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Transplantationen: Zahl der Organspender in Deutschland sinkt weiter

DPADer Bedarf an Organen ist groß, die Anzahl der Spender zu klein. Eine neue Statistik zeigt: Im ersten Halbjahr 2012 ist die Zahl der Organspender in Deutschland noch weiter gesunken. Mehr als 11.000 Patienten stehen auf den Wartelisten für ein Ersatzorgan - jeden Tag sterben drei von ihnen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...842559,00.html
  1. #110

    Zitat von taus_randers Beitrag anzeigen
    Haben Sie schon einmal einen sogenannten "Jahresbericht" der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) gelesen? Den bekommen Sie kostenlos zugeschickt, Bestellung unter dso.de. Dort finden Sie - she rtransparent - die entsprechenden Zahlen.
    Das ist sicherlich so, aber die DSO will ja etwas von mir. Also warum werden dann diese Zahlen nicht offen kommuniziert, wenn sie denn schon vorliegen?
    Zitat von taus_randers Beitrag anzeigen
    Die Daten unterliegen zum einen der Schweigepflicht. Außerdem muss jeglicher Direktkontakt unterbleiben, weil es sonst den Anschein erwecken könnte (so irreal das für Sie klingen möge), hier wäre nicht ausschließlich nach medizinischen Kriterien (Spenderkombatibilität, Dringlichkeit, usw.) entschieden worden. Im Nachhinein ist z.B. ein Dankesschreiben an die Familie des Spenders möglich, welches von EUROTRANSPLANT bzw. der DSO an die entsprechende Familie weitergeleitet wird, wenn diese das überhaupt möchte. Das ist aber alles nicht so einfach für die Betroffenen, wie sie es sich scheinbar vorstellen.
    Ich stelle mir gar nichts einfach vor. Ich rede von erwachsene Menschen, die selber entscheiden müssen, was sie wissen wollen und was nicht. Daher setzte ich auch ein gegenseitiges Einverständnis voraus. Alles andere empfinde ich als Bevormundung und bezweifle einfach mal, dass es hier um die Leute geht die geschützt werden sollen.
  2. #111

    Zitat von Bowie Beitrag anzeigen
    muss man leider allzu oft den Vorwurf eines entsolidarisierten Egoismus machen. Denn alle Diskussionsbeiträge hinsichtlich genauer Definition des Todes, vermeintlicher Geschäftemacherei, Selbstbestimmung über den Tod hinaus, etc. sind irrelevant. Letztendlich geht es darum, dass es ab dem Moment des Hirntodes kein Zurück mehr gibt! Unabhängig davon, ob der maschinell aufrechterhaltene Kreislauf vermeintliche "Lebens"zeichen des Restkörpers zeigt - alles was den Menschen, sein Bewusstsein und seine Persönlichkeit ausgemacht haben, ist vorbei. Körperliche Reize können vom abgestorbenen Gehirn nicht mehr wahrgenommen werden. Ab diesem Moment gibt es genau zwei Möglichkeiten: Ich schalte die Maschinen ab, der restliche Körper wird seine Funktionen einstellen und anfangen, sich zu zersetzen. Oder ich unterdrücke zwar zutiefst menschliche, aber dennoch falsche Neigungen, die mir Leben im Restkörper vorgaukeln und das Bedürfnis auch nutzlos über den Tod hinaus selbstbestimmt zu agieren und nehme meine humane Verantwortung wahr, zumindest mit meinen Organen noch Gutes zu leisten, die ansonsten NUTZLOS verbrannt oder begraben worden wären. Und genau deswegen müssen sich die Organspendegegner von mir den Vorwurf der Irrationalität und der mangelnden Solidarität gefallen lassen, die sich in Wirklichkeit hinter ihren Argumenten versteckt.
    Und genau wegen solcher Unverfrohrenheiten müssen sich Organspendefundamentalisten wie Sie den Vorwurf epischer Selbstgerechtigkeit, moralischen Pharisäertums und vor allem der grenzenlosen Ignoranz gegenüber den maßgebenden Prinzipien unseres Grundgesetzes (absoluter Schutz der Menschenwürde, Schutz des Persönlichkeitsrechtes und Schutz der körperlichen Unversehrtheit) gefallen lassen. Ihnen geht ganz offensichtlich jegliches Bewusstsein für die Menschenwürde ab. Was Sie tun, ist nichts anderes, als zu fordern, eine Spende solle gefälligst verpflichtend für alle sein, nur weil Sie es zufällig nicht stört, nach Ihrem Tod als Rohstoffbasis verwertet zu werden. Sie können das für sich gerne so halten. Das hätten Sie aber bisher auch schon gekonnt, wären Sie und viele andere nicht einfach zu faul gewesen, sich einen OS-Ausweis zu besorgen. Aber nein, glücklich sind Sie ja immer erst, wenn Ihre persönliche Meinung in Paragraphen gegossen für alle verbindlich wird. Angesichts soviel scheinheiliger Selbstgerechtigkeit wird mir schlecht.
  3. #112

