dinge

    Zitat von algenib Beitrag anzeigen
    .........Aber warum ich im Gegensatz zu Ihnen finde .die Reichen mehr in die Pflicht genommen werden ist der. Unsere Produktivität ist laufend gestiegen. Das Wort heisst Wachstum. Dazu brauchen wir auf der anderen Seiten Kunden. Die Kunden können aber nur kaufen wenn sie Geld haben. Weil die Löhne aber stagnierten und J.Ackermann pro Tag nicht 40 kg Brot essen kann und will haben wir ein Problem. Dies versuchen wir mit Kredit zu lösen. Wo würde die Autoindustrie stehen ohne das Kredit und Leasing Geschäft.

    Sie sehen im Endeffekt brauchen also auch Sie die einfachen Arbeiter.
    Die Schuldenkrise der PIIGS Staaten geht genau in dieses Problem.
    Ich kann nicht recht erkennen ob Sie das Kunden-/Kaufkraftproblem national oder international sehen. Im nationalen Bereich ist es eindeutig falsch, wenn es als Argument zur Notwendigkeit einer Umverteilung von "oben nach unten " zur Steigerung der Kaufkraft genommen wird.

    Begründung: Zunächst teile man die Bevölkerung in Einkommensdezentile als Klasseneinteilung und addiert dann die Besetzung der Einkommensklassen bis man die Hälfte der Bevölkerungshaushalte erreicht hat. Dann nimmt man die absoluten Konsumausgaben pro Haushalt des betreffenden Dezentilbereich multipliziert mit der Anzahl der Haushalte pro Dezentilbereich und addiert diese auf. So erhält man die absoluten Konsumausgabensumme für die "obere" Einkommenshälfte und die "untere" Einkommenshälfte der Gesellschaft.

    Man sieht dann, die obere Einkommenshälfte gibt schon jetzt ca. 30%-40% mehr für Konsum aus als die untere. Weiterhin ist es die obere Einkommenshälfte, die die Investivleistungen fast ausschließlich erbringt (die untere braucht ihr Geld zum Leben) - beides Faktoren der Binnenachfrage. Das alles ist unabhängig von der zusätzlich fast ausschließlich von der oberen Hälfte getätigten Sparleistung in Finanzanlagen, die ebenfalls der Wirtschaft zu Gute kommt.

    Verteilt man nun von oben nach unten um, so muss die untere Hälfte erst einmal ihr Nachfragedefizit zur oberen Hälfte aufholen, bevor ein positive Änderung der Binnennachfrage entsteht. Gleichzeitig wird aber die obere Hälfte ihre Konsum- und Investivleistungen bei Umverteilung einschränken.

    Der Effekt einer Umverteilung von oben nach unten ist also aller-, aller-, allerbestenfalls Null - eher negativ - für die Stärkung der Binnenachfrage. Besser wäre eine Umverteilung von unten nach oben.

    National ist also diese Behauptung, eine Umverteilung von oben nach unten stärke die Binnenachfrage, eher ein Märchen, aufgebracht und ständig wiederholt, um eine Ideologie zu stützen.

    Auch international wage ich die Behauptung, dass es genug Alternativmärkte gibt um Nachfragerückgänge nach Investivgütern aus schwachen, überschuldeten Ländern zu kompensieren - zumal diese sowieso nicht nennenswert sein werden. (Was und wieviel bestellt die griechische Industrie im Vergleich zu Schweiz oder China??)
  7. #556

    Zitat von Fischkopp-Cop Beitrag anzeigen
    Einen relevanten Unterschied im diskutierten Casus darin zu sehen, ob Daten Dritter auf einer (vermeintlich illegal) verkauften oder (vermeintlich illegal) geschenkten CD genutzt werden, ist doch aber reine Rhetorik und heuchlerisch.
    Bezüglich den Haftbefehlen ist hier mal eine juristische Auseinandersetzung damit... natürlich ist es nur die Meinung eines Juristen... ein anderer Jurist mag dies anders sehen:

    Staatenimmunität und Haftbefehle gegen deutsche Steuerfahnder | Juraexamen.info
  8. #557

