Wie hoch ist eigentlich die Zahl der beteiligten Ärzte und Krankenhäuser, die ihren Anteil an einer Transplantation `spenden´?
DPADer Bedarf an Organen ist groß, die Anzahl der Spender zu klein. Eine neue Statistik zeigt: Im ersten Halbjahr 2012 ist die Zahl der Organspender in Deutschland noch weiter gesunken. Mehr als 11.000 Patienten stehen auf den Wartelisten für ein Ersatzorgan - jeden Tag sterben drei von ihnen.
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...842559,00.html
Wie hoch ist eigentlich die Zahl der beteiligten Ärzte und Krankenhäuser, die ihren Anteil an einer Transplantation `spenden´?
"Durch das Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage sterben laut DSO statistisch gesehen jeden Tag drei Menschen".
Das ist schlicht unwahr: Die Menschen sterben nicht wegen eines fehlenden "Angebotes", sondern weil sie krank sind.
Bei jeder sich bietenden Gelegenheit betreiben DSO, Eurotranplant, Verbände der Gesundheitsindustrie und Lobbyisten Propaganda gegen die "Mörder" (nichts anderes steht ja zwischen den Zeilen), die durch ihre vermeintlich verantwortungslose Entscheidung gegen Organspenden den Tod von Menschen auf der Warteliste verschulden.
Dabei wird immer verschwiegen, dass es gute Gründe gibt gegen Organspenden zu sein. Z.B. religiöse Grümde, Zweifel an der Hintodthese (Stoecker, "Ein Plädoyer für die Reanimation der Hirntoddebatte"), Zweifel ob die altruistische Handlung nicht von Dritten (Konzernen, Ärzten) ausgenutzt wird.
Man sollte sich mal vergegenwärtigen, dass die Industrie an jedem gespendeten Organ eine halbe Million € für die Medikamente verdient, die zur Schwächung des Immunsystems, das das Fremde Organ abstoßen will, und die Eindämmung der Folgekrankheiten benötigt werden. Hinzu kommen ggf. Zweittransplantationen.
Dauernd wird von Seiten der DSO für eine Widerspruchslösung agitiert, die Organspenden so schön einfach macht und die in den Parlamenten gerade eben erst gescheitert ist. Das wär ja auch die Lizenz zum Gelddrucken, denn die "Nachfrage" liegt ja in den Händen der Gesundheitsindustrie. Hirn und Herztod sind ja auch zu diesem Zweck einst erfunden worden.
... solange bei sogenannten Hirntoten, bei denen aber Kreislauf und Atmung noch vom Kleinhirn gesteuert werden, die Organe ohne Vollnarkose entnommen werden.
Das Großhirn ist zwar funktionsunfähig, aber der Schmerz läuft zunächst beim Kleinhirn an und dieses registriert ihn noch sehr wohl. Viele Angehörige von Hirntoten mit intakten Kreislauffunktionen berichten von entsetzlich entstellten Gesichtern der Toten nach der Organentnahme ohne Narkose.
In den Niederlanden und in anderen Ländern hat man dieses Problem erkannt und führt die Organentnahmen unter Vollnarkose durch, die so lange aufrecht erhalten wird, bis der Körper wirklich die letzte Lebensfunktion eingestellt hat.
Die Gesellschaft bringt enorme Mittel für den Medizinbetrieb auf. Der Bedarf ist im Prinzip nach oben offen, also ist es immer notwendig, Grenzen auszuhandeln.
Tatsache ist derzeit, daß es zahlreiche moderne Kliniken gibt, in die sehr viel Geld in Räume und Geräte investiert wurde, in denen allerdings ganze Stationen, da sind Kinderstationen dabei, da sind modernst ausgestattete Intensivstationen dabei,
WEGEN MANGELS AN QUALIFIZIERTEM PFLEGEPERSONAL
geschlossen sind.
Die Folge ist:
- Kliniken der Maximalversorgnung müsssen akute schwere Fälle abweisen - Folge: die mit Riesenaufwand betriebenen Rettungsdienste müssen lange Wege antreten oder gar warten oder in unzureichende Häuser verlegen
- geplante OP müssen ständig verschoben werden, um auf noch dringlichere Notfälle reagieren zu können
- auf Pflegepersonal wird extremer Druck ausgeübt, Pflegestandards hinten anzustellen, weil ständig eine "Ausnahmesituation" herrscht. Die Chefärzte untermauernd dies andauernd MÜNDLICH. Die hochgradig asymmetrische Hierarchie im Klinikbetrieb kann dem überhaupt nicht standhalten, also wird andauernd nachgegeben. Pflegemängel sind die Folge, die Bedingungen passen nicht, also ist das Personal stets überlastet und kündigt.
