Testflug: Erste private Raumkapsel ins All gestartet

Es ist eine kleine Revolution in der Raumfahrt: Erstmals ist eine privat gebaute Raumkapsel auf dem Weg in den Orbit. Bei dem Jungfernflug soll das acht Tonnen schwere "Dragon"-Vehikel die Erde zwei Mal umkreisen. Langfristig könnte es die veralteten US-Shuttles ablösen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...733623,00.html
  1. #10

    Jaja...

    Zitat von mustermannfrau Beitrag anzeigen
    Der staatlichen US-amerikanischen Raumfahrtagentur hat mit dem Space Shuttle in 133 Flügen 2 Totalverluste zustande gebracht. Und in beiden Fällen hatten "Manager" einen gehörigen Anteil daran.
    Diese "Manager" hatten auch einen nicht unerheblichen Anteil an den 130 (btw. ich dachte die nächste Mission wäre STS-133?) erfolgreichen Flügen, nicht wahr? Ganz so schlecht können sie ja nicht gewesen sein. Ach so, ich vergas, da waren die "Manager" ja nicht beteiligt, sondern nur die als Organisationsgenies völlig verkannten Super-Ingenieure und Techniker...

    Nehmen wir doch mal die Erfolgsgeschichte der Ariane. Wenn ich mich nicht verzählt habe, haben wir im gesamten Ariane-Programm 181 Starts. Davon waren 170 erfolgreich. Tja, da würd' ich auch mal eher mit dem Space Shuttle fliegen wollen... aber halt, ich hab's vergessen, wahrscheinlich haben wir noch mehr "Manager", die's kaputt machen...

    Naja, vielleicht sollte man auch einfach akzeptieren, dass Raumfahrt Risiken birgt? Aber huch, Risiken. Das böse Wort. Neinneinnein...
  2. #11

    Es ist doch im Prinzip ganz einfach:

    Privat/Polypol > staatlich/Monopol > privat/Monopol.

    Das ist der Grund, warum die Bahnprivatisierung so ein Flop war. Und es ist der Grund, warum ich bei der privat finanzierten/kommerziellen Raumfahrt schon wesentlich zuversichtlicher bin.
  3. #12

    Staat - privat

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Was ist jetzt genau der Unterschied, dass nun von "privat entwickelt" geredet wird?

    Die Raumschiffe, mit denen die NASA zum Mond flog, wurden auch privaten Wirtschaftsunternehmen entwickelt (Grumman, Lockheed, Rockwell, McDonnell und viele andere).

    Der einzige Unterschied ist wohl die Quelle des Geldes...
    Der Hinweis ist nicht ganz unberechtigt. Das Space Shuttle wurde auch von Rockwell entwickelt und gebaut. Bei Space-X lief die Entwicklung zwar auf eigenes Risiko, ohne staatliche Aufträge wären die aber auch schnell am Ende gewesen.
  4. #13

    Noch nicht einmal....

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Was ist jetzt genau der Unterschied, dass nun von "privat entwickelt" geredet wird?

    Die Raumschiffe, mit denen die NASA zum Mond flog, wurden auch privaten Wirtschaftsunternehmen entwickelt (Grumman, Lockheed, Rockwell, McDonnell und viele andere).

    Der einzige Unterschied ist wohl die Quelle des Geldes...
    Das Geld kommt doch auch hier vom US-Steuerzahler! Die fetten Milliardenaufträge stehen doch sogar im Artikel.
    Jetzt allerdings kann die US-Privatwirtschaft gleich an zwei Stellen kassieren: Beim Bau der Komponenten und der Kapsel, sowie beim Betrieb. Alles auf Pump, ist doch cool!
  5. #14

    Houston, you've got a problem

    Viel hat sich mit dem Engagament der Privatunternehmen nicht verändert. Das meiste Geld kommt weiterhin vom Staat, etwaige Gewinne fließen an die Unternehmen und die Raumfahrer tragen das größte Risiko. Nur einen Unterschied gibt es tatsächlich: beim nächsten Mannschaftssterben im All, was nicht fraglich ist, sondern sicher passieren wird, fällt das Staatsbegräbnis aus...

    Faszinierend ist es anderseits in der Tat, wie seit fünfzig Jahren angekündigt wird, daß "wir" demnächst bemannt auf dem Mars landen werden, aber demnächst nicht mal mehr in die Umlaufbahn kommen. Vielleicht sind angesichts der kleinkarierten und verlogenen Bürokraten, die heutzutage über Budgets und Programme entscheiden, die Schulkinder nicht mehr bereit, vom Abenteuer "Weltenraum" zu träumen und werden lieber Jurist oder Betriebswirtschaftler statt Ingenieur. Das jedenfalls würde erklären, warum es überall auf der Welt zunehmend nur noch privatwirtschaftliche Ausbeutungsoptimierer und Anlagebetrüger gibt. Der Mensch ist bald ganz bei sich und seiner eigentlichen Natur angekommen. Gier, Hass und Dummheit regieren die Welt.

