Tripolis: Proteste gegen Autonomie von Ost-Libyen

DPAEs ist ein Affront gegen die Übergangsregierung in Tripolis: Der ölreiche Osten Libyens strebt nach Autonomie. In der Hauptstadt gingen Hunderte Menschen auf die Straße und demonstrierten gegen den Entschluss von Bengasi. Auch die internationalen Öl-Konzerne dürften verunsichert sein.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...819747,00.html
  1. #20

    Den NATO-Marionetten schwimmen die Felle weg

    [QUOTE=lifeguard;9778046]der stadtrat von misrata der erste freigewählte rat in der geschichte des landes überhaupt ist.
    QUOTE]

    Zur Wahl des Rates von Misurata wurden nur etwa 50.000 Wahlberechtigte zugelassen - im wesentlichen die Stämme Nord-Misuratas. Da die Stadt aber 260.000 Einwohner hat, war ca. die andere Hälfte (Süd-Misurata) im wahlfähigen Alter ausgeschlossen.

    Jalil hat heute in Misurata angekündigt, eine Abspaltung mit Waffengewalt zu verhindern. Die Ost-Milizen haben im Gegenzug angekündigt, Barqa militärisch zu verteidigen.
  2. #21

    [QUOTE=robert.haube;9778491]
    Zitat von lifeguard Beitrag anzeigen
    der stadtrat von misrata der erste freigewählte rat in der geschichte des landes überhaupt ist.
    QUOTE]

    Zur Wahl des Rates von Misurata wurden nur etwa 50.000 Wahlberechtigte zugelassen - im wesentlichen die Stämme Nord-Misuratas. Da die Stadt aber 260.000 Einwohner hat, war ca. die andere Hälfte (Süd-Misurata) im wahlfähigen Alter ausgeschlossen.

    Jalil hat heute in Misurata angekündigt, eine Abspaltung mit Waffengewalt zu verhindern. Die Ost-Milizen haben im Gegenzug angekündigt, Barqa militärisch zu verteidigen.


    sehr lustig. so ne teilung hab ich bisher nur auf pro-gaddafi-links gefunden und außerdem ist das schwachsinnig, die ganze stadt wurde damals belagert und beschossen.

    und ganz abgesehen davon geht es hier um mitspracherechte und representanz und nicht um eine sezession, das hätte man schon letztes jahr haben können. kein landesteil kann als eigener staat überleben

    ich glaub, das hier diesmal äußere kräfte eine rolle spielen, angefangen von exilierten anhängern gaddafis bis hin zu arabischen regierungen, denen der geist der revolution nicht mehr geheuer ist.
  3. #22

    ?

    [QUOTE=lifeguard;9778714]
    Zitat von robert.haube Beitrag anzeigen



    sehr lustig. so ne teilung hab ich bisher nur auf pro-gaddafi-links gefunden und außerdem ist das schwachsinnig, die ganze stadt wurde damals belagert und beschossen.

    und ganz abgesehen davon geht es hier um mitspracherechte und representanz und nicht um eine sezession, das hätte man schon letztes jahr haben können. kein landesteil kann als eigener staat überleben

    ich glaub, das hier diesmal äußere kräfte eine rolle spielen, angefangen von exilierten anhängern gaddafis bis hin zu arabischen regierungen, denen der geist der revolution nicht mehr geheuer ist.

    Warum sollte ein Landesteil nicht als eigenständiger Staat überleben - zumal man auf den wichtigsten Gütern dieser Region sitzt. Es wär alles im Lot!
    Außerdem kristallisieren sich langsam die wahren Beweggründe einheimischer "Freiheitskämpfer" heraus.
    Ich lach mich immer noch schlapp über die gutgläubigen User in hiesigen Foren, die meinten dort fand eine Revolution aus der Not (Regime/Unterdückung/Folter usw.) heraus statt. Der jetzige Wortführer, der nach langer Abstinenz wieder den Thron besteigen will (wie es sich für ein Adelssprössling gehört) , sagt eigtlich alles über etwaige Motivationen der sog. Rebellen aus.
    Es geht (wie meist) einfach nur um den Kuchen und dessen Verteilung. Wieder haben einmal viele Kritiker des voreiligen Natoeinsatzes recht behalten.
    Naja mir solls recht sein!
  4. #23

    Einfrieren ist es wirklich kein Diebstahl

    Zitat von simon23 Beitrag anzeigen
    Ich befürchte, aufgrund der zweifelhaften rechtlichen Grundlage wird der Westen versuchen das Geld so lange wie möglich für sich arbeiten zu lassen. Ob es das libysche Volk oder selbsternannte Eliten sehen, zumindest in der nächsten Zeit, halte ich für sehr fraglich.
    Man kann sich auch damit anfreunden: verhält sich ein Staat nicht so, wie es einem passt, friert man sein Vermögen ein. Aud die Dauer kann sowas richtig Spaß machen. Und da es total moralisch ist, ist es ja auch kein Diebstahl. Sarkasmus aus.
    Nur zur Info, die Zinsen eines 'eingefrorenen' Guthabens gehören dem Eigentümer des Guthabens. Daher kann der ominöse Westen garnicht das tun, was sie ihm vorwerfen.
  5. #24

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es ist ein Affront gegen die Übergangsregierung in Tripolis: Der ölreiche Osten Libyens strebt nach Autonomie. In der Hauptstadt gingen Hunderte Menschen auf die Straße und demonstrierten gegen den Entschluss von Bengasi. Auch die internationalen Öl-Konzerne dürften verunsichert sein.

