Training für Kreuzfahrt-Jobs: Überlebenskampf im Hafenbecken
SPIEGEL ONLINEPer Luxusliner um die Welt, das klingt famos. Der Job-Stress beginnt lange vorher: Wer als Koch, Kellner, Kindermädchen bei Kreuzfahrten anheuert, hüpft beim Sicherheitstraining erstmal in die kühle Ostsee. Und muss sich als Landratte verspotten oder zum Gruppensex auffordern lassen.
ich saß heute selbst in dem Fallboot und muss leider die Kostenübernahme verneinen. Zumindest trifft dies auf die AIDA zu. Wie dies bei den anderen Reedereien aussieht kann ich nicht sagen. Die Kosten muss also jeder Teilnehmer selbst tragen oder per Bildungsgutschein durch das Arbeitsamt finanzieren lassen.
Als ehemaliger Kursteilnehmer von Dirk Wegner kann ich mich über die Darstellung seines Unterrichts nur wundern. Ich habe weder in der Schule noch später an der Uni einen Dozenten erlebt, der über ein ähnliches didaktisches Talent wie Dirk Wegner verfügte oder mit vergleichbarem Engagement und Spaß und vor allem mit absoluter Sachkompetenz unterrichtet hat. Dirk Wegner hat es von der ersten Minute geschafft, seine Schüler zu begeistern, sowohl er als auch seine Art zu unterrichten trafen ausnahmslos auf Zustimmung. Seine Präsentation mit dem Satz "jede Powerpointfolie ein Witz" zu beschreiben, ist nicht nur inhaltlich irreführend, sondern respektlos. Wichtige Inhalte mit einprägsamen Geschichten zu verknüpfen zeigt vielmehr ein durchdachtes didaktisches Konzept. Hier ist auch der Begriff "Gruppensex" einzuordnen, welcher originär von einem Kursteilnehmer benutzt und von Dirk Wegner später aufgegriffen wurde. Was auch zeigt, dass es schlichtweg falsch ist, dass er sich auf dieses Kommando gefreut habe, seit seine Schüler den Klassenraum betraten. Dies offenbart jedoch die durchweg negative Tendenz des Artikels. Die Tatsache, dass alle Frauen "Schnucki" gerufen wurden, erscheint ebenfalls in einem anderen Licht, wenn man hinzufügt, dass der Spitzname der Männer "Hasi" lautete. Und aus 20 Unterrichtsstunden ausgerechnet einen Satz über durchsichtige Spucktüten aufzugreifen, ist stilistisch eher bei bild.de zu erwarten. Abschliessend kann ich nur sagen, dass dieser Artikel absolut an der Sache vorbeigeht und vor allem ohne Rücksicht auf beteiligte Personen verfasst wurde. Ich jedenfalls werde im Fall eines Unglücks mein Leben unter Umständen der Tatsache verdanken, dass bei Dirk Wegners Unterricht "jede Powerpointfolie ein Witz" war.