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Trickfilm-Spaß "ParaNorman": Ich sehe tote Menschen - und sie nerven

Universal PicturesLebe lieber paranormal! Die Macher des Trick-Meisterwerks "Coraline" legen furios nach und schicken in "ParaNorman" einen hellsichtigen Schüler durch einen Parcours des Schreckens. Seine Abenteuer mit Toten und Untoten sind gruselig, unterhaltsam - und familientauglich.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,851031,00.html
  1. #1

    Untote = familientauglich???

    Mag ja sein, dass der Film aus technischer Sicht erstklassig ist, aber edukativ wertvoll würde ich einen Film über Untote, Hexen und die Kommunikation mit ihnen nun wirklich nicht bezeichnen. Was sollen die Kinder daraus lernen? Sie sollen lieber mit Untoten sprechen (als ob dies normal wäre), weil ihnen die Lebenden nicht mehr zuhören? "Denn wer die Welt nicht in den Zwängen des Gewöhnlichen veröden sehen will, der lebe lieber paranormal": sorry, aber die sogenannten Zwänge des Gewöhnlichen gibt den Kindern Struktur und Halt in einer Welt, die nach immer mehr Superlativen strebt. Alles, was heute normal ist, ist morgen schon langweilig. Deshalb wird nach immer neuen Extremen gesucht. Ob im Sport, in Videospielen, Musikvideos, im Umgang miteinander etc. Dabei hilft es nicht, dem Film am Ende einen Anstrich von Moral zu geben, wenn Kinder letztlich bereits in jungen Jahren an Horror gewöhnt werden. Dass eben dieses Genre sehr viele Gefahren birgt, ist nun wirklich nicht abzustreiten.
  2. #2

    Fsk?

    Wäre ja interressant zu wissen, ob der Film nicht nur für den 11-jährige Norman geeignet ist.
  3. #3

    Wahnsinn

    Das ist ein Trickfilm und Trickfilme sind für Kinder, also familientauglich.

    Ich behaupte mal, dass das gesamte Kinderprogramm im TV Gift für unsere Kinder ist, obwohl es zumeist aus Zeichentrickfilmen besteht.
    Auf dass unsere Kinder selbst zu Zombies werden!
  4. #4

    Unglaublich

    Hier mehrfach die Familientauglichkeit zu betonen ist doch ein Hohn. Der Autor/die Redaktion scheint selbst kinderlos zu sein. Für unter 10jährige ist der Film undenkbar – soviel ist schon nach diesem kurzen Bericht augenscheinlich. Leider wird vermutlich auch dieser Film mal wieder ab FSK 6 freigegeben werden. Das zeigt aber auch die Schwächen dieses Systems –*es ist zu undifferenziert. Der Abstand zwischen FSK 6 und 12 gleicht einem Quantensprung und FSK 0 sollte sowieso verboten werden. FSK 3 wäre schon sinnvoller.
    P.S.: ja, es ist mir klar, dass die FSK Empfehlungen ausspricht und die Eltern für den Medienkonsum ihrer Kinder verantwortlich sind, aber viele scheinen ja auch zu glauben, dass Cola gesund ist, weil sie 0 gr Fett enthält ...
  5. #5

    Mal langsam...

    Coraline zB dürfte wesentlich kindgerechter (jetzt mal Kind als 9 plus x Jahre definiert) sein als alle möglichen Realkrimiactionsonstwasverfilmungen. Kinder kennen Spuk und Grusel von klein auf, die meisten lieben es. Natürlich müssen Eltern mitdenken und dürfen nicht schlagwortartig reagieren nach dem Muster "Spuk/Untote/Hexen=schlecht und böse" oder "Trickfilm =niedlich und kleinkindgerecht".
    Ich erinnere mich noch an die Zeichentrickverfilmung von Felidae in den 90gern, als die Kinokassierer unbedarfte Mütter mit ihren Kleinkindern (6/8 Jahre) trotz ausdrücklicher Jugendreigabe erst ab 12 geradezu gewaltsam vom Kinobesuch abhalten mussten wg. der alprtraumhaften Tierexperimentszenen, die integraler Bestandteil der Geschichte und des Filmes waren...
    Wie immer gilt: Differenzierung schadet nicht.
  6. #6

    Kurze Recherche hilft auch...

