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Teurer Ausstieg: Atom-Bosse rebellieren gegen Merkel

Klagen, Brandbriefe, Gastbeiträge: Mit allen Mitteln kämpfen Deutschlands vier große Energieversorger gegen die Atompolitik der Regierung. Nach RWE und Vattenfall*droht auch EnBW damit, vor Gericht zu ziehen. E.on-Chef Teyssen fordert in einem Gastbeitrag Schadenersatz für den Ausstieg.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...767347,00.html
  1. #20

    Da werden noch einige Mrd. dazukommen.

    Zitat von hundertpro Beitrag anzeigen
    Seit den 70er erhielt die Atomenergie insgesamt 196Mrd.€ an staatlichen Unterstützungen. Aber auch Braunkohle (67 Mrd.) und Steinkohle 288 Mrd.) wurden stark gefördert. Zum Vergleich: Erneuerbare Energien wurden bis 2010 nur 39 Mrd.€ gefördert.
    Nachzulesen ist das in einer aktuellen Studie von Germanwatch, in der aktuelle Forschungsergebnisse ausgewertet werden:
    http://www.germanwatch.org/klima/energiekosten
    Grundsätzlich sind Subventionen in einem so wichtigen Sektor nicht falsch. Ausreichend verfügbare Energie ist die Grundlage unserer heutigen Zivilisation und deren Sicherstellung damit eine der Kernaufgaben des Staates.

    Das hat mit der Kernenergie ein paar Jahrzehnte lang ganz gut funktioniert, nur billig und sauber war es eben nicht. Ein beträchtlicher Teil der Kosten kommt auch erst noch auf uns zu. Der Rückbau eines einzigen AKWs kostet je nach Bauart zwischen einigen hundert Millionen Euro und mehreren Milliarden - auch unabhängig vom Ausstieg haben die Dinger eben nur eine begrenzte Lebensdauer.

    Die EU hat die Kosten für den Rückbau aller aktuell in Europa in Betrieb befindlichen AKWs vor ein paar Jahren mal auf 500 Milliarden Euro geschätzt.

    Und dann müssten sie natürlich auch ersetzt werden, nochmal ein paar Milliarden pro Stück.

    Günstig sieht anders aus ;)
  2. #21

    ...

    Zitat von ddkddk Beitrag anzeigen
    Es kann tatsächlich vorkommen, dass 7,5 Mio für ein Auto oder 1/2 Mio für einen Jäger nicht ausreichen. Das Vierfache ist vielleicht möglich. Wenn dieser Fall eintritt, stehen immerhin noch 25 % als Entschädigungszahlung zur Verfügung.

    Ein AKW ist mit 2,5 Milliarden versichert.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaf...ssen-1.1074008

    Halten Sie diese Summe im Vergleich zu einem Auto oder einem Jäger für angemessen?
    Rational betrachtet: ja. Angesichts der Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit, durch einen unversicherten oder zu niedrig versicherten Mitbürger oder gar durch sich selbst geschädigt zu werden (ebenfalls ein unversicherter Fall) oder auch durch einen Tsunami um ein Vielfaches höher ist.

    Zitat von ddkddk Beitrag anzeigen
    Wie groß ist der Schaden, wenn ein Landstrich mit einem Radius von mindestens 30 km im dichtbewohnten Deutschland unbewohnbar wird und alle innerhalb dieses Radius liegenden Immobilien wertlos werden?
    Für Sie persönlich? Nicht höher, als wenn ein Kleinkind Sie auf der Strasse mit seinem Spielrad zu Fall bringt und Sie querschnittsgelähmt wiederaufwachen.
  3. #22

    Interessant wäre in diesem Zusammenhang...

    ...ja, zu wissen, inwieweit die derzeitige (grün-rote) Regierung des Landes Baden-Württemberg Einfluss auf die Konzernentscheidungen (wie etwa diese Klagen) von EnBW nehmen kann oder genommen hat...
  4. #23

    Titel

    Der Stromkonzern Energie Baden-Württemberg (EnBW) könnte gegen die Brennelementesteuer klagen. Angesichts der Entscheidung für den Ausstieg aus der Kernkraft könne man diese nicht akzeptieren, sagte ein hochrangiger Unternehmensvertreter dem "Handelsblatt".

    Wie wollen die das denn begründen? Eine Steuer ist eine Steuer, aber keine Verhandlungssache. Ich stelle mich auch nicht hin, und sage: "Angesichts ungünstiger Umstände kann ich die Mehrwertsteuer nicht akzeptieren."
  5. #24

    Das Kleinkind mit dem Spielrad muss ich akzeptieren

    Zitat von Johanna.1.15 Beitrag anzeigen
    Rational betrachtet: ja. Angesichts der Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit, durch einen unversicherten oder zu niedrig versicherten Mitbürger oder gar durch sich selbst geschädigt zu werden (ebenfalls ein unversicherter Fall) oder auch durch einen Tsunami um ein Vielfaches höher ist.



    Für Sie persönlich? Nicht höher, als wenn ein Kleinkind Sie auf der Strasse mit seinem Spielrad zu Fall bringt und Sie querschnittsgelähmt wiederaufwachen.
    Vielleicht gelingt es mir ja, auf die Seite zu springen und außerdem muss ja einmal jemand meine Rente zahlen.

