Forum


 

Trauma bei Bundeswehr-Soldaten: Der Kampf des kaputten Kriegers

Robert Sedlatzek-MüllerEine Explosion in Afghanistan machte aus dem Elitesoldaten Sedlatzek-Müller ein seelisches Wrack. Diagnose: Krieg im Kopf. Schwer traumatisiert flüchtete er in den Alkohol, Hilfe von der Bundeswehr gab es kaum. Bis sich der Fallschirmjäger seinem härtesten Kampf stellte.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827828,00.html
  1. #50

    Nie mehr einen Titel...

    Zitat von adler.1 Beitrag anzeigen
    Leider wird in dem Artikel nicht erwähnt das diese Rakete nie entschärft werden sollte , ledig zur Sprengung vorbereitet.
    Hier haben die Soldaten vor Ort scheinbar bewußt eine falsche Entscheidung getroffen .....so what ....und das schreibe ich als ehmaliger SaZ 12 mit 3 Einsätzen in Afghanistan.
    Und es fehlt auch in dem Bericht der Hinweis, dass durch absolut fehlerhafte und dilettantische "Bearbeitung" der Rakete die Explosion ausgelöst wurde.

    Dieses ändert aber nichts an der Tatsache, dass der betroffene Soldat an einem PTBS leidet und dass die hierüber abgegebenen Kommentare in vielen Fällen deplatziert sind.
  2. #51

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    ....
    Die Konservativen haben so einen Mist nicht verbrochen...nur beenden können sie ihn auch nicht einfach so
    ...
    Mhhh.. schauen Sie sich mal bitte an wie sehr sich die CDU und besonders unsere heutige Bundeskanzerlin Angela Merkel bei George Bush angebiedert hat, als er den Irak angegriffen hat.
    Mit denen am Drücker hätten wir auch da direkt mitspielen dürfen.
  3. #52

    Quintessenz

    Ich habe den Artikel nochmal gelesen, und die Quintessenz ist wohl:

    1. Werbung für das Buch von "Sedlatzek-Müller", direkt neben dem Artikel.
    Robert Sedlatzek-Müller:
    Soldatenglück
    Mein Leben nach dem Überleben.
    EDEL; 285 Seiten; 19,95 Euro.
    Einfach und bequem: Direkt im SPIEGEL-Shop bestellen.

    2. Sedlatzek-Müller merkt erst, daß er ein Problem hat, als er gegenüber Diensthund "Idor" aggressiv wird. Vorher stattgefundene Schlägereien, eine sich abwendende Freundin, ein erhöhter Alkoholkonsum sowie Gedanken an einen "erweiterten Suizid" hingegen bleiben unbeachtet.

    3. Der "Kampf" gegen die Bundeswehr scheint auf pekuniärer Ebene stattzufinden. Ich hätte eher einen Kampf um dringend erforderliche Therapien erwartet. Anscheinend lassen sich Sedlatzek-Müller's Probleme allein mit finanzieller Zuwendung lösen.

    Nix für ungut...
  4. #53

    Zitat von Cotti Beitrag anzeigen
    Ich habe dem längst zu antworten versucht:

    Seit wann ist ein Berufskraftfahrer auf den Straßen unterwegs, um absichtlich andere Menschen zu überfahren? Wenn das einer tut, ist er ein Verbrecher. Wenn der bei Begehung seiner Verbrechen selbst zu Schaden käme, möchte ich den sehen, der ihm dafür Mitleid und Therapie auf Steuerzahlerkosten zugestehen würde.

    Ein Trucker ueberfaehrt nicht anschtlich andere, da es nicht zu seinem Berufsbild gehoert, ein Soldat der auf andere schiesst uebt dagegen sehr wohl seinen Beruf aus, das ist der Unterschied.
    Einen Soldaten bei der Ausuebung senes Berufes als Verbrecher zu bezeichnen hinkt.Was tun denn dann Polizisten die mit Traenengas rumspruehen? Koerperverletzung? Und der Richter macht sich der Freiheitsberaubung schuldig?
    Ich weiss, alles legal, Recht und Gesetz und so. Beim Soldaten aber auch.
  5. #54

    Zitat von Runzelfee Beitrag anzeigen
    Tja, so was kommt dann dabei raus, wenn man eine gewaltige Überdosis Rambo inhaliert hat und wenn es ernst wird, feststellt, dass man nicht mal ein Huhn schlachten kann, ohne in Ohnmacht zu fallen. Kleiner Tipp: Wer keine E... in der Hose hat, der sollte sich nicht mit einem Maschinengewehr in der Hand ablichten lassen.
    Es tut zwar nicht viel zur Sache, aber Rambo leidet an posttraumatischen Belastungsstörungen.

