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Tödliche Klinikkeime: Hygienemangel ist der neue Ärztepfusch
APDie Zahl unnötiger Todesfälle im deutschen Gesundheitssystem ist laut Statistik um rund 37 Prozent gestiegen. Der Anstieg ist vor allem gravierenden Hygienemängeln in Kliniken und Arztpraxen geschuldet. Die Maßnahmen zum Schutz vor Erregern reichen bei weitem nicht aus.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...815728,00.html
- #60 17.02.2012 09:31 von
- #61 17.02.2012 09:49 von
Florence Nightingale
Natürlich ist es "der neue Ärztepfusch". Denn Ärzte-Bashing ist trendy.
Wenn man sich jedoch mal den Klinikalltag ansieht, fällt auf, dass Pflegemitarbeiter diejenigen sind, die weitaus mehr Patientenkontakt haben als Ärzte. Waschen, Bettenmachen, Essen verteilen, Patiententische und medizinisches Gerät reinigen, Infusionen wechseln, Injektionen, Fieber messen, Blutdruck messen (mit immer den gleichen Manschetten), Wundversorgung.
Aber auf die selbstlose Krankenschwester zu schimpfen, ist ja nicht pc. Und auch nicht im Trend.
Will ich auch nicht. Sondern nur mal darauf hinweisen, dass es an der Situation nichts ändert, den Ärzten den schwarzen Peter zuzuschieben. - #62 17.02.2012 10:19 von
An alle empörten Foristen
...bitte mal die Rahmenbedigungen anschauen:
1. Das Durchschnittsalter von Patienten liegt in Kliniken
bei ca. 65 Jahren (Geburtshilfe mit eingerechnet). Innere
Medizin / Geraitrie behandelt stationär nur noch multimorbide
Horchrisikopatienten.
2. Der Kostendruck und der Personalmangel auf die KH ist enorm -
von "Profitgier" kann da keine Rede sein.
3. Eine sichere Isolation im Falle von Norovirus ist - fast - nicht
möglich, wenn der Belegungsdruck aus den Notaufnahme zu
"Flurbetten" zwingt und das Personal am Anschlag ist.
4. Früher gab es die gleichen hygienischen Defizite - es hat sie nur
keiner gemessen / nachgewiesen.
5. Es gibt gar nicht genug ausgebildete Hygienärzte und
Hygienefachkräfte in Deutschland, die müssen erstmal qualifiziert
werden - und danach auch bezahlt.
Es ist einfach auf Berufsgruppen oder Personen draufzuhauen, aber im Risikomanagement gibt es einen schönen Spruch:
Don´t blame the person - blame the sytem!
und noch einen zweiten:
Reprimanding the guilty is like peeing in your pants: you feel warm
and comfortable first but soon you´ll end up looking like a fool!
(Sidney Dekker, 2006) - #63 17.02.2012 10:37 von
- #64 17.02.2012 10:42 von
Schön. Ich werde dem Kantonsspital Fribourg gerne ausrichten, dass es eine 100-Betten-Provinzklitsche sein soll, dann hat Prof. Gautier wenigstens mal etwas zum Lachen!
Allerding arbeite ich nicht mehr dort, ich bin jetzt bei der wohl grössten, aber zumindest mächtigstens "Firma" der Welt "angestellt".
Darf ich nun fragen, wo Sie arbeiten? In den Slums von Bombay? Oder in einem Vorort von Moskau?[...] Bei allem darf man aber eben nicht vergessen das MRSA (stellvertretend für alle anderen multiresistenen Keime) erst durch Patienten ins Krankenhaus gelangt ist. Und eben auch Patienten nicht unbedingt gesundheitsbewusst handeln, woher kommen den MRSA Nasenbesiedelungen, wenn zuerst der Urinnachweis da war? Eben, mit ungewaschenen Händen einfach mal alle möglichen Körperteile des eigenen Körpers anlangen.
