AP/ Al Arabiya TelevisionMit feurigen Reden auf die Glorie Gaddafis und wüsten Beschimpfungen der Revolutionäre wurde die libysche Moderatorin Hala Misrati zum Star des Staatsfernsehens. Nach der Eroberung von Tripolis kam Misrati ins Gefängnis - dort wurde sie jetzt tot aufgefunden.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...816209,00.html
Und wie zur Bestätigung tuckern wieder zwei Kriegsschiffe gegen Syrien um den russischen Marinestützpunkt in Tartus einen Höflichkeitsbesuch abzustatten. Da kann man wunderbar aus syrieschen Gewässern ein paar Botschaften gegen Israel, oder anderswo hin schicken. Nah genug wäre man ja. Brauchen auch nicht einmal besonders treffsicher zu sein. Und schwupp, gleich wieder den Schutz der Nähe der russischen Kriegsmarine zu flüchten. Auch könnte man der Hisbollah ein Freundschaftsbesuch abstatten und sie über den Versorger, wie das Wort schon sagt, versorgen. Hirngespinste? Ich meine nicht.
Iranische Kriegsschiffe im Mittelmeer - Demonstration der Stärke - N24.de
Mensch, was war das für ein Paradies! Keiner musste Angst haben im Staate von Gaddafi. Es sei denn, er war Jude. Von denen gibt es in Libyen nämlich keine mehr, nachdem Gaddafi sie enteignet und unterdrückt hat. Trotz Ausreiseverbot sind sind beinahe alle geflohen: Muammar al-Gaddafi.
Angst haben musste auch, wer den Revolutionsführer nicht mochte. Alleine im Abu-Salim-Gefängnis ließ er 1.200 politische Gefangene ermorden: Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe, 8.4.11 Die drei Gewänder des Oberst Gaddafi. Willkürliche Verhaftungen, Folterungen und Tötungen waren unter Gaddafi an der Tagesordnung: Libyen: 40 Jahre Gaddafi-Herrschaft | Amnesty International Deutschland.
Angst haben musste auch, wer zum Militär ging. Der Revolutionsführer schickte zahlreiche seiner Soldaten in sinnlosen Kriegen in den Tod, insbesondere im Tschad, wo der den Aouzou-Streifen annektieren wollte: Libysch-Tschadischer Grenzkrieg.
Es ist wirklich unglaublich, wie hier immer wieder versucht wird, die Diktatur eines grausamen Gewaltherrschers schön zu reden (natürlich immer ohne Quellenangaben).
Das ständig vorgebracht Öl-Argument scheint mir in diesem Fall etwas gar wacklig, immerhin war es ja nicht so, dass Gaddafi vor Geschäften mit dem Westen zurückgeschreckt wäre. Im Gegenteil, nach seiner Wandlung vom Saulus zum Paulus war er ja der gern gesehen Hofnarr der westlichen Staatschefs, mit denen er nur zu gerne auf dicke Freunde machte wenn sie seine Mätzchen ertrugen. Jetzt so zu tun als hätte der Westen keinen Zugriff auf Erdöl und restliche Wirtschaft in Libyen gehabt ist deshalb nicht korrekt, weshalb das auch als mangelhaftes Kriegsargument erscheint. Zumal Gaddafi eine gewisse Stabilität garantierte, was aus dem Gesichtspunkt der Ölindustrie wohl eher von Vorteil ist als die jetzige Situation..
. Alleine im Abu-Salim-Gefängnis ließ er 1.200 politische Gefangene ermorden: Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe, 8.4.11 Die drei Gewänder des Oberst Gaddafi. Willkürliche Verhaftungen, Folterungen und Tötungen waren unter Gaddafi an der Tagesordnung: Libyen: 40 Jahre Gaddafi-Herrschaft | Amnesty International Deutschland.
Es ist wirklich unglaublich, wie hier immer wieder versucht wird, die Diktatur eines grausamen Gewaltherrschers schön zu reden (natürlich immer ohne Quellenangaben).[/QUOTE]
Wer so richtig seriös wirken will, linkt Quellenangaben. Dumm nur, wenn diese, wie hier der von Amnesty, so gar nichts hergeben - ausser einer Überschrift, die durch nichts belegt wird.
Ausgerechnet eine Mitarbeiterin der "Libyen-Gruppe von AI" weiss nicht mehr aufzuzählen als einen kranken, dem angeblich die Behandlung verweigert wurde.
Diese Timoschenko-Variante des Foltervorwurfs an Gefangenen ist nicht neu - lässt sich aber auf so ziemlich jedes Land der Welt anwenden. Z.B. auch auf die BRD.
Was nicht dort steht ist: in den letzten Jahren hat die Libyen-Gruppe von Amnesty nicht mehr als eine Handvoll Oppositionelle aufzählen können, die in Libyen misshandelt worden sind. Laut den Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es in der BRD so gut wie keine Flüchtlinge aus Libyen.
Wenn es also 40 Jahre Folter und Verfolgung in Libyen gegeben haben soll, warum gibt es keine Flüchtlinge?
