Forum


 

Teure Tarife: Patienten verzweifeln an privater Versicherung

APDie private Krankenversicherung wird immer teurer, für Millionen Menschen steigen die Beiträge. Mit einem Wechsel in andere Tarife könnte man Hunderte Euro pro Monat sparen, doch die Unternehmen blockieren: Kunden werden hingehalten, falsch informiert - und oft verängstigt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...840113,00.html
  1. #290

    Zitat von pathobserver Beitrag anzeigen
    Inhaltliche Zustimmung:
    Im Artikel ging es allerdings vornehmlich um die unrechtmäßige Art der PKV'S Ihren Vesichterten gegenüber.
    Da haben Sie natürlich recht. Bei der PKV/GKV-Diskussion ist mal - egal um was es eigentlich geht - spätestens nach zehn Postings bei der Grundsatzdiskussion über die Systeme selbst angekommen.

    Zitat von pathobserver Beitrag anzeigen
    Ich denke es ist das gute Recht von den Privat versichten dies in die Öffentlichkeit zu tragen und Ihre Interessen so zu vertreten.
    Absolut. Es ist deren Recht, dafür dürfen sie natürlich einstehen.
    Das einzige, was mich dann immer ein wenig amüsiert ist die Art, wie dann (vereinzelt) versucht wird, große Solidaritätsbekundungen für den eigenen Kampf gegen die böse Versicherungswirtschaft zu erheischen. Dabei war jedem von vorne herein klar, dass er ab jetzt auf vollkommen eigenes Risiko handelt. Es gibt eben - im Gegensatz zur Solidargemeinschaft - niemanden, dem an der Lösung eines individuellen Problems eines anderen gelegen ist.

    Zitat von pathobserver Beitrag anzeigen
    Was spricht dagegen das Leben mit mehr Geld zu genießen wenn man Jung ist, und dafür im Alter zurücksteckt. Ich gönns den Leuten. Wenn Sie dann auch selbstständig im Alter sämtliche Konsequenzen tragen ist das für mich OK.
    Absolut. Der Gesetzgeber sollte eben einen Rahmen abstecken, der nicht unterschritten werden darf um die Gemeinschaft vor den Konsequenzen der Unvernunft Einzelner zu schützen.
    Wenn jemandem mit 60 die Zahnerhaltung oder eine künstliche Hüfte nicht wichtig ist, dann kann er meinetwegen gerne drauf verzichten.

    Zitat von pathobserver Beitrag anzeigen
    Die viel interessantere Frage für mich ist eine grundsätzliche Erneuerung des Versicherungssystems. Ich bin der Ansicht es sollte auch in der GKV eine Art Cafeteria System eingeführt werden. Mehr Belohnung für Leute die auf Ihre Gesundheit achten in Form von einem angemessenem finanziellem Bonus.
    Das könnte, wenn gut organisiert ein Instrument sein endlich die ausufernden Kosten zu drücken (unnötige Untersuchungen, Medikamente, etc.) Meiner Anischt nach sind 15,5% zu viel. Viel Geld in ein Risiko investoiert das für mich als Mensch der auf seine Gesundheit achtet so gut wie nie eintritt.
    Ein Beitrag zur Soliidargemeinschaft ist in gewisse Maße eine gute Sache, ufert aber aus.
    Ich meine, dass es eine lohnende Idee sein könnte, einen Selbstbehalt in der GKV einzuführen und die Beiträge um diesen Selbstbehalt erst mal zu senken.
    Damit wäre dann auch ein chronisch Kranker nicht schlechter gestellt als bisher und vielleicht würden die "Wehwehchen" aus den Wartezimmern verschwinden.
    Ja, das ist ein Stück weit eine Abkehr vom strengen Solidaritätsprinzip (aber das haben wir durch Zuzahlungen ja heute schon), unterm Strich könnte es aber was bringen.