    Zitat von bekkawei Beitrag anzeigen
    Zitat von marvin07 Beitrag anzeigen
    Aber Sie sprechen einen guten Punkt an. Gibt es auch die Möglichkeit, Organspende offiziell abzulehnen?
    Aber selbstverständlich gibt es die Möglichkeit. Als mündiger Patient dürfen Sie eine Organspende oder jede andere Operation jederzeit ablehnen. Stellen Sie sich vor, Sie müssen nicht mal zum Arzt gehen, egal wie dreckig es Ihnen geht.
    Hoppla, da hatte ich mich missverständlich ausgedrückt. Es ging um das Empfangen eines Spenderorgans. Ich meinte, den hypothetischen Zustand, in dem ich keine Entscheidung treffen kann (Koma), mich eine Organspende aber evtl. retten könnte. Weiß nicht, ob in so einem Fall eine Transplantation überhaupt in Erwägung gezogen würde. Kann vielleicht ein Mediziner hier beantworten. Im wachen Zustand kann ich natürlich aktiv ablehnen.
    In meinem Organspendeausweis steht jedenfalls nicht die Option, nicht Empfangen zu wollen. Hoffe, das ist jetzt klarer.
  4. #113

    Zitat von taus_randers Beitrag anzeigen
    Es ist nicht gemeint, mehr Menschen "in den Hirntod zu schicken", sprich alle vor den Baum zu schubsen, sondern aus der vorhandenen Zahl der Hirntoten eine höhere Zahl an Organspendern zu rekrutieren.

    Derzeit wird nur denjenigen nach dem Hirntod ein oder mehrere Organe entnommen, bei dem dieser Wille eindeutig nachweisbar ist (Organspendeausweis mit [ja] angekreuzt) oder bei demjenigen, dessen Hinterbliebene oder für diese Frage benannte Person (welche nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entscheiden sollen) diesem zustimmen. Es gibt also wenig Hirntote, von denen ein großer Teil nicht der Spende zugeführt wird. Ich hoffe, das ist jetzt hinreichend eindeutig erklärt.
    Ja, Sie haben nochmals bestätigt, was der informierte OS-Gegner eh schon längst wusste: Es soll möglichst die fehlende Entscheidung der Verstorbenen außer Acht gelassen werden dürfen, und es soll möglichst auch negativen Entscheidungen (also contra OS) geben, die man dann im Moment noch berücksichtigen müsste. Alles sehr durchsichtig, aber zumindest von der momentanen Gesetzeslage her zum Glück noch nicht zulässig. Man will nicht den wahren Willen der Bürger zu diesem Thema wissen und achten müssen, sondern man will ganz bewusst diejenigen, deren Entscheidung man nicht kennt, einfach so als Spender missbrauchen dürfen. Nur so ließe sich schließlich die Anzahl von "Spendern" unter den Hirntoten schnell steigern, was ja das erklärte Ziel des Euro-Transplant-Präsidenten ist. Kann bitte irgendwer diesem Ganoven mal ein Grundgesetz schenken - und den anderen Pharisäern hier im Forum auch, die meinen, ein Recht auf die Organe anderer Menschen zu haben und deshalb eine Entscheidung contra OS verurteilen zu dürfen.

