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Triumph für die deutsche Autolobby: Schwer darf mehr

DPABis 2020 sollen die CO2-Emissionen von Autos im Schnitt auf 95 Gramm pro Kilometer sinken. Jetzt soll ein Entwurf für eine EU-Verordnung das Verhältnis zwischen Gewicht und Kohlendioxid neu regeln. Davon profitieren vor allem die deutschen Hersteller.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...843509,00.html
  1. #100

    Dickes Auto = Statussymbol für Prolls

    Hallo Herr Rennflosse,

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Aber als die Motorisierung in Deutschland (so ab den fünfziger Jahren) in Gang kam, da entstand auch der Neidreflex des Kleinwagenfahrers gegen den Besitzer eines großen, schweren und teuren Fahrzeugs. Das ist heute immer noch so n
    Die Zeit, von der Sie reden ("ab den fünfziger Jahren"), das ist wohl die Zeit, in der Sie aufgewachsen sind? Und seit dem haben Sie nicht mehr so viel von der Welt mitbekommen? Anders kann ich mir Ihren Beitrag nicht erklären.

    Ein dickes Auto als "Statussymbol", das gab es mal in der Nachkriegszeit, vielleicht so bis in die Siebziger.

    Heute ist ein fettes Auto allenfalls noch ein Statussymbol für die Jugendlichen aus der Unterschicht. In den "Problembezirken" der Stadt sieht man an jeder Ecke Halbwüchsige, die voller Bewunderung um dicke Dreckschleudern von BMW und Mercedes herumstehen. Die Topverdiener, die ich kenne, haben entweder überhaupt keine eigenen Autos, oder sie fahren Kleinwagen, mit denen sie bequem in der Innenstadt Parkplätze finden.

    Und das alles hat nichts mit CO2 oder Umwelt zu tun. Die schicken Besserverdiener können sich eben teure Wohnungen in den gentrifizierten In-Vierteln leisten und lassen sich ihren Einkauf vom Lieferservice in die Wohnung bringen. Da ist ein Auto nur lästig und zeitraubend. Zur Arbeit fahren sie mit dem Rad, der moderne Manager will schließlich fit sein. Der Hausmeister kommt mit dem Auto, der leitende Angestellte mit dem Rad.

    So ändern sich eben die Zeiten. Aber das alles scheint ziemlich spurlos an Ihnen vorüber gegangen zu sein.
  2. #101

    Verhältnis

    Zitat von HäretikerX Beitrag anzeigen
    ..ok, die Gebetsmühle! Sicher, es gibt Neid! ..wenn jedoch immer wieder Themen, ob Managergehälter, SUV`s, Spritverbrauh etc. auf die Formel "Neid" reduziert werden sollen.. Bitte, bitte.. das ist einfach viel zu "schlicht"!! Es geht es vielleicht vielmehr darum, dass Betroffene vielleicht doch an unangenehme Auswirkungen ihres Tuns erinnert werden ?? ;-)
    Es geht um mehr? Ja, es geht um die Verhältnismäßigkeit. Schaut man sich die Verkaufszahlen teurer Oberklassenmodelle an (solche die tatsächlich aussergewöhnlich viel Sprit verbrauchen), und vergleicht sie mit den Verkaufszahlen der ach so sparsamen Brot-und -Butter-Klainwagen der Kleinbürger, dannt kommt dabei heraus:

    Die Auswirkungen sind so marginal, dass sie überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Weil nämlich eine Million Golf (o.ä.) ein Vielfaches an CO2 abgeben als 1.000 Cayenne.

    Oder dass demnächst Millionen von Chinesen den Kauf eines Autos realisieren werden. Aber soweit reicht der Arm des deutschen Kritikers nicht. Da schimpft er lieber auf jene, deren Fahrzeug er sich nicht leisten kann. Das ist Heuchelei.

    Der Umwelt würde es helfen, wenn es nur noch Luxusfahrzeuge für Reiche geben würde und das gemeine Volk vom MIV ausgeschlossen wird. Das bedeutet, dass der Fahrzeugbestand auf ein Millionstel des derzeitigen Bestandes schrumpfen würde. Eine unbequeme Wahrheit.
  3. #102

    Vernünftig

    Zitat von sample-d Beitrag anzeigen
    Hmm.. - so ganz will ich da nicht zustimmen.. bei mir ist es z.B. so, dass ich grosse schwere Autos aus mehreren Gründen blöd finde (CO2, Parkplatzverbrauch, Sicht beim Hinterherfahren...), und auch selbst nicht gerne fahren würde (ausser auf längeren Reisen).
    Während ich hingegen Leute beneide die sich kleine, teure sportliche Autos leisten können (Lotus Elise, Tesla Roadster, Porsche 911er, Audi R8....)
    Da wäre mir zum einen Fahrspass und Dynamik doch wichtiger - und auch schon als Kind befand ich grosse Autos (damals vorwiegend Mercedes) vom Design als die hässlichsten Autos.
    Ander finden große geräumige Fahrzeuge schöner, praktischer, sicherer. Die haben oft auch schon nach ein paar Jahren einen hohen Kilometerstand, weil sie eben viel auf der Langstrecke gefahren werden.
  4. #103

    Lieber Herr bembel

    Zitat von bembel71 Beitrag anzeigen
    Hallo Herr Rennflosse,



    Die Zeit, von der Sie reden ("ab den fünfziger Jahren"), das ist wohl die Zeit, in der Sie aufgewachsen sind? Und seit dem haben Sie nicht mehr so viel von der Welt mitbekommen? Anders kann ich mir Ihren Beitrag nicht erklären.