    Zitat von macmeinung Beitrag anzeigen
    Hier mehrfach die Familientauglichkeit zu betonen ist doch ein Hohn. Der Autor/die Redaktion scheint selbst kinderlos zu sein. Für unter 10jährige ist der Film undenkbar – soviel ist schon nach diesem kurzen Bericht augenscheinlich. Leider wird vermutlich auch dieser Film mal wieder ab FSK 6 freigegeben werden. Das zeigt aber auch die Schwächen dieses Systems –*es ist zu undifferenziert. Der Abstand zwischen FSK 6 und 12 gleicht einem Quantensprung und FSK 0 sollte sowieso verboten werden. FSK 3 wäre schon sinnvoller.
    P.S.: ja, es ist mir klar, dass die FSK Empfehlungen ausspricht und die Eltern für den Medienkonsum ihrer Kinder verantwortlich sind, aber viele scheinen ja auch zu glauben, dass Cola gesund ist, weil sie 0 gr Fett enthält ...
    Der Film ist FSK 12, wie ein Blitzgoogle unschwer zeigt. Das dürfte schon passen. Ich gebe Ihnen aber Recht, dass die FSK-Grenzen ab 6 und ab 12 ziemlich unglücklich gewählt sind.
  7. #7

    ...

    Mein Kind ist 4 Jahre alt. Sie spricht mit imaginären Freunden, unter anderem mit ihrer toten Oma, die sie nur von Fotos und Videos kennt - dennoch spricht sie mit ihr, als wäre sie da. Übrigens sind all die imaginären Freunde, die sie hat, sind tot: meistens starben sie daran, dass ihr Herz einfach aufgehört hat zu schlagen. Keine Ahnung, woher sie das hat.
    Kinder haben noch das, was den meisten Erwachsenen fehlt bzw. abhanden gekommen ist: Phantasie.
    Insofern sehe ich den Plot der Geschichte als nicht wirklich "schädlich für Kinder" an, eher im Gegenteil.

    Anstatt sich im Voraus aufzuregen, empfehle ich, sich den Film zuerst alleine anzusehen - und eventuell vorhandene moralingesäuerte Vorbehalte außen vor zu lassen. Danach kann man für sich persönlich entscheiden, ob das eigene Kind für diesen Film schon "alt" bzw. "reif" genug ist.

    Mein Kind wird diesen Film nicht sehen. Jedenfalls noch nicht. Diese Entscheidung hat allerdings nichts mit dem Plot des Films zu tun, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass sie für alles außer dem Sandmännchen noch zu jung ist.

    Im Übrigen sollte man sich das Gros der Disney-Filme ins Gedächtnis rufen, die häufig genug ohne FSK-Beschränkung waren. Als ich fünf, sechs Jahre alt war, durfte ich schon Bambi, Cap & Capper gucken - und das fand ich schon als Kind alles extremst beängstigend. Die Mama wird erschossen, der bester Freund macht Jagt auf einen, ...
    Trotzdem werden diese Filme auch heute noch sehr gerne bereits dreijährigen Kindern gezeigt. Sie sind ja von Disney.
  8. #8

    Henry Selick und Märchen

    Zitat von macmeinung Beitrag anzeigen
    Hier mehrfach die Familientauglichkeit zu betonen ist doch ein Hohn. Der Autor/die Redaktion scheint selbst kinderlos zu sein. Für unter 10jährige ist der Film undenkbar – soviel ist schon nach diesem kurzen Bericht augenscheinlich. Leider wird vermutlich auch dieser Film mal wieder ab FSK 6 freigegeben werden. Das zeigt aber auch die Schwächen dieses Systems –*es ist zu undifferenziert. Der Abstand zwischen FSK 6 und 12 gleicht einem Quantensprung und FSK 0 sollte sowieso verboten werden. FSK 3 wäre schon sinnvoller.
    P.S.: ja, es ist mir klar, dass die FSK Empfehlungen ausspricht und die Eltern für den Medienkonsum ihrer Kinder verantwortlich sind, aber viele scheinen ja auch zu glauben, dass Cola gesund ist, weil sie 0 gr Fett enthält ...
    Zur FSK-Freigabe

