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Topökonom Hans-Werner Sinn : Der Mann und die Milliarden-Bombe

DPAVor gut einem Jahr entdeckte Hans-Werner Sinn ein gigantisches Risiko in der Bilanz der Deutschen Bundesbank. Seitdem kämpft der Ökonom dafür, das Thema ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Doch das Problem ist zu sperrig für eine Talkshow. Sicher ist: Das Risiko steigt weiter.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...817004,00.html
  1. #360

    Plutokratie

    Zitat von weltsichtig Beitrag anzeigen
    Hab ich was von braven Banken geschrieben?
    Wir haben hier einen unheiligen Pakt zwischen Staaten, die die Banken retten, und den Banken, die dafür faule Staatsanleihen kaufen - das hat nur halt nicht das Geringste mit "liberal" oder "neoliberal" im Sinne von Marktwirtschaft zu tun, wie sie viele Jahre in der BRD erfolgreich war.
    Natürlich ist es kein .....
    Dieser Interpretation stimme ich zu. Was wir jetzt haben ist kein (Neo-)Liberalismus mehr, z.T. nicht mal mehr Marktwirtschaft (weil die Märkte in vielen Bereichen gar nicht mehr funktionieren), sondern in weiten Teilen eine Plutokratie und Oligopolherrschaft. V.a. der Finanzsektor hat die Politik und die Realwirtschaft in Geiselhaft genommen und hat es geschafft, die Marktmechanismen für sich weitgehend außer Kraft zu setzen. Aber auch Teile der Realwirtschaft, insbesondere die globalen Konzerne, aber auch Interessenverbände und andere Lobbyisten, haben fleißig zu dieser Entwicklung beigetragen. Es ist ein fataler Trugschluß zu glauben, der (Neo-)Liberalismus sei die bevorzugte Wirtschafts-/Gesellschaftsform des Finanz- und Wirtschaftsadels, noch lieber ist diesen Kreisen natürlich die plutokratisch in ihrem Sinne gelenkte Gesellschaft. Die Renaissance des Laissez-faire-Kapitalismus in den letzten 30 Jahren v.a. im angelsächsichen Raum war und ist das Vehikel, um diese Plutokratie zu erreichen. Der unregulierte Markt hat leider die Tendenz, sich auf lange Sicht selbst abzuschaffen, eine Tatsache, die man eigentlich schon im vorletzten Jahrhundert erkannt hatte.
    Die Ursache dieser fatalen Entwicklung ist die mangelnde oder unwirksame Regulierung der globalisierten Wirtschaft, insbesondere der Finanzwirtschaft, in den letzten Jahrzehnten, quasi der unzureichende Schutz der Marktwirtschaft vor sich selber.
    Die Ursachen der krisenhaften Entwicklung sind nicht ein zu starker Einfluß der Politik auf die Wirtschaft und auch nicht ein "ausufernder" Sozialstaat, wie uns von interessierter Seite oft weis gemacht werden soll.
    Die Politik steht jetzt vor der schwierigen Aufgabe, die Funktionsfähigkeit der Märkte wieder herzustellen und diese gleichzeitig soweit an die Kandarre zu nehmen, das krasse Fehlentwicklungen in Zukunft weitgehend ausgeschlossen sind.
  2. #361

    zum glauben sind die gotteshäuser da

    Zitat von David K. Beitrag anzeigen
    Herr Sinn hat einmal zuviel "Feuer" gerufen. Nun glaubt ihm kaum noch jemand, selbst wenn das Haus (bald) brennt.
    das schimpfwort "topökonom" ist mittlerweile eine der bösesten und übelsten bezeichnungen, mit der man einen menschen beleidigen kann. wenn zu mir einer "du topökonom" ins gesicht sagt, dann zeige ich ihn sofort wegen beleidigung an und das auch nur, weil ich zu alt bin um ihn zu hauen.
  3. #362

    Sinn, der Provokateur? Nein, der Realist! Eurobonds sind doch das Gleiche in grün zu dem, was jetzt schon passiert.
  4. #363