    Ein dickes Auto als "Statussymbol", das gab es mal in der Nachkriegszeit, vielleicht so bis in die Siebziger.

    Heute ist ein fettes Auto allenfalls noch ein Statussymbol für die Jugendlichen aus der Unterschicht. In den "Problembezirken" der Stadt sieht man an jeder Ecke Halbwüchsige, die voller Bewunderung um dicke Dreckschleudern von BMW und Mercedes herumstehen. Die Topverdiener, die ich kenne, haben entweder überhaupt keine eigenen Autos, oder sie fahren Kleinwagen, mit denen sie bequem in der Innenstadt Parkplätze finden.

    Und das alles hat nichts mit CO2 oder Umwelt zu tun. Die schicken Besserverdiener können sich eben teure Wohnungen in den gentrifizierten In-Vierteln leisten und lassen sich ihren Einkauf vom Lieferservice in die Wohnung bringen. Da ist ein Auto nur lästig und zeitraubend. Zur Arbeit fahren sie mit dem Rad, der moderne Manager will schließlich fit sein. Der Hausmeister kommt mit dem Auto, der leitende Angestellte mit dem Rad.

    So ändern sich eben die Zeiten. Aber das alles scheint ziemlich spurlos an Ihnen vorüber gegangen zu sein.
    Durchaus nicht. Tatsächlich gibt es in den Problembezirken von Berlin eine Menge muskelbepackter Typen mit Goldkettchen und zunehemd weißen Mercedes CLS mit Superduperalufelgen und Powerstereoanlege, aus denen dann der Muezzin zum Freitagsgebet zum Wummern der Bässe zu rufen scheint. Und dazu jede Menge an betagten Oberklasselimos, vorwiegend mit Jugendlichen aus dem arabischen Sprachraum, DIE wissen solche Autos noch zu schätzen.

    Die IN-Typen, von denen Sie hier schreiben, sieht man in Berlin höchst selten. Die meisten Schwarzlimousinenfahrer sind Anzugtypen mit dem Smartphone als Armprothese. Und der Lieferservice kommt auch nicht mit dem Rad.

    Was Sie hier bemühen, sind Klischees. Die scheinen sie nur aus dem Unterschichtenfernsehen zu kennen. Was glauben Sie wohl, warum die Autoindustrie heute mehr denn je zuvor auf Emotion setzt. Ausserdem geht es nicht um den Verkauf im eigenen Land, der ist nur marginal. Wichtiger ist der Export.

    Und in vielen anderen Ländern haben bestimmte Autos einen ganz anderen Dresscode als hier. Wenn "fette" Autos so eine geringe Bedeutung für die Hersteller hätten, dann täten die sich dafür nicht so ins Zeug legen, glauben Sie mir.
  5. #104

    Wie realitätsfern ist das denn.. ;-)

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Es geht um mehr?
    ....Der Umwelt würde es helfen, wenn es nur noch Luxusfahrzeuge für Reiche geben würde und das gemeine Volk vom MIV ausgeschlossen wird. Das bedeutet, dass der Fahrzeugbestand auf ein Millionstel des derzeitigen Bestandes schrumpfen würde.
    Eine unbequeme Wahrheit...
    ..ich glaube, wir sollten nach Wegen suchen, die eben nicht diejenigen etabliert, die auf Kosten anderer leben und solche Argumentaionsketten zur eigenen Rechtfertigung provoziert!
  6. #105

    Dicke Autos für die Dritte Welt?

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Ausserdem geht es nicht um den Verkauf im eigenen Land, der ist nur marginal. Wichtiger ist der Export. Und in vielen anderen Ländern haben bestimmte Autos einen ganz anderen Dresscode als hier.
    Das sehe ich genau so. Anders als bei uns sind dicke Autos in der Dritten Welt auch heute noch ein Statussymbol für Besserverdiener.

    Das ist kein Wunder: Es gibt dort keine Infrastruktur, deswegen ist man auf das Auto angewiesen. Und an Kreuzungen hat der Stärkere Vorfahrt, da braucht man natürlich ein PS-starkes Auto, wenn man es sich leisten kann.