Viele Patienten sind wahre Hygiene- Messies. Erst vorgestern hatte ich wieder einen Patienten der einen Unterschenkelverband bekam und diesen zuhause 6 Wochen lang (!) nicht abnahm und natürlich auch nicht wechselte, obwohl ihm das gesagt wurde, er hat mit dem Ding geduscht. Es hat schon unangenehm gerochen, der Hautzustand war katastrophal (wobei "Haut" da auch schon zuviel gesagt war) und der Wunden- MRSA damit garantiert (die Fingernägel dess Herren waren kohlrabenschwarz). Was soll man da sagen, außer "Selbst Schuld!", man muss doch von erwachsenen Menschen erwarten können das sie sich an einfache Anweisungen halten können, aber nein der allmächtige Onkel Doktor macht ja jeden selbst verbockten Mist wieder heile.
Um multiresistente Keime effektiv eliminieren zu können, müsste man Patienten zu ihrem Glück zwingen, sprich: Zwangseradikation, Dekontamination des häuslichen Umfelds (alternativ der Betreuungseinrichtung) und bei Incompliance (ja es gibt sie, Patienten die aus dem fenster klettern damit sie bei offener Tbc eine rauchen können und die Mitraucher anstecken- Unrechtsbewusstsein?- Fehlanzeige!) eben auch Zwangsinhaftierung. Nur dann wären wir ja wieder der böse Überwachungs- und Verbotsstaat, auch wenns der Volksgesundheit zuträglich wäre.
Wenn er wirklich seinen Verband 6 Wochen lang nicht wechselte, was ich Ihnen durchaus glaube - immerhin duschte er sich ja noch, seien sie doch froh; ich bekam einmal einen Sennenhirten als Patienten, der hatte sich sage und schreibe 4 Monate nicht gewaschen -, wird er sicherlich auch keine ABs genommen haben.[...] Erst vorgestern hatte ich wieder einen Patienten der einen Unterschenkelverband bekam und diesen zuhause 6 Wochen lang (!!!!!) nicht abnahm und natürlich auch nicht wechselte, obwohl ihm das gesagt wurde, er hat mit dem Ding geduscht. Es hat schon unangenehm gerochen, der Hautzustand war katastrophal (wobei "Haut" da auch schon zuviel gesagt war) und der Wunden- MRSA damit garantiert (die Fingernägel dess Herren waren kohlrabenschwarz) [...]
Sollte er jetzt einen MRSA haben, so hat er ihn also nicht von Zuhause mitgebracht, er bekam ihn in Ihrem Haus, auch wenn sie das wahrscheinlich nicht lesen mögen ... - #65 17.02.2012 10:59 von
- #66 17.02.2012 11:20 von
Risiken
Es gibt genügend veröffentlichte Untersuchungen die zeigen, dass die Ärzte das wesentlich höhere Hygienerisiko sind als die Pflegekräfte! Das Hygienebewusstsein ist bei Ärzten deutlich geringer vorhanden. Wie sagte einmal ein bekannter deutscher Hygieniker? Man greift besser in die Toilettenschüssel, als einem Arzt die Hand zu geben.
- #67 17.02.2012 14:03 von
Risiko Besucher
Ich hatte leider das Vergnuegen im letzen Jahr einige Monate im Krankenhaus als Patient zu verweilen, dabei bemaengelte ich folgendes: In meinem Mehrbett Krankenzimmer mit "nur" einer Toilette mit Dusche bgenutzen auch die Krankenbesucher diese Einrichtung, und die Mehrzahl wusch sich nicht mal die Haende vor dem verlassen dieser. Schwach wie ich war reinigte ich doch vor jeder Sitzung, mit speziellen Tuechern die zu benzenden Flaechen.
Der Komentar der ueberlasteten Schwestern, es ist halt so, was koennen/sollen wir dagegen schon Tun. - #68 17.02.2012 16:26 von
- #69 17.02.2012 20:08 von
Wie immer bei derartigen Artikeln...
