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Talentsuche: Was Arbeitgeber Bewerbern bieten müssen

Alle wollen zu Porsche, BMW oder Lufthansa: Arbeitgebern mit Glamourfaktor gelingt es leichter, Bewerber zu ködern. Junge Nachwuchskräfte erzählen, nach welchen Kriterien sie Unternehmen beurteilen - und wie sie ihren Traumjob finden.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...805553,00.html
  1. #1

    Nö.

    Aha, und wo ist jetzt bei den genannten Kandidaten, die allesamt über scheinbar besonders internationale Studienerfahrungen, eine Promotion oder eine bereits im Unternehmen absolvierte duale Ausbildung verfügen, der Unterschied zu den früher umworbenen Top-Talenten?

    Wie sieht es mit "Standardbewerbern" aus, also ohne Auslandsaufenthalte, ohne Promotion, ohne Beziehungen in die Firma und ohne "Betreuung seit der Krabbelgruppe"? Denn die suchen, von einigen wenigen Fächern abgesehen, noch immer Ewigkeiten nach einem Arbeitsplatz, bekommen, wenn überhaupt, nur Absagen und müssen sich besonders von den großen Unternehmen Dinge anhören wie "Wir bekommen so viele Bewerbungen, da können wir leider nicht alle bearbeiten..."
  2. #2

    Die glamouröse Außenansicht ...

    ... speziell der Autohersteller verleitet wohl viele Absolventen, sei es MINT oder BWL, die Arbeitsbedingungen mit den dort erzeugten Produkten zu verwechseln (sich schön vorzustellen).
    Innen schaut es dann etwas anders aus, z.B. dieses Gebäude hier:
    Ed. Züblin AG - Direktion Bayern/ Systembau - BMW IT-Zentrum
    beispielweise war beim Einzug des Personals tatsächlich eine Verbesserung ihrer Raumbedingungen. Man kann sich vorstellen, wie und wo die Leute vorher gehaust haben müssen.
  3. #3

    Ein drolliger Werbeartikel

    Die meisten MINTLer werden bei Audi und Co nicht direkt eingestellt, sondern arbeiten per externem Dienstleister dort, ist in der Automobil- und Maschinenbau standard. Und wenn nicht schon die halbe Verwandtschaft im Konzern arbeitet die Chancen auf Anstelung direkt beim Konzern verschwindend gering.

    Das Gequatsche von Personalmangel haben und hatten die Grossen nie, dort will jeder hin, pro Stelle ca. 1000 Bewerbungen, nur aus Deutschland. Die ganzen Aktionen sind verkappte Imagekampagnen und den Jungbewerbern Sand in die Augen zu streuen, schreibt doch mal ein Artikel über die Ing.sklaven die bei Betrandt, Ferchau,... die für Audi und Co arbeiten. Oder den Firmeneigenen Personalagenturen, wie z.B MBTech, dort fängt jeder an, der zu Mercedes Benz will. Vor den Werkstoren gibts zig Niederlassungen von den Ing.dienstleistern.

    Jeder Werbeclip im TV ist realistischer als dieser verkappte Imageartikel.
  4. #4

    Ein drolliger Werbeartikel

    Die meisten MINTLer werden bei Audi und Co nicht direkt eingestellt, sondern arbeiten per externem Dienstleister dort, ist in der Automobil- und Maschinenbau standard. Und wenn nicht schon die halbe Verwandtschaft im Konzern arbeitet die Chancen auf Anstelung direkt beim Konzern verschwindend gering.

    Das Gequatsche von Personalmangel haben und hatten die Grossen nie, dort will jeder hin, pro Stelle ca. 1000 Bewerbungen, nur aus Deutschland. Die ganzen Aktionen sind verkappte Imagekampagnen und den Jungbewerbern Sand in die Augen zu streuen, schreibt doch mal ein Artikel über die Ing.sklaven die bei Betrandt, Ferchau,... die für Audi und Co arbeiten. Oder den Firmeneigenen Personalagenturen, wie z.B MBTech, dort fängt jeder an, der zu Mercedes Benz will. Vor den Werkstoren gibts zig Niederlassungen von den Ing.dienstleistern.

    Jeder Werbeclip im Fernsehen ist realistischer als dieser verkappte Imageartikel.
  5. #5

    Es lebe der Mittelstand!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle wollen zu Porsche, BMW oder Lufthansa: Arbeitgebern mit Glamourfaktor gelingt es leichter, Bewerber zu ködern. Junge Nachwuchskräfte erzählen, nach welchen Kriterien sie Unternehmen beurteilen - und wie sie ihren Traumjob finden.

    Talentsuche: Was Arbeitgeber Bewerbern bieten müssen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Dieser Werbeartikel unterschlägt die Tatsache, dass das wirtschaftliche Herz Deutschlands im breit aufgestellten Mittelstand schlägt.
    Attraktive Arbeitsplätze gibt es eben nicht nur bei den DAX-Konzernen sondern vor allem auch im Mittelstand, der großenteils auch international ausgerichtet ist und wo man sehr viel schneller Verantwortung und interessante Projekte übertragen bekommt als bei einem Weltkonzern mit all seinen Regularien.

