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Training für Entlassungen: "Seien sie froh, wenn er sofort ausrastet"

CorbisKaum eine Aufgabe fürchten Chefs so sehr wie das Kündigen - und machen die Situation damit oft noch schlimmer. Entlassungstrainer bieten Hilfe an: Keine Floskeln à la "Kopf hoch", keine Angst vor "Psychokram" und keine offenen Fenster.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...828717,00.html
  1. #1

    Wann hat das alles angefangen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaum eine Aufgabe fürchten Chefs so sehr wie das Kündigen - und machen die Situation damit oft noch schlimmer. Entlassungstrainer bieten Hilfe an: Keine Floskeln à la "Kopf hoch", keine Angst vor "Psychokram" und keine offenen Fenster.

    Training für Kündigungs-Gespräche - SPIEGEL ONLINE
    Von "Human Resources" zu sprechen?
    Es heißt schon lange nicht mehr "Personalabteilung", sondern nur noch "Human Resources".
    Schauen Sie sich doch um!
    Schon vor zehn Jahren war auf einer Instruktion für Führungskräfte zur Führung des Kündigungsgesprächst zu lesen:
    "2. Austoben lassen..."
    Bei einem DAX-Konzern!

    Der Mitarbeiter ist längst zur Verfügungsmasse geworden.
    Keiner hat sich je dafür geschämt, von "Human Resources" zu sprechen.
    Wo waren die Gewerkschaften?

    Man kann sogar schon HR studieren.
    Wenn es um "Rohstoffe" geht, bleibt die "Personalführung" auf der Strecke.
    Der Mitarbeiter ist nur noch ein Rohstoff,
    der Arbeitslose sogar ein "Kunde" seiner eigenen Ansprüche!!

    Nur so nebenbei: normalerweise bezahlen "Kunden" für eine beanspruchte Dienstleistung oder Ware, nicht aber bei Einforderung berechtigter Zahlungen!
    Aber diese Perversität ist ein anderes Thema.
  2. #2

    Mitleid ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kaum eine Aufgabe fürchten Chefs so sehr wie das Kündigen - und machen die Situation damit oft noch schlimmer. Entlassungstrainer bieten Hilfe an: Keine Floskeln à la "Kopf hoch", keine Angst vor "Psychokram" und keine offenen Fenster.

    Training für Kündigungs-Gespräche - SPIEGEL ONLINE
    mein Gott, vor lauter Mitleid mit den Chefs,
    die aus strategischen Gründen Mittfünfziger und Familienväter vor die Tür setzen müssen, wird mir jetzt ganz sentimental.
    Aber ganz so schlimm wird es nicht:
    dem erfolgreichen Sanierer winkt nach Reduzierung der Personalkosten sicher ein Trostpflaster.
  3. #3

    Nsn

    "Da war die amerikanische Firma, die einigen hundert Mitarbeitern per E-Mail kündigte, in Unkenntnis des deutschen Arbeitsrechts. "
    Vor wenigen Wochen hat die Firma Nokia Siemens Networks, eine 50-prozentige Tochter der ursprünglich deutschen Firma Siemens, 1.600 Mitarbeitern per E-Mail mitgeteilt, dass sie die Firma verlassen müssen.
  4. #4

    Trostpflaster

    so ist es ...
  5. #5

    Alles falsch...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... Keine Floskeln à la "Kopf hoch", keine Angst vor "Psychokram" und keine offenen Fenster ...
    Transparenz und Klarheit des Entlassungsvorgangs ist entscheidend!

    Die langfristigen Firmeninteressen sind die Basis aller Überlegungen.

    Der Vorgang das teure, betriebsblinde und alte Mitarbeiter weichen müssen um den nachrückenden internen und externen Mitarbeiter Platz zu bieten, ist lediglich eine Erneuerung der Firma.

    Wer seinen Platz in der Firma auf diese Weise gewonnen hat wird sich nicht wundern das er diesen auf diese Weise verliert.

    Langfristig ist der Gedanke das man seine Arbeit im Zuge der natürlichen Erneuerung der Firma verloren hat, am ehesten zu ertragen und fügt den kleinsten Schaden der Persönlichkeit zu.

    Selbstverständlich ist nach dieser, hoffentlich ertragreichen, Jobmühle eine "lebenslange" Beschäftigung besonders attraktiv. Diese Existieren übrigens.

    Aber im Lebensalter höchster Schaffenskraft also von 25-45 sind Jobmühlen und "hire and fire" angesagt um die Schaffenskraft optimal zu nutzen. Einfach mal Kündigen wenn eine neue Firma 200 Euro mehr bietet!

