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Tripolis: Proteste gegen Autonomie von Ost-Libyen
DPAEs ist ein Affront gegen die Übergangsregierung in Tripolis: Der ölreiche Osten Libyens strebt nach Autonomie. In der Hauptstadt gingen Hunderte Menschen auf die Straße und demonstrierten gegen den Entschluss von Bengasi. Auch die internationalen Öl-Konzerne dürften verunsichert sein.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...819747,00.html
- #20 07.03.2012 11:07 von
Den NATO-Marionetten schwimmen die Felle weg
[QUOTE=lifeguard;9778046]der stadtrat von misrata der erste freigewählte rat in der geschichte des landes überhaupt ist.
QUOTE]
Zur Wahl des Rates von Misurata wurden nur etwa 50.000 Wahlberechtigte zugelassen - im wesentlichen die Stämme Nord-Misuratas. Da die Stadt aber 260.000 Einwohner hat, war ca. die andere Hälfte (Süd-Misurata) im wahlfähigen Alter ausgeschlossen.
Jalil hat heute in Misurata angekündigt, eine Abspaltung mit Waffengewalt zu verhindern. Die Ost-Milizen haben im Gegenzug angekündigt, Barqa militärisch zu verteidigen. - #21 07.03.2012 11:40 von
[QUOTE=robert.haube;9778491]
sehr lustig. so ne teilung hab ich bisher nur auf pro-gaddafi-links gefunden und außerdem ist das schwachsinnig, die ganze stadt wurde damals belagert und beschossen.
und ganz abgesehen davon geht es hier um mitspracherechte und representanz und nicht um eine sezession, das hätte man schon letztes jahr haben können. kein landesteil kann als eigener staat überleben
ich glaub, das hier diesmal äußere kräfte eine rolle spielen, angefangen von exilierten anhängern gaddafis bis hin zu arabischen regierungen, denen der geist der revolution nicht mehr geheuer ist. - #22 07.03.2012 11:59 von
?
[QUOTE=lifeguard;9778714]
Warum sollte ein Landesteil nicht als eigenständiger Staat überleben - zumal man auf den wichtigsten Gütern dieser Region sitzt. Es wär alles im Lot!
Außerdem kristallisieren sich langsam die wahren Beweggründe einheimischer "Freiheitskämpfer" heraus.
Ich lach mich immer noch schlapp über die gutgläubigen User in hiesigen Foren, die meinten dort fand eine Revolution aus der Not (Regime/Unterdückung/Folter usw.) heraus statt. Der jetzige Wortführer, der nach langer Abstinenz wieder den Thron besteigen will (wie es sich für ein Adelssprössling gehört) , sagt eigtlich alles über etwaige Motivationen der sog. Rebellen aus.
Es geht (wie meist) einfach nur um den Kuchen und dessen Verteilung. Wieder haben einmal viele Kritiker des voreiligen Natoeinsatzes recht behalten.
Naja mir solls recht sein! - #23 07.03.2012 15:24 von
- #24 07.03.2012 15:50 von
- #25 07.03.2012 16:59 von
Nochmal
Werfen sie mal einen Blich auf eine Karte. Die Masse der Ölfelder liegt in der Mitte des Landes, also in dem Gebiet in dem gekämpft werden wird, sobald dieser Konflikt voll ausbricht. Dann ist nix mehr mit Öl fördern!
So, und warum sollte das jetzt im Interesse finsterer westlicher Hintermänner sein, die nur das Öl haben wollen? - #26 07.03.2012 17:33 von
Libyen...
Neue Verträge mit einem neuen Staat auszuhandeln ist weit schwieriger als alte zu übernehmen. Nebenbei ist die Anerkennung eines neuen Staates ein langer iter mit unsicherem Ausgang. Bsw. der Kosovo, er wird bis heute nicht von allen Staaten anerkannt, darunter EU-Staaten sowie die UN-Vetomächte Rußland und China, und befindet sich nach Jahren immer noch im Limbus zwischen Staat und Nichtstaat. Das Risiko ist einfach zu hoch und für die Konzerne ist es prioritär die Kapazität hochzufahren. Des weiteren rechne ich nicht mit einem neuen Staat weil das in Entstehung begriffene Staatswesen in Libyen zutiefst prowestlich ist.
Vergleichen wir die Situation mit der des Südsudan. Die sudanesische Zentralregierung ist zutiefst antiwestlich und ist mit der chinesischen Regierung enge wirtschaftliche&politische Beziehungen eingegangen. Aus Sicht des Westens machte es also Sinn den (prowestlichen ;) Südsudan(und das öl darunter ;) zu einem neuen Staat zu machen und seine Bildung und Unabhängigkeit, nach jahrzehntelangen Kämpfen!, zu fördern.