    PTBS hat auch nichts damit zu tun, ob man ein Huhn schlachten kann oder "E... in der Hose" hat. Aber Ihnen kann sowas ja ganz sicher nicht passieren... Ich wünsche Ihnen nicht in eine derartige Situation zu kommen, sollte es aber passieren wird der Aufschlag nach dem Fall von ihrem hohen Ross umso härter. Auch zivile Situationen sind durchaus geeignet PTBS hervorzurufen (Autounfall, etc.)

    Zum Thema:
    Ich finde es auf jeden Fall richtig, das sich um diese Leute - die ja im Staatsauftrag handeln - endlich vernünftig gekümmert wird.
  6. #55

    Bundeswehr hat auch einen Nutzen

    Mal ein kleiner Gedankengang meinerseits:

    Wenn ich aus irgendeinem Grund in einem afrikanischen Land entführt werden sollte, dann erwarte ich, dass die Regierung meines Landes alles daran setzen wird, mich zu befreien.
    Dies setzt eine gewisse "Überzeugungskraft" voraus, soll heißen, dass man mit Worten alleine nicht viel erreicht. Man muss auch zeigen, dass man sich durchsetzen kann.
    Dafür gibt es bestimmte staatliche Institutionen, wozu auch die Bundeswehr gehört.
    Wenn Verhandlungen scheitern, weil die Entführer beispielsweise die Herausgabe eines inhaftierten Terroristen fordern (und das wird niemals erfüllt), dann erwarte ich, dass die Regierung eine härtere Gangart einlegt, und das KSK darauf ansetzt.
    Ich erwarte von der Regierung, dass ihr mein Leben nicht vollkommen egal ist und sie dem KSK den Auftrag erteilt, mich rauszuholen.

    Ob meine Erwartungen erfüllt werden (schließlich regen sich die Linken ja bereits auf, wenn ein Soldat auch nur pinkeln geht), steht auf einem anderen Blatt.
    Aber ich hänge an meinem Leben, wie jeder andere normale Mensch und für solche Fälle haben wir die Bundeswehr oder genauer gesagt das KSK.

    Nun gibt es diese Soldaten, die ihr Leben für meins riskieren (welche Beweggründe sie dazu getrieben hat, ist mir in einer solchen Situation vollkommen egal, die Hauptsache ist, es gibt sie).
    Wenn es zu einer Befreiungsaktion kommt, kann es passieren, dass ich heil rauskomme, aber ein Soldat wird verwundet oder stirbt.

    Dann erwarte ich auch vom Staat, dass er sich um diese Soldaten kümmert, sei es mit Therapien gegen PTBS, Entschädigungen für Dienstunfähigkeit oder dergleichen.

    Denn WENN es schon Männer und Frauen gibt, die alles riskieren, um anderen Menschen zu helfen, dann sollen die nicht durch den Dreck gezogen werden!
    Weder von der eigenen Regierung noch von denjenigen, für die sie da sind.

    Und mein Beispiel zeigt: Wenn man in einer gefährlichen Situation ist, in der man auf sich selbst gestellt ist, dann wünscht man sich jemanden, der einem hilft, sozusagen die Kavallerie, die einen rauspaukt.
    Und dafür ist die Bundeswehr zuständig, was dieser Institution in meinen Augen einen Sinn gibt, eine Legitimität.

    Es ist nicht zu viel verlangt, diese Menschen zu respektieren. Man muss sie nicht verehren, wie es vor 70 Jahren und davor getan wurde, aber zumindest respektieren und ihnen helfen, denn sie sind in manchen Fällen (so selten sie auch sein mögen) die letzte Hoffnung.
  7. #56

    Linke ?

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Wenns wenigstens fürs Vaterland wäre. Doch wir kämpfen dort für Recht und Freiheit. Geschickt von der SPD und den GRÜNEN!!
    Wir kämpfen dort einen ideologischen Kampf für die Linken im Land, die danach die Veteranen auch noch dafür bespucken.
    Die Konservativen haben so einen Mist nicht verbrochen...nur beenden können sie ihn auch nicht einfach so.
    Aber Dinge wie Wehrpflicht und Libyen zeigen doch: Eine "Rechte" Regierung schickt weniger Soldaten in den Krieg als die "Linken".

