Er wurde vom Muslim zum Christen - dafür will ihn das Regime in Iran am Galgen sehen. Seit Jahren sitzt Yucef Nadarchani in der Todeszelle, trotz Protesten aus Berlin und Washington. Doch nun gibt es eine letzte Hoffnung für den evangelischen Pastor: die Milde von Ajatollah Ali Chamenei.
Todesurteil gegen Pastor in Iran: Für den Glauben an den Galgen? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
Ich erkenne durchaus Abstufungen zwischen den Buchfreunden. So hat das Christentum in den grossen Konfessionen unter dem Druck von Aufklärung und Säkularisierung einige Reformen erfahren, um den Anforderungen einer freien modernen Gesellschaft besser zu entsprechen. Die in dem Artikel thematisierte hat da systemisch mehr Probleme und muss die Schäfchen vielfach mit drakonischen Drohungen oder Strafen auf Linie halten.
Mit den Steuer- (wohlgemerkt nicht Kirchensteuer-) finanzierten Gehältern von Klerikern und Theologen könnte man kartativ schon ein paar Meter hopsen.
Ich muss Ihnen aber nicht erzählen, dass es mehr nichtkirchlich finanzierte sozialkaritative Einrichtungen gibt, als kirchliche.
Denunziation von Atheisten als unsozial und nicht karitativ engagiert ist eines der gemeinsten Propagandamittel von Gottesfürchtigen.
Klar,man kann nicht wissenschaftlich beweisen, daß es etwas nicht gibt. Aber wieso sollte dieser Nachweis überhaupt botwendig sein? Schließlich behaupten doch die Religionen etwas, nämlich die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und einen Gott zu haben, der alles kann. Wenn sie von mir ernst genommen werden wollen, sollten sie sich mal Gedanken darüber machen, wie die die Existenz ihres Gottes nachweisen wollen. Bis zum Nachweis sind und bleiben Religionen aller Art für mich Scharlatanerei und ein Aberglaube irgendwelcher Ziegenhirten aus der Eisenzeit.
Es gibt im Iran einheimische Christen ja. Aber auch die geraten unter Druck. Selbst in Nordkorea, wo die Christen am schlimmsten verfolgt werden, gibt es offizielle Kirchen. Das besagt leider überhautp nichts über die Religionsfreiheit eines Landes.
Sie schreiben hier wie ein Mensch, der den Islam verteidigen will. Es gibt aber kein islamisches Land, in dem Christen nicht verfolgt werden.
Wie würden Sie sich aufregen, wenn bei uns Menschen auch nur im geringsten benachteiligt würden, die zum Islam konvertieren?
Wir haben, Gott sei Dank, Religionsfreiheit.
Und auch der Iran hat es unterschrieben, dass die Menschen dort ihre Religion frei wählen dürfen. Er verstößt mit diesem Urteil selbst gegen die eigene Unterschrift.
Und können Sie mir vielleicht mal kurz erklären, warum Menschen sterben sollen, weil sie den muslimischen Glauben verlassen?
Yousef Nadarkhani war übrigens nie überzeugter bekennender Muslim. Dass hat er selbst so gesagt, als man ihn aufforderte, wieder seinen alten Glauben anzunehmen. Ihm wurde dann erklärt, dass seine Eltern Muslime wären -und dann er logisch auch.
Für mich und viele Christen weltweit ist er ein großes Vorbild: schon vier mal hat man ihm angeboten, dass er frei kommt, wenn er sich vom christlichen Glauben lossagt. Immer hat er das abgelehnt. Nicht irgendwo in einer Talkshow, sondern im Gefängnis.
Der Iran würde mit der Hinrichtung von Yousef Nadarkhani nur beweisen, dass es dort keine Freiheit gibt. Die Freiheit der Religion gehört unablösbar dazu.
Übrigens hat sich sogar der Vorsitzende der Landesvertretung der Muslime in Niedersachsen, Avni Altiner, für die Freilassung des Verurteilten eingesetzt. Wenn das nichts heißt.