Was es gab, sind vom libyschen Staat alimentierte Studenten, die von 1800,-E monatlich plus Krankenversicherung (nach Angaben des -übergelaufenen- leisters desw Volksbüros in Berlin) ihrem Studium nachgingen.
Der Hinweis, dass es Ausreiseverbote gab und die EU für die Grenzkontrollen gegen Flüchtlinge gezahlt hat, kann hier wegen Albernheit unterbleiben.
Die Einzigen Zahlen, die in der gesamten Libyen-Debatte des letzten Jahres jemals genannt wurden, bezogen sich nicht auf "40 Jahre Folter", sondern auf Einzelne Ereignisse, die z.T. ausgesprochen umstritten sind.
- Lockerbie: Ein Anschlag unklarer Täterschaft, für die Libyen die "politische" verantwortung übernommen hat, um seine Gefangenen auszukaufen.
- La Belle: Ein Anschlag unklarer Täterschaft.
-1200 Gefangene bei einem Gefängnisaufstand von Islamisten.
-Tschad-Krieg: Eine Grenzauseinandersetzung ohne klare Urheberschaft.
Im Vergleich zu anderen "demokratischen Ländern" eine klägliche Beweisführung für durchgängige Unterdrückungsherrschaft.
Ansonsten wird dem "Antisemiten" Gaddafi gerade von den "Revolutionären" aktuell wieder seine "jüdische Grossmutter zum Vorwurf gemacht, nachdem man ihr Grab verwüstet hat. Auch Gaddafis Versuche, israelische Vermittlung im Rahmen der Auseinandersetzung in seinem Land zu suchen, spricht gegen diesen Propagandavorwurf.
Nicht zuletzt sagte Gaddafi in einer seiner Reden folgenden schönen, weil korrekten Satz zum Nahost-Konflikt: "Die Israelis sind Idioten und die Palästinenser sind auch Idioten.", bevor er dazu aufrief, Mekka und andere heilige Stätten des Islam auch Gläubigen anderer Konfessionen zugänglich zu machen.
Das waren Terroristen und Kämpfer der LIFG.
Wenn man ihren Ansichten folgt, dann wären ja die SS Leute vom KZ Auschwitz auch nur Bienenzüchter gewesen.
QUOTE=Faceoff;9673701]
Es ist wirklich unglaublich, wie hier immer wieder versucht wird, die Diktatur eines grausamen Gewaltherrschers schön zu reden (natürlich immer ohne Quellenangaben).[/QUOTE]
Unglaublich ist, nach all den Berichten über Mord und Folter hier von einem demokratischen Gebilde zu sprechen.
Der Abschaum regiert in Libyen.
Und geplündert wird, was das Zeug hält.
"Nach dem Fall von Tripolis wurde in ihr Haus eingebrochen. Vieles wurde gestohlen, darunter auch wertvolle Originale libyscher Maler. Imans Mann stammt aus Gaddafis Heimatstadt Sirte. Mehreren Familien wurden dort die Häuser von bewaffneten Brigaden weggenommen, ohne richterlichen Bescheid und ohne Möglichkeit, sich zu wehren. "Niemand schreibt über diese intern Vertriebenen und die Gesetzeslosigkeit, die kein gutes Licht auf den Neuanfang werfen", sagt die Journalistin."
Quelle standard.at
"Trotzdem heiligt hier der Zweck die Mittel. Diktaturen müssen verschwinden. Und wenn Sie anderer Ansicht sind, so sollten Sie auch verschwinden"
"Aber so schlimm wie unter Ghadafi wird es mit Sicherheit nicht werden."
Nebenbei: Wie schlimm war es denn so? Haben Sie da genauere Hinweise?
Bei den Öllieferungen geht es ja nicht um die Lieferungen der nächsten Monate, sondern um deren langfristige Sicherung.Gaddafi war unberechenbar (und seine möglichen Nachkommen /Nachfolger ebenso). Ebenso wie er sich in letzter Zeit dem Westen angedient hatte, hätte es auch passieren können, dass er den Ölhahn wieder zudreht. Eine schwache Zentralregierung, sie im Zweifel auf die Hilfe des Westens angewiesen ist um ihren Herrschaftsanspruch durchzusetzen ist deutlich nützlicher als ein starker, unberechenbarer Diktator
Habe auch einen Artikel in der NZZ gelesen, in dem es hieß, das Gaddafi in der Vergangenheit die ausländischen Ölfirmen regelrecht ausgesaugt habe. Man könnte auch sagen, er hatte gute Bedingungen für Libyen ausgehandelt. Das dürfte jetzt vorbei sein.
In Zukunft muss man sich nur noch entweder mit einer schwachen, machtlosen und wahrscheinlich korrupten Zentralregierung einigen oder mit irgendeinem Warlord, der in den Förder- und Verladegebieten das Sagen hat. Willkommen im neuen, so viel besseren Libyen.
Und gefoltert und getötet wird wie eh und je, wahrscheinlich sogar auf einem viel höheren Niveau.