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Tourismus und Solidarität: Krisenhelfer in Badehose

DPAWirtschaftskrise und All-inclusive-Kultur setzen Europas Ferienorten mächtig zu, in vielen Regionen verkümmert die Infrastruktur. Mitschuld ist die Schnäppchenmentalität vieler Urlauber. Wer wenig zahlt, darf auch nicht viel erwarten.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...841447,00.html
  1. #40

    Ich möchte kein Krisenhelfer sein

    wozu sollte ich Land und Leute kennenlernen wenn ich die Sprache nicht kenne und zu hause 24/7 auf Arte , Phönix und all den anderen Sendern die tollen Reiseberichte und Hintergrundinfos gesendet werden. Wozu soll ich mein Hotel verlassen wenn ich in jedem Asia und Afrikaladen in jedem Möbelhaus alles aus aller Welt für die Hälfte kaufen kann.
    Ich will einfach nur ein paar Tage Sonnenschein am Strand, ein paar Cocktails an die Liegegebracht bekommen ohne darüber nachdenken zu müssen ob das Budget bereits überschritten ist.
    Ich möchte einfach nur vergessen, dass ich 330 Tage im Jahr meine Steuern für die Rettung der Welt bezahle.
    Auch andere Länder dürfen sich Gedanken über die Lösung ihrer eigenen Probleme machen. Einfach mal nur Urlaub und nicht immer den supermitfühlenden Kulturversteher geben. Ich bin Urlauber und nicht Entwicklungshelfer.
  2. #41

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Nun ja, die Schnäppchenmentalität bewirkt tatsächlich überall Schlechtes.

    Aber eins sollten wir mal so sehen, wie es ist: Der durchschnittliche (deutsche) Urlauber fährt in den Süden, um die Sonne zu genießen. Alles andere soll bitte möglichst vertraut sein, sprich: deutsch. Deshalb heißt es: all inclusive in einem Clubhotel mit nicht unter 4 Sternen.

    Ein bisschen kann ich das sogar verstehen: Wer den Urlaub braucht, um sich endlich von der Arbeit im restlichen Jahr zu erholen, der will es unkompliziert. Die Neugierde auf fremde Sitten und Gebräuche, auf Kultur, vielleicht sogar ein Bildungsurlaub, das alles ist damit (zumindest auf den ersten Blick) nicht vereinbar.
    Dieses Verhalten erklärt auch den Widerspruch, dass die Deutschen die politische Entwicklung in anderen Ländern oftmals völlig falsch einschätzen, obwohl sie als Reiseweltmeister eigentlich weit in der Welt herum kommen. Viele verbringen aber ihren Urlaub in abgeschotteten Resorts, beispielsweise in Ägypten oder Tunesien, und begreifen auch hinterher nicht, dass für die dortige Bevölkerung ein Gesellschaftsmodell nach westlichem Vorbild überhaupt nicht in Betracht kommt.
  3. #42

    All inclusive ist nicht so schlimm

    Das Hotel muss ja auch Lebensmittel kaufen und Personal beschaeftigen. Etwas fliesst schon in die lokale Wirtschaft. Und wenn die Eckkneipe vielleicht noch mehr bietet als einen noergelnden Wirt (besseres Essen als das Hotel, tolle Stimmung, live Musik, freundlicher Wirt) geht man da auch mal hin. Wird Zeit die Deutschen nicht wie die Milchkuehe Europas zu behandeln. Wir koennen euch nicht alle retten wenn ihr euch nicht anfangt selber zu helfen.
  4. #43

    ....

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    ...ich will im Urlaub viel mehr als Strand und Sonne, aber damit bin ich wohl in der Minderheit. Ich will Land und Leute kennenlernen. Dinge, die ich sonst nicht sehe. Wegen mir auch Kneipen, in den nur Einheimische sind und nicht Hotelbars mit dem gleichen Angebot wie Zuhause.

    Der durchschnittliche Urlauber will in der Sonne braten, abends was essen und unterhalten werden. Fertig! Wie man sich dabei erholen kann, ist mir ein Rätsel.
    Ich finde es auch schöner Ausflüge zu unternehmen und jeden Abend ein anderes Lokal auszuprobieren. Das mach ich einmal im Jahr und dann mach ich noch einmal im Jahr eine Woche AI zum faulenzen, dann kommt es auch vor dass ich die Hotelanlage mal einen Tag nicht verlasse.
    Wer sich generell oder für die 2. Reise nur eine Woche erlauben kann fährt mit AI eigentlich gut, für längere Reisen wäre es nichts für mich.
  5. #44

    Wuerd ich nie tun!

