Die Organisation Transparency International gilt als schärfster Korruptionswächter der Welt - doch nur wenige wissen, dass sie unter anderem von Staat und Konzernen finanziert wird. Ein Lehrstück über die Frage: Wie viel Nähe darf ein Kontrolleur zu Kontrollierten haben?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,638784,00.html
Zitat aus dem Artikel:
"Um Mitglied zu werden, müssen sich Unternehmen in einer nicht mit Sanktionen verknüpften Erklärung zu "hohen ethischen Standards im Geschäftsverkehr" verpflichten. Insgesamt 45 Unternehmen und Institutionen wie die GTZ, Allianz, BASF oder die Deutsche Bahn, wo TI-Geschäftsführer Humborg knapp zwei Jahre tätig war, haben diese imagewirksame Möglichkeit bisher genutzt."
Ich kann nur noch den Kopf schütteln. Wie soll eine Organisation Unternehmen auf die Einhaltung ethischer Standards kontrollieren, wenn ihre Existenz durch die Mitgliedsbeiträge der kontrollierten Unternehmen gesichert ist?
Sicherlich wird keine Organisation gerade den grö0ten Beitragszahler mit akribischen Kontrollen belästigen. Ist auch absolut menschlich.
Deutschland sollte sich darauf besinnen, dass es über eine unabhängige Justiz verfügt. Bei dieser wären staatliche Mittel, die ja auch geflossen sein sollen, weitaus besser aufgehoben.
Letztlich sagt ja auch dieser Artikel, dass einige Unternehmen die "imagewirksame Möglichkeit" genutzt haben. Über die Effizienz der damit verbundenen Kontrollen macht man sich besser keine Gedanken.
Gruß
Berlinerin
Es gibt auch finanziell nicht auf Rosen gebette wesentliche kleinere aber dafür kritischere Organisationen die sich Themen annehmen um die sich angeblich auch TI kümmert, z.B. Business Crime Control, Lobby-Control, Whistleblower-Netzwerk oder Clean-State. Die freuen sich bestimmt über private Unterstützung von denjenigen die TI nicht mehr vertrauen.
Die Ratingagenturen arbeiten selbstverständlich ausschließlich zum Wohle der Anleger und sorgen für Transparenz auf den Finanzmärkten. Dies natürlich vollkommen neutral und nach bestem Wissen und Gewissen.
Von wem sie bezahlt werden, ist den Ratingagenturen gleichgültig. (ACHTUNG IRONIE)
Schöne Grüße
Berlinerin
Ich will ja keineswegs die hehren Absichten dieser Organisationen leugnen. Aber von irgendetwas müssen deren Mitarbeiter auch leben und werden nicht aus göttlicher Nächstenliebe tätig sein.
Die Justiz ist sicherlich in keinem Land perfekt organisiert; es gäbe vermutlich überall Nachbesserungsbedarf. Aber mir ist eine staatliche Justiz immer noch lieber als diverse mit mehr oder weniger Machtfülle ausgestattete Interessengruppen, die nur sehr schwer zu kontrollieren sind.
Gruß
Berlinerin
... ist klar im Vorteil...
Beispielsweise unter:
http://www.transparency.org/
Transparency International -
http://www.transparency.de
(Transparency International Deutschland e.V.)
Empfehlenswerte Inhalte (auch -und insbesondere- für den Autor des Artikels):
- aktuelle Initiativen und Forderungen (dann einfach mal abgleichen mit der vermeintlichen Abhängigkeit von Wirtschaft und Politik)
- Arbeitsweise und Engagement (bspw. bei TI Deutschland ganz überwiegend ehrenamtlich, dass diese "Mitarbeiter" auch irgendwo Geld verdienen (müssen) scheint dem Autor leider entgangen zu sein)
'Sorry', aber einen solchen Spiegel-Online-Artikel zusammenzuschreiben (bzw. eher zusammenzu...) ohne auch nur in einem Satz einmal aktuelle Projekte und Vorhaben zu beleuchten (die dann über Ausrichtung und Vorgehensweise Auskunft geben könnten) ist ein ziemliches (journalistisches) Armutszeugnis !
Wir haben eine Exekutive mit Richtlinenkompetenz wie unsere liebe Frau Bundesjustizministerin Zypries, damit auf Frage nach Gesetzen zum Schutz vor Korruption und Betrug jemand öffentlich hochkompetent und im öffentlich - rechtlichen Fernsehen erklären kann: "Es besteht kein Handlungsbedarf. Ich vertraue auf die selbstregulierenden Kräfte des Marktes." (Zypries 2005).
Gruß
Ihr Mitbürger