    Zitat von pathobserver Beitrag anzeigen
    So behält man dan auch gut verdienende Singels in der GKV. Man muss endlich mal vernünftige Anreize setzen
    Die aktuellen und jüngsten Diskussionen über die Beitragssteigerungen in der PKV sind schon recht gute Anreize.
    Ich war ab meinem Berufsstart über der Beitragsbemessungsgrenze und war auch mal versucht, in die PKV zu wechseln. Und ich bin heilfroh, dass ich es nicht gemacht habe.
  2. #291

    Es geht ihnen also

    Zitat von DesTeufelsAnwalt Beitrag anzeigen
    Erst wenn das Kind in den (Alters-)brunnen gefallen ist werden die Betroffenen klug. Das ist schade für sie, aber dann eben auch nur die Konsequenz des eigenen Handelns.
    doch nur darum, dass Sie sich an deren Problem "ergötzen"... sag' ich doch. :-)

    Eine Einbeziehung der PKV in die GKV wird nichts weiter als einen Einmaleffekt bringen (wenn überhaupt). Und es mag sein, dass mein Beispiel konstruiert war... und ich konstruiere noch eins: Es ist sicherlich so, dass privat Versicherte sich zweimal überlegen (ich tue es) wegen Halsschmerzen etc. zum Arzt zu gehen, solange diese Erscheinung in das bekannte Bild eigener Erkältungen etc. passt.
    Wenn ich also "zwangsintegriert" werde, warum sollte ich dann dieses eigentlich löbliche Verhalten beibehalten? Keine Rückerstattung, kein Anreiz mehr, sich seiner Gesundheit gegenüber positiv zu verhalten.

    Ich drehe also Ihr Beispiel aus der ersten Antwort um: Sie haben sicherlich recht, dass PKV Versicherte gesünder sind (siehe oben..) und dadurch dass es zumeist Menschen sind, die besser verdienen, wären diese auch ein Gewinn für die GKV.

    Im Umkehrschluss bedeutete das aber auch, dass Versicherte in der GKV es vielleicht nicht so interessiert, wie sie mit ihrer Gesundheit umgehen. Ist ja Solidargemeinschaft.

    Zu einfach gedacht? Hmmm.... Stimmt. Man soll nicht so verallgemeinern. Sorry. Dann tun Sie das auch nicht!
  3. #292

    Zitat von DrWimmer Beitrag anzeigen
    Menschen die so kaltherzig daher reden und schreiben, PKVern alles schlechte gönnen, brauchen wirklich nicht die Solidarität preisen.
    Sagen wir es mal so: ich gönne oder wünsche den PKV-Versicherten das Unglück mit steigenden Beiträgen nicht - es ist mir schlichtweg egal.
    Ich bin seit jeher freiwillig GKV-versichert, Single mit Höchstbeitrag. Ich habe nie erwartet, dass die günstig PKV-versicherten meiner Kollegen mir einen Ausgleich aus ihren gesparten Beiträgen zahlen.
    Und so wenig wie ich von deren Vorteilen damals partizipiert habe möchte ich jetzt an deren Nachteilen teilhaben.

    Zitat von DrWimmer Beitrag anzeigen
    In der Auto-, Unfall- und Hausratversicherung ist ihnen das private Versicherungswesen auch Recht und kommt ihnen ganz und gar nicht unsolidarisch vor.
    Was ist daran solidarisch, wenn ein großes Auto mehr kostet als ein kleines?
    Wenn ein Geringverdiener die gleiche Prämie bezahlen muss wie ein Großverdiener?

    Zitat von DrWimmer Beitrag anzeigen
    Das ist auch richtig, weil dort auch viele Versicherte aus einem großen Topf die geschädigten Leistungsempfänger finanzieren.
    Das ist mithin bei jeder Versicherung so, dass die Schadensfälle aus den Prämien aller bezahlt werden.

    Zitat von DrWimmer Beitrag anzeigen
    Das ist Solidarität, ob privat oder gesetzlich organisiert spielt dabei keine Rolle.
    Nein, auch da ist keine Solidarität. Denn auch da wird das individuelle Risiko versichert.

