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Tarifstreit mit Flugbegleitern: Lufthansa will Streik mit Schlichtung abwenden

REUTERSIn den Tarifstreit zwischen Lufthansa und Flugbegleitern kommt möglicherweise Bewegung. Die Fluggesellschaft zeigt sich offen für eine Schlichtung - allerdings stellt sie dabei Bedingungen, die der Gewerkschaft kaum gefallen dürften.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...854172,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In den Tarifstreit zwischen Lufthansa und Flugbegleitern kommt möglicherweise Bewegung. Die Fluggesellschaft zeigt sich offen für eine Schlichtung - allerdings stellt sie dabei Bedingungen, die der Gewerkschaft kaum gefallen dürften.

    Lufthansa will Streik der Flugbegleiter mit Schlichtung abwenden - SPIEGEL ONLINE
    Da ich 2 - 3 Mal die Woche mit LH fliege (morgen wieder D - London und zurück am selben Tag), ist es eine reine Nervenprobe für den zahlenden Reisenden. Ehrlich, ich habe kein Verständnis für diese Maßnahmen der UFO. Ich bin selbständig und frage mich: Wo bitte kann ich gegen den Streik der Flugbegleiter streiken? Was treibt diese Leute an, die überdurchschnittlich verdienen und um Lichtjahre mehr, als die Flugbegleiter anderer Airlines? Wie dreist muss man sein, um zahlende Reisende vor die Pumpe laufen zu lassen? Das ist ein Streik aus einer anderen Zeit. Während die Gesellschaft über Lohndumping, Armutsrente und die neue Armut spricht, streiken die für noch größeren Luxus.
  2. #2

    Das Einknicken spricht nicht gerade für den Vorstand

    Das die Gewerkschaft ihre Streiks durchzieht, war doch allen klar - offenbar nicht dem LUFTHANSA-Vorstand, denn das jetzige Gesprächsangebot hätten sie auch schon vor einer Woche machen können. Nun generiert der Vorstand Millionenverluste, die nicht nötig waren. Durchhalten wäre besser gewesen und dann die Verluste aufaddieren und 80% der streikenden Mitarbeiter in die Billigfluglinie abschieben - das haben die verdient ! Mit Streikandrohungen haben diese doch den Vorstand in der Hand und der wehrt sich nur schwach und wirkungslos. Ich jedenfalls fliege nie wieder mit LUFTHANSA, wegen der streikenden Mitarbeiter und wegen dem weichen Vorstand ! Über meine 10 Flüge im Jahr dürfen sich die Billigflieger freuen.
  3. #3

    Frage

    Wie ist das eigentlich rechtlich, dürfte die UFO streiken mit der alleinigen Forderung, dass keine Leiharbeiter eingestellt werden sollen? Laut Art. 9 des Grundgesetzes ist doch das Streikrecht begrenzt auf Forderungen zur Verbesserung der eigenen „Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen”. Nein?
  4. #4

    Scherzkekse von der Lufthansa

    Haha, die Lufthansa ist witzig. Sie will mit Ufo über Löhne verhandeln, aber nicht darüber, ob und in welchem Ausmaß die Lufthansa demnächst reguläre Arbeit streicht und durch Leiharbeit ersetzt. Das seien ""nicht verhandelbare Unternehmensentscheidungen". Der Sinn von Tarifverhandlungen ist aber, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer Löhne auch für die künftige Belegschaft aushandeln, denn die Vertragslaufzeit liegt immer in der Zukunft. Und die Löhne von morgen hängen natürlich davon ab, ob es Leiharbeit gibt oder nicht. In diesem Sinne wünsche ich der Lufthansa a) Einsicht und b) fröhliche weitere Streiktage, auf dass solche "Unternehmensentscheidungen" vielleicht doch verhandelbar werden...
  5. #5

    Aufpassen

    Liebe Vorredner/innen,
    ich habe Verständnis für eure Argumente. Als Kunde ist man natürlich direkt betroffen und entsprechend genervt wenn der Flug ausfällt oder zu spät kommt.
    Grundsätzlich sind aber Streiks das einzige Mittel der Arbeitnehmer ihre Interessen durchzusetzen. Durch Gewerkschaften ist überhaupt erst eine Mittelschicht in Europa entstanden. Dieses Mittel sollte weiter eingesetzt werden. Überall wo Arbeitnehmer nicht organisiert sind, kommt es zu Einkommensverlusten (siehe z.B. USA, oder dazu im Gegensatz Schweden, Dänemark)
    Wie der erste Kommentar von "glen13" beschreibt: "Lohndumping, Altersarmut..."... wie soll den sowas etwas verhindert werden? Das kann leider nur durch eine starke Gewerkschaft und Anwendung von Streiks funktionieren.
    Man kann sich nicht mit den Schlechten vergleichen, um weiteres Schlechtes herbeiführen!
  6. #6

    Ein Dankeschön der UFO ...

