Trockener Kontinent: Atlas enthüllt gigantische Wasser-Reserven unter Afrika

NERC/British Geological SurveyAfrika leidet unter chronischem Wassermangel. Eine neue Karte zeigt einen Ausweg: Unter dem Kontinent lagert fast 14.000-mal so viel Wasser wie im Bodensee. Experten fordern, die Erschließung besser zu planen - einfache Pumpen könnten Ortschaften versorgen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...828776,00.html
  1. #10

    Die eigentliche Frage ist doch wieviel von diesem Wasser überhaupt nutzbar ist, denn die Menge erscheint mir fast schon unwahrscheinlich hoch. Nur mal so zum Vergleich: Die angegebene Menge von 660.000 km^3 würde reichen um 1 Milliarde Menschen bei einem Wasserverbrauch von 100 l für etwa 18.000 Jahre zu versorgen. Das klingt erstmal super und da bräuchte man sich auch keine Sorge um eine Erschöpfung der Vorräte zu machen.

    DAS PROBLEM: Der allergrößte Teil dieses Wassers (so überhaupt wirklich vorhanden) wird wohl nicht förderbar sein. Nimmt man dann noch an, dass die aktuelle Zahl zu hoch ist, dann kann es durchaus dazu kommen, dass die Vorräte in 100 Jahren oder so erschöpft sind....und dann hätte man wieder dasselbe Problem wie vorher.
  2. #11

    Mehrere Dinge kommen im Artikel viel zu kurz. Nicht ganz Afrika hat ein Wasserproblem, denn Afrika besteht nicht nur aus Sahara. In Afrika gibt es riesige tropische und subtropische Gebiete, die gar nicht wissen, wohin mit ihrem Wasser und die extrem fruchbar sind. Nur dort gibt es das Problem, dass die Leute dort absolut unfähig sind, mit diesem Wasser richtig umzugehen, es auch wieder zu klären, nachdem man es verschmutzt hat, es richtig, gerecht und sicher zu verteilen usw.
    Im Norden hingegen gibt's natürlich riesige trockene Wüstengebiete. Dor fehlt einfach der Niederschlag. Natürlich kann man fordern, doch die unterirdischen Grundwasservorräte zu nutzen. Das Hauptproblem dabi ist aber, dass diese Vorräte höchstens für 50 bis 100 Jahre reichen, selbst wenn man sie absolut optimal und sparsam nutzt. Nur was kommt nach diesen 50 bis 100 Jahren? Diese Grundwasservorräte erneuern sich nämlich nicht, sondern sind teilweise schon Hunderttausende von Jahren alt.
    Im Prinzip gibt's für das Wasserproblem in Afrika nur eine einzige Lösung für den ganzen Kontinent. Das sich erneuernde Wasser der Tropen und Subtropen müsste mit einem effektiven Verteilnetz aus den wasserreichen Gebieten in die wasserarmen transportiert und verteilt werden, aber ehrlich gesagt halte ich den größten Teil Afrikas einfach für zu korrupt und gesellschaftlich zu unterentwickelt, um so ein System effektiv zu betreiben, selbst wenn der Westen oder sonstwer es ihm kostenlos bauen würde. Alternativ müssten große Teile der Bevölkerung dort halt irgendwann einsehen, dass es nicht besonders klug ist, in einer wasserknappen Region eine riesige Bevölkerungsexplosion zu veranstalten. Ich kann ja auch nicht Zehntausend auf den Mars umsiedeln und mich dann dort wundern, dass die dort alle nicht atmen können, weil's einfach keine Luft gibt ...
  3. #12

    Wird gemacht. Hilft nichts.

