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Transplantationen: Zweiter Arzt in Organspendeskandal verwickelt

DPADer Göttinger Organspendeskandal weitet sich aus: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen einen zweiten leitenden Mediziner der Universitätsklinik. Ermittler durchsuchten seinen Arbeitsplatz und seine Wohnung.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...846561,00.html
  1. #1

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts auf Tötungsdelikte!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Göttinger Organspendeskandal weitet sich aus: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen einen zweiten leitenden Mediziner der Universitätsklinik. Ermittler durchsuchten seinen Arbeitsplatz und seine Wohnung.

    Organspende-Skandal: Zweiter Arzt aus Göttingen unter Verdacht - SPIEGEL ONLINE
    Wie an anderer Stelle bereits ausführlicher berichtet wird. Beispiele:

    Göttinger Ärzte transplantierten illegal Organe: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Tötungsdeliktes - News - FOCUS Online - Nachrichten

    Staatsanwalt ermittelt wegen Tötungsdelikten: Göttinger Organspende-Skandal weitet sich aus

    Nicht auszuschließenderweise wegen Tötung "auf Verlangen".

    Auf dem Verlangen am Transplantationsgeschäft Beteiligter nach mehr und schnellerem Profit.

    Alle, die diese Gefahr bisher aufgeregt, kämpferisch vehement und unbelehrbar fortgesetzt als völlig unmöglich ausgeschlossen haben, kommen vielleicht bereits bald nicht mehr umhin, ihre eigene Wirklichkeitswahrnehmung neu abzugleichen und dann endlich Realitäts-kompatibel einzustellen.

    MfG
  2. #2

    Das ist doch alles ganz harmlos:

    DER SPIEGEL*52/1987 - Einen atmenden Leichnam begraben?

    von 1987, "an der Schwelle zu einer neuen Ära der Transplantationsmedizin".

    Seither nie wieder was davon gehört.
  3. #3

    Göttingen ist ein Ausnahmefall

    Ich gehe nach wie vor davon aus dass es sich bei dem Göttinger Fall um eine Ausnahme handelt und z.B. Eurotransplant einen guten und wichtigen Job macht. In der Krankenhausrealität ist es in keinster Weise so dass bestimmte Patienten bevorzugt in den Genuss eines Organs kommen, sondern aus eigener Anschauung kann ich sagen dass es hier einen Bereich gibt in dem es tatsächlich Demokratisch zugeht und in dem nach Dringlichkeit und nicht nach sozialem Status entschieden wird wer ein Organ bekommt, übrigens sehr zum Ärger einiger Teile des Pflegepersonals und auch der Ärzteschaft, die es nicht gerne sehen wenn ein Alkoholiker aus Bildungsfernem Milieu eine neue Leber bekommt. Die Arbeit an Spenderorgane zu kommen ist schwierig und auch für die Beteiligten Mediziner, die Gespräche mit stark emotionalisierten Angehörigen führen müssen, nicht einfach. Man sollte sie nicht zusätzlich erschweren in dem man das Bild einer korrupten Organmafia an die Wand malt, die es in der Realität hier nicht gibt.
  4. #4

    Da bekommt die Aufforderung

    nach mehr Organspender doch einen ganz anderen Geschmack(auch wenn es evtl. nur ein Paar Nestbeschmutzer sind) ist für uns das Thema abgeschlossen. Denn bei Geld hört auch der Eid des Hippokrates auf. Reich Arzt=evtl. Tod eines "armen" wird in Kauf genommen.
    Danke!
  5. #5

    Organ zur Belohnung?

    Zitat von badnavigator Beitrag anzeigen
    .. in der Krankenhausrealität ist es in keinster Weise so dass bestimmte Patienten bevorzugt in den Genuss eines Organs kommen, ..
    Für die Uni-Klinik Göttingen scheint das nicht zuzutreffen.

    Zitat von badnavigator Beitrag anzeigen
    ..nicht nach sozialem Status entschieden wird wer ein Organ bekommt, übrigens sehr zum Ärger einiger Teile des Pflegepersonals und auch der Ärzteschaft, die es nicht gerne sehen wenn ein Alkoholiker aus Bildungsfernem Milieu eine neue Leber bekommt.
    Warum das denn? Ist der Alkoholiker weniger krank, oder sollte gar seine Bildung eine Rolle spielen bei der Bemessung der Bedürftigkeit? Sollte es Organe nur als "Belohnung" für ein untadeliges Vorleben geben?

    Wenn diese Beschreibung, vorgeblich aus dem inneren Kreis der Krankenhausmitarbeiter, zutreffen sollte, dann sehe ich noch ganz andere Skandale heraufziehen.
  6. #6

    Zum Thema:
    Ich würd meine Organe auch spenden, wenn die Hälfte und nicht nur eine Leber von tausenden nach Jordanien gehen würde. Selbst wenn das organisierte Verbrechen viel daran verdienen würde.

    Warum? Würde ich jetzt mit dem Argument, ich will keine organisierte Kriminalität unterstützen, gar nicht spenden würde, würden auch alle sterben. Sowohl der Patient in Deutschland, der auf der Warteliste benachteiligt wird, wie auch ein Teil der Jordanischen Patienten.
    Was will ich mit meinen Organen nach dem Tod, was bringen sie mir? Gar nichts. Sollen sich doch irgendwelche Menschen dumm und dämlich dran verdienen, wenn es sie glücklich macht. Solange nur ein kleiner Teil meiner Organe anderen Menschen hilft, ist mir das schnurzpiepegal.

