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Training für Hartz-IV-Empfänger: Arbeitslose spielen Kaufmannsladen

Aufblasbarer Plastikkäse, kopiertes Spielgeld, gefärbtes Wasser in Weinflaschen: Das Jobcenter Hamburg finanziert einen kompletten Supermarkt. Hartz-IV-Empfänger sollen dort wieder arbeiten lernen. Die simulierte Einkaufstour kostet Millionen - und hat bislang nur eine magere Erfolgsquote.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...686388,00.html
  1. #160

    Der Arbeitsmarkt ist so absurd, wie die Gesamtgesellschaft!

    Zitat von boam2001 Beitrag anzeigen
    Solche Spielereien wie Kaufmannsladen o.ä. gibt es schon lange. Es gibt viele Arbeitslose, die bereits die zwanzigste Trainigsmaßnahme absolvieren und schon die dritte Umschulung hinter sich haben.
    Ein Bekannter von mir hat mal in einer solchen Simulation "gearbeitet".
    Die Betreibergesellschaft hat also Mauerer, Fliesenleger, Anstreicher etc. mit der STÄNDIGEN Veränderung des "Trainingsgebäudes" beschäftigt: Mauer hochziehen, niederreißen, Schutt wegräumen...
    Die Einzigen, die dort WIRKLICH noch sinnvoll beschäftigt waren, waren DIE Kräfte, die die Kantine betrieben haben...

    Und die einzigen, die wirklich GELD bekommen haben, waren die "Ausbilder", die also die indivduelle Arbeitsleistung der Teilnehmer an dieser Zwangsmaßnahme zu beurteilen hatten...
  2. #161

    Kein Scherz!

    Zitat von james592 Beitrag anzeigen
    Vielleicht wäre auch ein virt. Bundestag denkbar, aber da weiß man eh nicht, ob der in Berlin wirklich echt ist.
    Also ich würd' ja gern mal in nem virtuellen Arbeitsamt Jobvermittler sein und echten Arbeitslosen für ein paar Wochen lang mit Rat und Tat zur Seite stehen, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern...
  3. #162

    Real life training! Wow! DAS ist Ergotherapie...

    Zitat von beliyana Beitrag anzeigen
    Ach,da gabs auch noch was anderes Nettes:

    http://www.bz-berlin.de/archiv/arbei...cle769148.html
    Bundesagentur für Arbeit zahlt Umschulung zum Versager? DAS ist doch mal lebensecht. (Wie in dem Spielszenario für den Warenumschlag eines Supermarktes die GESCHLOSSENE Kasse (s.Bilderstrecke)
  4. #163

    ooo

    Zitat von therealstevemcqueen Beitrag anzeigen
    Wer mehr als 400,- / Monat haben will, soll arbeiten. Basta.
    Wer mehr als 400,- / Monat haben will, soll arbeiten. Basta.

    Ändert nichts dran, dass es keine "bezahlte" Arbeit gibt

    Gegenvorschlag: Alle Retailer, die in Ihrem Sortiment über einen bestimmten Prozentsatz ausländische Produkte führen, zahlen die Zerstörung der gesamten SAchwertsubstanz aus eigener Tasche.
  5. #164

    Discounter können sich die ständige Einarbeitung einfach nicht mehr leisten

    Zitat von Al Dente Beitrag anzeigen
    Welch zynisches Menschenbild doch hinter solch einer Aussage steckt. Wer keine Arbeit hat, hat deshalb keine, weil er einfach zu doof für Arbeit ist. Das muss er erstmal lernen, oje oje...
    Ein staatlich subventionierten Ausbildungsprogramm mit mentaler Vorselektion!

    Schrieb bereits in einem "Nachbartröt" (Wortschöpfung vom Foristen ...ergo sum) folgendes #635
    Ausbilden wollen die jetzt auch nicht mehr, ist im Discounterkampfpreis wohl auch nicht mehr drin. Deswegen baut man in unserer Republik den eben verlinkten Kaufmannsladen. Damit hat man sich dann auch schon was gespart. Dann gibt es nachher ein "Bestanden im Kaufmannsladen-Zeugnis" und schwupps, hat man die anpassungsfähige Klientel, die das ganze bis ans Lebensende für ein Spiel hält und sich bis auf die Knochen erniedrigen lässt.
  6. #165

    Lieber ein bescheidenes Leben, dafür selbstbestimmt!

    Zitat von rennus Beitrag anzeigen
    ...Qualifizierung reicht ja mal gerade für einen 1 € Job oder für Verdienste von denen ein Mensch , na sagen wir mal sehr bescheiden leben kann.
    Und wenn derjenige mit der Qualifizierungsmaßnahme eine größere Chance hat, weil dem Arbeitgeber sogar diese Art von „Ausbildung“ erspart bleibt, so ist der „Nichtqualifizierte“ eben auf der Strecke geblieben.
    Ist dadurch ein Arbeitsloser weniger auf dem Arbeitsmarkt?
    Was ändert sich an der Misere, dass es zuwenig Arbeitsplätze gibt?...

    Ich verstehe nicht, was dagegen spricht, durch eigene Arbeit sehr bescheiden leben zu können. Fakt ist, dass diese Aktivcenter nicht mit gut qualifizierten Menschen belegt werden. Da reicht es meistens nicht für die besser bezahlten Jobs. Das ist aber eine Frage der Politik und nicht der Arbeitsverwaltung.
    Du hast sicher Recht, dass es zu wenig Arbeitsplätze gibt. O.K.! Und wo sind gute Ideen. In diesem Gemecker hier hab ich keine gefunden. Es ist doch eher zynisch, die Menschen sich selbst zu überlassen und nichts zu unternehmen. Und ich hoffe, es bringt hier niemand die bezahlte gemeinnützige Arbeit als Heilmittel. Das hat sich schon längst als Drehtür erwiesen.
    Es wird immer eine Sockelarbeitslosigkeit geben, auch bei Vollbeschäftigung. Ich halte es aber für vernünftiger, die Dauer der individuellen Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich zu halten und durch schnelle Anpassungsqualifizierung die Menschen wieder in den Markt zu bringen. Dann könnte man auf Motivierungs- und Aktivierungsinstrumente gern verzichten. Da müssen wir aber erstmal hinkommen, denn noch gibt es zu viele Lebensläufe mit zu langer Arbeitslosigkeit. Da ist dann der erste Schritt zurück in Arbeit der Schwierigste.








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