Trauma bei Bundeswehr-Soldaten: Der Kampf des kaputten Kriegers

Robert Sedlatzek-MüllerEine Explosion in Afghanistan machte aus dem Elitesoldaten Sedlatzek-Müller ein seelisches Wrack. Diagnose: Krieg im Kopf. Schwer traumatisiert flüchtete er in den Alkohol, Hilfe von der Bundeswehr gab es kaum. Bis sich der Fallschirmjäger seinem härtesten Kampf stellte.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827828,00.html
  1. #130

    womit wir wieder beim thema waeren

    Zitat von gorkamorka Beitrag anzeigen
    Naja, bei der Bundeswehr wird aber eher das Zerlegen, Reinigen und Zusammensetzen der Waffe trainiert, als das Töten von Feinden.
    Wer mal bei der Bundeswehr war, wird das wissen.
    Wer überhaupt 40 Schuss 5.56mm scharfe Munition aus seinem G36 abgefeuert hat, bevor er nach Afghanistan geschickt wird, kann sich glücklich schätzen.

    Ganz anders die Amerikaner, was die auf den Übungsplätzen in Rheinland-Pfalz verballern ist echt Wahnsinn. Ein US-Soldat verschießt da soviel im Monat wie eine ganze Bundeswehrkompanie in 3 Jahren nicht.
    ... die BW ist einfach eine gurkentruppe. ausstattung mag ja ganz ok sein, aber das training ist ein witz. wenn es stimmt was sie schreiben, dann ist das ein skandal. ich erinnere mich noch an die Grundi und dort war das schiessen wirklich nur eine sache von ein paar schuss.

    kein wunder, dass das "karfreitags-gefecht" bei der BW als heftiger feuerkampf bezeichnet wurde... ich denke die amis sehen das anders.....
  2. #131

    ohne Pathos is' nich'?

    Zitat von lieselottepampelmuse Beitrag anzeigen
    Vor allem die kritischen Beiträge spiegeln gut meine persönlichen Erfahrungen als Berufssoldat der Deutschen Bundeswehr wider. Deshalb anbei eine kurze Stellungnahme WARUM ich als Deutscher Soldat in Einsätze (auch ISAF) ging und wieder gehen werde:
    .....

    Deshalb zum Schluss:
    1. Meine Anerkennung und meinen Respekt für deinen mutigen Schritt, Kamerad! Lass Dich nicht unterkriegen, auch wenn der Wind im Gesicht drückt, Du kämpfst für alle von uns!
    2. Man blickt mit anderen Augen auf die Welt wenn man Menschen in ihrem Dreck und in ihrer Armut hat Sterben sehen. Das kann kein Film vermitteln, auch kein Bericht im SPIEGEL. Friede, Freiheit und Gerechtigkeit, die wir in DEU täglich konsumieren, sind von unschätzbarem Wert. Was sind wir bereit dafür zu geben?
    Eines vorweg: Auch andere sind aus Flugzeugen gehüpft, haben für diverse Sachen gekämpft und mussten ihr Leben riskieren. In erster Linie macht man so etwas aus persönlicher Eitelkeit, aus Abenteuerlust oder weil man glaubt (oder glauben will) für irgendetwas kämpfen zu müssen. Ich weiß wovon ich spreche und möchte auch niemanden lächerlich machen. Wirklich nicht!

    Aber dieser Pathos "Kamerad" / "Wind in's Gesicht .." / "... kämpfts für uns alle ..." ist verdammt dick aufgetragen. Unschön und peinlich ist das.

    Ich durfte einen Mann kennenlernen, der den WK II hochdekoriert überlebt hat und Zeit seines Lebens über das Erlebte kaum ein Wort verlor: Kein Schwadronieren über dies und das ...! Kein, "das habe ich für ... getan" kam über seine Lippen!

    Dieser Mann hatte Klasse.

    Deswegen mein Rat: Seien Sie bitte still.
  3. #132

    ja klar... die armen

    Zitat von wrongsaidfreda Beitrag anzeigen
    Sein Trauma war aber nicht irgendeine Kampfsituation (und er hatte einige). Nein, 4 Wochen im basecamp Saerge, bedeckt mit Flaggen aus aller Herren Laender, in Flugzeuge zu laden, dass hat ihm den Rest gegeben.
    .
    ...soldaten.... wenn schon der anblick von flaggen-bedeckten saergen ein trauma ausloest, dann weiss ich nicht weiter. nur vielleicht eines: Bitte, bitte nicht berufssoldat werden wenn schon der anblick eines anonymen sarges ein trauma ausloest....
  4. #133

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine Explosion in Afghanistan machte aus dem Elitesoldaten Sedlatzek-Müller ein seelisches Wrack. Diagnose: Krieg im Kopf. Schwer traumatisiert flüchtete er in den Alkohol, Hilfe von der Bundeswehr gab es kaum. Bis sich der Fallschirmjäger seinem härtesten Kampf stellte.