Die Situation in Libyen ist aus Sicht des Westens eine vollkommen andere. Die neue Regierung ist prowestlich, garantiert die Verträge bzw. unterschreibt neue, eine Zentralregierung ist unterm Strich der Stabilität förderlicher. Und Stabilität garantiert auch daß Libyen nicht zu einem failed state wird und sich zu einem Einfallstor für Migranten nach Europa entwickelt...
Realistisch ist ein Mehr an Autonomie, aber kein neuer Staat. Meiner Ansicht sollten wir aber nicht alles überbewerten. Meiner Ansicht geht es in erster Linie um die Verteilung des Kuchens. Dabei wird mit Haken und Ösen vorgegangen und mitunter auch mit Sezession gedroht. Das kenne ich auch aus Südtirol. Wenns ums Geld geht wird gerne mit Sezessionsdrohungen gearbeitet...
Schian Gruaß... - #27 07.03.2012 17:43 von
Libyen...
Wir sollten etwas Geduld haben...
Wir sind in einer schwierigen Übergangsphase in einem waffenstarrenden Land das gerade erst einen Bürgerkrieg mit ausländischer Intervention hinter sich hat. Jetzt wird gerade das Fell verteilt.
Gerade weil die neue Regierung nicht die Strukturen des alten Regimes übernehmen wollte, muß praktisch bei Null begonnen werden. Vierzig Jahre Alleinherrschaft lassen sich nicht in wenigen Monaten canceln. Libyen ist meiner Ansicht nicht ein failed state im Sinne was man von den vorhergehenden Bsp. darunter versteht. Es ist vom Afghanistan&Somalia weit entfernt.
Den Alliierten ist mal wichtig daß nominell eine Regierung existiert. Der Rest muß erst aufgebaut werden.
Unterm Strich und dauerhaft ist für die Koalition ein stabiler Staat förderlicher. man wird ihn fördern...
Schian Gruaß...
PS: Denken wir an die Kühle mit der in den Zentren des Westens die Absicht Ostlibyens ein eigener Staat zu werden, aufgenommen wurde. Die Richtung ist klar... - #28 09.03.2012 11:09 von
Missgunst
Die Diktatur ist schlecht, da sind sich alle einig, aber dass am Ende eines solchen Regimes zwangsläufig erst einmal Ungewissheit herrscht und nicht alles harmonisch und vorhersagbar abläuft - das können viele Foristen (und andere) offenbar nicht ertragen und setzen viel Eifer ein, um Misstrauen und Häme zu verbreiten.
Was soll das Gerede von der "Spaltung"?
In dem Text steht doch klipp und klar (nachdem der Spiegel im ersten Artikel auch noch das Lied von der drohenden Spaltung anstimmte):
"Im Gründungsaufruf wurde der Übergangsrat als Symbol der nationalen Einheit und legitime Vertretung Libyens im Ausland bezeichnet."
Also geht es bei der Erklärung um die Frage, wie die Verwaltung des Landes strukturiert wird, das ist eine Gestaltungsfrage. Da hat nun eine Gruppe einmal ihre Position verdeutlicht, und damit auch Verantwortung übernommen.
Dass sie dann die Öleinnahmen dieser Region für sich behalten wolle, oder gar sich "abspalten", ist eine böswillige Unterstellung, die durch frühere Aussagen gerade aus Bengasi in keinster Weise gestützt wird. Das ist auch meine Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen mit Libyern im Lande.
Die weiteren Schritte - verfassungsgebende Versammlung, Verfassung, Wahlen - sind im übrigen klar definiert und im Zeitplan. Also gibt es auch hier keinen Grund, die Sache schlechtzureden. - #29 09.03.2012 23:37 von
Eine Teilung des Landes wurde schon diskutiert als die Rebellen anfangs den Osten überrollt hatten. Ostlibyen reicht dem Westen völlig. Öl und Wasser, d.h. der gigantische Gadaffi Made River liegen im Osten.
Wen im Westen interessiert Tripoli? Insbesondere wenn im libyschen Westen nichts mehr zu verdienen ist?
Mittelfristig wird sich nach einer Teilung kaum etwas verändern, dazu sind die Machtverhältnisse noch zu klar.
Ein Emirat mehr oder weniger spielt nach der Siegesserie der Islamisten keine Rolle.
Gewinner des illegalen Angriffskriegs auf Libyen sind der Westen und die Islamisten. Das Erfolgsmodell wird bereits kopiert.
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