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Traumfach*Medizin: Bundesverwaltungsgericht bremst Kapazitätskläger aus

Kaum ein Studium ist so beliebt, wie das der Medizin, doch aus Sparsamkeit halten die Bundesländer die Plätze knapp. Seit Jahren gelingt es einzelne Bewerber, sich bei Unis einzuklagen. Für Anwälte ein einträgliches Geschäft - das das Bundesverwaltungsgericht jetzt stark einschränkt.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...752806,00.html
  1. #80

    Aha...

    Zitat von Martin Franck Beitrag anzeigen
    Nur durch ständige Wiederholung wird es nicht wahrer. Es gibt keinen Ärztemangel, sondern eine Ärzteschwemme. Denn schlechte Arbeitsbedingungen, deuten nur darauf hin, dass man die Ärzte nun doch nicht so sehr benötigt. Deshalb müssen die Mediziner in nicht-klinische Gebiete oder ins Ausland ausweichen. Die Lösung kann daher nur darin bestehen noch mehr Medizinplätze abzubauen. Gerade in der Medizin kosten diese Überkapazitäten besonders viel.

    Der Trugschluss, es gäbe einen festen Bedarf an ärztlichen Leistungen, und deshalb müssen die verbleibenden Ärzte so furchtbar viel arbeiten, kann alleine deshalb nicht stimmen, weil man sonst dafür sorgen müsste, dass alle Arbeiten die nicht absolut einen Arzt benötigen auf andere Kräfte verlagert, und/oder zum Beispiel Computer und andere Unterstützung anschafft, um den Arzt zu entlasten.

    Also stimmt die Mär vom angeblichen Ärztemangel nicht, sondern es ist reines Lobbyistengeschwätz. Was beklagt ist, dass die Ärzte nicht mehr so billig zu haben sind, seitdem immer mehr nichtklinische Bereiche atraktiv wurden, und das Ausland deutsche Ärzte gerne nimmt.

    Wer jetzt noch Medizin studiert will es entweder Albert Schweitzer nachmachen, und dann interessiert der Arbeitsmarkt in Deutschland nicht, oder aber er ist so strunzdoof wie es Mathe-Freak beschreibt.
    Und wie erklären Sie sich eine Arbeitslosenquote der Ärzte von unter zwei Prozent? Dass immer mehr Krankenhäuser im ländlichen Raum (z.B. die ehemaligen Kreiskrankenhäuser) auf schlecht deutschsprechende Osteuropäer ausweichen müssen? Dazu die nicht besetzten Landarztpraxen?
    Merkwürdig, wenn es doch zu viele Ärzte gibt, oder?

    Eines ist einem als Medizinstudent sicher, man muss nicht später Taxifahren wie andere Akademiker. OK, das klingt jetzt wirklich nicht nach Albert Schweitzer. ;-)
  2. #81

    Natürlich

    Zitat von Encephalon Beitrag anzeigen
    Und wie erklären Sie sich eine Arbeitslosenquote der Ärzte von unter zwei Prozent? Dass immer mehr Krankenhäuser im ländlichen Raum (z.B. die ehemaligen Kreiskrankenhäuser) auf schlecht deutschsprechende Osteuropäer ausweichen müssen? Dazu die nicht besetzten Landarztpraxen?
    Merkwürdig, wenn es doch zu viele Ärzte gibt, oder?

    Eines ist einem als Medizinstudent sicher, man muss nicht später Taxifahren wie andere Akademiker. OK, das klingt jetzt wirklich nicht nach Albert Schweitzer. ;-)
    Wie hoch war denn die Arbeitslosenquote während der Zeit, als man noch offiziell von einer Ärzteschwemme sprechen durfte? Wie hoch ist die Arbeitslosenquote anderer Akademiker, die nicht Geisteswissenschafter sind?

    Nimmt man den schon hohen, aber ständig zunehmenden Grad der Feminisierung, so verstecken sich hinter den 2 % auch noch viele, denen nicht erlaubt wird, aus ihrer Familienpause zurückzukehren.

