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Transplantation: Mit dem Skalpell vor Diabetes bewahrt

Mit einer spektakulären Transplantation haben Dresdner Ärzte ein Unfallopfer davor bewahrt, zum Diabetiker zu werden. Die Bauchspeicheldrüse des Mannes war zerstört, dort wird das Insulin produziert. Die Mediziner retteten Zellen aus dem Organ und verpflanzten sie in die Leber.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-885045.html
  1. #1

    Typ 1-Diabetiker produzieren kein Insulin

    Zitat: "Die Inselzelltransplantation ist kein Standardverfahren. In Frage kommt die Methode normalerweise bei Typ-1-Diabetikern, bei denen die Blutzuckerspiegelkontrolle des Körpers so stark gestört ist, dass sie regelmäßig an schweren Unterzuckerungen leiden. ... Bei diesen Patienten geht es den Ärzten nicht darum, die Insulinspritzen überflüssig zu machen - die sind häufig weiter notwendig. Ein Erfolg ist bereits, wenn die schweren Unterzuckerungen der Vergangenheit angehören." Beim Typ 1- Diabetiker ist nicht die "Blutzuckerspiegelkontrolle des Körpers" gestört. Die Kontrolle des Blutzuckerspiegels erfolgt durch den Patienten selbst (bzw. durch den behandelnden Arzt, eine Krankenschwester o.a.). Wenn die Insulinproduktion durch die B-Zellen der Langerhans'schen Iseln nicht mehr stattfindet, kommt es zur "Überzuckerung" (= Hyperglykämie). Zu schweren "Unterzuckerungen" (= Hypoglykämien) kann es nur kommen, wenn zuviel Insulin gespritzt wurde. Dieser Fehler bei der Dosierung kann vielerlei Ursachen haben, z.B. Fehler bei der Messung des Blutzuckers (z.B. Zucker an den Fingern, weil man kurz zuvor Schokolade in der Hand hatte).
  2. #2

    Die schweren Unterzuckerungen...

    ...sind dann eher ein Problem des Glucagons. Das Hormon, das dafür sorgt, dass die Leber (Zuckerspeicher des Körpers) Zucker in den Kreislauf ausschüttet und somit den Zuckerspiegel im Blut nicht unter ein kritisches Niveau sinken lässt. Glucagon wird ebenfalls von den Langerhans-Zellen produziert, ist somit beim Typ-I-Diabetiker (komplett zerstörte Langerhans-Inseln als Folge einer Auto-Immunreaktion) nicht mehr vorhanden und wäre es bei dem oben beschriebenen Patienten ohne Operation wohl auch nicht. Der Vorteil einer Pankreas-Transplantation ist somit, dass der Typ-Einser weiterhin Glucagon herstellt und größtenteils vor Unterzuckerungen gefeit ist.
  3. #3

    Zitat von kanalratz Beitrag anzeigen
    Zitat: "Die Inselzelltransplantation ist kein Standardverfahren. In Frage kommt die Methode normalerweise bei Typ-1-Diabetikern, bei denen die Blutzuckerspiegelkontrolle des Körpers so stark gestört ist, dass sie regelmäßig an schweren Unterzuckerungen leiden. ... Bei diesen Patienten geht es den Ärzten nicht darum, die Insulinspritzen überflüssig zu machen - die sind häufig weiter notwendig. Ein Erfolg ist bereits, wenn die schweren Unterzuckerungen der Vergangenheit angehören." Beim Typ 1- Diabetiker ist nicht die "Blutzuckerspiegelkontrolle des Körpers" gestört. Die Kontrolle des Blutzuckerspiegels erfolgt durch den Patienten selbst (bzw. durch den behandelnden Arzt, eine Krankenschwester o.a.). Wenn die Insulinproduktion durch die B-Zellen der Langerhans'schen Iseln nicht mehr stattfindet, kommt es zur "Überzuckerung" (= Hyperglykämie). Zu schweren "Unterzuckerungen" (= Hypoglykämien) kann es nur kommen, wenn zuviel Insulin gespritzt wurde. Dieser Fehler bei der Dosierung kann vielerlei Ursachen haben, z.B. Fehler bei der Messung des Blutzuckers (z.B. Zucker an den Fingern, weil man kurz zuvor Schokolade in der Hand hatte).
  4. #4

    Cool!

    Der verunfallte Patient hatte grosses Glueck im Unglueck! Weiterhin gute Besserung!
  5. #5

    Wieder Mal

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit einer spektakulären Transplantation haben Dresdner Ärzte ein Unfallopfer davor bewahrt, zum Diabetiker zu werden. Die Bauchspeicheldrüse des Mannes war zerstört, dort wird das Insulin produziert. Die Mediziner retteten Zellen aus dem Organ und verpflanzten sie in die Leber.

