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"Tatort" über Voyeurismus: Der Spanner, dein Freund und Helfer

NDRZuhause im Leben der anderen: Im Kieler "Tatort" schnüffelt und schleckt sich ein Psychopath durch die Wohnungen von jungen Frauen. Ein perfides Wechselspiel aus Nähe und Distanz, das dem Zuschauer arg zusetzt - und den Verkauf von Einwegzahnbürsten ankurbeln könnte.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,853803,00.html
  1. #1

    Passiert das was?

    Offensichtlich kann sich selbst der Tatort nicht dem Trend entziehen: Egal ob Frauentausch, Popstars, X-Faktor, Y-Faktor oder Z-Faktor; von Gerichts- bis zur Mietershow, allüberall wird zunächst und vor allem "empfunden". Gefühle explodieren, Emotionen kochen hoch, die Unterhaltungslautstärke pengelt sich auf durchschnittlich 100 Dbz ein und irgendwo dazwischen (abzüglich dem was die Werbung übrig lässt) findet man auch noch kleine Bröckchen von Handlung.
    Inzwischen bräuchte der Normalseher vermutlich 1/2 Stunde um festzustellen was da gerade gesendet wird; gäbe es nicht eine paar diskrete Hinweise am Bildschirmrand, der Rest versinkt notorisch im emotionalen Chaos.
    Wahrscheinlich wird der Trend weiter gehen:
    "Benjamin Blümchen dreht ab!"
    (Benjamin Blümchen vs. Schimpansengehege, ein Talkshow unter der Leitung von Carla Columna unter dem Titel: Warum werft Ihr Säue eigentlich die Banenschalen auf den Gehweg.)

    ..und zu den Nachrichten referiert der Moderator 20 Minuten über seine häusliche Situaton, dem Nachbarschaftsstreit und Probleme mit den Kindern, danach das Wetter.
    Wird hier in dieser Republik überhaupt noch irgendetwas GEMACHT?
    Oder bin ich der einzige?
  2. #2

    Deutschland kopiert mal wieder

    Der Plot liest sich wie eine unverschämte Kopie des exzellenten spanischen Thrillers "Mientras Duermes". Fällt den Tatort-Autoren nun gar nichts mehr ein?
  3. #3

    Geschichte Bekannt

    Die Geschichte kenn ich aus mind. 3 Filmen (u.a. Mientras Duermes). Waren es nicht die "quasisteuer" bezahlten Tatortautoren, welche sich extrem gegen das "Raubmordkopieren" und für die Verwerter eingesetzt haben? .... Anzeigen bitte. Möge ein jeder seine eigene Medizin mal kosten
  4. #4

    Was sagt mir das jetzt alles?

    Irgendwie ist das ein merkwürdiger Artikel. Ob der unterschwellige Verriss den Nerv der Zuschauer trifft, wird man erst nach der Ausstrahlung wissen. Im Vorfeld möchte der interessierte Zuschauer sicher nicht mit so viele Spoilern zugebombt werden oder nach dieser Lektüre das Gefühl haben, keine Erkenntnisse gewonnen zu haben.

    Im Schnitt haben mir die Kieler Fälle immer gut gefallen, ganz im Gegensatz zu den oftmals in den Himmel gelobten Folgen aus Münster,,,,
  5. #5

    Die Plot-Idee ist, wie schon von anderen erwähnt, schamlos geklaut. Und der Film selber dürfte mal wieder einer der wichtigtuerischen Pseudo-Hollywood-Tatorte sein, pseudo-spannend, pseudo-dramatisch, pseudeo-lustig, voll wiedergekauter Ideen und in pseudo-hipper Inszenierung.