    Ich bin Platt

    Zitat von -snowlife- Beitrag anzeigen
    sie können noch so viele beispiele bringen wie sie wollen.. habe nie abgestritten, dass aus meiner moralischen sicht alles sauber ist. aber wie überall braucht es die rechtlichen voraussetzungen. es gab wohl einen grund warum die gelder nicht zurückflossen.
    aber auch da gilt; bevor man die nachbarn an den pranger stellt, vor der eigenen türe wischen.
    und ja, ich sags wieder; das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. wo hat ihr beispiel was mit dem bankgeheimnis zu tun? und nur weil sie und scheinbar der grossteil der deutschen bevölkerung den totalen datenaustauscht wünscht, heisst das noch lange nicht, dass dies die schweizer bevölkerung will. sie dürfen aber gerne lobbyieren, bloss manchmal erreicht man mit zu viel drohungen nur das gegenteil.
    Ich bitte sie, wenn die Regierung die Nummern der Konten gewußt hätte wäre das Geld nach Schweizer Recht ausgezahlt worden.
    Sie haben es aber nicht gewußt, das Geld vom Kaiser gehört dem Volk, denn er hat es vom Volk genommen. Er hat es ja nicht vom lieben Gott bekommen. Dieses Geld würde nach Schweizer Gesetz ewig den Schweizer Banken gehören, wenn sich keiner mit diesen Numern meldet. Ich nenne soetwas Parasitentum. Es leben demnach Schweizer Bürger, nicht alle , von diesem Geld. Für mich ekelhaft.
  9. #558

    Zitat von senufo Beitrag anzeigen
    Ob ein Dieb bezahlt und gesteuert wird, oder "Diebesgut" zur Aufdeckung von Straftaten verwendet wird ist wohl nicht ganz das Gleiche. Zumindest für mich nicht und für die meisten meiner Landsleute. Dass Sie dabei nur an Retorik denken und den Unterschied nicht sehen wollen, ist bedauerlich.

    Im Sachzusammenhang gibt es sowieso nur darum eine falsche Widergabe zu korrigieren, da ja dargestellt wurde, die Schweiz hätte für jene CD bezahlt.
    Der Punkt ist doch, ob vermeintlich illegal verschaffte Daten durch Behörden genutzt werden dürfen.
    Für Deutschland negiert die Schweiz dies, für die Schweiz selbst aber wird es als legitim betrachtet. Das ist Opportunismus in Reinform.
  10. #559

    Tax Russland

    Zitat von algenib Beitrag anzeigen
    Sie glauben also wenn in Deutschland die Steuern gesenkt werden gibt es weniger Hinterziehung . dazu eine Anmerkung .Ich kenne in Moskau jemand der im Immobilien Geschäft tätig ist und beim Fiskus ein Einkommen von 0 hat

    Russland hat eine Flattax von 10% was ,man möge mich korrigieren der niedrigste Steuersatz Europas ist (ausser Monaco)
    Russland hat 13% für residents - Bulgarien hat 10% Flat.

    Klar, gibt es weniger Hinterziehung, denn die Opportunitätsgrenze wird verschoben. Das Risiko Gewinnprofil ändert sich und es rentiert ab einer vernünftigen Steuer nicht mehr das Risiko einzugehen. Wir zahlen mit unserer Tochter in Bulgarien ohne zu zögern 10% Flat.

    Derzeit versucht man den umgekehrten Weg die Strafen zu erhöhen ujnd mit sogar mit kriminellen Mitteln durchzusetzen. Das wird allerdings keinen bisher "Straffälligen" motivieren können sein Verhalten aufzugeben - es nützt ihm nichts. Noch nicht Kriminalisierte werden in Zukunft eher die komplexeren und etwas teureren Wege der internationalen Strukturierung gehen. Aber -sie werden sie auf jeden Fall gehen.

    Eine Steuer muss nämlich auch verlässlich stabil für die Zukunft zu erwarten sein. Wenn, wie in Deutschland alle Nase lang von einer linken Regierung eine substantielle Verschlechterung der Situation und Behandlung der Steuersubjekte in Aussicht gestellt wird, hält das das Geld auch bei niedriger Steuer nicht im Land.