    Eudssr

    Zitat von Einweckglas Beitrag anzeigen
    EUDSSR ist das Synonym für die ausuffernde Einflussnahme durch Brüssel, die sehr an die planwirtschaft erinnert. Oder glauben Sie, dass die deutsche Regierung noch irgendwie Einfluss nehmen darf, was und wo mit dem Milliarden geschieht!? Träumer. Brüssel / Europäische Kommission ist mit Zentralismus gleichzusetzen, der die Souveränität der einzelnen Staaten und damit Staatenbunds in seiner jetzigen Form bedroht....Finde ja schön, dass Sie Freund eines zentrilistischen Staates sind, doch ich bin es nicht. Am Ende haben die Briten noch Recht!
    Die Idee, ein einiges Europa zu haben, ist doch nicht verwerflich. Was kann ein einziges europäisches Land und mag es ihm heute noch so gut gehen, im globalen Wettbewerb denn schon ausrichten? Über kurz oder lang wird es untergepflügt. Da brauchen sich die Schwellenländer noch nicht mal anzustrengen.
  5. #364

    Der Herr Unsinn...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vor gut einem Jahr entdeckte Hans-Werner Sinn ein gigantisches Risiko in der Bilanz der Deutschen Bundesbank. Seitdem kämpft der Ökonom dafür, das Thema ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Doch das Problem ist zu sperrig für eine Talkshow. Sicher ist: Das Risiko steigt weiter.

    Top-Ökonom Hans-Werner Sinn: Der Mann und die Milliarden-Bombe - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    ...ist schon ein wahnsinns Topökonom. Herausragend: Seine unlgaubliche Weitsicht.

    Hier mal der Link zu einem FAZ Artikel von 1998(!) in dem Gregor Gysi (Damals PDS) exakt die Entwicklung vorhersagt, die wir nun erleben. Die selbe präzise Vorhersage tifft Lafontaine (Damals SPD).

    "Es gibt keine Haftung und keine Finanztransfers" - Wirtschaft - FAZ

    Das bundesdeutsche Topökonomen-Geschwader, dass traditionell für die Deutungshoheit in Sachen Wirtschaftspolitik herangezogen wird, hat damals noch die Deregulierungsorgien abgefeiert, die uns all die witzigen Verwerfungen beschert haben, mit denen wir uns nun konfrontiert sehen. Die fanden auch die Konstruktion der Eurozone top.

    Wat bin ich froh, dass in D-Land Politik so unideologisch gehandhabt wird und deshalb diese inkompetenten Linken nix zu sagen haben. Stattdessen bespaßen uns "Topökonomen" wie Sinn und Höhenflieger wie Schäuble, der munter ein "Rettungspaket" nach dem anderen durchpeitscht, während er gleichzeitig zugibt, dass das absolut keinen Sinn macht und man mit dem Geld eigentlich auch ein schönes, großes Feuerchen machen könnte. Da würde man sich wenigstens noch mal die Hände dran wärmen können....
  6. #365

    kurze Antwort

    das ganze was Herr Sinn entdeckt hat sind die Ersparnisse von Deutschland aus den Exporten und den Konsumverzicht in Deutschland.

    Nun wie bei allen Ersparnissen sind diese natürlich eine Forderung gegen dritte und somit zukünftige Zahlungsversprechen, vorausgesetzt der Schuldner kann in der Zukunft zahlen, das ist eigentlich wie bei allen Ersparnissen.

    oder kurz gesagt ein kneiper kann den Gästen die er vertraut und die immer zahlen Bier gegen anschreiben geben und denen die Ihre Deckel nie bezahlen werden eben nicht das nennt man Forderungsmanagement und kreditwürdigkeitsprüfung.

    wie wir alle wissen hat man die bei Griechenland vergessen und deswegen ist eine sofortige Insolvenz besser als diese ewige Konkursverschleppung, die alle in den abgrund zieht.
  7. #366

