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Tarifgespräche gescheitert: Am Flughafen Frankfurt droht neuer Streik

dapdKeine Einigung zwischen den Tarifparteien: Die Gespräche zwischen der Gewerkschaft der Flugsicherung und der Betreibergesellschaft Fraport sind gescheitert. Auf dem Vorfeld des größten deutschen Airports kann es nun zu einem erneuten Streik kommen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...817492,00.html
  1. #10

    Lemminge...? (Teil 3)

    (...)

    Im Übrigen sollte man bedenken: Wird das Streikrecht (das übrigens so ziemlich das strengste in ganz Europa ist) erst einmal an einer Stelle beschnitten, dann ist die Büchse der Pandora geöffnet und wird in nicht allzu ferner Zukunft auch der Verdi- und DGB-Klientel viel Kummer bereiten! Und wie bitteschön sollte eine Minderheits-Beschäftigtengruppe in einem Betrieb jemals ihre Rechte durchsetzen können, wenn ihr das einzige(!) Mittel, nämlich der Streik, verboten wird? Wollen wir uns wirklich wieder auf den Weg in mittelalterliche Verhältnisse machen, während "Adel und Gutsherren" ihre Bäuche nicht voll genug bekommen und von der "Verantwortung des Kapitals" nichts mehr wissen wollen?

    Daher mein Apell: Lasst Euch nicht von getürkten Zahlen, medialer Verhetzung und billigen Stammtischparolen beeinflussen, sondern macht Euch Eure eigenen Gedanken! Wir leben heute in einer Welt, in der kaum ein Arbeitgeber mehr bereit ist, angemessen Löhne und Arbeitsbedingungen zu bieten, ohne dass man ihn mit roher Gewalt dazu zwingt. Wir sind daher auf schlagkräftige Gewerkschaften als Gegengewicht angewiesen! Und zwar nicht auf verfettete, untätige und bisweilen schlicht heuchlerische Großgewerkschaften, sondern auf Arbeitnehmervertretungen, die auf spezielle Anforderungen spezieller Berufsgruppen eingehen und den Arbeitgebern mit Sachverstand gegenübertreten können. Auch wenn's manchmal wehtut.

    Ich habe fertig...
  2. #11

    Fakt ist nunmal das die GDF keine Vorderungen veröffentlicht hat.
    Fakt ist auch das die GDF bisher keine Angaben gemacht hat wieviel wer bisher verdient! Wollen sie etwa etwas verschweigen?
    Da ist es doch nicht verwunderlich das die Fraport das nutzt um der Bevölkerung mal wenigstens ein paar Zahlen zugunsten Fraport´s zu nennen.

    Was nun wirklich verdient wird, wird nicht offen gelegt!

    Aber..., welcher Arbeitgeber geht auf Forderungen ein, die vorsehen mehr Geld zu zahlen, mehr Zulagen zu zahlen, aber dafür weniger zu arbeiten.

    Ex-Kranich hat ja schon allerhand geschrieben. Man kann nicht überlesen das er auf der Seite der Streikenden ist.
    Da die GDF sich aber mit den direkten Vorderungen und dem aktuellen Geahlt bedeckt hält, ist die Mehrheit der Bevölkerung auf Fraports Seite.

    Nun nochmal kurz zusammen gefasst. Mehr Lohn, mehr Zulagen bei weiniger Arbeitszeit!

    Der Follow Me Fahrer, Vorfeldaufsicht, ist ein Anlernberuf.
    Die Leute in der Verkehrszentrale ist auch ein Anlernberuf.
    Allein der Vorfeldlotse (Vorfeldkontrolle) ist ein Ausbildungsberuf. welcher aber Firmenintern innerhalb 2 Jahren ausgebildet wird.

    Warum es am Flughafen zu relativ wenig ausfällen gekommen ist, die Fraport sich so gut auf den Streik vorbereitet hat, ist einfach zu erklären. Schon letztes Jahr wurde mit Streik der GDF gedroht, darauf hin hat Fraport schon einiges an Personal geschult!

    Man konnte an den Streiktagen sehr gut erkennen das in den Follow Me Autos keine Mitarbeiter der Vorfeldaufsicht saßen.

    LG,
    ein aktiv Kranich vom Vorfeld in FRA!
  3. #12

    Und noch etwas.

    Die GDF hat doch mit dem ersten Streik eindeutig bewiesen das alle Leute die sie vertritt, ersetzbar sind.
    Es wurden von Tag zu Tag weniger Flüge gestrichen. Am letzten Streiktag wurden 80 % des Tagesgeschäftes abgefertigt!