    Zitat von DrWimmer Beitrag anzeigen
    Es ist nicht in Ordnung übers Ohr gehauen zu werden, nur weil man privat versichert ist.
    Damit haben Sie natürlich recht. Und jeder sollte dieses Recht bei seiner PKV auch einfordern. Als Nebeneffekt wird dadurch ein Erdrutsch eingeleitet, durch den die PKV noch schneller dem Ende entgegen schreitet.
  4. #293

    Zitat von christian-1967 Beitrag anzeigen
    Mein Vater auch Jhrg. 34 zahlt in der GKV ca. 1.200 Euro aus eigener Tasche
    Aha, wie geht denn das?
    15,5% von 3.825,00 € macht einen Höchstbeitrag von 592,88 €.
  5. #294

    Das ist natürlich

    Zitat von pathobserver Beitrag anzeigen

    Meiner Anischt nach sind 15,5% zu viel. Viel Geld in ein Risiko investoiert das für mich als Mensch der auf seine Gesundheit achtet so gut wie nie eintritt.
    Ein Beitrag zur Soliidargemeinschaft ist in gewisse Maße eine gute Sache, ufert aber aus. So behält man dan auch gut verdienende Singels in der GKV. Man muss endlich mal vernünftige Anreize setzen
    (und jetzt entfernen wir uns wirklich vom Inhalt des Artikels obwohl es doch noch irgendwie dazugehört) von ihrer Warte aus richtig.

    Allerdings reicht eine einzige Krebserkrankung und allein Ihre komplette eingezahlte Summe ist allein für Ihre Bedürfnisse draufgegangen, das ist nun mal eine Tatsache.

    Es gab im Fernsehen das Beispiel einer Frau die ein spezielles Medikament brauchte welches aber extrem teuer war. Der Bericht sprach von ca. 30.000 Euro im Monat (!!)

    Die Kasse wollte das nicht übernehmen, zumal die Wirksamkeit wohl nicht feststand..

    Wieviele Patienten aus der Solidargemeinschaft dürften dann *NIE* krank werden, damit die Gleichung wieder auf beiden Seiten eine 1 hat?
    Ich stelle nicht unbedingt die Frage nach dem Sinn des Vorhandenseins von GKV und PKV sondern danach, ob die Kosten die durch beide Systeme zu tragen sind angemessen sind. (Ist es nicht so, dass in Frankreich der Verkaufspreis von Medikamenten limitiert wird ?)
    *WARUM* nimmt ein Arzt von einem PKVler den 2,3 (und auch wesentlich höher) Satz für die Behandlung der gleichen Krankheit? Einsichtig ist es nicht. Aber darum sind Privatpatienten für Ärzte scheinbar so wichtig.
    Sollte man sich nicht das System mal von der Seite her ansehen?
  6. #295

    Tarifwechsel auch in geschlossene Tarife/ Bestandstarife

    Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, das ein Tarifwechsel nur in neue , aktuelle PKV-Tarife Sinn macht. Oft ist ein Wechsel von einem Bestandstarif in den anderen, die bessere Lösung. Hier besteht bereits ein funktionierendes Risikokollektiv. Die weit verbreitete Meinung, das für Neukunden geschlossene Tarife vergreisen, ist nicht richtig. Ältere Versicherte haben nichts von jungen Neuzugängen, da diese nicht ihrer Alterskohorte zugerechnet werden. Die systhematische Verunsicherung von Kunden, die selbst einen Tarifwechsel beantragen, können wir nur bestätigen. Mit Kundenservice hat das nichts zu tun. Die Versicherer haben natürlich kein Interesse, niedrigere Beiträge bei etwa gleichen Leistungen zu erwirtschaften. Deshalb werden in der Regel unattraktive Minderleistungs-Tarife angeboten. Schuld ist die ständige Neuauflage von PKV-Tarifen. Wird dies gesetzlich reglementiert, müssen die PKV-Versicherer von Beginn an Ihre Tarife seriös kalkulieren.
    PKV-Versicherer, die nur ein bis drei Vollversicherungstarife seit meherern Jahrzehnten anbieten, haben das Problem der massiven Beitragssteigerungen durch ein gut durchmischtes Versichertenkollektiv nicht.
  7. #296

    ...