    Trauma bei Bundeswehr-Soldaten: Der Kampf des kaputten Kriegers - SPIEGEL ONLINE
    Ich war 1985 2 Jahre in Afrika(Sudan und Tschad). Krieg ist die Hölle und ich begreife nicht warum Politiker immer wieder junge Menschen in diese Hackfleischfabrik entsenden und weiter in sauberen Anzügen vor das Volk der getöteten(seelisch und körperlich) Söhne und Töchter treten, um ihnen zu erklären, dass dies notwendig sei, "IHRE" Interessen zu vertreten.
  5. #134

    x

    Zitat von texas_star Beitrag anzeigen
    ...soldaten.... wenn schon der anblick von flaggen-bedeckten saergen ein trauma ausloest, dann weiss ich nicht weiter. nur vielleicht eines: Bitte, bitte nicht berufssoldat werden wenn schon der anblick eines anonymen sarges ein trauma ausloest....
    Wenn ich richtig gelesen habe, so hat dieser Soldat nach 20 Jahren Dienstzeit diesen Moment erlebt. Hat also einiges schon gesehen und erlebt.
    Was genau das war, das können Sie nicht wissen. Trotzdem kommen Sie augenblicklich zu einem Urteil und stellen das Talent zum Beruf in Abrede.
    Das ist dürftig.
  6. #135

    Zitat von texas_star Beitrag anzeigen
    na ja.... ich frage mich nur wie frueher kriege gewonnen wurden ohne dass danach ein grossteil der soldaten sozialfaelle wuerden aufgrund der schrecklichen erlebnisse.... vermutlich weil es eben keine fruehrente und sozialleistungen fuer nicht sichtbare verletzungen gab,,,,
    Die haben sich zu Tode gesoffen, sich eine Überdosis gesetzt oder mussten auf der Straße betteln.

    PS: Sagt Ihnen der Ausdruck "Kriegszitterer" etwas?
  7. #136

    Zitat von texas_star Beitrag anzeigen
    ...soldaten.... wenn schon der anblick von flaggen-bedeckten saergen ein trauma ausloest, dann weiss ich nicht weiter. nur vielleicht eines: Bitte, bitte nicht berufssoldat werden wenn schon der anblick eines anonymen sarges ein trauma ausloest....
    Auch Soldaten sind nur Menschen und haben eine emotionale Persönlichkeit. Ein Trauma kann jeder jederzeit bekommen.
    Es sei den er hätte schon eine psychotische Alexithymie.
    Emotionslose Kampfmaschinen möchte ich nicht als Landesverteidiger haben, sondern Menschen mit Verantwortungsgefühl.
    Die können aber auch brechen. Das darf man nicht tabuisieren, sondern man muss ihnen helfen ins Leben zurückzufinden.
    Seelische Invalidität muss genau wie körperliche Invalidität anerkannt werden können. Eine Gesellschaft die das negiert und als Schwäche verunglimpft ist nichts wert.
  8. #137

    Nie mehr einen Titel...

    Zitat von waldemar.l. Beitrag anzeigen
    ...denn noch gar nicht, das ist Krieg. Oder wie sagen Sie dazu?
    OT:
    Es ist kein Krieg in AFG.
    Nach dem Völkerstrafrecht (Rom-Statut) und dem deutschen VStGB handelt es sich um einen nichtinternationalen bewaffneten Konflikt dort.
  9. #138

    Er soll nicht klagen,

    denn er hat ja als Berufssoldat gezeichnet. In Friedenszeiten einen auf Muskelprotz machen (siehe Fotos), sich als Spezialkiller ausbilden lassen und ganz groß stolz darauf sein. Aber wenn es dann wirklich los geht, bleibt von der großen Schnauze nicht viel mehr übrig. Keinem einzigen Berufssoldaten soll nachgetrauert werden.
  10. #139

    Zitat von dutchinnz Beitrag anzeigen
    denn er hat ja als Berufssoldat gezeichnet. In Friedenszeiten einen auf Muskelprotz machen (siehe Fotos), sich als Spezialkiller ausbilden lassen und ganz groß stolz darauf sein. Aber wenn es dann wirklich los geht, bleibt von der großen Schnauze nicht viel mehr übrig. Keinem einzigen Berufssoldaten soll nachgetrauert werden.
    Können die Personen wie Sie, die hier nur durch Halbwissen glänzen endlich mal aufhören die völlig falsche Bezeichnung Berufssoldat zu verwenden!

    Der Mann war Zeitsoldat (gem. Text). Stabsgefreiter und später Stabsunteroffizier (gem. Photos). Der Dienstgrad Stabsunteroffizier schließt außerdem ebenfalls aus das er Berufssoldat war.