    Zweitens, Thema Konsequenzen.
    Ich bin Pfleger auf einer neurologischen Intensivstation. Schlaganfall ist eine sehr übliche Todesursache. Das heisst ich betreue verhältnismäßig viele spätere Organspender. Ich persönlich denke im Bezug auf einen Toten sehr utilitaristisch. Da ist niemand mehr dem man schaden kann, und der Organspender empfindet es teilweise als Ausdruck seiner Menschenwürde, dass er spenden darf.
    Als meine Schwester verstarb fragten meine Eltern (Arzt+Ingenieurin) die Ärzte von sich heraus, ob man Gewebe von ihr verwenden könnte.
    Für mich persönlich ist das sehr wichtig, das ist sowas wie ein persönlicher letzter Wunsch, dass man was von mir weiterverwenden kann. Das ist mein letzter Wille was praktisch mit meiner am leben gehaltenen Leiche passieren soll.
    Ich find Organe die zu den Würmern gehen, unhumanistisch.

    Für sich selbst würden ja viele Menschen die nicht-spender sind, sagen: "ich lehne auch Organe ab, wenn es mir schlecht geht" (das glaub ich allerdings prinzipiell nicht, weil sich Menschen bei der konkreten Terminsetzung fürs Ableben doch oft nochmal anders entscheiden). Für ihr Kind würden es die meisten dann schon nicht mehr ablehnen. Aber die eigenen Organe den Würmern geben.

    Soviel zur Vorgeschichte, ich bin also deutlich pro Organspende, beruflich, wie auch privat geprägt, und als Buddhist.
    Genau deshalb bin ich für härteste Konsequenzen. Den Kliniken muss das in Geld gehen, sie müssen sich selbst aktiv um Kontrolle bemühen. Von aussen hat man in einen Kliniksbetrieb immer nur begrenzten Einblick. Die Kliniken müssen vor solchen Skandalen im betriebswirtschaftlichen Sinne Angst haben. Deshalb muss der Uni Göttingen mMn für mindestens 1Jahr das Recht entzogen werden Organe einzupflanzen. (allerdings nicht das Verbot Organe zu entnehmen). Es muss was kosten.
    Ein betrügerischer Arzt der seinen Patienten mehr Organe verschafft als vorgesehen, besorgt der Klinik auch mehr Operationen, und das bringt ihr Gewinne.
  7. #7

    Nicht so verwunderlich

    Verwunderlich, dass einzelne Ärzte die alleinigen Schuldigen sein sollen. Wie konnte denn die Uniklinik Göttingen um alles in der Welt monetäre Anreize mit Transplantationszahlen verknüpfen? Allgemein bekannt dürfte sein, dass im Gesundheitssystem so einiges Gravierendes im Argen ist. Also ganz so überraschend kommt diese einzelne Geschichte nicht. Das Gesundheitssystem muss dringend in seiner Gesamtheit geändert werden, da die Unterschiede zwischen Spitzenmedizin und totbringender Medizin allein aus moralischen Gründen abgebaut werden müssen. Weiterhin bedarf das System dringender Kontrolle seiner Akteure und seiner Prozesse. Die Approbation alleine reicht beim Arzt genauso wenig, wie beim Piloten der einmalige Flugschein. Man kann nicht genug erwähnen, dass ein modernes, gut funktionierendes Gesundheitssystem für eine Gesellschaft ein hohes Gut ist. Von den teils gravierenden Misständen sind wir alle (egal ob Politiker, Staatsanwalt, Arzt oder einfacher Bürger) bedroht. Hoffentlich setzt ein spürbares Umdenken ein, dies wird in einem beträchtlichen Masse Leben retten. Der Journalismus hat die große Chance durch gute Berichterstattung diesen Prozess einzuleiten bzw. zu begleiten.
  8. #8

    Zitat von Privatier Beitrag anzeigen
    ...Nicht auszuschließenderweise wegen Tötung "auf Verlangen".

    Auf dem Verlangen am Transplantationsgeschäft Beteiligter nach mehr und schnellerem Profit...
    Es gibt einfach zu viele profitierende Akteure in diesem Spiel, die glauben, sie hätten die Aufgabe, für "mehr Spender" zu sorgen. Da gibt es ja schließlich "12.000 Betroffene", die danach verlangen.
  9. #9

    Ah ja, immer alles nur Einzelfälle

    Zitat von badnavigator Beitrag anzeigen
    Ich gehe nach wie vor davon aus dass es sich bei dem Göttinger Fall um eine Ausnahme handelt und z.B. Eurotransplant einen guten und wichtigen Job macht. In der Krankenhausrealität ist es in keinster Weise so dass bestimmte Patienten bevorzugt in den Genuss eines Organs.....
    Was glauben Sie wie viele Herzen auf einmal bereitstehen wenn Sie ein von Thurn und Taxis wären? Es geht immer nur um Status und Geld. Das wollen meistens auch nur die nicht eingestehen, die für eine Organspendepflicht für alle sind.








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