    Möchten sie auf dem ländlichen Raum arbeiten? Wo Sie sich besser die Haare rasieren, und Bomberjacke mit Springerstiefel anziehen, um nicht aufzufallen?

    Neben der Freizeit gibt es dort auch weniger privat versicherte Patienten. Ein kleines Haus bietet eventuell gar nicht das volle Spektrum zur Weiterbildung. Man muss also ständig wechseln.

    Nun könnte ein kleines Haus dafür sorgen trotzdem attraktive Bedingungen anzubieten, die die Nachteile ausgleicht. Da kommt der schlecht deutschsprechende Osteuropäer der Verwaltung aber immer noch billiger.

    Merkwürdig ist es nicht, dass die Landarztpraxen unbesetzt bleiben. Was hätten sie lieber: Einen Job in der Stadt mit guten Schulen für die Kinder, und kulturellem Angebot, mit gutem Verdienst, und keinen Diensten, oder ständige Dienste und auch in der Freizeit nicht abschalten können, während man sich überlegt, wie man die Praxiskosten in den Griff bekommt, und dafür so weit weg vom Schuss, dass ihr Partner keine Arbeit findet?

    Nicht merkwürdig, sondern logisch. Wer sagt er findet keine Ärzte hat sich einfach nicht angestrengt.
  3. #82

    Logisch?

    Zitat von Martin Franck Beitrag anzeigen
    Wie hoch war denn die Arbeitslosenquote während der Zeit, als man noch offiziell von einer Ärzteschwemme sprechen durfte? Wie hoch ist die Arbeitslosenquote anderer Akademiker, die nicht Geisteswissenschafter sind?

    Nimmt man den schon hohen, aber ständig zunehmenden Grad der Feminisierung, so verstecken sich hinter den 2 % auch noch viele, denen nicht erlaubt wird, aus ihrer Familienpause zurückzukehren.

    Möchten sie auf dem ländlichen Raum arbeiten? Wo Sie sich besser die Haare rasieren, und Bomberjacke mit Springerstiefel anziehen, um nicht aufzufallen?

    Neben der Freizeit gibt es dort auch weniger privat versicherte Patienten. Ein kleines Haus bietet eventuell gar nicht das volle Spektrum zur Weiterbildung. Man muss also ständig wechseln.

    Nun könnte ein kleines Haus dafür sorgen trotzdem attraktive Bedingungen anzubieten, die die Nachteile ausgleicht. Da kommt der schlecht deutschsprechende Osteuropäer der Verwaltung aber immer noch billiger.

    Merkwürdig ist es nicht, dass die Landarztpraxen unbesetzt bleiben. Was hätten sie lieber: Einen Job in der Stadt mit guten Schulen für die Kinder, und kulturellem Angebot, mit gutem Verdienst, und keinen Diensten, oder ständige Dienste und auch in der Freizeit nicht abschalten können, während man sich überlegt, wie man die Praxiskosten in den Griff bekommt, und dafür so weit weg vom Schuss, dass ihr Partner keine Arbeit findet?

    Nicht merkwürdig, sondern logisch. Wer sagt er findet keine Ärzte hat sich einfach nicht angestrengt.
    Nein, das ist ganz sicher nicht logisch!
    Wenn es zu viele Ärzte gäbe, würden auch die vermeintlich unattraktiven Stellen, die Sie beschreiben, besetzt. So lange sich Ärzte (besonders deutschsprachige) ihre Arbeitsstelle frei auswählen können, spricht das doch eindeutig für eine Nachfrage, die das Angebot übersteigt. Eine andere Frage ist, ob die hohe Nachfrage künstlich mit unnötigen Arbeitsstellen aufrecht erhalten wird. Wobei ich zumindest im Krankenhaus noch keinen unterbeschäftigten Arzt finden konnte...
  4. #83