    Zitat von frodo88 Beitrag anzeigen
    Wie wäre es, wenn wir deutsche Entwicklungshelfer hinschicken, oder jugendliche, die aus Staatskosten ein freiwilliges soziales Jahr in Afrika machen wollen, um nach dem Wasser zu graben?
    Das passiert bereits in großem Stil, tausendfach, solarbetriebene Brunnen. Die Anlagen halten nur nicht lange, weil sie meistens von Stammesmitgliedern und Medizinmännern zerstört werden. Sobald nach deren Installation ein Unglück passiert oder eine Krankheit ausbricht, wird die neue Brunnenanlage als "verflucht" dafür verantwortlich gemacht und zerstört. Weil die Leute nicht verstehen, wie das Ding funktioniert. Die andere Variaten ist, daß die Anlage von Neidischen aus einem der Nachbarstämme zerstört wird. Afrika leidet nicht an Wassermangel. Es leidet daran, daß dort, wo Wassermangel herrscht, die Einwohner auf einem Entwicklungsstand sind, der nicht einmal eine Elektropumpe verkraftet. Und von einer Wartung durch Einheimische kann man nur träumen. Tut mir leid, aber man muß das so klar sagen. Afrika könnte 10x soviel Nahrungsmittel produzieren, als es selbst braucht. Wenn die Leute wenigstens die simpelsten Grundlagen der Landwirtschaft verstehen würden. Das ist nicht der Fall, Mißernten werden immer noch den Göttern zugeschrieben. Und da helfen nur Medizinmänner, Opfer und Beten.
  4. #13

    Zitat von JuergenM Beitrag anzeigen
    aber was passiert, wenn man das Wasser gefördert und für irgendwelche idiotische Projekte verpulvert hat? Füllen sich diese Reservoire wieder?
    Was passiert, wenn die Reservoire leer sind, verschwinden dann eventuell ganze Dörfer oder Städte von der Oberfläche?
    Dasselbe hatte ich eben auch überlegt. Hm, ev. entstehen so einige neue Täler in Afrika. Große Täler. Oder einige Landstriche versinken regelrecht. Oder es brechen Kriege um das Wasser aus.

    n01
  5. #14

    Der Vergleich mit dem

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Afrika leidet unter chronischem Wassermangel. Eine neue Karte zeigt einen Ausweg: Unter dem Kontinent lagert fast 14.000-mal so viel Wasser wie im Bodensee. Experten fordern, die Erschließung besser zu planen - einfache Pumpen könnten Ortschaften versorgen.

    Trockener Kontinent: Atlas enthüllt*gigantische Wasser-Reserven unter Afrika - SPIEGEL ONLINE
    fuer deutsche Verhaeltnisse "riesigen Bodensee" ist schon enorm.
    An dem kann die Stadt Muenchen (1,2 Mio.Einwohner ca. 10 Tage ihr "Gebrauchswasser" beziehen, dann ist er fast leer. Wenn Abermillionen Afrikaner erst einmal einfangen an den 13..... mal groesseren Wasservorkommen zu saugen, kann man die Bevoelkerung ganz Afrikas mit Gebrauchwasser versorgen? Ist schon ne klasse Rechnung. Minimieren wir einfach die Menschen in Afrika die Wasser benoetigen auf die Einwohnerzahl von Muenchen, und schon ist jeder Afrikaner "gluecklich".
  6. #15

    Exxon, Total und Shell....

    Zitat von einsteinalbert Beitrag anzeigen
    geht, Wasser in Afrika - selbst aus großer Tiefe - zu fördern, sollte eigentlich kein Preis zu hoch dafuer sein. DCie Ölfelder liegen durchschnittlich in einer Tiefe
    zwischen 2000 - 4000 m und da scheint es kein Problem mit den Förderungskosten zu geben. Freilich lässt sich mit Wasser kein so gutes Geschäft machen wie mit dem Öl. Diejenigen, welche mit dem Öl Milliardengewinne erzielen, könnten durch ruhig auch fuer die Menschen und Tiere in Afrika etwas tun. Sie zieren sich aber. Das ist perfide und menschenverachtend.
    ... sollten also auf eigene kosten wasser in afrika foerdern weil sie mit oel milliardengewinne machen? interessant. dann lassen wir aber bitte auch noch die pharmafirmen mitbohren und Apple. die machen auch gute gewinne.

    ach ne, mit dem entwicklungshilfegeld was schon seit jahrzehnten in der korruption in afrika versickert, koennen die alles anbohren was sie wollten....
  7. #16