    ... denn es freut sich die Umwelt. Unten muss man Umweltplaketten auf die Autoskleben, obwohl man nur ein paar Kilometer fährt und oben wird der Dreck rausgepustet, für ein paar Euro pro Passagier.
    UFO, weiter so, ich und die Umwelt danken der Gewerkschaft.
  7. #7

    Streik gegen Lohnarbeit? - Ja bitte!

    Zitat von sehrleise Beitrag anzeigen
    Wie ist das eigentlich rechtlich, dürfte die UFO streiken mit der alleinigen Forderung, dass keine Leiharbeiter eingestellt werden sollen? Laut Art. 9 des Grundgesetzes ist doch das Streikrecht begrenzt auf Forderungen zur Verbesserung der eigenen „Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen”. Nein?
    Als Nicht-Jurist:

    Sie zitieren Art. 9 nicht richtig. Da steht 1. nichts davon, dass man nur für "eigene" Bedingungen streiken darf und zudem auch nicht "Verbesserung", sondern: "Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden."

    Gewerkschaften dürfen und müssen immer auch für die Rechte künftiger Belegschaften im Betrieb streiken, denn ein Tarifvertrag hat ja eine gewisse Laufzeit und gilt dann immer auch für die während dieser Laufzeit neu dazukommenden Beschäftigten. Und wenn die nur noch als Leiharbeiter angestellt werden haben sie a) einen schlechteren Lohn und b) schlechtere Arbeitsbedingungen, keinen Kündigungsschutz etc. Streiks dagegen kann man wohl kaum gesetzlich verbieten, ohne die soziale Ordnung zu gefährden ;)

    Als Jurist ein zumindest ähnlicher Fall, wo das Arbeitsgericht Streiks gegen Ungleichbezahlung durch Lohnarbeit als zulässig ansah:

    Streik für "Equal pay" zulässig - Moderne Zeitarbeit - iGZ | XING
  8. #8

    Spartengewerkschaften

    Ein Streik, wenn er angemessen ist, ist hinzunehmen. Aber das Zwergengewerkschaften ganze Wirtschaftszweige lahmlegen und gigantische volkswirtschaftliche Schäden verursachen ist nicht hinbzunehmen.
    Hier muss gesetzlich angegangen werden, Streiks sind erlaubt für Schäden die Unbeteiligte betreffen muss die Gewerkschaft Schadenersatz leisten.

    Daneben ist doch klar, was Lufthansa macht. Auslagern.
    Würde ich jetzt auch als Vorstand. ich würde alle Vertragsverhältnisse fristlos kündigen und woanders neue Flugbegleiter einkaufen, denn bei anderen Airlines und in anderen Ländern sind diese viel billiger.
    hier muss endlich das Luxusdenken weg, es herrscht Konkurrenzkampf in Europa und wenn man da nicht nachgibt hat man am Ende gar nichts.
    Also UFO bleibt in deinem Anspruch nicht ausserirdisch sondern arbeitet alle fleissig weiter für euer schon fürstliches Gehalt.
  9. #9

    Vollstes Verständnis

    Als Vielflieger (meist mit LH oder Swiss) habe ich grösstes Verständnis für den Streik der Kabinencrew. Die in den letzten Jahren eingestellten Mitarbeiter verdienen fast prekäre Löhne, zudem müssen die Kabinencrews die Fehler des Managements (veraltete Businessclass, katastrophale neue Sitze auf der Kontinentalflotte, in der ECO oft noch kein eigenes Audio/Videosystem und viele Einsparungen am falschen Ende) ausbaden. Auch ist Leiharbeit im Flieger bestimmt nicht akzeptabel, ich bin gestern zuletzt mit Lufthansa geflogen und ich hatte das Gefühl, dass die Mitarbeiter eine Charmeoffensive gestartet hatten, einen besseren Flug habe ich nämlich noch selten erlebt.








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