    Gleichgewicht

    Zitat von Encephalon Beitrag anzeigen
    Nein, das ist ganz sicher nicht logisch!
    Wenn es zu viele Ärzte gäbe, würden auch die vermeintlich unattraktiven Stellen, die Sie beschreiben, besetzt. So lange sich Ärzte (besonders deutschsprachige) ihre Arbeitsstelle frei auswählen können, spricht das doch eindeutig für eine Nachfrage, die das Angebot übersteigt. Eine andere Frage ist, ob die hohe Nachfrage künstlich mit unnötigen Arbeitsstellen aufrecht erhalten wird. Wobei ich zumindest im Krankenhaus noch keinen unterbeschäftigten Arzt finden konnte...
    Natürlich könnten sie die Anzahl der Medizinstudienplätze noch weiter erhöhen. Dann wird es mehr Leute geben, die zum Beispiel nicht ins Ausland gehen können, oder anderweitig ausweichen können, und auch schlechtere Arbeitsbedingungen akzeptieren müssen.

    Das Medizinstudium ist jedoch eines der teuersten Studiengänge. Warum also Steuergelder damit verschwenden, damit die Absolventen entweder einen Job nehmen, der kein Medizinstudium benötigt, oder der sie ins Ausland abgeschoben werden?

    Öffentliche Gelder ausgeben, damit die Arbeitgeber sich keine Mühen machen müssen, um attraktiver zu werden?

    Sie haben zwar recht, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Ärzte als "Gastärzte" für umsonst arbeiteten, aber ist die Zahl der nicht-klinisch und im Ausland arbeiteten Ärzte erschreckend genug?

    Gäbe es einen Mangel, wären die Bedingungen so gut, dass dieses Reservoir wieder in die klinische Versorgung gelockt werden würde.
  5. #84

    ...

    Zitat von Martin Franck Beitrag anzeigen
    Natürlich könnten sie die Anzahl der Medizinstudienplätze noch weiter erhöhen. Dann wird es mehr Leute geben, die zum Beispiel nicht ins Ausland gehen können, oder anderweitig ausweichen können, und auch schlechtere Arbeitsbedingungen akzeptieren müssen.

    Das Medizinstudium ist jedoch eines der teuersten Studiengänge. Warum also Steuergelder damit verschwenden, damit die Absolventen entweder einen Job nehmen, der kein Medizinstudium benötigt, oder der sie ins Ausland abgeschoben werden?

    Öffentliche Gelder ausgeben, damit die Arbeitgeber sich keine Mühen machen müssen, um attraktiver zu werden?

    Sie haben zwar recht, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Ärzte als "Gastärzte" für umsonst arbeiteten, aber ist die Zahl der nicht-klinisch und im Ausland arbeiteten Ärzte erschreckend genug?

    Gäbe es einen Mangel, wären die Bedingungen so gut, dass dieses Reservoir wieder in die klinische Versorgung gelockt werden würde.
    Vll. sind wir doch nicht so weit auseinander. Die Abwanderung ins Ausland ist wirklich ein Problem und es ist schade, dass in strukturschwächeren Regionen die Versorgung darunter leidet. Aber wie sollen solche Krankenhäuser attraktiver werden? Für das strukturelle Umfeld können sie nichts und beim Gehalt wohl kaum mit Krankenhäusern in bspw. München, Hamburg oder der Schweiz mithalten.
  6. #85

    Schade...

    Ich habe die letzten Seiten gelesen und bin sehr enttäuscht. Ich selber bin momentan im 7. Semester, also in dem Abschnitt des Studiums, der sich 'Klinik' nennt.
    Was meine Vorschreiber hier erzählt haben, von Medizinstudenten und allgemeiner Naturwissenschaftlicher Ausbildung bezieht sich auf den ersten Abschnitt des Studiums, genannt Vorklinik. Tatsächlich kann ich leider bestätigen, dass die Anforderung dort eher gering sind und wir nur die Grundlagen lernen. Aber 2 Jahre, also 4 Semester sind auch nicht wirklich viel Zeit um in Chemie, Physik, Biologie und dann noch in Anatomie, Physiologie (die Lehre wie der Körper funtkioiert) und Biochemie (Wie funktioniert die Zelle und die Zusammenarbeit des Körpers auf chemischer Ebene) alles zu lernen. Klar ist es wichtig für mich z.B. Fließgesetze in Physik zu verstehen um nachzuvollziehen warum zum Beispiel bei Arterienverkalungen das Blut langsamer fließt und es Verwirbelungen gibt, so dass die Krankheit weiter voran schreitet. Aber viel wichtiger ist doch zu wissen wie ich den Patienten heilen kann. Wie ich ihm seine Ängste nehme oder zumindest erklären kann was mit ihm geschiet und ihn vllt. auch motivieren kann die Therapie mit zut tragen.