    PS: Ich möchte wetten, von denen, die hier so groß tun, hat nicht mal die Hälfte einen Ausweis... Wäre auch kein Wunder, denn angeblich sind ja bisher auch schon soooo viele Menschen für die OS, aber irgendwie haben sich doch nur sehr wenige dazu aufraffen können, sich einen Ausweis zu besorgen, obwohl das denkbar simpel und mit Null Aufwand verbunden ist. Es kann also nicht sehr weit her sein mit der echten Bereitschaft zur OS.
  5. #114

    Strafanzeige gegen DSO und Bundesärztekammer

    Es geht um OrganHANDEL, also um ein Geschäft. Den Geschäftsinteressen der Bundesärztekammer und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) werden Menschenleben geopfert. Die Volksvertreter schauen untätig zu. Inzwischen ist klar: Das Hirntod-Konzept ist ein TÖTUNGS-Konzept. Dieses Marketingkonzept ist gut für die Geschäfte mit den Organen, für die Betroffenen ist es im Effekt aber ein TÖTUNGS-Konzept. Die juristische Aufarbeitung hat gerade erst begonnen. Die Staatsanwaltschaft Berlin ist mit der Sache befaßt. Hier der Text der Strafanzeige: http://spkpfh.de/Strafanzeige_wegen_Mordes_gegen_Bundesaerztekammer _und_DSO.htm
  6. #115

    Menschenwürde

    Gerade weil ich massiv vom Artikel 1 unseres Grundgesetzes überzeugt bin, bin ich sehr dafür, dass sich mehr Menschen für die Organspende öffnen. Denn die Unteilbarkeit und Unantastbarkeit der Würde gilt für alle und auch und gerade für diejenigen, die eine medizinische (Organ)-bedürftigkeit haben. Genau deswegen habe ich übrigens seit langer Zeit einen Organspendeausweis. Niemand spricht hier von einem Zwang für alle, sich "ausweiden" zu lassen. Es geht ganz einfach um einen Wandel im Bewusstsein, den ich bei den Organspendegegnern vermisse und stattdessen ausschließlich und hochgradig irrationale Gründe vorfinde.*
    Auf dem Rücken der bedürftigen Empfänger wird da von fehlender Selbstbestimmung, Geschäftemacherei und hanebüchenen Hirntoddefinitionen schwadroniert. Die daraus abgeleitete Verantwortung für den Umstand, dass ein Drittel der potentiellen Organempfänger mangels Spenderorganen schwere Schäden oder den Tod erwarten, tragen die Gegner allein! Und ich erlaube mir, das kurzsichtigen Egoismus und hochgradige Verantwortungslosigkeit zu nennen, denn im Falle Ihres Hirntodes nützen Ihnen Ihre Organe nichts, aber auch gar nichts mehr...

    P.S. : Ganz nebenbei - im Falle ihres Todes erlöschen die von Ihnen zitierten Grundrechte übrigens...
  7. #116

    Sachte...

    Zitat von brehn Beitrag anzeigen
    am ende schlecht dastehen? das ist doch wohl ein schlechter scherz....was wollen sie denn dafür haben, einen extra schönen sarg?
    Ohne es zu wollen haben Sie hier eine gute Idee, die mich schon länger in diesem Zusammenhang beschäftigt, angesprochen.
    Es wäre sicher bedenkenswert, ob nicht die Beerdigungskosten - natürlich nicht in beliebiger Höhe - von den KK übernommen werden sollten. Eine Beerdigung ist teuer, und bedeutet häufig für die Angehörigen eines Organspenders eine erhebliche finanzielle Belastung. Sicher wäre es willkommen, wenn diese so von den Angehörigen genommen würde.

