Thatcher-Biopic "Die Eiserne Lady": Politik? War da was?

Concorde FilmverleihFür ihre Rolle als Margaret Thatcher hat Meryl Streep soeben den Oscar gewonnen. Ansonsten ist an der Filmbiografie "Die Eiserne Lady" wenig preiswürdig. Mit seinem Fokus auf Thatchers Demenzkrankheit stutzt der Film die umstrittene Politikerin zur rührigen Rentnerin.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,817420,00.html
  1. #1

    Streep alias Thatcher

    Tja, den Film kenne ich nicht, ich vertraue dem Urteil des Autors nach dessen Meinung Thatcher in diesem Film allzusehr auf ihr Alter und ihre Demenzerkrankung reduziert wird.
    Diese Frau hat mit aller Gewalt die Deindustralisierung GB vorangetrieben - ja, sie hat London zum Topfinanzplatz Europas ausgebaut. Mich wuerde jetzt interessieren wie das britische Publikum auf diesen Film reagiert.
  2. #2

    Verniedlichte Eiserne Lady

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für ihre Rolle als Margaret Thatcher hat Meryl Streep soeben den Oscar gewonnen. Ansonsten ist an der Filmbiografie "Die Eiserne Lady" wenig preiswürdig. Mit seinem Fokus auf Thatchers Demenzkrankheit stutzt der Film die umstrittene Politikerin zur rührigen Rentnerin.

    Thatcher-Biopic "Die Eiserne Lady": Politik? War da was? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Frau Pilarczyks Kritik des Filmes trifft ziemlich genau ins Schwarze. Als meine Frau und ich vor ein Paar Tage das Kino verliessen, fiel mir nur ein, dass die Schauspielerleistungen schon gut waren, sonst aber der Film nichts über die Politikerin brachte, ausser verniedlichung. Persönlich halte ich Margaret Thatcher für ein grosses Unglück, sie hat die Entwicklung ganz Europas empfindlich gestört und in falsche Bahnen gelenkt. Das dies in enger Zusammenarbeit mit der US-Regierung unter R.Reagan stattfand, zeigt nur, dass Thatcher die Stellung Grossbritanniens als "Pudel" der Amerikaner stärkte und ausbaute. Im Film aber nichts davon. So ist es auch richtig, das Meryl Streep den Oscar bekam, der Film selbst aber nichts.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für ihre Rolle als Margaret Thatcher hat Meryl Streep soeben den Oscar gewonnen. Ansonsten ist an der Filmbiografie "Die Eiserne Lady" wenig preiswürdig. Mit seinem Fokus auf Thatchers Demenzkrankheit stutzt der Film die umstrittene Politikerin zur rührigen Rentnerin.

    Thatcher-Biopic "Die Eiserne Lady": Politik? War da was? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Inzwischen gibt es zu dieser Dame und ihrer Politik genug Statistiken die zeigen das diese desaströse Auswirkungen hatte. Ein Film darüber wäre aber nicht so "unterhaltsam" und passt mal garnicht in die neoliberale Grundeinstellung in den USA und Europa.
    Da hätte kein Hahn danach gekräht, und auch nicht der SPON.
    Vielleicht sollte man hier im Kulturteil mal die Dokumentationen die Nachts auf Arte laufen anpreisen, anstatt hier immer fragwürdige "Kulturgüter" wie diesen trashigen (Inhalt) Film zu beleuchten. Das führt dann vielleicht ganz langsam zu mehr Allgemeinem Verständnis. Also natürlich nur wenn es alle machen auch die US Medien. Aber irgendwer muss doch mal wieder mit Qualitätsjournalismus anfangen ;)
  4. #4

    Biest

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für ihre Rolle als Margaret Thatcher hat Meryl Streep soeben den Oscar gewonnen. Ansonsten ist an der Filmbiografie "Die Eiserne Lady" wenig preiswürdig. Mit seinem Fokus auf Thatchers Demenzkrankheit stutzt der Film die umstrittene Politikerin zur rührigen Rentnerin.