    Mond und Mars schauen derweil zu. Der Weltraum braucht die Menschen nämlich nicht.
  6. #15

    Nicht über einen Kamm scheren...

    Zitat von bigteddy Beitrag anzeigen
    Stimmt, früher, bei der guten alten Reichsbahn, da war alles besser. Und so schnell. Und so bequem. Der Staat ist ja als Innovationsmotor bekannt. Und nicht zu vergessen: Für seine Zuverlässigkeit! Dafür steht der Teutsche Beamte schließlich!

    Glauben Sie ernsthaft, dass früher bei 5 Grad minus nicht auch schon die ersten Züge ausgefallen sind?

    Tatsächlich traue ich der Privatwirtschaft weitaus mehr zu, als jedem staatlich gesteuerten Unternehmen - bei den staatlichen Spezis wird der Unternehmenszweck allzu gerne zum Selbstzweck. Und zur Pfründe.
    ...kann man die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit im Vergleich staatlicher und privater Unternehmen oder Unternehmungen.
    Zu Ihrer spöttischen Behauptung bezüglich der guten alten DR habe ich sehr persönliche Erfahrungen. Eine Dampflok ist weder bei - 5 noch bei - 10° C eingefroren oder stehen geblieben. Beispiel. selbst bei einer vogtländisch-erzgebirgischen Kleinbahn, wo bei mehr als 1m Schneehöhe und strengem Frost Lokführer, Heizer und einer vom Bahnhofpersonal die 3 Ausfahrtweichen freigefegt hatten, und der Zug kam fast pünktlich in Wilkau-Haßlau bei Zwickau an. Soweit zu Ihrem Informationsdefizit. Es geht aber nicht um Nostalgie, sondern natürlich um fortschrittlich-moderne Züge, Reisekultur und Transportlogistik. Die alten Bahnen ins Museum zu stellen heißt aber nicht, den schnelleren Motoren (wieso eigentlich? Der Streckenrekord des Fliegenden Hamburgers von 1936 mit 90 min von Anhalter Bahnhof Berlin bis Hamburg Hbf, ist erst vor 2 Jahren wieder erreicht worden) und moderneren Zügen auch Zuverlässigkeit, Robustheit und höchste Fahrsicherheit beizubringen. Und die Reisekultur, komfortable (Mitropa statt Mac Do.-)Speise und Schlafwagen, sowie ein perfekt funktionierendes Frachtgüternetz hätte man nie der LKW-Überlastung der Straße opfern dürfen, sondern beibehalten und weiter entwickeln müssen. Herr Mehdorn hatte vollkommen vergessen, nachzulesen, was der alte Reichspost- (und Transport-) Minister Heinrich von Stephan dazu geschrieben und verfügt hat (dort sind wir nämlich noch längst noch nicht wieder angelangt). Zurück zu den Raketen. Fazit: in vielen Fällen ist die Menschheit noch lange nicht reif genug, privat über die Gesellschaft betreffende und berührende Einrichtungen zu verfügen und zu agieren. Auch große Banken, mit dem eingezahlten Geld vieler Menschen kriminell zockend, haben das bewiesen. Da, wo private Verantwortung kompetent, perfekt und zeitlich garantiert ausdauernd fuktioniert, ist dem nur zu zustimmen. Ich wünsche dem amerikanischen Dragon-Unternehmen diese Eigenschaften und vollen Erfolg.
  7. #16

    Hmmm

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es ist eine kleine Revolution in der Raumfahrt: Erstmals ist eine privat gebaute Raumkapsel auf dem Weg in den Orbit. Bei dem Jungfernflug soll das acht Tonnen schwere "Dragon"-Vehikel die Erde zwei Mal umkreisen. Langfristig könnte es die veralteten US-Shuttles ablösen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...733623,00.html
    Warum fallen mir hier und jetzt zum Thema die Bahnprivatisierungen seit den 80ern ein? Angefangen in UK unter Thatcher. Und jetzt die DB hier in D. Da ist doch Chaos vorprogrammiert. Ich glaube dieser Vergleich ist durchaus angebracht. Soll jetzt auch noch die erste kosmische Geschwindigkeit privatisiert werden? Nun, bevor es irgendwann mal private Raumstationen geben wird sollte erstmal der ganze Weltraumschrott, anfänglich erzeugt im kalten Krieg, beseitigt werden. Nur wie macht man das? Erstmal Plasmaisierung der Orbite durch Megalaser? Selbst in geostationären Orbits wird der Platz langsam eng. lol
  8. #17

    Hm...

