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Transplantationen: Zahl der Organspender in Deutschland sinkt weiter

DPADer Bedarf an Organen ist groß, die Anzahl der Spender zu klein. Eine neue Statistik zeigt: Im ersten Halbjahr 2012 ist die Zahl der Organspender in Deutschland noch weiter gesunken. Mehr als 11.000 Patienten stehen auf den Wartelisten für ein Ersatzorgan - jeden Tag sterben drei von ihnen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...842559,00.html
  1. #130

    Zitat von spon-facebook-10000160388 Beitrag anzeigen
    "Durch das Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage sterben laut DSO statistisch gesehen jeden Tag drei Menschen".
    Das ist schlicht unwahr: Die Menschen sterben nicht wegen eines fehlenden "Angebotes", sondern weil sie krank sind.
    Als ob sich das eine gegen das andere ausspielen ließe.

    Zitat von spon-facebook-10000160388 Beitrag anzeigen
    Dabei wird immer verschwiegen, dass es gute Gründe gibt gegen Organspenden zu sein. Z.B. religiöse Grümde
    ... ob man religiöse Gründe als "gute Gründe" klassifizieren will, steht dahin. Ich würde sagen, jeder hat ein Recht darauf, eine Organspende aus religiösen Gründen abzulehnen, aber deswegen ist dieser Grund noch lange nicht gut. Es hat auch ein jeder ein Recht darauf, sich jeden Samstag abend zu besaufen (solange er im Suff nicht Auto fährt, seine Frau verprügelt oder sonstwie anderen in die Quere kommt), weil er meint, sich nur so entspannen zu können, aber trotzdem ist es weder gut, sich jeden Samstag abend zu besaufen, noch ist der dafür angeführte Grund eine hinreichende Rechtfertigung.

    Zitat von spon-facebook-10000160388 Beitrag anzeigen
    Zweifel ob die altruistische Handlung nicht von Dritten (Konzernen, Ärzten) ausgenutzt wird.
    Wenn ich einem Bettler ganz altruistisch 10 Euro gebe, damit er sich etwas zu essen kauft, und er geht mit dem Geld in den Laden und kauft sich ein paar Semmeln, Wurst und Käse, wurde dann meine altruistische Handlung schamlos vom Einzelhändler ausgenützt, der bei dieser Transaktion seinen Profit macht?


    Zitat von spon-facebook-10000160388 Beitrag anzeigen
    Das wär ja auch die Lizenz zum Gelddrucken, denn die "Nachfrage" liegt ja in den Händen der Gesundheitsindustrie. Hirn und Herztod sind ja auch zu diesem Zweck einst erfunden worden.
    Und die Gesundheitsindustrie ist es dann wohl auch, die die Herzen, Nieren etc. überhaupt erst zerstört hat, damit sie etwas transplantieren kann?
  2. #131

    Zitat von Meta Beitrag anzeigen
    Verstehe immer noch nicht, warum ich Organe verschenken sollte.
    Ein Stück weit gebe ich Ihnen recht. Ich bin einmal knapp an einer Knochenmarksspende vorbeigeschrammt (als Spender - die letzte Fein-Typisierung hat dann doch nicht gepasst), und natürlich hätte ich gespendet. Aber ich finde, ganz ehrlich, dafür, dass ich mich eine Woche in ein Krankenhaus weit weg von meinem Wohnort begebe und etliche Unannehmlichkeiten auf mich nehme, um einen Wildfremden womöglich das Leben zu retten, wäre eine finanzielle Anerkennung doch nicht ganz unangemessen. Meine Vorstellung wäre etwa der Gegenwert eines normalen, nicht überdimensioniert luxuriösen, Urlaubs der Dauer des Krankenhausaufenthalts. Wie gesagt, ich hätte es auch so gemacht, aber angesichts der Kosten, die eine solche Knochenmarktransplantation verursacht, kann es doch auf ein paar hundert Euro für den Spender auch nicht mehr ankommen. Wäre doch eine nette Geste.