    Aber in reichen Ländern sieht es eben anders aus: In der Schweiz und in Skandinavien fährt der gut verdienende Manager in bequemen öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Rad zur Arbeit. Auch bei uns geht der Trend eindeutig in diese Richtung. (Und Langstrecken fährt in Europa sowieso kein normaler Mensch mit dem Auto).
  7. #106

    ab 2013 Jogging-Verbot - zuviel CO2 nur wegen Spaß

    Zitat von HäretikerX Beitrag anzeigen
    ..ich glaube, wir sollten nach Wegen suchen, die eben nicht diejenigen etabliert, die auf Kosten anderer leben und solche Argumentaionsketten zur eigenen Rechtfertigung provoziert!
    Wieso lebt denn ein z.B. S-Klasse-Fahrer angeblich auf Kosten anderer?
    Wg. dem Spritkonsum, dem CO2-Ausstoß und den Rohstoffen bei der Herstellung.

    Ohne das restliche Leben zu betrachten, ist es in der Tat so, dass der Einzelne S-Klasse-Fahrer durch sein Auto etwas mehr von den oben gen. Dingen nimmt, als z.B. ein Golf-Fahrer.

    Auf die entscheidende große Masse gesehen ist das nur ein Pups. Ob einer nun z.B. Touareg fährt oder nicht. Gut fahren eben 10.000 (Zulassung 2011) wenig davon rum. Und dafür 10.000 mehr Passat.
    Wem ist dadurch geholfen?

    Das ist doch alles wie etwa ein Joggingverbot. Da kommen Leute ins Schnaufen, atmen schneller und tiefer -> stoßen also mehr CO2 aus.
    Und vor allem wird zu fast 100% aus Spaß gejoggt, ist also vermeidbar.

    Also ab 2013 Verbot von Jogging und Radtouren. Jeder der schneller läuft als Gehen, wird von der CO2-Polizei bestraft. Wer mit dem Rad unterwegs nicht zur Arbeit fährt, auch.

    Ich weiß, mengenmäßig ist das Idiotie hoch 10. Aber es geht ums Prinzip. Und gegen den Spaß und so.
  8. #107

    Wie gesagt..

    Zitat von neue_mitte Beitrag anzeigen
    Wieso lebt denn ein z.B. S-Klasse-Fahrer angeblich auf Kosten anderer?
    Wg. dem Spritkonsum, dem CO2-Ausstoß und den Rohstoffen bei der Herstellung.
    Ohne das restliche Leben zu betrachten, ist es in der Tat so, dass der Einzelne S-Klasse-Fahrer durch sein Auto etwas mehr von den oben gen. Dingen nimmt, als z.B. ein Golf-Fahrer.
    Auf die entscheidende große Masse gesehen ist das nur ein Pups. Ob einer nun z.B. Touareg fährt oder nicht. Gut fahren eben 10.000 (Zulassung 2011) wenig davon rum. Und dafür 10.000 mehr Passat.
    Wem ist dadurch geholfen?
    Das ist doch alles wie etwa ein Joggingverbot. Da kommen Leute ins Schnaufen, atmen schneller und tiefer -> stoßen also mehr CO2 aus.
    Und vor allem wird zu fast 100% aus Spaß gejoggt, ist also vermeidbar.
    Also ab 2013 Verbot von Jogging und Radtouren. Jeder der schneller läuft als Gehen, wird von der CO2-Polizei bestraft. Wer mit dem Rad unterwegs nicht zur Arbeit fährt, auch.
    Ich weiß, mengenmäßig ist das Idiotie hoch 10. Aber es geht ums Prinzip. Und gegen den Spaß und so.
    ..relativieren bis der Arzt kommt! ;-) Bloß keine selbstkritischen Fragen.. und ja keine Handlungen, die dazu beitragen könnten, dass Verantwortung.. auch mit kleinen Beiträgen, an Gewicht gewinnt!
    Im Ernst: Spaß kann man trotzdem haben!
  9. #108

    Verantwortungsvoll Spaß haben

    Zitat von HäretikerX Beitrag anzeigen
    ..relativieren bis der Arzt kommt! ;-) Bloß keine selbstkritischen Fragen.. und ja keine Handlungen, die dazu beitragen könnten, dass Verantwortung.. auch mit kleinen Beiträgen, an Gewicht gewinnt!
    Im Ernst: Spaß kann man trotzdem haben!
    Das ist kein Gegensatz. Wir praktizieren das jeden Tag. Man geht auf den Schießstand und ballert auf Pappscheiben. Man pinnt einen Zettel im Hausflur an mit der Ankündigung, dass es bei der Feier ein bisschen lauter werden könnte. Man vermeidet Alkohol wenn man noch fahren muss.

    Wir lassen unser Altöl nicht in der Erde versickern. Wir lassen unsere Motoren nicht im Stand unnötig laufen. Wir halten vor "Zebrastreifen."

    Manche fahren große Motoryachten auf Binnengewässern. Andere lieben große Motorräder. Und wieder andere kaufen schöne Autos oder "dicke" Autos. Das ist völlig bedeutungslos für die Welt.

    Wenn Leute oder Gremien anfangen Spaß zu definieren oder darüber bestimmen zu wollen, dann ist die Gesellschaft wirklich auf den Hund gekommen. Weil diese Leute keine Verhältnismäßigkeit kennen.


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