    Zitat von optverteiler Beitrag anzeigen
    Langsam, korrekte Statistiken, bitte. Die Privaten müssen eine Quote von 2 Totalverlusten bei -->165<-- Flügen insgesamt erst mal schaffen. Danach darf man auf die NASA eindreschen.
    Also hier stehen 133 Missionen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_d...ttle-Missionen

    Und wo kommen Ihre Zahlen her? Haben Sie die "atmosphärische Flugtests" mitgezählt?
  9. #18

    Mondflug

    Zitat von faustjucken_de Beitrag anzeigen
    Interessant, dass die Amerikaner, die es geschafft haben, Menschen auf den Mond und zurück zu bringen, es jetzt nicht einmal mehr bewerkstelligen können eine verglichen damit mehr als simple Wegwerf-Rakete zu entwerfen.
    Tja, so ist das, wenn man nur noch Projektmanager hat und niemanden, der arbeitet und Verantwortung übernimmt.
    Die Amerikaner haben das damals nicht geschafft. Das war der von denen pragmatisch entnazifizierte und dann eingebürgerte Deutsche namens Wernher von Braun. Koroljow hatte da die Arschkarte und ist von den sowjetischen Stalinisten plötzlich "rehabilitiert" worden und leider viel zu früh verstorben. GULAG "Nachwirkungen".
  10. #19

    Zitat von bigteddy Beitrag anzeigen
    Diese "Manager" hatten auch einen nicht unerheblichen Anteil an den 130 (btw. ich dachte die nächste Mission wäre STS-133?) erfolgreichen Flügen, nicht wahr? Ganz so schlecht können sie ja nicht gewesen sein. Ach so, ich vergas, da waren die "Manager" ja nicht beteiligt, sondern nur die als Organisationsgenies völlig verkannten Super-Ingenieure und Techniker...
    1. Es war eine administrative Entscheidung, die Challanger zu starten, obwohl es Einwände vom Hersteller der Feststoffbooster gab, da die Dichtungen zwischen den Segmenten bei Kälte porös werden können.
    2. Wusste man schon länger, dass Teile der Isolierung des Haupttanks unter Last sich lösen können/konnten. Und es gab vom Start der Atlantis Aufnahmen, wo man deutlich das Einschlagen eines solchen Bruchstücks in die Vorderkante des einen Flügels beobachten konnte. Es war keine Entscheidung von Technikern und Ingenieuren, weder die Besatzung zu informieren, noch Maßnahmen zu deren Rettung einzuleiten. Unabhängig davon, ob es möglich gewesen wäre, hätte die NASA m.E. politisch von einer erfolgreichen Rettung der Atlantis-Besatzung profitiert. Ähnlich wie bei Apollo 13.

    Zitat von bigteddy Beitrag anzeigen
    ... (btw. ich dachte die nächste Mission wäre STS-133?) ...
    Nein, STS-134 (obwohl mit diesem Montagstank...)

    Zitat von bigteddy Beitrag anzeigen
    Nehmen wir doch mal die Erfolgsgeschichte der Ariane. Wenn ich mich nicht verzählt habe, haben wir im gesamten Ariane-Programm 181 Starts. Davon waren 170 erfolgreich
    Also bitte. Das waren 144 Starts der Ariane 1-4 und bisher 54 Starts einer Ariane 5. Wenn Sie Ariane und Shuttle vergleichen wollen, dann geht das höchstens mit der Ariane 5. Und auch hier vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, denn mit der Ariane 5 wurden bisher nur Satelliten und Raumsonden (und ein Versorgungsraumschiff) transportiert, Verluste waren rein materiell.

    Zitat von bigteddy Beitrag anzeigen
    Tja, da würd' ich auch mal eher mit dem Space Shuttle fliegen wollen... aber halt, ich hab's vergessen, wahrscheinlich haben wir noch mehr "Manager", die's kaputt machen...
    Mit der Aussage würde ich vorsichtig sein angesichts des Zustands, den der Haupttank ET-137 für die STS-134 hat.

    Zitat von bigteddy Beitrag anzeigen
    Naja, vielleicht sollte man auch einfach akzeptieren, dass Raumfahrt Risiken birgt? Aber huch, Risiken. Das böse Wort. Neinneinnein...
    Ja, aber man muss nicht jedes Risiko eingehen. Ich fahre im Winter auch nicht mit Sommerreifen in die Berge oder springe mit "Sprungstelzen" über fahrende Autos...