    Ja, ein deutscher Soldat zu sein ist schon Masochismus...
    Merken Sie bie Ihrer einseitigen ideologischen Weltsicht gar nicht daß natürlich auch die konservativen und wirtschaftsliberalen Parteien diesem Einsatz zugestimmt haben. Die Verantwortung für die Soldaten trägt zumindest im Augenblick Schwarz/Gelb.

    Das böse "linke" Soldaten bespucken ist natürlich barer Unsinn, das macht hier niemand der politisch ernst zu nehmen ist.
    Die einzige Partei die wirklich eine realistische und verantwortliche Politik zu Auslandseinsätzen der BW glaubwürdig verfolgt ist leider die Linke. Die Einsätze abzulehnen hat übrigens nichts mit bespucken zu tun es sei denn, man glaubt wirklich D wird am Hindukusch verteidigt.
  8. #57

    Fürsorgepflicht

    Zitat von ganta Beitrag anzeigen
    aber ich verstehe dieses Syndrom trotzdem nicht. Ich mein, was hat er denn gedacht als er zur Bundeswehr ging? Das er nicht auch in einem Kriegsgebiet eingesetzt wird? Oder das das nen Abenteuerausflug wird? Ich will hier niemanden niedermachen, der im Einsatz war und traumatisiert zurückkommt. Ich versteh es nur einfach nicht....
    Auf die Motive, warum ein junger Mann sich als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr verdingen will, ist es müßig, zu diskutieren.
    Der eigentliche Skandal IMO ist, daß der Dienstherr = Bundeswehr = Bund = unser demokratische Staat, der Fürsorgepflicht gegenüber diesen Männern in nicht nachvollziehbarer, sträflich vernachlässigbarer Weise nicht nachkommt. Dies ist ein Schlag ins Gesicht der Kriegsveteranen. Dafü schäme ich mich, obwohl ich den kolportierten Nonsens des Kriegsministers Struck bezüglich Hindukusch und Verteidigung-unserer-Demokratie-Quatsch nie geteilt habe und immer ein entschiedener Gegner war.
    Jeder Bundestagsabgeordnete, der unsere Jungs in die Hindukusch-Hölle geschickt hat, ist in der Verantwortung. Aber - was sind Verandwortbarkeiten in diesem Land schon wert?
  9. #58

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine Explosion in Afghanistan machte aus dem Elitesoldaten Sedlatzek-Müller ein seelisches Wrack. Diagnose: Krieg im Kopf. Schwer traumatisiert flüchtete er in den Alkohol, Hilfe von der Bundeswehr gab es kaum. Bis sich der Fallschirmjäger seinem härtesten Kampf stellte.

    Trauma bei Bundeswehr-Soldaten: Der Kampf des kaputten Kriegers - SPIEGEL ONLINE
    Das Problem ist, dass die Deutschen Soldaten überhaupt nicht aufs Töten und getötet werden vorbereitet werden. Möglich, dass dies nicht mit den freiheitlich-demokratischen Grundwerten vereinbar ist, aber für heutige Kampfeinsätze in fernen Ländereien ist dies mehr als notwendig.

    Ich spreche da aus Erfahrung, ich war selbst einmal dabei, habe aber dankend abgelehnt, als mein Zugführer nach freiwilligem Kanonenfutter für Afghanistan fragte.
  10. #59

    Was verstehen Sie nicht?

    Zitat von ganta Beitrag anzeigen
    aber ich verstehe dieses Syndrom trotzdem nicht. Ich mein, was hat er denn gedacht als er zur Bundeswehr ging? Das er nicht auch in einem Kriegsgebiet eingesetzt wird? Oder das das nen Abenteuerausflug wird? Ich will hier niemanden niedermachen, der im Einsatz war und traumatisiert zurückkommt. Ich versteh es nur einfach nicht....
    Was ist daran so schwer zu verstehen? Es gibt Sachen im Leben, die man meint im Griff zu haben, aber in der Realitaet erweist sich dieser Glaube eben als falsch. Das bringt das menschliche Leben so mit sich. Sie koennen sich sicherlich genau vorstellen, wie es im Krieg ist, und wie man das dann empfindet, ich frage mich nur woher wissen sie das so genau? Ich bin gluecklich das ich jegliches Risiko, dass durch andere beeinflusst wird, hasse und von daher bin ich nie zur Bundeswehr gegangen und haben dafuer eben 24 Monate meinen Zivildienst leisten duerfen, aber nicht jeder ist so und das kann man auch niemandem vorwerfen.








TOP



TOP