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Tom Wolfes "Back to Blood": Fehlerteufel mit Eitelkeiten

APHaitianer gegen Kubaner, Kubaner gegen Afro-Amerikaner, alle zusammen gegen die Americanos: In "Back to Blood" nimmt Tom Wolfe die ethnischen Verteilerkämpfe Miamis ins Visier - ohne Gespür für die Gegenwart. Der Meister liefert bloß eine selbstgefällige Stilübung auf 768 Seiten.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...-a-879076.html
  1. #1

    Wo wohnt Wolfe?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Haitianer gegen Kubaner, Kubaner gegen Afro-Amerikaner, alle zusammen gegen die Americanos: In "Back to Blood" nimmt Tom Wolfe die ethnischen Verteilerkämpfe Miamis ins Visier - ohne Gespür für die Gegenwart. Der Meister liefert bloß eine selbstgefällige Stilübung auf 768 Seiten.

    Tom Wolfes Miami-Roman "Back to Blood" - SPIEGEL ONLINE
    Ah ja, in einem "teuren New Yorker Eastside Appartement"....

    dann wissen wir ja alle Bescheid - wie wäre es denn mit einer post social society, in der soziale Herkunft nicht die literarische Ausdruckskraft bestimmt?
  2. #2

    Anmaßend

    Die Frage ist, wer hier der Eitelkeit nicht widerstehen konnte. Tom Wolfe dürfte wohl die amerikanische Gesellschaft aus seiner Perspektive noch immer viel direkter und genauer betrachten können, als der Spiegel-Autor von seinem Sessel in der Online-Redaktion. Es steht wohl außer Frage, dass die Probleme der unterschiedlichen Ethnien in der Großstadt Miami auch unterschwelligen und offenen Rassismus hervorbringen, der nach wie vor die amerikanische Gesellschaft prägt.
  3. #3

    so what?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Haitianer gegen Kubaner, Kubaner gegen Afro-Amerikaner, alle zusammen gegen die Americanos: In "Back to Blood" nimmt Tom Wolfe die ethnischen Verteilerkämpfe Miamis ins Visier - ohne Gespür für die Gegenwart. Der Meister liefert bloß eine selbstgefällige Stilübung auf 768 Seiten.

    Tom Wolfes Miami-Roman "Back to Blood" - SPIEGEL ONLINE
    who kehrs was in einem immer zivilisationsferneren Land so vor sich geht?
  4. #4

    So so ...

    Im Gegensatz zu Mr. Wolfe kennt der SPON-Redakteur die Situation vor Ort natürlich bestens (von seinem Büro in Hamburg aus)
    Ich frage mich von welchem Neidfaktor Sie sich zu solch einem Blödsinn hinreissen lassen. Darf man dann bitte erfahren wie alt Sie eigentlich sind, und wie oft Sie bereits Miami in Augenschein genommen haben, dass Sie meinen in solch anmassender Weise über Buch und Autor zu schreiben?
    Tom Wolfe ist seit Jahrzehnten für seine intensiven Recherchen, sowie für sehr realistischen Beschreibungen bekannt; was man im Übrigen genauso gut (vermutlich sogar besser) von einem Eastside-Appartement aus machen kann, wie aus einem Spiegel-Büro in Hamburg.
    Was mich zudem bei Spiegel-Artikeln regelmässig nervt, sind die Beschreibungen von Nebensächlichkeiten die für die Substanz total unwichtig sind.
    Was bitte schön hat denn Wohnsituation des Autors, Kleidungsstil, Alter(!) etc. mit seinem Buch zu tun?!.. Vielleicht sollten die Redakteure sich auch mal öffentlich präsentieren, dann kann ja die Welt ihre Artikel demnächst auch nach der Automarke oder der Haarfarbe beurteilen. Und zu unterstellen, dass das `mutmasslich der letzte Roman` des Autors sein soll ist anmassend hoch zehn! Also bitte, bleiben Sie bitte sachlich! (falls Sie dazu überhaupt qualifiziert sind)
  5. #5