    Zitat von brehn Beitrag anzeigen
    ...

    Oder andersrum, nimmt ihre familie ihre niere oder herz dann als andenken mit nach hause sofern sie nicht spenden? ....
    Ist in D nicht möglich / erlaubt. Ihre Frage entbehrt also jeder Grundlage...

    Zitat von brehn Beitrag anzeigen
    ...
    Von einem geistig gesunden standpunkt aus absolut nicht mehr nachzuvollziehen diese profitgier....
    Wo sehen Sie denn die Profitgier? Der Organspender kann ja nicht mehr direkt profitieren...
    Aber man kann das, was Sie hier als Profitgier anklagen auch positiv ausdrücken: Von einem geistig gesunden standpunkt aus absolut nachzuvollziehen dieses Streben nach Vorsorge....
    Hört sich doch schon ganz anders an, nicht wahr ?
    D
  8. #117

    @ taus_randers

    Erstmal vielen Dank für deine sehr engagierten und informativen Beiträge!!! Könntest du mir bitte folgenden Zusammenhang verdeutlichen bzw. eventuelle Falschinformationen korrigieren:

    Nachdem was ich so über den Hirntod gelesen habe, ist ein hirntoter, beatmeter Körper immer noch imstande, bestimmte Funktionen auszuführen. U.a. verdauen, ein Fötus entwickelt sich im hirntoten Mutterleib weiter, und der Körper reagiert auf Schmerzreize.

    Woher weiss ich also gesichert, dass ich im Falle des Hirntodes tatsächlich nichts mehr empfinde? Mangels glaubhafter Erfahrungsberichte ist die Behauptung, dass mit dem Hirntod auch die Empfindungen erlöschen doch bestenfalls eine Hypothese - oder?
  9. #118

    Zitat von Bowie Beitrag anzeigen
    Den Organspendegegnern muss man leider allzu oft den Vorwurf eines entsolidarisierten Egoismus machen.

    Das ist schon merkwürdig.

    Keiner der absolut überzeugten Spenden-Forderer hat bisher meine Frage (siehe Post 63) beantwortet.

    Zitat:
    „Ich würde zu gerne mal wissen, was einige dieser zum Teil fanatischen Organ-Spendenforderer (!) für ihre Mitmenschen spenden, bevor sie ihre Organe spenden.“


    Nöö, da kommen keine Antworten. Bloß neue Vorwürfe.


    Lieber Bowie (und alle ähnlich gestrickten Menschen): Bitte mal raus mit der Wahrheit. Was tut Ihr für Eure Mitmenschen, bevor Ihr Eure nach eigener Ansicht für Euch nutzlosen Organe spendet? Engagiert Ihr Euch in Hilfsorganisationen oder sonstigen sozialen Projekten?

    Womit begründet Ihr Eure unverschämte Dreistigkeit, jeden zu beschimpfen, der Eure Meinung zur Organspende nicht teilt?
    Wie könnt Ihr es wagen, jeden, der nicht Eurer Meinung ist zu verurteilen? Ihr habt doch überhaupt keine Ahnung, was diese Organspendegunwilligen als lebende Menschen für ihre Mitmenschen leisten.

    Diese ständigen Pöbeleien sind einfach nur dreist, nervig und kontraproduktiv.

    MfG
  10. #119

    Antwort von Bowie

    Wie gewünscht...die Antwort zu meinem gesellschaftlichen Engagement: Ich kümmere mich zweimal in der Woche um ein Heimkind im Rahmen einer ehrenamtlichen Patenschaft, unterstütze die Berliner Obdachenlosenhilfe finanziell und bin ausgesprochen großzügig gegenüber bettelnden Straßenkindern, Behinderten, etc.. Zufrieden?!








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