... merkt man einfach, wer hier Insider ist und wer nicht. ;-)
MRSA (und auch andere "Mitbringsel") werden häufig von zuhause mitgebracht, ohne dass es dem Träger bekannt ist. Lediglich im Krankenhaus wird das dann durch Untersuchungen festgestellt und danach eben gehandelt.
Das bin ich dann wohl auch - ich mag diesen Geruch.Was macht mir da noch etwas Sterilium zwischendurch aus? Ich mag sogar dessen Geruch! Pervers, was?
Genau so ist es.Der Anstieg hat nichts mit Hygienemängeln zu tun, sondern mit einer geänderten Erfassung.
- Immer ältere Patienten, (die auch immer operiert werden müssen auch 90+)
- Immer häufigere übereilte Entlassung bei unserem tollen Abrechnungssystem (sogenannte "blutige Entlassung")
- Dadurch bedingt häufige Klinikswechsel der multimorbiden Patienten aus Kapazitätsgründen
- Unkontrollierter Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung! Personen die in dem Bereich Tierhaltung arbeiten sind häufig die Vektoren der multiresistenten Keime!
- hoher Einsatz von Antibiotika bei jedem harmlosen Infekt (weil Pat. meint, er bräuchte eines) --> Folge: Resistenzen
- Immer höhere Fallzahlen mit immer mehr Bürokratie, was zwangsläufig dazu führt dass medizinisches Personal nachlässiger wird aus Zeitgründen mit HygienemaßnahmenMit Sicherheit noch viel schlimmer.Im Übrigen würde ich auch gerne mal wissen, wie die Keimbelastung in öffentlichen Verkehrsmitteln, Kinos,... ist.
ich erzähle dir, was im krankenhaus die größte drecksschleuder ist - nämlich der patient selbst, der ins klinikum mit kilometerlangen zehennägeln kommt, der seine ulzera monatelang züchtet bevor der zum arzt geht, der für den ganzen aufenthalt nur ein paar stehende socken dabei hat und mit denen er in das jeden tag frisch bezogene bett steigt und der zum ersten mal von der schwester hört, dass man sich nach dem wc-besuch die hände wäscht.danke!mich regt das auf, das ganze große trara in medien, dass die ärzte daran schuld sind, dass die leute keinerlei ahnung von körperhygiene haben und ihre jahrenlang feingezüchteten keime mit ins krankenhäuser schleppen. leute wascht euch selbst mal die hände und desinfiziert die - die spender im krankenhaus sind für euch nicht verboten, und die türklinken tut ihr auch anfassen! die meisten liegen im selben pyjama wochenlang und dabei bejammern vergnügt die mangelnde hygiene im kh.
Richtig.Ich hatte leider das Vergnügen im Krankenhaus als Patient zu sein, dabei bemängelte ich folgendes: In meinem Mehrbett Krankenzimmer mit "nur" einer Toilette mit Dusche benutzen auch die Krankenbesucher diese Einrichtung, und die Mehrzahl wusch sich nicht die Hände vor dem Verlassen dieser. Schwach wie ich war reinigte ich doch vor jeder Sitzung, mit speziellen Tüchern die zu benzenden Flächen.
Der Komentar der überlasteten Schwestern, es ist halt so, was können/sollen wir dagegen schon tun.
Warum nicht? Ein Krankenhaus ist kein Hotel und wenn einem Patient das zu unhygienisch ist, sich die Toilette zu teilen, dann frage ich mich, was die zuhause machen.
Frage: Soll die Krankenschwester jetzt nach jedem Toilettengang JEDES Patienten das Putzen anfangen?! Was hätte sie denn tun sollen?! Warum haben Sie die Besucher nicht gebeten, Besuchertoiletten zu benutzen bzw. sich die Hände zu waschen? Zum Putzen waren Sie nicht zu schwach aber zum Ansprechen eines falschen Verhaltens?!
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