    Tripolis: Proteste gegen Autonomie von Ostlibyen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ob das mit der NATO abgesprochen war und im deren Sinne ist? Das wird man wohl erst wissen, wenn wieder die Bomber losfliegen. Vielleicht bekommt der Westen ja durch die Spaltung das Öl billiger
  6. #25

    Nochmal

    Zitat von Thom-d Beitrag anzeigen
    Ob das mit der NATO abgesprochen war und im deren Sinne ist? Das wird man wohl erst wissen, wenn wieder die Bomber losfliegen. Vielleicht bekommt der Westen ja durch die Spaltung das Öl billiger
    Werfen sie mal einen Blich auf eine Karte. Die Masse der Ölfelder liegt in der Mitte des Landes, also in dem Gebiet in dem gekämpft werden wird, sobald dieser Konflikt voll ausbricht. Dann ist nix mehr mit Öl fördern!

    So, und warum sollte das jetzt im Interesse finsterer westlicher Hintermänner sein, die nur das Öl haben wollen?
  7. #26

    Libyen...

    Zitat von ceilks Beitrag anzeigen
    Dann gibt es eben neue Verträge, so what?
    Ein ostlybischer Staat wäre nun auch nicht gerade in einer besseren Verhandlungsposition als Lybien zuvor.

    In Ostlybien basiert ja die Entscheidung nun eine autonome Region auszurufen auf der Entscheidung einer Versammlung der dortigen Stämme. Das sieht mir schon mal nach Stabilität aus. Und so lange der Westen nicht ähnliches hinbekommt (inklusive dem Auftstellen einer Armee) wird auch niemand den Osten hindern können das zu tun was er will. So lange es adäquate neue Verträge gibt, wird es dem Westen auch egal sein ob es ein oder zwei Lybien gibt.

    Das denke ich nicht. Es war kein Zufall, dass die Aufstände gegen Gadaffi zunächst im Osten begannen. Dort ear die wirtschaftliche Situation deutlich schlechter und die Leute fühlten sich bei der Verteilung des Reichtums schlichtweg übergangen. Verständlich dass sie nicht wieder eine neue starke Zentralregierung (welcher Art auch immer) in Tripolis haben wollen.
    Neue Verträge mit einem neuen Staat auszuhandeln ist weit schwieriger als alte zu übernehmen. Nebenbei ist die Anerkennung eines neuen Staates ein langer iter mit unsicherem Ausgang. Bsw. der Kosovo, er wird bis heute nicht von allen Staaten anerkannt, darunter EU-Staaten sowie die UN-Vetomächte Rußland und China, und befindet sich nach Jahren immer noch im Limbus zwischen Staat und Nichtstaat. Das Risiko ist einfach zu hoch und für die Konzerne ist es prioritär die Kapazität hochzufahren. Des weiteren rechne ich nicht mit einem neuen Staat weil das in Entstehung begriffene Staatswesen in Libyen zutiefst prowestlich ist.
    Vergleichen wir die Situation mit der des Südsudan. Die sudanesische Zentralregierung ist zutiefst antiwestlich und ist mit der chinesischen Regierung enge wirtschaftliche&politische Beziehungen eingegangen. Aus Sicht des Westens machte es also Sinn den (prowestlichen ;) Südsudan(und das öl darunter ;) zu einem neuen Staat zu machen und seine Bildung und Unabhängigkeit, nach jahrzehntelangen Kämpfen!, zu fördern.
    Die Situation in Libyen ist aus Sicht des Westens eine vollkommen andere. Die neue Regierung ist prowestlich, garantiert die Verträge bzw. unterschreibt neue, eine Zentralregierung ist unterm Strich der Stabilität förderlicher. Und Stabilität garantiert auch daß Libyen nicht zu einem failed state wird und sich zu einem Einfallstor für Migranten nach Europa entwickelt...
    Realistisch ist ein Mehr an Autonomie, aber kein neuer Staat. Meiner Ansicht sollten wir aber nicht alles überbewerten. Meiner Ansicht geht es in erster Linie um die Verteilung des Kuchens. Dabei wird mit Haken und Ösen vorgegangen und mitunter auch mit Sezession gedroht. Das kenne ich auch aus Südtirol. Wenns ums Geld geht wird gerne mit Sezessionsdrohungen gearbeitet...

    Schian Gruaß...
  8. #27

    Libyen...

