Aus Sicht des Photoshop-Hobbyisten von mir aus lehrreich und aus Sicht des Verzweifelten, der seinen leider verunfallten "Schuss des Jahrhunderts" retten will - na gut. Aber ein unscharfes Foto ist ein unscharfes Foto. All die genannten Tricks sind in Ordnung bei der Beseitigung der in den der Digitalfotografie unvermeidlichen Sensorunschärfe, dort ist auch die Anwendung dieser Tricks legitim und notwendig. Der Rest ist Selbstbetrug, ich beklage es ausdrücklich, wie hier versucht wird, trotz allem noch irgendwie scharfe Fotos zu bekommen. So "verbesserte" Fotos schaut sich ein Fachmann genau eine Sekunde lang an, bevor er sie in den Papierkorb schiebt. Leute, schaut durch den Sucher und nutzt eure Augen, das ist der einzig gültige Scharfzeichner. "Mist gebaut, ach macht nichts, wir sagen, wie das repariert wird" ist eine der bedauerlichsten Zielsetzungen der gegenwärtigen Fotoliteratur, wenn ich die mal so nennen darf. An derFotografie hat sich außer dem Workflow nichts verändert, seit über 100 Jahren, die Gesetze gelten nach wie vor. Die digitalen Techniken haben diese Gesetze ganz und gar nicht außer Kraft gesetzt. Oh, ich habe vor mehr als 40 Jahren selbst Fotograf gelernt und diese und jene kleinen Tricks mitgenommen, aber die können nur sein, um im Unglücksfall zu schummeln, mehr nicht. Das sagt mir auch dieser Artikel durchaus, aber bei weitem nicht deutlich genug. Was hier durchaus richtig zum Thema Kontrast (ich glaube, der Autor meinte nicht den globalen sondern den lokalen) gesagt ist, stimmt. Und was von "Schärfeeindruck" gesprochen wird, ist ebenfalls stimmig, hat aber mit "Bildschärfung" ebensowenig zu tun. Nichts gegen das erschöpfende Optimieren vorhandenen Materials, aber ich wende mich gegen die allzu plakative Ankündigung einer Software, die auch nichts anderes tut als was ich vor 40 Jahren gelernt habe und dabei dem Amateur gefällige jedoch zu große Versprechungen macht.
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