    Das Problem ist aber doch das: in dem Moment, in dem so etwas entlohnt wird, kommt sofort jemand auf die Idee, beispielsweise von armen Leuten zu verlangen, sie könnten doch auch prima mit einer Niere leben. Kann doch nicht angehen, dass ein Hartz-IV-Empfänger da einfach den Gegenwert von, sagen wir mal, 30.000 Euro in seinem Körper mit sich herumschleppt! Von bedürftigen Personen respektive ihren Angehörigen wird man die Zustimmung zur Organentahme verlangen, bevor irgendwelche Sozialleistungen gezahlt werden - und dann stünde das Recht darauf, eine Organspende ggf. auch abzulehnen, für einen großen Personenkreis nur noch auf dem Papier.
  3. #132

    Kein Titel

    Zitat von Bowie Beitrag anzeigen
    Wie gewünscht...die Antwort zu meinem gesellschaftlichen Engagement: Ich kümmere mich zweimal in der Woche um ein Heimkind im Rahmen einer ehrenamtlichen Patenschaft, unterstütze die Berliner Obdachenlosenhilfe finanziell und bin ausgesprochen großzügig gegenüber bettelnden Straßenkindern, Behinderten, etc.. Zufrieden?!

    Ja! Danke für die Antwort.

    Ihr Engagement ist begrüßenswert.
    Nur: Was würden Sie davon halten, wenn man Ihnen trotzdem den Vorwurf eines "entsolidarisierten Egoismus" (Zitat!) machen würde?

    Genau das haben Sie mit den Menschen getan, die Organspenden ablehnen.
    Es scheint Ihnen egal zu sein, was diese Menschen während ihres gesamten Lebens tun. Nur die Organspende zählt.


    Diese fanatischen Vorwürfe und Forderungen sind es, die mich nerven.



    Viele Grüße
  4. #133

    Nochmal @ taus_randers

    Und nochmals herzlichen Dank!
    Sie haben mir mit Ihrem Beitrag wohl gerade noch die Erklärung für ein anderes Phänomen geliefert.
    Ich bin Jägerin und habe mich immer gefragt, wieso z.B. ein Reh nach einem Herz-Lungen Treffer im Schuss zusammenbricht, aber noch unkontrolliert die Beine bewegt (schlegelt). Wenn ich Ihren Beitrag richtig verstanden habe, dürfte das die Erklärung sein.
  5. #134

    Zitat von bekkawei Beitrag anzeigen
    Die Achtung des Grundsatzes "Die Menschenwürde ist unantastbar" widerspricht doch den Regeln des rationalen Denkens.

    Überlegen Sie mal, ob es nicht vernünftig wäre, könnte man die Menschenwürde bei manchem Menschen rechtzeitig antasten, um damit viel Übleres zu verhindern.
    Sie verwechseln schon wieder moralische Gesetze mit den Gesetzen der Logik und Naturgesetzen. Letztere kennen den Begriff „vernünftig“, wie Sie ihn hier gebrauchen, nämlich im Sinne von „sinnvoll“ oder „besser“, überhaupt nicht.
  6. #135

    Das kann ich nicht bestätigen.

    Zitat von Cotti Beitrag anzeigen
    Im Prinzip stimmt das - aber nur ein Arzt darf den Tod "feststellen", d.h. ein Laie muss so lange den Brustkorb eines leblosen Menschen bearbeiten, bis professionelle Hilfe eintrifft. Aber der Herzstillstand ist ein Todeszeichen, das jeder Laie feststellen kann - und nicht nur ein Gremium aus mehreren Ärzten, nur um dann die Organe verwerten zu können.
    Der Puls ist nicht immer gut tastbar, schon gar nicht bei extrem niedrigem Blutdruck, wie er bei Bewußtlosen nicht selten ist.

    Dazu noch die Aufregung durch die Notfallsituation- das ist nicht für jeden Laien leicht zu machen. (Ohne invasive Hilfsmittel kann auch ein Arzt mal danebenliegen bei der Pulsmessung)

    Und soweit ich weiß, ist man in Deutschland zwar zur Hilfeleistung verpflichtet, aber nicht zur Herzdruckmassage. Wer sich nur zutraut, Hilfe zu rufen und die stabile Seitenlage durchzuführen, handelt auf jeden Fall richtig und kann sich nicht strafbar machen.