    Diabetes: Ärzte transplantieren Unfallopfer eigene Bauchspeicheldrüse - SPIEGEL ONLINE
    Vorneweg großen Respekt vor den Ärzten, die diese OP durchführten.
    Gute Besserung dem Patienten.
    Danke Kanalratz für die Richtigstellung.
    Kein vernünftiger SPON-Leser erwartet, dass Journalisten Alleswisser sind. Einen fachlich qualifizierten Sachverhalt für Laien sauber und richtig aufzubereiten, ist aber schon ein ganz und gar grundsätzliches Qualitätskriterium. Diesbezüglich wird bei SPON immer wieder geschludert, leider!
    Ist das so schwer?
  6. #6

    @trivalent & @kanalratz

    Auch wenn es zunächst komisch klingt, das Problem der Patienten sind tatsächlich Hypoglykämien, also Unterzuckerungen.
  7. #7

    ja klar

    Zitat von dennisballwieser Beitrag anzeigen
    Auch wenn es zunächst komisch klingt, das Problem der Patienten sind tatsächlich Hypoglykämien, also Unterzuckerungen.
    Das ist Allgemeinwissen, gerade bezugs Typ 1 Diabetes.
    Es bleibt die zu Recht kritisierte, für den Laien mißverständliche Aufarbeitung dieses medizinischen Eingriffes.
    Es ist schlicht und einfach journalistische Qualität, Sachverhalte nicht nur gut verständlich, sondern in der Aussage sauber treffend zu formulieren.
    Von SPON erwarte ich diesbezüglich besonderes Engagement.
  8. #8

    ...

    Zitat von kanalratz Beitrag anzeigen
    Zitat: "Die Inselzelltransplantation ist kein Standardverfahren. In Frage kommt die Methode normalerweise bei Typ-1-Diabetikern, bei denen die Blutzuckerspiegelkontrolle des Körpers so stark gestört ist, dass sie regelmäßig an schweren Unterzuckerungen leiden. ... Bei diesen Patienten geht es den Ärzten nicht darum, die Insulinspritzen überflüssig zu machen - die sind häufig weiter notwendig. Ein Erfolg ist bereits, wenn die schweren Unterzuckerungen der Vergangenheit angehören." Beim Typ 1- Diabetiker ist nicht die "Blutzuckerspiegelkontrolle des Körpers" gestört. Die Kontrolle des Blutzuckerspiegels erfolgt durch den Patienten selbst (bzw. durch den behandelnden Arzt, eine Krankenschwester o.a.). Wenn die Insulinproduktion durch die B-Zellen der Langerhans'schen Iseln nicht mehr stattfindet, kommt es zur "Überzuckerung" (= Hyperglykämie). Zu schweren "Unterzuckerungen" (= Hypoglykämien) kann es nur kommen, wenn zuviel Insulin gespritzt wurde. Dieser Fehler bei der Dosierung kann vielerlei Ursachen haben, z.B. Fehler bei der Messung des Blutzuckers (z.B. Zucker an den Fingern, weil man kurz zuvor Schokolade in der Hand hatte).
    Aber ist nicht genau die Dosierung das Problem? So wie ich den Artrikel verstehe, reduziert das Transplantat zumindest die nötige zu verabreichende Dosis an Insulin und somit auch die Gefahr einer Hypoglykämie.
    Außerdem hilft so ein Transplantat laut Wikipedia (und der zitierten Quelle dort) bei der Regulierung des Insulinspiegels, was ebenfalls zu einem reduzierten Risiko auf Über- und Unterzuckerung führen würde. l
    Laut dieser Quellen soll sich das Transplantat daher vor allem bei instabilen formen der Diabetis lohnen.

    IMO ist alles, was die Fehleranfälligkeit exogener Zuführung von Insulin reduziert etwas gutes und zu begrüßen. Wie mächtig dieses Hormon ist, sieht man auch gut an Bodybuildern, die es sich spritzen, obwohl sie keine Diabetis haben (Insulin ist stark anabol). Man liest in den einschlägigen Foren immer wieder von solchen Blindgängern, die für ein paar Gramm Muskeln an Hypoglykämie verstorben sind.
  9. #9

    Zitat von dennisballwieser Beitrag anzeigen
    Auch wenn es zunächst komisch klingt, das Problem der Patienten sind tatsächlich Hypoglykämien, also Unterzuckerungen.
    Da Sie sich ja wohl auf den Diabetes mellitus Typ I beziehen und nicht nur spezifisch auf den o.g. Patienten, frage ich warum die Hypoglykämien das Problem sein sollten. Die kann man ja relativ schnell abstellen in dem der Patient weniger straff mit Insulin eingestellt wird.








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