    Ich schaue schon lange nicht mehr regelmäßig "Tatort", aber nahezu jedes Mal, wenn ich einen sehe, kann ich kaum glauben, wie uninteressant und dilletantisch das alles ist.
  6. #6

    Tatort ist wichtig

    Zitat von h.hass Beitrag anzeigen
    Die Plot-Idee ist, wie schon von anderen erwähnt, schamlos geklaut. Und der Film selber dürfte mal wieder einer der wichtigtuerischen Pseudo-Hollywood-Tatorte sein, pseudo-spannend, pseudo-dramatisch, pseudeo-lustig, voll wiedergekauter Ideen und in pseudo-hipper Inszenierung.

    Ich schaue schon lange nicht mehr regelmäßig "Tatort", aber nahezu jedes Mal, wenn ich einen sehe, kann ich kaum glauben, wie uninteressant und dilletantisch das alles ist.
    Schön, dass Sie schon vorher wissen, wie der Film wird. Sie gehen wahrscheinlich auch nicht ins Kino sondern lesen nur die Rezensionen.
    Der Tatort ist immer noch das Beste, was hier gedreht wird. Ein gutgespielter Münster Klamauk steht gleichberechtigt neben den sozialkritischen Münchnern und den z.T. experimentellen Stories aus anderen Regionen. Dass nicht jeder Tatort ein Knaller ist, liegt in der Natur der Serie.
    Immerhin wird nicht jeden Sonntag die gleiche Pampe gezeigt und es gibt Perlen, die eigentlich ins Kino gehören.
    Der Tatort leistet aber eigentlich etwas ganz anderes, was auffällt wenn man mal wieder eine ältere Sendung sieht: Er fängt den Geist der Zeit ein, in der er spielt. Themen, Outfits, Moden, Sprache und Slang, sicher oft überzogen, so trägt er aber auch sehr zur Dokumentation der jungen Geschichte dieses Landes bei.
  7. #7

    Unglaubliches Vorurteil

    "Dilletantisch" ist, mit Verlaub, Ihr Kommentar, wie sich schon an der Schlechtschreibung zeigt ("dilettantisch" wäre richtig). Schauen Sie sich den Film doch erst mal an, bevor Sie sich hier mit Ihrer pseudo-flockigen Blindkritik wichtig machen. DANACH können wir ja weiterreden. Nix für ungut!
  8. #8

    aua

    Mein Gott einen blamableren Tatort hab ich ja schon lange nicht mehr gesehen. Das kommt dabei raus wenn eine an sich interessante Idee in die Hände von jungen Regisseuren und Drehbuchautoren mit Hollywood Ambitionen und ohne Interesse an Inhalt legt: Zum Gruseln wie hier Versatz Stücke des Hollywood Thriller Genres ohne Rücksicht auf jede Innere Logik verwurstet werden. Streckweise war das so unfreiwillig komisch das man gar nicht weiß wohin mit dem Mitleid. Es nützt halt nichts wenn man immer nur die Form studiert und imitiert ohne sich für den Inhalt zu interessieren. Ergebnis völlig losgelöste Effekthascherei wie aus dem ich-würde-ja-so-gerne "Sieben" drehen Satzbaukasten und Dialoge die selbst an sich gute Schauspieler der Lächerlichkeit preisgeben. So sieht das aus wenn Leute irgendwasmitmedien machen wollen aber nichts zu sagen haben. Tut mir ganz besonders um Sibil Keklili leid die hier vom der Dialog Regie völlig gegen die Wand gefahren wird....unterirdisch schlecht !
  9. #9

    Besserwisser allerorten - Hokus pokus

    Wegen eines Tippfehlers herabzuwürdigen ist billig. Der Tatort war mindestens gut, spannend, exzellent gespielt, bestimmt nicht einschläfernd, sondern bestens unterhaltend. Das so eine Story schon mal ähnlich versendet wurde - wer würde etwas anderes vermuten? (Aber eine tolle Gelegenheit, mit seine Kenntnissen vom spanischen Fernsehen zu prahlen). Was für eine tolle Qualität. Den nächsten Kieler werd ich nicht verpassen, und die Frage des abends: Was bedeutet die Epilepsie für die zukünftige Entwicklung der Rolle?


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