    Zitat von wwwwebman Beitrag anzeigen
    Vielleicht habe ich ja auch gar kein interesse an der "stützung" des jeweiligen urlaubslandes?!

    dort vor ort (und nur da!) werden die schätzchen des landes unter wert verhökert - wer da nicht mitmachen will soll aussteigen und was eigenes anbieten, eben ohne die "bösen konzerne". wenn preis und angebot stimmen, kommen die urlauber zurück...
    Ich habe ihnen nicht unterstellt, das sie Interesse an ihrem Urlaubsland haben. Wuerde ich niemals tun.
    Ich habe nur festgestellt, das nicht nur A-I, sondern auch jede andere Pauschalreise die Geldfluesse in die Urlaubslaender niedriger ausfallen laesst, als sich einen Flug (moeglichst bei einer Airline aus dem Urlaubsland, direkt via Internet ;-) zu kaufen, und das Hotel direkt beim Hotel online, oder vor Ort, im 'walk in' zu kaufen.
    Und trotzdem ist 'aus einer Hand' (im deutschen Reisedschungel) haeufig nichtmal guenstiger, als direkt. Schon mal drueber gefallen, das deutsche Reiseveranstalter z.B. auch fuer Asien Doppelzimmer anbieten, bzw. Einzelzimmerzuschlag verkaufen? Selbst im sehr westlichem Singapore ist zumeist das Zimmer fuer eine oder zwei Personen das Gleiche. Auch der Preis! ;-]

    Schon mal gelesen, wie grosse Touristikunternehmen sogar ihre eigenen Hotelanlagen 'm ausgestrecktem Arm' verhungern lassen? Da wird nur das noetigste hin ueberwiesen. Sollen die doch noch souveniers verkaufen, und Trips, um ihr Budget aufzufuellen. Die Kohle bleibt zumeist dort, wo sie eingezahlt wurde. Im besten Fall zu 100%!
  6. #45

    von wegen

    Meine Geschichte: Ich war vor der Euro-Umstellung ca. 12 mal auf Kreta. Nie pauschal, immer als Individalreisender habe ich in kleinen privaten Pensionen übernachtet und war nie länger als 3 Tage an einem Ort. War eine tolle Zeit. Dann kam der Euro und ich war noch ein einziges mal auf Kreta. Die Preise für ein einfaches Abendessen waren höher als in Deutschland, die regionalen Supermärkte waren auch teurer und die Zimmer, die ich ich zwei Jahre zuvor noch für ca. 25 Mark gemietet hatte, kosteten jetzt 50 Euro. Renoviert war da natürlich nichts.

    Kurz und gut: Ich fahr jetzt all inclusive in die Türkei.
  7. #46

    Massenbewegungen

    Zitat von greece2012 Beitrag anzeigen
    ......
    Kreuzfahrschiffe sind die Kriegschiffe des touristischen Massenkonsums. Sie hinterlassen giftige Abgase, Müllberge und eine lokale Bevölkerung, die dadurch nicht nur die Gastfreundschaft vergißt.
    Diese Riesenpötte sind die Reiseperversion schlechthin. Vor einigen Jahren durfte ich es bereits in der Karibik sehen. Die Dinger legten vor den Inseln an, dicke Nordamerikaner oder auch Japaner kullerten von Bord und wurden von den Einheimischen bestaunt. Manche haben das Schiff nicht verlassen, weil sie den Kontakt mit den Inselbewohnern vermeiden wollten. Vermutlich werden wir künftig auch nur noch mit Pott zu den griechischen Inseln reisen. Das Elend von oben anschauen und unseren Müll dort lassen.
  8. #47

    AI nicht mit mir

    das 1. mal in der Deutschen Dominikanischen Republik. Nach 3 Tagen immer den gleichen Billigsauf-Touristen zuzugucken, hatte ich genug. Hab dann die Reiseleiderin nach dem Mietwagen gefragt und die ist richtig panisch geworden. "Oh Gott, viel zu gefaehrlich, die Strassen und die einheimischen Raser, und bei nem Unfall kommt man als Auslaender automatisch in den Knast und blablabla. Klar die wollte natuerlich lieber ueberteuerten Tagesausfluege im 60 Mann Bus verkloppen.
    Hab mir dann eben selbst nen Wagen gemietet mit noch 2 Kollegen. war damals noch ganz schoen teuer, aber egal.
    Schon nach der 2. Kurve nach verlassen des Resorts hat man keinen einzigen Touristen mehr gesehen. Alle aengstlich einegbunkert in ihre Hotelburgen.
    Es gab nur noch einheimische Bars und Restaurants und die Einheimischen dort waren nicht nur nett, weil sie einem ueberteuerten Scheiss verkaufen wollten wie an der Strandpromenade von Sosua.
    Kaum 50km weg von dem Kaff war man als Tourist noch sowas wie ne Sensation.
    Dann in der Naehe von Cayo Levantado uebernachtet. Alles war auysgebucht mit Einheimischen, da Osterwoche, also haben die Hotelbesitzer die Kinderzimmer fuer uns geraeumt und uns fuer rund $5 pro Nase dort naechtigen lassen. Am naechsten morgen um 6 dann ein Fischerboot gechartert, dass uns auf die Insel brachte. Wir hatten die ganze Bacardi-Insel fuer uns allein. Herrlich! Bis dann um 10 die Heerschaaren an Neckermaennern aus ihren Bussen eingefallen sind.