    Zitat von carahyba Beitrag anzeigen
    Ich bin da anderer Auffassung, betrachte Libyen als "failed state", es gibt keine staatlichen zentralen Gewalten mehr, Polizei, Justiz, Verwaltung, öffentliche Dienstleistungen funktionieren nur sehr prekär und auf lokaler Ebene. Selbst die Organisation der Wahl zur verfassunggebenden Versammlung scheint nur ein Papierprojekt zu sein ohne jede materielle Vorbereitung der Durchführung und Überwachung.

    Mir scheint auch, dass den "Alliierten" die Situation durchaus genehm ist. Es ist nichts hörbar oder sichtbar, dass sie etwas gegen das sich ausbreitende Chaos unternehmen. Nur dort wo es von Interesse ist, in Bezug auf Erdölförderung und Export, sind sie sehr rührig und sichern das massiv militärisch ab.

    Das Land ist politisch, ökonomisch und sozial am Boden, aber das Öl fliesst wieder. Wer kontrolliert den Öl-Export, welcher Staat, welche Institution, Djalil persönlich, der jetzt in Tripolis sitzt, von BelHadj geduldet wird weil er die Marionette der Alliierten ist. Der "Ölminister", habe den Namen vergessen, der kann höchstens die Tanker zählen, die ablegen.
    Wir sollten etwas Geduld haben...
    Wir sind in einer schwierigen Übergangsphase in einem waffenstarrenden Land das gerade erst einen Bürgerkrieg mit ausländischer Intervention hinter sich hat. Jetzt wird gerade das Fell verteilt.
    Gerade weil die neue Regierung nicht die Strukturen des alten Regimes übernehmen wollte, muß praktisch bei Null begonnen werden. Vierzig Jahre Alleinherrschaft lassen sich nicht in wenigen Monaten canceln. Libyen ist meiner Ansicht nicht ein failed state im Sinne was man von den vorhergehenden Bsp. darunter versteht. Es ist vom Afghanistan&Somalia weit entfernt.
    Den Alliierten ist mal wichtig daß nominell eine Regierung existiert. Der Rest muß erst aufgebaut werden.
    Unterm Strich und dauerhaft ist für die Koalition ein stabiler Staat förderlicher. man wird ihn fördern...

    Schian Gruaß...

    PS: Denken wir an die Kühle mit der in den Zentren des Westens die Absicht Ostlibyens ein eigener Staat zu werden, aufgenommen wurde. Die Richtung ist klar...
  9. #28

    Missgunst

    Die Diktatur ist schlecht, da sind sich alle einig, aber dass am Ende eines solchen Regimes zwangsläufig erst einmal Ungewissheit herrscht und nicht alles harmonisch und vorhersagbar abläuft - das können viele Foristen (und andere) offenbar nicht ertragen und setzen viel Eifer ein, um Misstrauen und Häme zu verbreiten.

    Was soll das Gerede von der "Spaltung"?
    In dem Text steht doch klipp und klar (nachdem der Spiegel im ersten Artikel auch noch das Lied von der drohenden Spaltung anstimmte):
    "Im Gründungsaufruf wurde der Übergangsrat als Symbol der nationalen Einheit und legitime Vertretung Libyens im Ausland bezeichnet."

    Also geht es bei der Erklärung um die Frage, wie die Verwaltung des Landes strukturiert wird, das ist eine Gestaltungsfrage. Da hat nun eine Gruppe einmal ihre Position verdeutlicht, und damit auch Verantwortung übernommen.
    Dass sie dann die Öleinnahmen dieser Region für sich behalten wolle, oder gar sich "abspalten", ist eine böswillige Unterstellung, die durch frühere Aussagen gerade aus Bengasi in keinster Weise gestützt wird. Das ist auch meine Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen mit Libyern im Lande.

    Die weiteren Schritte - verfassungsgebende Versammlung, Verfassung, Wahlen - sind im übrigen klar definiert und im Zeitplan. Also gibt es auch hier keinen Grund, die Sache schlechtzureden.
  10. #29

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    Die Menschen im Westen werden das als Diebstahl betrachten. In einem Land - vollgepackt mit Waffen - und arbeitslosen Kämpfern scheint ein neuer Waffengang unvermeidlich. Der Wohlstand auch des Westens des Landes hängt am Öl. Der Westen wird sich nicht tatenlos pauperisieren lassen und zusehen wie Cyrenaika aus der Transferunion Libyen ausschert.
    Eine Teilung des Landes wurde schon diskutiert als die Rebellen anfangs den Osten überrollt hatten. Ostlibyen reicht dem Westen völlig. Öl und Wasser, d.h. der gigantische Gadaffi Made River liegen im Osten.

    Wen im Westen interessiert Tripoli? Insbesondere wenn im libyschen Westen nichts mehr zu verdienen ist?

    Mittelfristig wird sich nach einer Teilung kaum etwas verändern, dazu sind die Machtverhältnisse noch zu klar.

    Ein Emirat mehr oder weniger spielt nach der Siegesserie der Islamisten keine Rolle.

    Gewinner des illegalen Angriffskriegs auf Libyen sind der Westen und die Islamisten. Das Erfolgsmodell wird bereits kopiert.