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Talk bei Anne Will: Hau den Griechen
DPAAnne Will hatte in ihren Talk geladen, um die Folgen der Wahlen in Griechenland und Frankreich zu diskutieren. Doch das Chaos in Europa übertrug sich auf die Gäste, die wild durcheinander schrien. Ein Polit-Rentner musste die Runde wieder auf Kurs bringen.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,832363,00.html
- #80 10.05.2012 10:35 von
Gehässigkeiten nehmen zu.
Von aussen betrachtet erscheint der Euro zweifelsfrei als der Spaltpilz der EU und letztlich auch ganz Europas, auch wenn das von EU-Politikern mit Vehemenz geleugnet wird.
Für mich ist es beklemmend, wie sich die Tonlage gegenüber ganzen Völkern negativ verändert hat. Pauschale Beschimpfungen sind an der Tagesordnung. Und da sind viele Deutsche leider vorne dabei, nicht zuletzt deutsche Politiker höchsten Ranges (Eichel, Steinbrück, etc.). In der Schweiz nimmt man diese beide Figuren nur noch als Lachnummern wahr. Früher war es diplomatische Pflicht für Politiker, sich zurückhaltend und dämpfend zu äussern. Diese Kultur ist leider Vergangenheit.
Das "Friedensprojekt EU" hat sich ins Gegenteil verkehrt (sofern es je als Friedensprojekt gedacht war). Die ständigen Einmischungen in innere Angelegenheten anderer Völker ist Mode geworden. Wenn das das Verständnis für modernes Völkerrecht ist, dann wird noch einiges auf uns zukommen. - #81 10.05.2012 10:37 von
Die
Möglicherweise hat sie sich mal kaderschmieden lassen. Tatsächlich aber war sie den Tischgenossen argumenttativ deutlich überlegen. Was wolle Will? Flasche leer? Setzt einen Flachdenker in die Runde, der außer seinem Namen keinerlei Kompetenzanschein vorweisen kann und sich nicht entblödet auch ohne Doktortitel Unwesentliches zu verbraten. Der Armutsforscher hatte genug zu tun, die geisige Armut zu Tische zu erforschen. Und Eichel setzt sich dazu. Hätt ich nicht von ihm gedacht.
- #82 10.05.2012 10:38 von
- #83 10.05.2012 10:39 von
Kein Märchen
- #84 10.05.2012 10:40 von
Das Wesen dieser Sendungen
Man muss wissen, dass diese Talkshows beim federführenden NDR im Fach "Unterhaltung" angesiedelt ist. Talkshowas dienen nicht der politischen Aufklärung der Bevölkerung. Insgesamt sind diese Sendungen der Sparte Brot und Spiele zuzuordnen. Dass hin und wieder klug Menschen wie Fru Wagenknecht oder Herr Butterwegge vorkommen, ist dem Gebo der Ausgewogenheit geschuldet und der Befehl der Sendeleitung hißt Ausbremsen. Nein, das wird nicht offen ausgesprochen. Die Schere und das Sofa im Kopf von Will, Plassberg und Consorten erldgen diese Aufgabe.
Ich warte auf den Tag, an dem umgesetzt wird, was sich Georg Schramm seit lngem wünscht: Nach dreimaliger Nachfrage und dreimaliger Nicht-Antwort sagt der/die Moderator/in "Sie haben jetzt dreimal nicht geantwortet, Sie dürfen hierbleinen - das Mikrofon lasse ich ihnen aber abstellen." - #85 10.05.2012 10:40 von
- #86 10.05.2012 10:41 von
Es ist nie verkehrt, auch einmal neutrale Stimmen zu Wort kommen zu lassen, zumal es sich hier nicht um einen Politiker gehandelt hat.
Es gibt gerade zum Themenkomplex EU/Euro meistens nur zwei Entscheidungsmöglichkeiten, die sich konträr widersprechen, nämlich
1. potische Entscheidungen und
2. Entscheidungen nach dem gesunden Menschenverstand
Dummerweise werden Entscheidungen meistens nach 1. getroffen und hinterher beklagt man wortreich die Ergebnisse.
Im Übrigen sollten Sie abweichende Meinungen zu Ihrem Weltbild nicht ständig als neoliberales Geschwätz abtun. - #87 10.05.2012 10:44 von
Ja...
...es hätte sich gelohnt, dabeizubleiben. Denn im Gegensatz zu muunoys Bezeichnung 'Trauerspiel' war es eine echte Kommödie, bei der gelaucht, geweint und mitgeifert werden konnte (zB in Form von Ausrufen der Ungläubigkeit des soeben gehörten!).
Irgendwer gebrauchte den Begriff 'Stammtischniveau' hinsichtlich des Gesöderes (wunderschöner Ausdruck, übrigens!) und auch des Schweizer Teilnehmers. Du MEINE Güte! Wenn Staats- und Finanzkrisen auf dem Niveau von 'Wenn Ihr Nachbar sein Geld verprasst, würden Sie ihm dann helfen?' abgehandelt werden, dann ist wirklich Hopfen und Malz verloren. Absolut brauchbare Ansätze (mit viel Beifall) kamen von Sarah W., auch von Butteregger. Chatzimakakis (warum lässt er sich eigentlich 'Schatzi' aussprechen, wo das 'ch' wie in 'Nacht' im dt. Sprachraum doch nicht unbekannt ist?) gab ehrliche Einblicke in die Lage der Menschen in Griechenland. Etwas Diplomatie zum Thema 'mogeln' hätte ihm natürlich gutgetan (der bekommt heute sicher was zu hören von seinen Leuten).
Während die Runde bei Will sich muter ausliess und Söder prahlte, wie toll doch die Deutschen ihre Schulden alle abbezahlen und überhaupt, lief im ZDF grade eine Sendung über hochverschuldete Kommunen. Und auch die Doku in ZDF Zeit vom Vortage 'Die Griechenland-Lüge', die eben grade die deutsche und internationale MITschuld an der Katastrophe von GR sehr deutlich aufzeigt, blieben unerwähnt, die Lehren daraus ebenso.
Armes Deutschland, wirklich. Aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. - #88 10.05.2012 10:44 von
Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren...
Ehrlich gesagt, frage ich mich das schon seit 2008. Da gehen ein paar Banken pleite, weil ihre Spekulanten sich verzocken, und damit die später noch ihre Boni bekommen, rettet Vater Staat diese. Und da Vater Staat ja die Gelder vom Volk bekommen, retten wir eigentlich diese Leute und ihre Banken. In JEDER anderen Branche würden diese Leute eben ihre Arbeit verlieren und entweder irgendwo anders suchen müssen oder Hartz VI beziehen. Aber stattdessen dürfen sie weiter so machen wie bisher.
Und freuen sich wie die Elite Deutschlands, das ihnen niemand etwas anhaben kann. Und wenn es jemand versucht, wie die Griechen jetzt dann wird einfach kurz die Bonität des Landes heruntergesetzt durch eine Ratingagentur. - #89 10.05.2012 10:44 von
Aus Angst vor dem Tod Selbstmord?
Die Menschheit ist seit über 30 Jahren Opfer des neoliberalen Experiments. Mit verheerenden Folgen. Ich will da raus! Da ist mir die Ungewissheit, wie das neue System funktioniert, erst Mal viel lieber. Mit ganzer Kraft werde ich das meine tun, um etwas Besseres hinzubekommen. Etwas Neues ist eben auch stets etwas, was noch nicht da war. Aus Angst vor dem Tod kann man auch Selbstmord begehen.
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