    Ich bekomme im moment in den klinischen Fächern eine breite allgemeine Ausbildung in sämtlichen Fachrichtungen. Mir wird beigebracht wie verschiedenste Krankheiten entstehen, wie man sie Diagnostiziert und behandelt. Ich brauche Vorklinisches Wissen um z.B. zu verstehen wie Mediamente wirken. Es mag vllt. sein, dass einige meiner Mitstudenten und auch fertige Ärzte nicht so kompetent sind wie erwatet wird. Und auch von mir mag ich nciht beahupten mir würde nie mals ein Fehler passieren udn ich wüsste alles. Ich fühle mich noch nicht in der Lage einen Patienten zu behandeln. Genau so hatte ich jedoch auch schon unfähige Lehrer. In jedem Berufszweig gibt es Menschen, die sich keine Mühe geben, oder es vllt. einfach nciht besser können. Klar, von mir werden wahrscheinlich irgendwann Menschenleben abhängen. Und deshalb bemühe ich mich so gut wie mir möglich ist zu lernen und ich denke für die allermeisten meiner Mitstudenten und fertigen Ärzte gilt das gleiche. Dennoch sind wir alle Menschen. Und so traurig das klingt... natürlich passieren Fehler.

    Auch ich habe schon über schlechte Ärzte geklagt, habe genug Fehler hautnah miterlebt. Aber gleich alle über einen Kamm zu scheren ist ein Ding der Unmöglichkeit. Genauso zu verlangen alles in meinem Bereich zu wissen. Schauen Sie sich nur die Lehrbücher an. Ich habe jedes Semester 4 bis 8 Fächer mit Prüfungen am Ende. 2 bis 3 davon große wichtie Fächer wie Pharmakologie oder Innere. Die Standard Lehrbücher (auch schon runtergebrochenes verallgemeinerstes Wissen) sind 600 bis 1000 Seiten dick. Klar das man das nicht alles schafft zu lernen. Aber das Studium an sich soll ja Grundlagen schaffen, obwohl schon 6 Jahre lang. Und erst mit weitern 5 Jahren Facharzt sollte man dann in seinem Gebiet ein 'richtiger' Arzt sein.
    Ich finde die Diskussion sollte eher in die Richtung gehen wie man das Medizinstudium an sich reformieren kann um nicht so viel Wissen wie möglich in lürzester Zeit für Prüfungen ins Gerhin zu pumpen sondern um Verständnis zu fördern und Fähigkeiten wie Kombinationsgabe zu fördern.
  7. #86

    Schade... 2

    Und nochmal zum eigentlichen Thema zurück: Ich hatte nicht das beste einser Abi und viele die mit mir Studieren haben ebenfalls Wartesemester. Aber das ist ncihts schlechtes. Ich durfte Lebenserfahrung sammeln und älter werden. Dinge die mir sicherlich später helfen werden Menschen zu verstehen und zu vermitteln warum bestimmte Therapien gut sind. Oder schlimme Nachrichten zu übergeben. Klar... die Abinote entscheidet nicht, ob man später ein guter Arzt ist oder nicht. Andere Kriterien sind mehr als sinnvoll und werden mit Auswahlgesprächen und dem Medizinertest an vielen deutschen Unis mittlerweile wieder in den Vordergrund gerückt. Trotzdem finde ich es gut, dass Klagen nun schwieriger wird. Leider musste ich nämlich die Erfahrung machen, dass die Sorte Mensch, die das Geld und auch den Sinn fürs einklagen hat nciht unbedingt derjenige ist, von dem ich mich später behandeln lassen würde. Auch haben die meisten mit guten Notenm wohl hart dafür gearbeitet und die Leute mit Wartesemestern das gleiche Recht auf einen Platz.


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