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"Titanic"-Werft Harland and Wolff: Windräder statt Ozeanriesen

Harland and WolffEinst nieteten die Arbeiter von Harland and Wolff die "Titanic" zusammen. Dann ging die größte Werft der Welt beinahe selbst unter. Nun erlebt das Traditionsunternehmen ein Comeback im boomenden Offshore-Energiemarkt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...830557,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einst nieteten die Arbeiter von Harland and Wolff die "Titanic" zusammen. Dann ging die größte Werft der Welt beinahe selbst unter. Nun erlebt das Traditionsunternehmen ein Comeback im boomenden Offshore-Energiemarkt.

    Harland and Wolff: Werft feiert Comeback mit Offshore-Windanlagen - SPIEGEL ONLINE
    "Boomender Markt" - ja. Einer subventionierten Luftblase, die mit Milliarden Verlusten Wohlstand vernichtet.
  2. #2

    optional

    Wer mal den Englischen Teil der Nordsee befahren hat (so um Thamesport rum z.B.), der lacht über die armseligen paar Deutschen Windmühlen. Die Briten bauen dort in richtig großem Stil Windparks, hunderte, tausende Windmühlen!
    Die meisten davon werden kaum für die projektierten 20 Jahre den Bedingungen trotzen können, sind billig in China eingekauft. Daher sehe ich die Klimabilanz eher skeptisch..
  3. #3

    Zitat von threadneedle Beitrag anzeigen
    Die meisten davon werden kaum für die projektierten 20 Jahre den Bedingungen trotzen können, sind billig in China eingekauft. Daher sehe ich die Klimabilanz eher skeptisch..
    Nee. Genauso wenig wie es sich lohnt, Windräder von Europa nach China oder USA zu schippern, lohnt es sich die von China über die halbe Welt nach Europa zu schippern. Während man Solarmodule noch schön ordentlich, massenhaft in Container stapeln kann, geht das bei Windrädern nicht. Gut 80m lange Schäfte und nochmal gut 60 bis 70m lange unhandliche Flügel lassen sich nicht so einfach in großem Stil und schon gar nicht kostengünstig um die halbe Welt fahren. Selbst wenn die Chinesen die für die Hälfte der Kosten produzieren könnten (was sie nicht können, da der Materialpreis hauptsächlich die Kosten bestimmt und dieser weltweit gleich ist), würde sich das nicht lohnen.
  4. #4

    die nächste Blase bläst sich auf?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der britische Markt ist der größte in Europa - und Harland and Wolff nicht die einzige Firma, die auf diese Zukunftsbranche setzt. Die Hafenverwaltung von Belfast will gleich einen ganzen Offshore-Cluster in den alten Docklands errichten.
    Harland and Wolff: Werft feiert Comeback mit Offshore-Windanlagen - SPIEGEL ONLINE
    Na das klingt doch schon fast nach der nächsten Blase die aufgepumpt wird.
  5. #5

    Zitat von achim33 Beitrag anzeigen
    "Boomender Markt" - ja. Einer subventionierten Luftblase, die mit Milliarden Verlusten Wohlstand vernichtet.
    Ich wüsste nicht, dass die britische Regierung die Nordseewindparks subventioniert. Die rentieren sich von ganz alleine.

    Die Nordsee ist schließlich ein einmaliges geographisches Geschenk, denn sie ist sowohl relativ flach, als trotzdem stürmisch. Diese Idealbedingungen für Offshorewindenergie gibt es in dieser Größe nirgendwo sonst in der Welt. N-i-r-g-e-n-d-w-o sonst!

    Energiegewinnung ist die entscheidende Stellgröße in der Zukunft Europas. Alles, von der Automatisierung und Elektrifizierung des deutschen Strassenverkehr bis zur Meerwasserentsalzung in Südspanien, hängt von der Energiegewinnung ab.

    Wer jetzt davon schwadroniert, dass wir Wohlstand vernichten, weil wir endlich beginnen diese Idealbedingungen für unseren weltweiten Wettbewerbsvorteil auszunutzen, der hat doch den Schuss nicht gehört!
  6. #6

    Zitat von threadneedle Beitrag anzeigen
    Die meisten davon werden kaum für die projektierten 20 Jahre den Bedingungen trotzen können, sind billig in China eingekauft.
    Na, da warten wir mal ab. Entscheidend für die Lebensbedingungen dieser Kolossse ist die Verankerung im Meeresboden und die wird nicht in China gemacht. Es kann sein, daß die chinesisch gefertigten Rotorblätter weniger haltbar sind, aber die Rotorblätter sind einfachsten Bauteile einer Windkraftanlage und können auch am Einfachsten ausgetauscht werden. Für diese Art von Wartung und Instandhaltung gibt es inzwischen einige Spezialfirmen mit Spezialschiffen in Europa.
    Daher bin ich absolut überzeugt, dass diese Türme auch mehr als 20 Jahre in der Nordsee stehen werden, bis man sie gegen noch bessere Anlagen austauscht.
  7. #7

    Statt immer neuer Kraftwerke

    sollte der Stromverbrauch reduziert werden. Notfalls über zeitweise Stromabschaltungen. Jahrtausende hat die Menschheit ohne Strom überlebt. Das muss auch in Zukunft wieder möglich sein.
  8. #8

    Zitat von Rodelkönig Beitrag anzeigen
    Selbst wenn die Chinesen die für die Hälfte der Kosten produzieren könnten (was sie nicht können, da der Materialpreis hauptsächlich die Kosten bestimmt und dieser weltweit gleich ist), würde sich das nicht lohnen.
    Das ist so nicht ganz richtig. Der Bau von Windkraftanlagen ist zuallererst Handarbeit (man könnte fast sagen, dass Windkraftanlagenbau eher zur Bauindustrie als zur Schwerindustrie gehört) und die wichtigsten Materialien sind Beton und Stahl. Beide Materialien werden im großten Stil in China produziert, während man Europa gerade in der Stahlerzeugung erheblich kleinere Kapazitäten hat. (Europa produziert vor allem Spezialstahl und Premiumstahl in kleineren Mengen, aber dafür mit höherer Marge)

    D.h. Europa müsste die Materialien für Windkraftanlagen erst aufwendig und teuer importieren, um diese dann kostenaufwändig per Hand zu montieren, nur um sich den einmaligen Transport des Endproduktes zu ersparen? Das klingt nicht sonderlich wirtschaftlich!
  9. #9

    Zitat von cirkular Beitrag anzeigen
    sollte der Stromverbrauch reduziert werden. Notfalls über zeitweise Stromabschaltungen. Jahrtausende hat die Menschheit ohne Strom überlebt. Das muss auch in Zukunft wieder möglich sein.
    Klar, die Amish people können das doch auch. Werden wir doch genauso. Schaffen wir uns alle wieder ein paar Schafe für den Webstuhl, ein paar Kühe für die Morgenmilch und ein paar Glühwürmchen für das Lesen im Bett an, dann sind wir alle glücklicher und der Planet ist gerettet.

    Blöd nur, dass sogar die Schafe und Milchkühe Methan produzieren, d.h. nicht mal als Amish people ist unsere Klimabilanz Null. Blöd auch, dass die Menschen einfach keine Lust haben, als arme Bauern ihr Dasein eher zu fristen, als zu leben. Technik ist ja so furchtbar, sie erfüllt uns alle unsere Menschheitsträume, aber dafür müssen wir jeden Tag ein schlechtes Gewissen haben ..


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