    Bei AKW ist beides nicht der Fall. Da wir hier 2 Risiken haben, neige ich dazu, sie um 50 % zu reduzieren, was ja nicht wenig ist.

    Außerdem gingen meine Ausführungen in die Richtung, wie man Schadensersatzklagen der AKW vermeiden kann und dies geht eben am Besten, indem man ihnen die Auflage macht, für eine angemessene Versicherung zu sorgen. Vielleicht könnte man auch noch so unverschämt sein, von diesen Industrieunternehmen das Gleiche zu verlangen wie von mir:

    Einen kostendeckenden Beitrag für die Müllentsorgung.
  6. #25

    ...

    Zitat von BartSimpson Beitrag anzeigen
    Wie wollen die das denn begründen? Eine Steuer ist eine Steuer, aber keine Verhandlungssache. Ich stelle mich auch nicht hin, und sage: "Angesichts ungünstiger Umstände kann ich die Mehrwertsteuer nicht akzeptieren."
    Glauben Sie doch nicht alles, was die Medien sagen. Natürlich wird nicht "gegen die Steuer" geklagt, das geht ja gar nicht.

    Geklagt wird auf Vertragserfüllung gemäss Absatz III. Abschnitt 2. der "Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen vom 14. Juni 2000". Das hindert die Regierung keineswegs an der Steuererhebung, führt aber möglicherweise zu einer verzinsten Rückzahlung der erhobenen Steuern zuzüglich Aufwandsentschädigung...
  7. #26

    ...

    Zitat von ddkddk Beitrag anzeigen
    Vielleicht gelingt es mir ja, auf die Seite zu springen und außerdem muss ja einmal jemand meine Rente zahlen.
    Ganz genau. Eventuell gelingt Ihnen das. Gelegentlich gelingt das auch nicht:
    Sarah T. erlitt bei einem Verkehrsunfall im Dezember 2004, den sie nicht verursacht hat, ein Schädelhirntrauma, kann seitdem nicht mehr gehen, nicht mehr sprechen, kann ihr Kind nicht mehr versorgen. Sie selbst braucht rund um die Uhr Aufsicht und Pflege
    (http://www.sueddeutsche.de/panorama/...eben-1.1106807)


    Zitat von ddkddk Beitrag anzeigen
    Bei AKW ist beides nicht der Fall.
    Na ja, man muss hier nicht allzu albern werden. Aber wer wegspringen kann, kann auch wegziehen.
  8. #27

    Versicherungen

    [QUOTE=ddkddk;8017677]Die Leute im Supermarkt und im Bus sind aber auch nicht so gefährlich wie ein Atomkraftwerk.[QUOTE]

    Achso? Wie viele Leute sind bereits durch den Betrieb von Kernkraftwerken ums Leben gekommen und wie viele durch Amoklaeufer im Supermarkt?

    Bei gefährlicheren Objekten ist aber eine Haftpflichtversicherung in ausreichender Höhe zwingend vorgeschrieben, z. B. bei Autos, Eisenbahnen, Seilbahnen, Jäger usw.
    Chemieanlagen, Wasserkraftwerke... oh warte, die sind ja gar nicht versichert. Was war noch gleich das Argument?
  9. #28

    Kleine Klarstellung

    [QUOTE=MasterFoo;8028611][QUOTE=ddkddk;8017677]Die Leute im Supermarkt und im Bus sind aber auch nicht so gefährlich wie ein Atomkraftwerk.

    Achso? Wie viele Leute sind bereits durch den Betrieb von Kernkraftwerken ums Leben gekommen und wie viele durch Amoklaeufer im Supermarkt?



    Chemieanlagen, Wasserkraftwerke... oh warte, die sind ja gar nicht versichert. Was war noch gleich das Argument?
    Durch AKW-Störfälle sind mit Sicherheit sehr viel mehr Menschen ums Leben gekommen als bei Amokläufen in Supermärkten.

    Betriebe, von denen gefährliche Stoffe ausgehen, unterliegen der Gefährdungshaftung und müssen eine Deckungsvorsorge treffen:

    http://bundesrecht.juris.de/umwelthg/__19.html

    Von Wasserkraftwerken gehen meines Wissens keine gefährlichen Stoffe aus. Scheint etwas anders zu sein, als bei AKW.
  10. #29

    ....

    Zitat von ddkddk Beitrag anzeigen
    Durch AKW-Störfälle sind mit Sicherheit sehr viel mehr Menschen ums Leben gekommen als bei Amokläufen in Supermärkten.

    Ziemlich zweifelhaft, diese Behauptung.

    Betriebe, von denen gefährliche Stoffe ausgehen, unterliegen der Gefährdungshaftung und müssen eine Deckungsvorsorge treffen:


    Eine unbegrenzte Vorsorge wird dort allerdings ebenfalls nicht verlangt?

    Zitat von ddkddk Beitrag anzeigen
    Von Wasserkraftwerken gehen meines Wissens keine gefährlichen Stoffe aus. Scheint etwas anders zu sein, als bei AKW.
    Na ja, "Wasser" ist auch ein gefährlicher Stoff, wie Paracelsus sagte: es hängt alles von der Menge ab.

    Konkret wurden vor gar nicht so vielen Jahren auch In Europe 2000 Leute getötet, als der Staudamm bei Longarone überlief - das ist ganze vier Fahrstunden von München entfernt...








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