Robert Sedlatzek-MüllerEine Explosion in Afghanistan machte aus dem Elitesoldaten Sedlatzek-Müller ein seelisches Wrack. Diagnose: Krieg im Kopf. Schwer traumatisiert flüchtete er in den Alkohol, Hilfe von der Bundeswehr gab es kaum. Bis sich der Fallschirmjäger seinem härtesten Kampf stellte.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827828,00.html
allerdings ist das Unglück nur passiert, weil dort gravierende Fehler gemacht wurden. Erstens waren viel zu viele Soldaten anwesend und zweitens hat einer davon mit einem Hammer auf den Sprengkopf eingeschlagen. Außerdem wurde die Rakete nur deshalb nicht aus sicherer Entfernung gesprengt weil "Ausbildungsmaterial" gewonnen werden sollte.
Ich weiß natürlich nicht, was von dem allen befohlen war und was Eigeninitiative.
...bei facebook gerade mal seine seite angeschaut,bzw. seine fotos und die pinnwandeinträge,vor allem die kommentare zu den fotos und den pinnwand-einträgen.
von dem rambo-foto und ähnlichen bildern im profilfoto-album gar nicht zu reden.
aber grundsätzlich nehme ich sein gejammer nicht mehr so wirklich ab,er erscheint mir,und vor allem auch sein freundeskreis (siehe die besagten kommentare) scheinen mir fremdenfeindlich (kommentare zu einem pierre vogel-foto) und sehr von oben herab (auf zivilbürger bezogen) zu sein...und der hier im artikel beschrieben soldat mischt da überall in form von postings,entsprechenden fotos und kommentaren mit.
Egal ob "Rambo", "Elitesoldat" oder "Berufssoldat": Er war, ist und bleibt letztlich nur ein "Mensch", der mit unfassbaren Erlebnissen konfrontiert wird. Da ist es leicht, aus der Ferne und aus der Sicherheit seiner Bürolebens kernige Sprüche abzusondern.
Jeder Berufskraftfahrer der in einen Unfall geraet und dadurch Arbeitsunfaehig wird hat Anspruch auf eine Entschaedigung. Keiner haelt ihm vor, dass er es doch besser haette wissen sollen, die Strassen koennen doch so gefaehrlich sein. Erst die tollen Fernfahren machen wollen und jetzt hier rumjammern...
Ein Berufssoldat der im Einsatz verletzt wird ist in der gleichen Lage. Und da macht es absolut keinen Unterschied ob die Verletzung koerperlich oder seelisch ist.
Post-deployment syndrom ist ein anerkanntes Krankheitsbild, die ganzen Sofa-Rambos hier solten das doch bitte nicht vergessen, befor hier Ferndiagnosen gestellt werden.
Die veraechtlichen und mitleidlosen Kommentare hier sind doch echt zum Ko&%en!.
Und zum Nachlesen:
What Is Post-Deployment Syndrome? | BrainLine Military
Vier der ersten 5 Kommentare (bombadil, Freifrau, Runzelfee, randolf) ohgottogottogott...
Tja, er haette es halt vorher wissen muessen, jetzt macht er ja den dicken Reibach, der arme Steuerzahler muss fuer den auch noch aufkommen, der Typ ist zu weich... Welch differenzierte Auesserungen, und so sensibel!
Nein, ganz sicher nicht. Dieser Einsatz war von Anfang an falsch und damit auch das freiwillige Mittun dieser Soldaten. Ohne Freiwillige würde es diesen Krieg, der nicht als Krieg bezeichnet werden darf, nie gegeben haben. Natürlich schießen die lieber Raketen und Granaten auf andere Leute, damit es dort knallen soll - wenn es einem selbst um die Ohren fliegt, bekommt man plötzlich schlimme Traumata. Wie wäre es jetzt, darüber nachzudenken, wie es den Menschen geht, die von "unseren" *Tucholsky-Zitat* beschossen wurden?
....und unmenschlich, wie hier manche Kommentatoren ihre Meinung zum Besten geben.
Jeder Heilige hat seine Vergangenheit und jeder Suender seine Zukunft, heisst es in einem Sprichwort. Die Selbsherrlichkeit, die hier in so einigen Beitraegen zum Ausdruck kommt gewaehrt einen tiefen Einblick in die Seelenzustaende der einzelnen Foristen. Hochmut kommt immer vor dem Fall.
Ich bin auch der Auffassung, dass ein Soldat sich bewusst sein sollte, auf was er sich einlaesst. Aber ist es nicht unglaublich selbstgerecht, wenn man einen traumatsierten Soldaten sieht, ueber ihn hier verbal herzufallen und fast schon zu "steinigen". Einige moegen mit jungen Jahren schon die Reife besitzen, jede ihrer Entscheidungen genau abzuwiegen und alle Konsequenzen zu berechnen; andere sind es nicht.
Die Erlebnisse von Sedlatzek-Mueller zeigen mir vor allem zwei Dinge:
1) Es gibt eine Politik, die nicht davor zurueckschreckt, Soldaten fuer ihre eigenen Interesse zu instrumentalisieren
2) Es gibt junge Leute, die sich aus Naivitaet und aus welchen Gruenden auch immer zu Schachfiguren in einem Spiel machen lassen, dass sie noch nicht mal im Ansatz verstehen. Ich wuensche Herrn Sedlatzek-Mueller, dass er die Kraft hat, auch den Hohn und Spott zu ertragen und, dass er seine Erfahrungen an andere junge Menschen weitergibt. Damit wird er mehr bewegen, als er es als Soldat in Afghanistan je konnte und vielleicht gelingt es ihm so, aus seinem Trauma auch noch einen positiven Aspekt zu ziehen.
Wenns wenigstens fürs Vaterland wäre. Doch wir kämpfen dort für Recht und Freiheit. Geschickt von der SPD und den GRÜNEN!!
Wir kämpfen dort einen ideologischen Kampf für die Linken im Land, die danach die Veteranen auch noch dafür bespucken.
Die Konservativen haben so einen Mist nicht verbrochen...nur beenden können sie ihn auch nicht einfach so.
Aber Dinge wie Wehrpflicht und Libyen zeigen doch: Eine "Rechte" Regierung schickt weniger Soldaten in den Krieg als die "Linken".
Ja, ein deutscher Soldat zu sein ist schon Masochismus...