    Zitat von parboiledspiegel Beitrag anzeigen
    wenn einige leute hier sagen, sie würden in der GKV ja auch nur X euro bezahlen, dann darf nie vergessen werden, das auf deinem lohnzettel nur die halbe wahrheit steht. dein arbeitgeben legt nochmal den gleichen betrag drauf!
    Wenn ich das hier richtig verstehe, zahlt der Arbeitgeber das bei der PKV auch.
  8. #297

    ...

    Zitat von wohlmein Beitrag anzeigen
    KÖNNEN SIE JETZT NACHVOLLZIEHEN, WARUM WIR HÄNDERINGEND
    DIE BÜRGERVERSICHERUNG HERBEISEHNEN ?
    Klar, so, wie die Griechen das naechste Rettungspaket.

    Unser Problem ist, dass wir erstmal gucken muessen, wie wir das gerecht hinbekommen:

    Auf der einen Seite haben wir den GKVler, der brav in der Jugend hohe Beitraege zahlt, um sich im Alter immer noch die Beitraege leisten zu koennen. Auf der anderen Seite haben wir den PKVler, der in der Jugend von den niedrigen Beitraegen profitiert, das Geld aber ausgibt, bzw. es als Dividende an die Aktionaere von Allianz&Co weiterreicht.

    Wenn wir jetzt alle unter einer Buergerversicherung zusammengefasst werden, laeuft es darauf hinaus, das wir dem PKVler das Geld, was er schonmal ausgegeben hat (bzw. als Profit abgefuehrt wurde), einfach nochmal schenken sollen.

    Und da muss man halt erstmal ausrechnen, wie hoch die Nachforderungen sind. Klar, wenn die PKVs mit ihren Ruecklagen rausruecken, kann man das gegenrechnen, aber das, was in Form von Dividenden und Beitragsersparnissen verdunstet ist, fehlt halt. Und sollte von den PKVlern beglichen werden.
  9. #298

    Zitat von beobachter999 Beitrag anzeigen
    Vielleicht kommen wir auf den Anlaß für die Diskussion zurück. Die Sorte Besserverdienender die auf Solidartität pfeifen solange es für sie gut ist und dann jammern wenn sie welche brauchen.
    Naja, das ist nun sicher kein Privilleg der "Besserverdienenden".
    Mal eben so "blau machen" kommt bei den Besserverdienenden zum Beispiel deutlich weniger oft vor, ist aber auch ein Zeichen mangelnder Solidarität, denn die anderen müssen der Ausfall ja erwirtschaften.

    Könnte sich jeder privat versichern dann würden es genau so viele "Nicht-Besserverdienende" probieren - wegen des höheren Risikos bei z. B. körperlichen Tätigkeiten wäre ein PKV aber für sie aus Kostengründen uninteressant.

    Es ist wohl einfach eine menschliche Eigenschaft, Solidarität immer dann hochzuhalten, wenn man am ehesten in Gefahr gerät, sie mal zu benötigen und nie aus Altruismus. Das gilt für alle Schichten.
  10. #299

    Zitat von Ungebildeter Beitrag anzeigen
    Alleine schon die nach oben offene Beitragsskala für richtig gut Verdienende würde echte Mehreinnahmen generieren, die an anderer Stelle wieder eingesetzt werden könnten.
    Damit wird der Beitrag dann einer Steuer gleichgestellt und dürfte mit dem aktuellen Modell rechtlich nicht durchsetzbar sein, das wurde an anderer Stelle schon mal diskutiert.
    Wenn Sie das wollen, dann müssen Sie die Gesundheitsvorsorge vollständig steuerfinanziert machen, denn die Einkommenssteuer ist ungedeckelt.

    Ich fände den nicht gedeckelten Beitrag auch aus anderen Gründen nicht gut: denn, Solidarität hin oder her, dem Beitrag muss eine adäquate Leistung gegenüberstehen. Eine GKV-Leistung für eine Prämie von 2.000 €/Monat (Beitragssatz 10% bei 20.000€ Monatseinkommen) ist schlichweg keine angemessene Gegenleistung.


TOP



TOP