    Auf Kuba genauso, Nach Tagen aus dem Bunker in Varadero raus und mit dem Mietwagen nach Havanna und Pinar del Rio. Waren die besten Reiseerlebnisse und ich lebe immer noch. Schei** aufs Geld.

    Seitdem buche ich eigentlich immer nur noch Flug und Mietwagen vor und es gibt auch ueberall auf der Welt kleine reizende Hotels und Pensionen, die nicht teuer sind. Wo es den besten Speis und Trank gibt, findet man schnell heraus, wenn man die Einheimischen fragt, wo sie hingehen. Da ist es nicht nur preiswerter sondern es schmeckt auch besser. Selbst im ach so teuren Barcelona hab ich nur 100m von der Rambla entfernt in einer Seitenstrasse wie King Karl Tapas gegessen und Wein getrunken bis der Arzt kam. Weiss nicht mehr wie viel ich bezahlt hab, aber es war ein Bruchteil was auf den Touristenfallen in der Rambla aufgerufen wurde und es hat so geil geschmeckt. Der Laden war gerammelt voll, nur Katalanen.

    Die selbe Erfahrung hab ich auch im ach so teuren Euro-Griechenland gemacht, auf Thassos und selbst auf Kreta. In Italien in Pescara hatt ich mal die beste Pizza meines Lebens. Gross wie ein Wagenrad mit Bueffelmozzarella fuer 10 Euronen. Hatte extremes Glueck einen Platz zu ergattern, normal muss man nen Tisch ne Woche vorbestellen sagte mir der Kellner. Touris dort? Fehlanzeige.

    Das ist fuer mich Urlaub und Entspannung. All In nur noch wenn ich wirklich nur in der Horizontalen sein will fuer max. 5 Tage, aber dann auch nur 5 Sterne, bei allem drunter ist das Niveau einfach nicht zum Aushalten.
  9. #48

    Richtig

    Zitat von gepro Beitrag anzeigen
    Diese Riesenpötte sind die Reiseperversion schlechthin. Vor einigen Jahren durfte ich es bereits in der Karibik sehen. Die Dinger legten vor den Inseln an, dicke Nordamerikaner oder auch Japaner kullerten von Bord und wurden von den Einheimischen bestaunt.

    Ich stimme Ihnen völlig zu.
    Im Frühjahr konnten wir während unserer Südseereise genau das an so wunderbaren Orten wie Bora Bora, Moorea oder Tahiti beobachten.
    Es erschließt sich auch uns nicht, wie man eine astronomische Summe für eine Südseekreuzfahrt bezahlen kann, um dann um 17h, gegen Sonnenuntergang, in der Lagune von Bora Bora oder der Opunohu Bay auf Moorea anzulegen, die Nacht auf dem Schiff zu verbringen, tagsüber im unattraktiven Dorf Vaitape abgeladen zu werden und nachmittags wieder zu verschwinden. Bora Bora für 16h - aber man ist ja mal da gewesen...
    Kreuzfahrten sind der Gipfel der Perversion.
    Ansonsten sind auch uns All-Inclusive-Reisen zuwider und wir besuchen grundsätzlich keine Gegenden, in denen dies angeboten wird. Das Niveau ist absolut unterirdisch. Ebenso buchen wir keine Pauschalreisen. Ein Ticket und eine Email an ein ausgezeichnetes Hotel reicht vollkommen aus. Bezahlt wird einfach vor Ort, so daß das Haus mehr davon hat.
    Nicht allzu weit haben wir unser eigentliches Paradies auf den Seychellen gefunden: Wunderbarer Luxus, Einsamkeit und im Hintergrund nur noch das Rauschen des Indischen Ozeans. Auf Praslin, La Digue, Silhouette oder North Island grölende Betrunkene anzutreffen, die ein All-Inclusive-Angebot umbedingt ausschöpfen müssen, würden diese Gegend auf der Stelle ruinieren.
    Und das weiß die Regierung dort.
  10. #49

    Ich gehe doch zu Hause auch nicht jeden Tag essen und kaufe mir irgendwelche Dinge, die kein Mensch braucht (=Souvenirs). Warum will man mich zwingen, das im Urlaub zu tun? Und wenn es kein AI oder HP gäbe, würde ich trotzdem nicht ständig essen gehen, sondern mir was aus dem Supermarkt holen!


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