    Realität

    Die Realitäten einer amerikanischen Schreiberikone mögen für zukunftsresistente europäische Kritiker banal und gestrig erscheinen. Nichtsdestoweniger spiegeln diese Tatsachen und Gegebenheiten wider, wie sie im Brüsseler Neu-Europa nicht denk- und lebbar sind. Die gesellschaftlichen Veränderungen an der Südostküste der USA in den letzten 50 Jahren, gingen im Vergleich zu den auf Europa zukommenden Verwerfungen, relativ glimpflich ab. Ein in vierzig Jahren ähnlich thematisiertes Buch wird aus heutiger Sicht apokalyptische Züge tragen. Wenn es denn dann überhaupt publiziert werden dürfte. Erfreuen wir uns daher der durchaus farbenfrohen Darstellungen des Autors. Kritiker mögen den Blick zurück beherrschen, nach vorne behindern die ideologischen Scheuklappen.
  6. #6

    Keine Ahnung

    hat Christian Buss von der Wirklichkeit in den USA. Die ethnischen Gruppen sind sich vielleicht nicht spinnefeind mehr, aber argwoehnisch den anderen gegenueber sind je in jedem Fall. Die amerikanische Gesellschaft ist gespalten, wie man es sich kaum vorstellen kann. Speziell die Staedte in Florida (meine Heimat fuer 10 Jahre) ist unterteilt in weisse, Latino, und schwarze Viertel. Der gute Autor sollte da mal hinreisen und sich das vor Ort ansehen.
  7. #7

    Mein Profil

    Zitat von jengel111 Beitrag anzeigen
    hat Christian Buss von der Wirklichkeit in den USA. Die ethnischen Gruppen sind sich vielleicht nicht spinnefeind mehr, aber argwoehnisch den anderen gegenueber sind je in jedem Fall. Die amerikanische Gesellschaft ist gespalten, wie man es sich kaum vorstellen kann. Speziell die Staedte in Florida (meine Heimat fuer 10 Jahre) ist unterteilt in weisse, Latino, und schwarze Viertel. Der gute Autor sollte da mal hinreisen und sich das vor Ort ansehen.
    Der Autor verteidigt verbissen die Politische Multikulti-Korrektheit, bei der es nicht sein kann, dass Migranten ebenso intolerant den anderen gegenüber sein können wie die "Stammbevölkerung" den Migranten gegenüber.
    Bei der Toleranz immer noch als der einzige Schlüssel zum friedlichen und harmonischen Miteinander der "Kulturen" gilt; gibt es Reibungen, ist selbstverständlich der nicht "migrantische" Teil der Bevölkerung Schuld.
  8. #8

    Leider voll daneben

    Es existiert ein ganzer Dokumentarfilm darüber, wie Tom Wolfe in Miami für diesen Roman recherchiert hat. Das könnte man wissen, bevor man einen solchen Verriss schreibt. Denn die Prämisse - alter Mann kommt nicht mehr aus seiner Suite - ist einfach grottenfalsch.
  9. #9

    Erstmal selber recherchieren...

    Herr Buß schreibt "eines alten Herren, der es nicht mehr vor die Tür seines teuren New Yorker Eastside-Apartments schafft." Warum muss hier zweimal ausdrücklich erwähnt werden, dass sein Apartment teuer ist? Ist das verwerflich? Ja, der Mann ist inzwischen 81 Jahre alt, aber er kriegt trotzdem seinen Allerwertesten zur Recherche vor die Tür, während der Verfasser dieser Rezension es noch nicht mal geschafft hat, seine Vermutungen mit einer Internetsuche zu überprüfen.

    Sonst wären ihm sicher z.B. folgende Informationen aufgefallen:
    So, Tom Wolfe Walks Into a Miami Strip Club. . . By Oscar Corral October 15 2012 (Artikel des in einem vorigen Kommentar schon erwähnten Filmemachers über gemeinsame Erlebnisse in Miami)

    Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm "Tom Wolfe Gets Back to Blood", der zeigt, wie es der alte Herr vor die Tür seines teuren Apartments geschafft hat, sogar bis Miami! ;)
    Website des Dokumentarfilms "Tom Wolfe Gets Back to Blood", wobei besonders die vielen Videoclips, die Einblick in die Recherche geben, interessant sind, sie finden sich hier aufgelistet.
    "Wolfe spent four years taking regular reporting trips to Miami to write Back to Blood"








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