Warum starben in einer Siegener Kinderklinik binnen zwei Tagen drei Säuglinge? Die Staatsanwaltschaft ermittelt - und das Krankenhaus geht in die Offensive: "Wir haben kein Risiko", sagt die Verwaltungschefin.
http://www.spiegel.de/panorama/justi...784960,00.html
Als ich die Einleitung des Artikels las dachte ich, dass Kinder gestorben wären, welche gesund auf die Welt gekommen waren. Ganz am Schluß wird dann beiläufig darauf hingewiesen, dass alle drei verstorbenen Säuglinge extrem früh geboren waren. Diese als "Nebensächlichkeit" dargestellte Information ist aber sehr wichtig, denn bei Kindern, die extrem früh geboren werden fehlen wichtige Abwehrkräfte, die sich vor allem während einer normalen Geburt bilden.
Es kann gut sein, dass nie eindeutig festgestellt werden kann, was das traurige Ereignisse verursacht hat. Aber eines ist sicher: Solch reisserische und laute Artikel helfen weder den Eltern der verstorbenen Kinder, noch verbessern sie die Bedingungen für die anderen Kinder in der Siegener Klinik. Er ist daher unnötig und schädlich.
Also kurz zusammengefasst:
Es sind an einer Klinik für Frühgeburten in 2 Tagen 3 Säuglinge gestorben. Die Verwaltung hat sofort reagiert, Staatsanwaltschaft und Behörden eingeschaltet, alle Arbeitsabläufe geprüft und vorsorglich die verwendeten Medikamete etc. ausgetauscht.
Das wäre eine kurze Notiz wert. Warum das aber in der Form durch alle Medien gezerrt wird verstehe ich nicht. Man verunsichert damit doch die Patienten dieser Klinik, obwohl die Verwaltung verantwortungsvoll gehandelt hat, auch wenn es nur ein Zufall sein könnte. Es gibt sicherlich Frühchen-Stationen mit einer schlechteren Todesrate.
Das kann ich eigentlich nur unterschreiben. Die Neonatologie hat enorme Fortschritte gemacht und bringt heute sogar schon 5-Monats-Frühchen durch (mit welchen Ergebnissen sei dahingestellt). Jedoch verlangt die Natur noch immer ihren "Tribut", wenn ich das so sagen darf; bei allem medizinischen Fortschritt kann man leider nichts dagegen machen, wenn die kleinen, unreif geborenen Körperchen (physiologisch gemeint) es einfach nicht schaffen. Die fehlenden Monate im Mutterleib sind einfach nicht zu 100% bzw. 1:1 durch Medizintechnik zu ersetzen.
Ich habe selbst (ehemalige) Frühchen in der Familie. Meine Stiefschwester hat vor 15 Jahren Zwillingsmädchen bekommen, 6-Monats-Kinder. Die eine ist vollkommen "normal", die andere hatte irgendwie eine Gehirnblutung bekommen aufgrund der ganzen Schläuche und ist seither schwer körperbehindert. Mir blutet jedesmal das Herz, wenn ich die beiden sehe.
Meine Stiefschwester hat mir aber gesagt: "Das ist eben so, da kann man nichts machen, das muss man so akzeptieren, und wenn du dir Probleme machst, dass du die eine der anderen vorziehst, dann kriegst du von mir einen vor den Karton, denn eine Gleichbehandlung ist leider nicht möglich - auch bei den anderen (gesunden) nicht, also mach dir keinen Kopf, es ist OK so" (das war, nachdem der körperbehinderte Zwilling fragte, warum er nicht auch wie die Schwester bei mir im Ferienhaus schlafen dürfe und ich dastand wie ein begossener Pudel, weil Mama es - aus gutem Grund - verbot).
Hab viel daraus gelernt seither.