    Zitat von Inuk Beitrag anzeigen
    Die Idee, ein einiges Europa zu haben, ist doch nicht verwerflich. Was kann ein einziges europäisches Land und mag es ihm heute noch so gut gehen, im globalen Wettbewerb denn schon ausrichten? Über kurz oder lang wird es untergepflügt. Da brauchen sich die Schwellenländer noch nicht mal anzustrengen.
    Ist Ihnen klar, dass Sie damit ein Imperium fordern mit dem Rattenschwanz der dahinter hängt. Aufrüstung, Ausbau der Sicherheitsapparate/Geheimdienste, Plutokraten, weitere Verwässerung der Demokratie da die Entscheidungen immer weiter weg vom Bürger passieren was irgendein konstruktives Check&Balance ausschliesst.
    Und der ganze Spass muss dann noch finanziert werden. Also irgendwelche Raubzüge, Vergrösserung des Proletariats und Abbau der Bildung für die Massen.
    Das ist die Konsequenz und sicherlich kein "Wir haben uns alle lieb und die Welt wird auf uns zuhören, wenn wir alle einstimmig agieren".
  8. #367

    [QUOTE=hman2;9719901]Die Frau die ihre Meinung über fundamentale Themen schneller wechselt als die FDP?[QUOTE]
    Sie ist eine überaus kluge Person, die über großen Mut un Initiative verfügt. Fukushima hat sie sofort genutzt um die Energiewende gegen Brüderle durchzuboxen. Deutschland wird ihr dafür noch mal ein Denkmal setzen.
    Das muss Satire sein... Das Land steht am Abgrund, aber die Ergebnisse "außergewöhnlich gut"...
    Ja aber gucken sie sich doch mal hier im Spiegel um. Wirtschaft brummt, Arbeitslosigkeit geht gegen Vollbeschäftigung. Etc. etc....

    Diese blöde Nörgelei ohne je mal die Fakten zu beachten ist doch einfach nur kindisch.
  9. #368

    Zitat von farbenseher Beitrag anzeigen
    ...ist schon ein wahnsinns Topökonom. Herausragend: Seine unlgaubliche Weitsicht.

    Hier mal der Link zu einem FAZ Artikel von 1998(!) in dem Gregor Gysi (Damals PDS) exakt die Entwicklung vorhersagt, die wir nun erleben. Die selbe präzise Vorhersage tifft Lafontaine (Damals SPD).
    "Es gibt keine Haftung und keine Finanztransfers" - Wirtschaft - FAZ
    Das bundesdeutsche Topökonomen-Geschwader, dass traditionell für die Deutungshoheit in Sachen Wirtschaftspolitik herangezogen wird, hat damals noch die Deregulierungsorgien abgefeiert, die uns all die witzigen Verwerfungen beschert haben, mit denen wir uns nun konfrontiert sehen. Die fanden auch die Konstruktion der Eurozone top.

    Wat bin ich froh, dass in D-Land Politik so unideologisch gehandhabt wird und deshalb diese inkompetenten Linken nix zu sagen haben. Stattdessen bespaßen uns "Topökonomen" wie Sinn und Höhenflieger wie Schäuble, der munter ein "Rettungspaket" nach dem anderen durchpeitscht, während er gleichzeitig zugibt, dass das absolut keinen Sinn macht und man mit dem Geld eigentlich auch ein schönes, großes Feuerchen machen könnte. Da würde man sich wenigstens noch mal die Hände dran wärmen können....
  10. #369

    Zitat von farbenseher Beitrag anzeigen
    Hier mal der Link zu einem FAZ Artikel von 1998(!) in dem Gregor Gysi (Damals PDS) exakt die Entwicklung vorhersagt, die wir nun erleben. Die selbe präzise Vorhersage tifft Lafontaine (Damals SPD).

    "Es gibt keine Haftung und keine Finanztransfers" - Wirtschaft - FAZ
    Schön, dass das auch anderen aufgefallen ist. Ich entsinne mich, dass Lafontaine bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit vor den unregulierten Finanzmärkten warnte und anmahnte, man müsse diese in Zaum legen. Er wurde als Spinner und unfähiger Physiker (also nicht vom Fach) abgetan.

    Ob er allerdings ihrgendetwas mit/gegen die Anglos hätte erreichen können, wenn er die gesamte Regierung hätte überzeugen können?

    Die Anglos sind von Haus aus Zocker und verknüpfen vieles mit sonderbaren Vorstellungen von Freiheit.








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