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Titel: Von der Würde der Unschuld

Anmerkungen eines Kleinsparers nach vier Wochen Weltuntergang

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,584937,00.html
  1. #1

    1

    Leider kann man sich von moralischer Größe nix kaufen. Und die Miete zahlt sie auch nicht. Das ist das traurige daran.

    Der Artikel ist ja ganz lustig geschrieben, wirkt aber auf den 2. Blick etwas nach Appell.

    Geht da gewissen Gruppen im Staat etwas die Muffe?
  2. #2

    Wir werden dennoch ruhig bleiben.

    ...denn Ruhe ist die ERSTE Bürgerpflicht. Diese Sachlage kennzeichnet den Charakter eines Staates. War schon im Feudalismus so. Die Magd wurde wegen Diebstahls gehenkt und der Gutsherr, der eine Magd vergewaltigt und getötet hat konnte weitgehend straffrei bleiben.

    Der Satz erschrickt zwar den Leser, weil zieht sich gleichsam das Herz zusammenzieht, weil es sich anfühlt wie ein Schlag in den Bauch. Doch wer fühlt schon mit und wenn wie lange und wenn schon, was folgt daraus?

    Die Hundertfache Entlohnung von Managern gegenüber Angestellten fühlt sich zurzeit in der Krise so ungerecht an, dass die Politik bremsen will. Lafontaine wünscht sich viele Bankmanager im Gefängnis (SPON 20/10/08), während Volkwirtschaftler die Organtransplantation besser regeln wollen: "Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben." (Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/577008/)

    Wie zumeist gewinnt der nüchtern Rechnende, der Verstand gegen das mitfühlende Herz. Etwa derart: Hungrige Dienstleister ersetzen die ermordete Magd. Der Dienstherr erweist sich großherzig, kauft die Intelligenzija der Medien mit teuren Anzeigen, den Pfarrer mit dem neuen Kirchendach. Der depperte Sohn vom Richter wird Verwalter beim Gutsherrn. Und so betet der Pfarrer das tragische Unglück gesund, der Richter schließt den Fall ab. Die Medien schreiben die Sache mit schön - wie Thomas Tuma.

    Bald darauf feixen die Gutsherren im Club zu später Sekt-Stunde in der Tradition der grausigen bayrischen Bauernweisheit:

    Wenn Weiber sterben,
    ist kein Verderben.
    Wenn Ross verrecken,
    das ist ein Schrecken.


    Egal ob Bank- oder Gutsherrn-Krise wir Masse Mensch vertrauen bald wieder unserem Führerprinzip in Partei, Wirtschaft, Kirche. Wie in den Nachkriegsjahren werden wir zwar Schutt sortieren, als ausgepresste Steuerzahler uns an magere, freudlose Zeiten gewöhnen müssen wie an alles und auf Besserung hoffen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Danken wir Thomas Tuma, weil sein Text die Hoffnung schneller sterben lässt.
  3. #3

    Wunderbar formuliert

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,584937,00.html

    # Auch Derivate sind irgendwie Geld, das es nicht gibt,
    # dummerweise aber bezahlt werden muss, wenn es weg ist.
  4. #4

    Von der Würde.........

    was will uns Herr Tuma mit dem Artikel sagen ?
  5. #5

    Prima!

    selten so gelacht, sehr schöner Artikel.
    Fehlen aber noch die "Weiter So!" Szenarien ala

    Die Kreditrisiken die der Bund abgesichert hat werden wiederum gebündelt und der Einfachheit halber gleich auf Windeln gedruckt damit wir sie den Kindern und Kindeskindern direkt nach der Geburt verehren können.

    Oder Joe Ackermann legt sie als neue TOP 200% Gewinngarantie Zertifikate auf.
  6. #6

    Krampf

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anmerkungen eines Kleinsparers nach vier Wochen Weltuntergang

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,584937,00.html
    Tuma, Du Opfer Du !

    Die Regierungen verstehen das auch nicht.

    Ist heute keine Entschuldigung mehr. Und "wir" wollen nicht Opfer sein.

    Lustig geschrieben, aber warum das Schreibtalent mit belanglosem verschwenden ?!
  7. #7

    meine Meinung

    Hübsche Beruhigungspille für Otto Normal, mehr nicht.
  8. #8

    das musste mal geschrieben werden

    und jetzt kaufen bitte alle Aktien...ich hätte da noch welche günstig abzugeben!
  9. #9

    Ich empfehle

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anmerkungen eines Kleinsparers nach vier Wochen Weltuntergang

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,584937,00.html
    dem deutschen Kleinsparer mal diesen Link:
    http://www.fm-inside-guide.ch/Archiv...Juni-2006.html
    Mit dem netten Satz:
    "Unsere Empfehlung an die Notenbänker lautete deshalb, mit der üppigen Geldversorgung solange weiterzumachen, bis es nicht mehr tragbar ist und es zu einer Neuordnung des Weltwährungssystems bei gleichzeitiger Entschuldung der Staaten zu Lasten von Milliarden Sparern kommen muss. Letztlich ist es besser jahrelang „schmerzfrei“ munter weiterzumachen, und das Treiben später mit einem schnellen Abpfiff zu beenden, als jahrelang dahinzusiechen."

    Dann sieht man in etwa wie die Gewinnaussichten sind!








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