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Die Transplantationsdebatte ist eine Debatte um den Ausbau bestimmter operativer Bereiche, um die große Lobbyarbeit betrieben wird, die Medien greifen das sehr gerne auf - so als ob hier der große Misstand herrsche.
Tatsächlich jedoch führt die ungenügende Ausstattung der Pflegebereiche zu Qualitätsmängeln und Kapazitätsmängeln in großem Ausmaß.
Mit einer Initiative zur Verbesserung der Pflegebereiche in vielen Kliniken könnte mit den vorhandenen Mitteln weit mehr für die vielen akut Kranken erreicht werden als mittels Initiativen zu mehr Transplantationen.
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Die Öffentlichkeit hat kein sachlich richtiges Bild vom Ausmaß der Problematik. Tatsächlich sind an Universitätskliniken Intensivstationen geschlossen, auf Normalstationen muss 1 Schwester nebst Hilfskraft sich mit 30 zum Teil frischoperierten Patienten bemühen.
Da kann so gut wie nichts umgesetzt werden. Hygienestandards? Prophylaxen? etc.
Tatsache ist, daß in einer Klinik, die sich in "Universitätsmedizin" umbenannte, real tatsächlich u.a. eine
TIERARZTHELFERIN
als "OP Schwester" eingesetzt wird, weil reguläres Personal nicht zu halten oder zu finden ist.
Einfacher Grund: Die Gehälter sind zu gering, die Qualifikationsanforderungen eigentlich hoch, aber man ist nicht bereit und nicht willens, Qualität im Pflegebereich auch zu bezahlen.
Verstehe immer noch nicht, warum ich Organe verschenken sollte. Im Kapitalismus werden Dinge, die dringend benötigt werden, ge- bzw. verkauft und haben einen Wert. Meine Organe sind das wertvollste, was ich habe.
Alle anderen an so einem Vorgang beteiligten arbeiten ja auch nicht umsonst. Die Chirurgen, die Transporteure, die Medikamenten-Hersteller und -lieferanten. Alle bekommen Geld ... nur einer nicht. Der wichtigste.
Wie ... nach meinem Tod brauche ich meine Organe nicht mehr. Stimmt. Genau wie mein Haus, mein Auto, mein Geld ... nichts davon brauche ich dann mehr. Das wird trotzdem nicht verschenkt, sondern vererbt.
Wer meine Organe haben will, wird dafür zahlen müssen. Gern auch an meine Erben. Verschenkt wird erst, wenn wir Kommunismus haben.
Ich warte nur noch auf den Tag, an dem die Organspende-Lobby öffentlich erklärt, es stürben in Deutschland leider zu wenige junge bzw. gesunde Menschen, die als Organspender geeignet seien...
Daß die Zahl der Organspender in Deutschland sinkt, dürfte auf die Werbekampagnen der Organspende-Lobby zurückzuführen sein, die so offenkundig um alle wirklich relevanten Fragen herumlavieren, daß immer mehr Deutsche erkennen, daß da mit Propaganda statt Fakten gearbeitet wird.
Ich sehe die allgemeine Mittelschieflage in den Krankenhäusern ähnlich und auch, wo der Förderbedarf liegt.
Im Fall der Transplantationsmedizin sehe ich die Motivation der Krankenhäuser allerdings genau in der Finanzierung des gesamten Hauses. Transplantationseingriffe bringen hohe Fallpauschalen, dass heißt viele Organspender gleich viel Geld für die Klinik. Das perverse an der Gesundheitsfinanzierung ist ja die Pauschalisierung; es werden allgemein abrechenbare Leistungen vorgegeben und nicht die konkret notwendigen Behandlungen abgerechnet.
Ich frage mich auch, warum man seine Organe nicht vererben darf; gibt es eben auf die Kosten noch einen Aufschlag für die Hinterbliebenen, das macht den Kohl nicht mehr fett.
aus dem Artikel:
"Wir dümpeln in Deutschland bei einer Rate von 15 Spendern pro eine Million Einwohner herum", sagt Bruno Meiser, Eurotransplant-Präsident. "Diese Zahl muss endlich deutlich steigen."
Was will uns Herr Meiser sagen? Müssen mehr von uns an einem Hirntod sterben, damit sie ihre anderweitigen Organe in guter Qualität spenden können? Wie könnte man das erreichen? Auf welche Rate will Herr Meiser, auf welche Rate kann man kommen, ohne Leute wegen der Organe umzubringen? Mich erinnert das an den beklemmenden Film "Coma" von 1978 ...