    Und das ist auch gut so, denn ansonsten wäre dem Helfer so viel Verantwortung aufgebürdet, daß noch mehr Menschen lieber die Augen zumachen und sich schnell entfernen würden.
  7. #136

    kurzantwort Schlegeln

    Zitat von Peppermint_Patty Beitrag anzeigen
    Ich bin Jägerin und habe mich immer gefragt, wieso z.B. ein Reh nach einem Herz-Lungen Treffer im Schuss zusammenbricht, aber noch unkontrolliert die Beine bewegt (schlegelt). Wenn ich Ihren Beitrag richtig verstanden habe, dürfte das die Erklärung sein.
    Nachdem meine eigentliche Antwort leider nicht veröffentlicht wurde, hie rnur die Kurzversion dessen: Beim Schlegeln handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit NICHT um das Lazaruszeichen.
  8. #137

    Zitat von bekkawei
    Die Achtung des Grundsatzes "Die Menschenwürde ist unantastbar" widerspricht doch den Regeln des rationalen Denkens.
    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Sie verwechseln schon wieder moralische Gesetze mit den Gesetzen der Logik und Naturgesetzen.
    Gar nicht.
    Der Logik (=logischen Schlussfolgerungen) liegt doch das rationale Denken zugrunde.
    Von Naturgesetzen habe ich nichts geschrieben.

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Letztere kennen den Begriff „vernünftig“, wie Sie ihn hier gebrauchen, nämlich im Sinne von „sinnvoll“ oder „besser“, überhaupt nicht.
    „Sinnvoll“ oder „besser“ ist eine Weiterinterpretation von "rational", die Sie hier bei mir so vermuten :-)
  9. #138

    Geld für Organe?

    Zitat von Meta Beitrag anzeigen
    Verstehe immer noch nicht, warum ich Organe verschenken sollte. (...) Wer meine Organe haben will, wird dafür zahlen müssen.
    Lieber Leser von »SPIEGEL ONLINE«,

    ich bin der Autor des Artikels, den Sie kommentiert hatten – und habe die »Deutsche Stiftung Organtransplantation« prompt mit Ihrer Meinung konfrontiert.

    Geld für Organe? – Nach Einschätzung der DSO ist das auch angesichts des akuten Organmangels der falsche Weg. Begründung: Es könnte dazu führen, dass sich Menschen in finanziellen Notlagen zu einer Organspende gedrängt fühlen. Das widerspreche nicht nur dem Solidaritätsprinzip im Gesundheitswesen, sondern verstoße auch gegen den ethischen Grundsatz, dass der menschliche Körper keine veräußerbare Ware sein darf.

    Die DSO befürchtet, »dass jeder monetäre Anreiz zur Organspende die Tür zum Organhandel öffnet.« Länder mit einem staatlich kontrollierten Organverkauf hätten gezeigt, dass dadurch schnell ein Schwarzmarkt entsteht. Weltweit gäbe es eine Ächtung des Organhandels. Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe dazu klare Richtlinien. In Deutschland sei der Handel mit menschlichen Organen laut Transplantationsgesetz verboten.

    Gegenvorschlag aus der DSO-Zentrale in Frankfurt am Main: Flächendeckende Öffentlichkeitsarbeit, die Menschen über das Thema Organspende aufklärt und motiviert, eine eigene Entscheidung zu treffen. »Die Bereitschaft zur Organspende sollte ausschließlich auf einer selbstbestimmten, altruistischen und freien Entscheidung basieren«, heißt es. Spenden bedeute »freiwillig etwas zu geben«, um anderen Menschen zu helfen.

    Was denken Sie über diese Meinung der DSO?

    Beste Grüße
    Michael Wasner
  10. #139

    Zitat von energieinfo Beitrag anzeigen
    Was will uns Herr Meiser sagen? Müssen mehr von uns an einem Hirntod sterben, damit sie ihre anderweitigen Organe in guter Qualität spenden können? Wie könnte man das erreichen? Auf welche Rate will Herr Meiser, auf welche Rate kann man kommen, ohne Leute wegen der Organe umzubringen?
    Lieber Leser von »SPIEGEL ONLINE«,

    ich bin der Autor des Artikels, den Sie kommentiert hatten – und habe Professor Bruno Meiser, Präsident von Eurotransplant, mit Ihrer Meinung konfrontiert. Er will unbedingt darauf antworten, bittet dafür aber um etwas Zeit. Sobald ich eine Reaktion von ihm bekomme, werde ich sie hier im Forum veröffentlichen.

    Beste Grüße
    Michael Wasner


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