    Ich frage mich..., was wäre wenn die Gepäckabfertiger mal streiken würden. Die könnten genauso gut den Flughafen lahm legen. Mal so auf die schnelle tausende von Leuten herbeiordern für das Gepäck..., das wäre unmöglich! Nur würde ich jetzt 100 %ig behaupten das die Leute, die das Gepäck abfertigen niemals solche Vorderungen stellen würden!
  4. #13

    Zitat von andres4 Beitrag anzeigen
    Fakt ist nunmal das die GDF keine Vorderungen veröffentlicht hat.
    Fakt ist auch das die GDF bisher keine Angaben gemacht hat wieviel wer bisher verdient! Wollen sie etwa etwas verschweigen?
    Auch die VC und andere Kleingewerkschaften veröffentlichen in der Regel keine Zahlen, was ich auch völlig legitim finde. Gehaltszahlen veröffentlichen meistens nur die Arbeitgeber, und Sie wissen sicher aus eigener Erfahrung, wie korrekt diese für gewöhnlich sind. ;-)

    Ich werde daher auch keine konkreten Zahlen angeben, auch wenn ich einige weiß (zugegeben sind diese ca. 4 Jahre alt, aber sie haben sich seitdem nur marginal erhöht). Nur so viel: Damals lag das ENDgehalt eines Apron Controllers, wenn er kein Schichtleiter o. ä. war, noch unter dem Einstiegsgehalts eines Second Officer bei LH. Ich denke Sie werden mir zustimmen, dass das für diesen Job arg mager ist.
    Die Arbeitszeitenregelung dagegen entsprach der eines normalen Büroangestellten (wenn man Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste vernachlässigt). Also keine Pause nach maximal 2 Stunden auf Position, wie es z. B. bei der DFS zu Recht und im Sinne der Sicherheit Vorschrift ist...

    Die Gehälter von Follow-Me-Fahrern und Disponenten liegen deutlich darunter. Die Zahlen im Schlichtungspapier stellen die angestrebten Gehälter in der ENDSTUFE dar, nicht etwa Einstiegs- oder Durchschnittsgehälter. Und ich kann nicht behaupten, dass ich ein Lebens-Durchschnittsgehalt von vielleicht 38-40.000 Euro für übertrieben halte. Die Tatsache, dass der an sich ja nicht gerade arbeitnehmerfreundliche und (sicher auch deshalb) von Fraport bestimmte Schlichter diese Gehälter vorgeschlagen hat, spricht wohl auch eine klare Sprache. Herr von Beust hat sich mit Sicherheit erheblich mehr mit den Arbeitsbedingungen und Anforderungen dieser Berufsgruppen beschäftigt als die stammtischparolen-verbreitenden Schreiberlinge in den Medien und Internetforen.

    Ich stimme übrigens jedem voll und ganz zu der sagt, dass diese Gehälter im Vergleich zu einer Krankenschwester oder einem Polizisten (oder einer Menger anderer ehrenwerter Berufe) immer noch recht hoch sind. Ich bin jedoch der Meinung, dass anders herum ein Schuh draus wird: Deren Gehälter sind schlicht und einfach erheblich zu niedrig und ein perverser Auswuchs unserer in bedrohliche Schieflage geratenen Gesellschaft!
    Ich finde es jedoch bedenklich, wenn man dann die Ansicht vertritt, aus Solidarität müssten auch andere, halbwegs vernünftig bezahlte Berufsgruppen ihre Gehälter nach unten anpassen oder auf völlig berechtigte Anpassungen nach oben verzichten. Ja, es gibt eine Bevölkerungsschicht, bei denen man einiges nehmen und nach unten verteilen müsste, aber die Beschäftigten auf dem Fraport-Vorfeld gehören definitiv nicht dazu.
  5. #14

    Tja..., dann liegen zwischen unseren Ansichten Welten.

    ich vertrete die Meinung das ein Vorfeldlotse einen gewissen Anteil an der Sicherheit am Flughafen besitzt! Er ist verantwortlich für die Flieger welche zur Position müssen.

    Aber eine Verkehrszentrale und eine Vorfeldaufsicht sind nicht zwingend notwendig! Im schlimmsten Fall schaffen das die Piloten auch allein!

    Ich weiss wovon ich rede, ich sehe es jeden Tag am Flughafen was die sogenannte Vorfeldaufsicht für Aufgaben hat!