    Tragisch ist natürlich die Verwechslung von Jobmühle und Lebensjob. Einfach umschauen, ob der Betrieb die demoskopische Bevölkerung repräsentiert. Sind die meisten unter 40, sind sie in einer Jobmühle.
  6. #6

    Naja

    Zitat von old_spice Beitrag anzeigen
    mein Gott, vor lauter Mitleid mit den Chefs,
    die aus strategischen Gründen Mittfünfziger und Familienväter vor die Tür setzen müssen, wird mir jetzt ganz sentimental.
    Aber ganz so schlimm wird es nicht:
    dem erfolgreichen Sanierer winkt nach Reduzierung der Personalkosten sicher ein Trostpflaster.
    zumeist müssen ja Abteilungsleiter, also die Mittlere Führungsebene, die Gespräche führen, mit ihren Mitarbeitern, die sie zum Teil schon seit Jahren kennenund evtl. schätzen. Die Anweisung dazu bekommen die jedoch von Oben, sind also im Grunde nur die Boten der schlechten Botschaft, und der ´Bote wird geköpft, wie man weis.
    Mir tun diese Leute dann schon leid...
  7. #7

    Zitat von old_spice Beitrag anzeigen
    mein Gott, vor lauter Mitleid mit den Chefs,
    die aus strategischen Gründen Mittfünfziger und Familienväter vor die Tür setzen müssen, wird mir jetzt ganz sentimental.
    Aber ganz so schlimm wird es nicht:
    dem erfolgreichen Sanierer winkt nach Reduzierung der Personalkosten sicher ein Trostpflaster.
    Ich habe schon einigen wenigen Mitarbeitern gekündigt.

    So schwer ist es nun auch nicht, wenn man "vernünftige" Gründe dafür hat. Bevor ich einem Mitarbeiter gekündigt habe, hatte er vorher über einen längeren Zeitraum verteilt mehrere Chancen die Gründe dafür aus dem Weg zu räumen. Er wenn er diese nicht genützt hat "flog" er irgendwann aus der Firma raus.

    Jeder der auf diese Art "geflogen" ist, hat im Kündigkungsgespräch selbst eingesehen, dass es dazu kommen musste. Als Bonbon habe ich jeden Gekündigten sein Zeugnis selbst schreiben lassen. Das ersparte mir Arbeit und nahm dem Gekündigten gleichzeitig die Möglichkeit gegen sein Zeugnis zu klagen.
    Am Ende hat keiner gegen seine Kündigung geklagt!

    Wird einem Mitarbeiter gekündigt wird, weil stinkreiche Inhaber auf seine und auf die Kosten der verbleibenden Mitarbeiter noch mehr aus einer Firma heraus quetschen wollen wird er es nicht einsehen, zu Recht!

    In solchen Fällen kann ich jedem Gekündigten nur raten das höchst mögliche aus seinem alten Arbeitgeber herauszuquetschen und auch einen Gang vor den Richter nicht zu scheuen.
  8. #8

    Zitat von pdbof Beitrag anzeigen
    zumeist müssen ja Abteilungsleiter, also die Mittlere Führungsebene, die Gespräche führen, mit ihren Mitarbeitern, die sie zum Teil schon seit Jahren kennenund evtl. schätzen. Die Anweisung dazu bekommen die jedoch von Oben, sind also im Grunde nur die Boten der schlechten Botschaft, und der ´Bote wird geköpft, wie man weis.
    Mir tun diese Leute dann schon leid...
    aber nicht doch. der typ, der die kündigung ausspricht ist das pure böse, der arche-kapitalist, der anti-sozialist. kann ja nur so sein. vorm kapitalismus gab es gar keine kündigungen...
  9. #9

    man sollte lieber die Mitarbeiter schulen

    Das große Problem ist ja, dass es der Mitarbeiter nicht gelernt hat mit der Kündigung umzugehen. Kündigung ist Kündigung. Und jeder Mitarbeiter sollte in der Kündigung auch eine neue Chance sehen. Ich habe eigentlich jede Kündigung auch als Chance gesehen. Die Möglichkeit etwas Neues zu machen, neue Leute kennen zu lernen. Habe mal einen Kollegen aus meinem ersten Job getroffen, und als ich nachgedacht hatte, dass der in all der Zeit in der ich herumgekommen bin, immer das Gleiche gemacht hatte, habe ich Gott dafür gedankt, dass ich so häufig vor die Tür gesetzt wurde. Nur Freundschaften sollte man aus einem Job mitnehmen. Und die werden durch die Kündigung ja dann erst auf feste Fundamente gesetzt, weil dann sind Sie frei von den Zwängen der Firma. Ich kann mit meinem Chef erst befreundet sein, wenn er nicht mehr mein Vorgesetzter ist, weil sonst würde ich mir ja wie ein Schleimer vorkommen.
    Vielleicht sollte man solche Ideen in den Firmen verbreiten. Aber dann fehlen dem Chef auch die Daumenschrauben. Er kann mit nichts mehr drohen. Die Kündigung ist zwar anfangs ein kleines Problem, aber man kommt nur so herum und lernt die Welt kennen. Mir würde es aber auch gefallen, wenn man in Firmen Menschen lebenslänglich einstellen würde. Natürlich hat auch das Vorteile. Man muss sich nur sagen, ich muss an jeder Situation das Beste finden. Man soll nicht die Welt an die eigenen Wünsche anpassen, sondern aus dem Gegebenen das Beste machen. Wer sich im Winter wünscht, es wäre Sommer und im Sommer es wäre Winter, der ist immer unglücklich. Man muss die Feste feiern wie sie fallen.
    Die Angst vor der Kündigung ist der Grund allen Bösen.


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