    Ich habe nach meinem Studium einige Jahre bei einem Großkonzern gearbeitet (inkl. Traineeprogramm) und bin an den verkrusteten Strukturen schier verzweifelt.
    Nachdem ich zu einer mittelständischen Firma gewechselt war, bekam meine Karriere den Turbolader verpasst.
    Absolventen aufgepasst: Wie lange braucht ihr wohl in einem Dax-Konzern, bis ihr einen Termin beim Vorstand erhaltet?
    Bei vielen Mittelständlern steht die Vorstandstür hingegen meistens offen...
  6. #6

    Die grossen Automobilkonzerne Deutschlands werden sich in einigen Jahren gewaltig strecken müssen, wenn erst einmal die Chinesen und Inder gelernt haben, gute und billige Autos zu produzieren. Bis dahin kann man noch gutes Geld verdienen mit den überteuerten Autos, die angeblich so fortschrittlich sind und schön aussehen.

    Ich bin jedenfalls nicht angetan vom Audi-Design. Ich will aber auch nicht bei Audi arbeiten und muss daher nicht eklig herumschleimen.

    Als junger Ingenieur wäre ich da sehr vorsichtig mit der Wahl des Arbeitgebers.

    Natürlich bietet der Automobilbau ein weites und spannendes Feld für Ingenieure und Informatiker - auf dem Papier. Aber leider wird man nur sehr selten wirklich Spannendes entwickeln dürfen. Oder findet jemand einen Toter-Winkel-Warner oder eine Rückfahrhilfe spannend?
  7. #7

    Zitat von MasterMurks Beitrag anzeigen
    Aha, und wo ist jetzt bei den genannten Kandidaten, die allesamt über scheinbar besonders internationale Studienerfahrungen, eine Promotion oder eine bereits im Unternehmen absolvierte duale Ausbildung verfügen, der Unterschied zu den früher umworbenen Top-Talenten?
    Du hast soo Recht!

    Diese Karriere-Artikel sind immer nach dem gleichen Schema aufgebaut

    Top-Absolvent
    + Top-Firma
    + Top-Trainee-Stelle
    _________________
    = Top-Karriere

    Doch leider schaut die Welt anders aus. Gerade die OEMs (Audi, BMW, Daimler, VW, etc.) greifen hemmungslos auf Dienstleister zurück. Und die meisten Absolventen kommen nur beim Dienstleister unter, nicht beim OEM direkt. Diese "Home-Storys" der Konzerne hängen mir mittlerweile zum Hals raus

    Beim Konzern steigt der Absolvent z. T. mit >50k p. a. ein. Beim Dienstleister sind dann immerhin noch so 45k p. a. drin, allerdings bei 40-h-Woche. Diese Gehälter sind schon toll.

    Zitat von lorn order Beitrag anzeigen
    Dieser Werbeartikel unterschlägt die Tatsache, dass das wirtschaftliche Herz Deutschlands im breit aufgestellten Mittelstand schlägt.
    Attraktive Arbeitsplätze gibt es eben nicht nur bei den DAX-Konzernen sondern vor allem auch im Mittelstand, der großenteils auch international ausgerichtet ist und wo man sehr viel schneller Verantwortung und interessante Projekte übertragen bekommt als bei einem Weltkonzern mit all seinen Regularien.
    Das mit der Verantwortung und dem Gestaltungsspielraum stimmt zwar, aber dafür zahlen die tollen Mittelständler kaum nach Tarif.

    Die meisten zahlen sogar schlechter als die Dienstleister. Bei vielen KMUs fangen die "händeringend" gesuchten Fachkräfte unter 40k p. a. an.

    Bei den Konzernen hast du zwar viel Bürokratie, dafür aber auch einen guten Tarifvertrag (IGM, IGBCE, Verdi, etc.). Darum will ja jeder hin.
  8. #8

    Ich finde, die Konzerne sollten mal veröffentlichen, wie viele "echte" Absolventen (ohne duales Studium) sie 2010 oder im absoluten Boom-Jahr 2011 eingestellt haben. Das wär mal was.

    Schätzungsweise hat etwa BMW keine 100 Absolventen (von Uni/FH) eingestellt, trotz des großen angeblichen Mangels und insgesamt >100.000 MA.

    Solche Zahlen hab ich noch nie gefunden. Die scheinen absolut geheim zu sein.

    Das wäre mal eine Aufgabe für SPON! Nicht einfach die Pressemitteilungen der Konzerne abschreiben oder sich irgendwelche dubiosen Statistiken zur Anzahl der offenen Ingenieursstellen vom "Arbeitgeberverband" VDI schicken lassen. Recherchieren!

    Da würde die tolle neue Arbeitswelt in Deutschland in einem ganz anderen Licht erscheinen.
  9. #9

    re

    Zitat von bob_inc Beitrag anzeigen
    Du hast soo Recht!
    Das mit der Verantwortung und dem Gestaltungsspielraum stimmt zwar, aber dafür zahlen die tollen Mittelständler kaum nach Tarif.

    Die meisten zahlen sogar schlechter als die Dienstleister. Bei vielen KMUs fangen die "händeringend" gesuchten Fachkräfte unter 40k p. a. an.

    Bei den Konzernen hast du zwar viel Bürokratie, dafür aber auch einen guten Tarifvertrag (IGM, IGBCE, Verdi, etc.). Darum will ja jeder hin.
    Dafür brauchen sie aber in vielen Fällen das hohe Gehalt um längere Phasen der Arbeitslosigkeit zu überbrücken. Es sei denn es gelingt ihnen sich ab einem bestimmten Alter im Unternehmen "unsichtbar" zu machen.


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