    Zitat von hador2 Beitrag anzeigen
    Die eigentliche Frage ist doch wieviel von diesem Wasser überhaupt nutzbar ist, denn die Menge erscheint mir fast schon unwahrscheinlich hoch. Nur mal so zum Vergleich: Die angegebene Menge von 660.000 km^3 würde reichen um 1 Milliarde Menschen bei einem Wasserverbrauch von 100 l für etwa 18.000 Jahre zu versorgen. Das klingt erstmal super und da bräuchte man sich auch keine Sorge um eine Erschöpfung der Vorräte zu machen.

    DAS PROBLEM: Der allergrößte Teil dieses Wassers (so überhaupt wirklich vorhanden) wird wohl nicht förderbar sein. Nimmt man dann noch an, dass die aktuelle Zahl zu hoch ist, dann kann es durchaus dazu kommen, dass die Vorräte in 100 Jahren oder so erschöpft sind....und dann hätte man wieder dasselbe Problem wie vorher.
    nein, man hätte ein schlimmeres, weil inzwischen eine noch größere Zahl von Menschen an regelmäßiges Wasser gewöhnt ist und beim plötzlichen Ausbleiben die Katastrophe ausbräche.
  8. #17

    Ich kenne Projekte in Afrika und habe selbst welche geleitet. Etliche afrikanischen Staaten geben Millionen aus, um Waffen zu kaufen. Warum bohren sie nicht selbst nach Wasser? Weil es viel einfacher ist bei der internationalen Gemeinschaft jedes Jahr einen auf "arm" zu machen und die Hand auf zu halten. Liefern die dann Wasserpumpen sind auch unter Anleitung nicht in der Lage die selben zu betreiben. Wenn sie kaputt sind gibt es ja nächstes Jahr neue - umsonst. Oder, selbst in Tansania erlebt, bevor alle Teile einer grossen solaren Pumpenanlage am Ziel angelangt waren, wurden belanglose, aber wichtige Teile wie Spezial-Schrauben geklaut. Bis Ersatz da war, war Ware im Wert von 70.000 Euro verschwunden. Fazit: einige Spendenempfänger sind nicht mal in der Lage auf das Geschenk aufzupassen. Fazit: besser nichts mehr schenken, denn wenn es bezahlt werden muß, passt der Käufer bestimmt darauf auf !! Gut Nacht, Afrika.
  9. #18

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Afrika leidet unter chronischem Wassermangel. Eine neue Karte zeigt einen Ausweg: Unter dem Kontinent lagert fast 14.000-mal so viel Wasser wie im Bodensee. Experten fordern, die Erschließung besser zu planen - einfache Pumpen könnten Ortschaften versorgen.

    Trockener Kontinent: Atlas enthüllt*gigantische Wasser-Reserven unter Afrika - SPIEGEL ONLINE
    Ach, das alte Spiel "Brunnen graben". Das hat mir mein Schwiegervater, der vor 30 jahren als junger Mann in Afrika war schon erzählt. Man baut einen Brunnen, erklärt die Funktion und denkt man hat Gutes getan. Kommt man nach 5 Jahren wieder, ist der Brunnen versandet, weil niemand die einfachsten und vorher erklärten Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt hat.
    Afrikas Problem ist nicht Wasserknappheit. Afrikas Problem sind seine Bewohner - oder unsere Moralvorstellungen, in denen ein natürliches Leben (zu dem haufenweises sterben bei Dürre dazugehört) nicht zu tolerieren ist.
  10. #19

    ist es nicht merkwürdig, dass jetzt nach einem halben Jahr nachdem Gaddafi um die Ecke gebracht wurde, diese "Neuigkeit" an die Öffentlichkeit gebracht wird ...?

    ein Schelm wer nun denkt, es gäbe einen Zusammenhang damit, dass der böse Diktator eliminiert wurde nur weil er selbst die Wasserrechte nutzen und einsetzen wollte, ohne andere um Erlaubnis zu fragen