    'Nightmare Before Christmas' und 'Coraline' von Henry Selick haben beide eine FSK6-Freigabe bekommen. Über diese Freigabe kann man, obwohl die Filme sicherlich Meisterwerke sind, streiten, da es doch einige gruselige Szenen gibt, z.B. der Boogeyman in 'Nightmare Before Christmas' oder die Hexe, die Kinder in eine Parallelwelt entführt, in 'Coraline'.
    Allerdings müsste man sich dann auch die Märchen der Gebrüder Grimm mal etwas genauer ansehen (Kinder im Ofen, Selbstverstümmlung, Folter, ...). Viele Kinder lieben gruselige Märchen und Geschichten, und sie stellen auch viele Fragen, auf die man als Erwachsener teilweise gar nicht kommt. Mir ist z.B. bei 'Shrek' gar nicht aufgefallen, dass Mama Bär stirbt.
    Manchen Eltern sind solche Fragen allerdings lästig und sie wollen ihre Kinder einfach nur vor der Glotze parken, und das ist schlimm.
    Die FSK gibt übrigens Filme mit einem märchenhaften Hintergrund für ein jüngeres Publikum frei als z.B. Science Fiction, obwohl die Szenen ähnlich sind.
    Ob eine weitere FSK-Stufe sinnvoll ist, kann ich nicht sagen. Eventuell wäre ein PG (parental guidance) besser geeignet.

    Da ich selber ein Fan von Animationsfilmen bin werde ich mir den Film mal ansehen und danach entscheiden, ob er für Kinder geeignet ist oder nicht.
    Die meisten Filme von Bill Plympton würde ich z.B. niemals einem Kind zeigen, und auch Filme wie 'Prinzessin Mononoke' sind eher für Jugendliche gedacht.
  9. #9

    Film verstanden??

    Zitat von beth-el Beitrag anzeigen
    Mag ja sein, dass der Film aus technischer Sicht erstklassig ist, aber edukativ wertvoll würde ich einen Film über Untote, Hexen und die Kommunikation mit ihnen nun wirklich nicht bezeichnen. Was sollen die Kinder daraus lernen? Sie sollen lieber mit Untoten sprechen (als ob dies normal wäre), weil ihnen die Lebenden nicht mehr zuhören? "Denn wer die Welt nicht in den Zwängen des Gewöhnlichen veröden sehen will, der lebe lieber paranormal": sorry, aber die sogenannten Zwänge des Gewöhnlichen gibt den Kindern Struktur und Halt in einer Welt, die nach immer mehr Superlativen strebt. Alles, was heute normal ist, ist morgen schon langweilig. Deshalb wird nach immer neuen Extremen gesucht. Ob im Sport, in Videospielen, Musikvideos, im Umgang miteinander etc. Dabei hilft es nicht, dem Film am Ende einen Anstrich von Moral zu geben, wenn Kinder letztlich bereits in jungen Jahren an Horror gewöhnt werden. Dass eben dieses Genre sehr viele Gefahren birgt, ist nun wirklich nicht abzustreiten.
    Wie halten sie es denn mit Märchen? Da wird ja auch öfters getötet. Und zwar werden Menschen gebacken, gefressen, Kinder geraubt/entführt. Man denke nur an Hänsel & Gretel, die Hexe mästet ja die Kids um sie, wie bereits bei anderen Kindern passiert, im Ofen zu backen. Oder Rotkäppchen mit dem hungrigen Wolf und seinem Festmahl mit der Oma. Ich will jetzt gar nicht an die vielen anderen Märchen denken.
    Niemand will Kinder an den Horror gewöhnen. Schon gar nicht dieser Film. FSK 12 ist für diesen Film schon ok, da Teens sicher wissen ein Zombie i(ß)t. Die Botschaft des Films ist simpel und leicht zu verstehen. Auf alle Fälle wird niemand aufgefordert, mit Untoten zu reden.
    Teens billige ich ein Gespür für Toleranz, Großmut und Sinn für Freundschaften und Zusammenhalt zu. Der Film vermittelt das besser als Billigschrott aus der Glotze oder Videospielgerassel von der Konsole.








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