    Thatcher-Biopic "Die Eiserne Lady": Politik? War da was? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass dieses verdammte Biest es verdient hätte, so positiv dargestellt zu werden.
    Womit ich allerdings gegen Meryl Streeps herausragende Darstellungskunst sagen möchte.
  5. #5

    Schade...

    Mit etwas mehr Mühe/Aufwand wäre es den Filmmachern ohne weiteres gelungen, die Thatcher als das Polit-Monster zu zeigen, was sie wirklich war.

    Sie hat die Gewerkschaften zur Bedeutungslosigkeit erniedrigt, der Finanzindustrie ihr ungehemmtes, rücksichtsloses Treiben erst ermöglicht, eine gnadenlose Innenpolitik gegen die "kleinen" Leute betrieben und sowohl uns Deutschen wie der Eu gegenüber eine ablehnende Haltung gezeigt.

    Da in diesem Film kaum ihre politischen Machenschaften gezeigt werden, er sich im wesentlichen auf ihre private Biographie beschränkt und ziemlich "menschelt", ist er wegen der schauspielerischen Leistungen zwar sehenswert, wird aber einer wahren Beschreibung dieser unsympathischen, politisch mehr als fragwürdigen Figur nicht ansatzweise gerecht, schade.
  6. #6

    Film überhaupt gesehen?

    I found this movie wonderful: it showed us Thatcher as seen from within, it helped see her as a person, not a heartless monster. What she did is in many ways horrible, and it is part of a horrible trend, on either side of the Atlantic (and of the Alps: where do you think Greece and Italy are going?)

    But to ignore the humanity of the political opponent, to refuse to see how they can at all see themselves as being in the right, is idiotic. It brings no advantage at all. Reagan was elected because too many progressive Americans thought he was ridiculous, and didn't even go to vote. Same for Berlusconi.

    We must learn to understand the other side, so as to convince enough of them of our viewpoint.

    Oh, and no one noticed that this was a movie by a woman, about a woman? How ashamed should the ''progressive' parties be that the only two Government Heads of a G8 nation have both been conservatives? Wake up, people. The Iron Lady is a movie about the Gender fight, and I'm going to go there because it teaches useful facts: as a woman, you must be much tougher than a man to make it. You must change even your voice. But yes, you can.

    PS Written in English because I read German but can't write it.
  7. #7

    So muss Journalismus sein!

    Zitat von Christer Nykopp Beitrag anzeigen
    Frau Pilarczyks Kritik des Filmes trifft ziemlich genau ins Schwarze.
    Und so können wir wieder nur sagen "Danke, SPON" für eine treffende Filmkritik, die uns davor schützt, im Kino unser Geld und unsere Zeit zu verplempern und uns auch in unserem Wunsch, stattdessen zu wahrer Erkenntnis zu gelangen, nicht im Regen stehen lässt.
  8. #8

    Ich verstehe die Aufregung nicht.

    Ich finde es muß auch erlaubt sein ein Portrait einer Politikerin zu machen das sich auf Ihre Persönlichkeit im Alter konzentriert und das kann ja auch symphatisch ausfallen, selbst wenn man ihre Ansichten nicht teilt (Ich teile sie überhaupt nicht). Warum muß eine Politikerin, selbst Sie in Ihrer Amtszeit so hart gewesen ist zwangsläufig so dargestellt werden das man keine Symphatie ihr gegenüber empfinden darf?! Der Film ist doch keine Dokumentation. Ich denke über die Person Magaret Thatcher als Politikerin sollte genug bekannt sein, es ist doch daher schön auch mal eine andere Seite beleuchtet zu sehen. Das es manchen Menschen nicht schmeckt wenn dadurch Ihr persönliches Bild zerstört wird lässt meiner Meinung nach nur auf die mangelnde Fähigkeit schließen differenzieren zu können zwischen den unterschiedlichen Facetten die einen Menschen in ausmachen