    Und was Ole von Beust angeht. Der hat doch damals in Hamburg alles Privatisiert. Er ist doch ein absoluter Freund davon! Also ist es auch kein Wunder das er auf der Seite der GDF steht!


    Nur mal so als Beispiel.

    Ein Mitarbeiter der Vorfeldaufsicht soll nach diversen Angaben ca. 38.000 - 40.000 Euro verdienen. Er ist zuständig für das Einweisen der Flieger. Wo bleibt da die Sicherheit? Ein Flugzeugtechniker, welcher jeden Tag mit seiner Unterschrift hunderten Leuten indirekt bestätigt das durch seine Arbeit der Flieger in einem technisch Flugfähigen Zustand ist kratzt mit seinem Gehalt gerade so an dem der Vorfeldaufsicht!
    Der Follow-Me hat 6 - 8 Wochen Umschulung inter sich, Der Techniker eine Jahrelange Berufsausbilung, diverse Schulungen, Typenlehrgänge im Wert von mehreren 10.000 Euro, und und und!
  6. #15

    Zitat von andres4 Beitrag anzeigen
    Ich weiss wovon ich rede, ich sehe es jeden Tag am Flughafen was die sogenannte Vorfeldaufsicht für Aufgaben hat!
    Nein, das sehen Sie eben nicht, und das ist genau die Krux an der ganzen Sache. Ebensowenig wie 99,x % der Leute wirklich sehen, welche Aufgaben Sie täglich im Cockpit haben. Es hat schon einen Grund, warum Sie regelmäßig als "bessere Busfahrer" bezeichnet werden, obwohl Sie einen extrem anspruchsvollen Beruf haben: Von außen ist für den Laien (auch den halbwegs informierten) eben nur ein kleiner Teil dessen sichtbar, was Sie alles leisten müssen, und der sieht tatsächlich nur mittelmäßig beeindruckend aus.
    Ich halte mich grundsätzlich sehr zurück, wenn es um die Beurteilung von Berufstätigkeiten geht, in die ich keinen oder nur einen oberflächlichen Einblick habe, und ich wünschte, andere würden dies auch tun. Wenn Sie wirklich beurteilen möchten, ob die Gehälter angemessen sind, dann fahren Sie doch einfach mal eine Schicht lang mit! Ich habe das vor einigen Jahren getan und fand es sehr erhellend. :-)
    Hospitanzen bei Apron Control und bei der DFS in Langen kann ich ohnehin nur empfehlen, insbesondere den Kollegen, die den ganzen Tag nur über die Herrschaften am anderen Ende der "Leitung" schimpfen.

    Ach ja, und ich teile im Übrigen voll und ganz Ihre Meinung, dass unsere Kollegen von der Maintenance erheblich unterbezahlt sind.

    Zitat von andres4 Beitrag anzeigen
    Und was Ole von Beust angeht. Der hat doch damals in Hamburg alles Privatisiert. Er ist doch ein absoluter Freund davon! Also ist es auch kein Wunder das er auf der Seite der GDF steht!
    Der Zusammenhang ist mir jetzt nicht wirklich klar. Warum soll ein "großer Privatisierer" ein Freund der Gewerkschaften sein? Mir wäre neu, dass die Privatisierung von Infrastruktur dem "kleinen Mann" Vorteile bringen würde. Das gab's bei LH und bei der DFS, aber sonst fallen mir auf Anhieb keine Beispiele ein...
    Wenn Ole von Beust tatsächlich ein solcher Arbeitnehmerfreund wäre, dann hätte die Fraport ihn wohl kaum einseitig als Schlichter bestimmt. Die schauen sich ihre Pappenheimer vorher schon genau an... ;-)

    Schöne Grüße von einem (leider Ex-)Kollegen!
  7. #16

    Schuh

    Zitat von cyberdroide Beitrag anzeigen
    Ich hoffe der Fraport bleibt hart und diese 200 Erpresser werden alle gefeuert, so wie es damals in der 80ern Ronald Reagan mit den Fluglotsen gemacht hat! 70% mehr Lohn, unglaublich, die meisten anderen Arbeitnehmer sind froh wenn sie einen Inflationsausgleich bekommen! Ich meine dass auch der Gesetzgeber einschreiten und solchen Mini-Gewerkschaften das Streiken verbieten sollte...
    Umgekehrt wird doch ein Schuh draus.

    Um die großen Gewerkschaften zu schwächen, wurde von der Regierung Kohl doch die Bildung kleiner elitärer Gewerkschaften gefördert.
    Und dieser Streik ist halt das logische Ergebnis.








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